Peter Grimm / 31.01.2018 / 17:00 / 14 / Seite ausdrucken

Die wollen doch nur spielen

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Vor drei Jahren schauten deutsche Minister und Medien erklärtermaßen mit Abscheu auf jene islamophoben Menschen, die da Montag für Montag in Dresden gegen eine „angebliche“, wie unbedingt vermerkt werden musste, Islamisierung auf die Straße gingen. Seither ist bekanntlich viel passiert. Junge glaubensfeste Muslime aus Afrika, Arabien und Afghanistan wurden in Millionenstärke ins Land gebeten. Manche von ihnen waren bereit, für ihren Glauben zu kämpfen, deshalb mussten Menschen sterben, die im Namen Allahs und seines Propheten ermordet wurden.

Doch eigentlich hat das nichts mit dem Islam zu tun, denn der Islam gehört inzwischen regierungsamtlich auch zu Deutschland. Manche Wohlmeinenden tun gern so, als könne man die „multikulturelle Bereicherung“ und „bunte Vielfalt“ durch engagiertes Herbeireden auch von den Anhängern einer islamischen Monokultur bekommen. Die halten alle Einheimischen, die die Angst vor einem immer islamischeren Deutschland umtreibt, schon für sehr rechts, zurückgeblieben oder vorurteilsbehaftet.

Für sie gibt es zum Glück Hilfe von vielen engagierten Helfern. Die Focus-Redaktion kämpft hier beispielhaft gegen Angst und Vorurteil. Ein Islamwissenschaftler erklärt dort in der Reihe „Faktencheck Islam“ alle Vorurteilsbehafteten auf und beruhigt sie:

Vorurteile über den Islam gibt es in Deutschland viele. Die wenigsten wissen, was davon stimmt und was nicht. In einer FOCUS-Online-Serie macht Islamwissenschaftler Mathias Rohe den Faktencheck. Vorurteil Nummer eins: „Koran propagiert das Töten von Ungläubigen.“

Laut Mathias Rohe, Rechts- und Islamwissenschaftler an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen, lesen die meisten Muslime den Koran nicht so, dass sie Andersgläubige zu töten haben.

Es gebe diesbezüglich jedoch einige sperrige Stellen im Koran, bei denen man nicht genau weiß, auf wen sie sich beziehen – was mit der Geschichte des Islams zusammenhängt. Dann komme es auf die Interpreten an, so Rohe.

Wie unterscheidet man die Anhänger der unterschiedlichen Lesarten

Wie schön, dass die meisten Muslime die „sperrigen Stellen“ nicht so lesen. Als Ungläubiger wüsste man allerdings gern, wie man die, die diese Stellen so lesen, von denen, die sie nicht so lesen, unterscheiden kann, bevor man ein Messer am Hals oder im Rücken hat. Das kommt vielleicht im zweiten Teil. Jetzt erklärt uns der Islamwissenschaftler erst einmal, was denn die, die die Ungläubigen nicht gleich töten wollen, aus diesen Stelle herauslesen:

Die meisten würden aber davon ausgehen, dass diese Stellen, die vom Töten von Ungläubigen sprechen, diejenigen heidnischen Mekkaner meinen, die damals gegen eine kleine neue muslimische Gemeinde gekämpft haben. Laut Mathias Rohe beschreiben besagte Stellen im Koran eher kriegerische Auseinandersetzungen als das Töten um der Religion Willen.

Also wir können den Islam jetzt wirklich ganz beruhigt eingemeinden. Eigentlich sind im Koran nur heidnische Mekkaner gemeint und die sind ja schon lange tot. Und wenn, dann geht es eher um kriegerische Auseinandersetzungen als um das Töten an sich. Die eine oder andere kriegerische Auseinandersetzung ist nun wirklich kein Grund, kleinlich zu sein und dem Islam mit Vorurteilen zu kommen.

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Leserpost

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Ulla Smielowski / 31.01.2018

Erstaunlich ist immer wieder, welche Angriffe von Seiten der Muslime es immer wieder gibt… Auch lautes Herumschreien wenn etwas nicht passt, erlebe ich immer wieder.  Außerdem haben die ein unglaublich dreistes Auftreten im täglichen Leben, das geradezu auffällig ist. Das ist auch der Grund, weshalb sie bei Firmen oft nicht eingestellt werden. Zudem oft unqualifiziert, auch wenn sie 30 Jahre hier leben.. Was soll eine Firma mit solchen Leuten die nur Theater machen. Dann muss sich ja natürlich beschwert werden, immer und immer wieder.

Torsten-Egbert Czarnetzki / 31.01.2018

Man kann nur hoffen, dass solchen bewusst Fakten verdrehenden Menschen ihr Karma irgendwann auf die Füsse fällt.

Ilse Polifka / 31.01.2018

Wie wäre es, wenn man die Bücher von ernstzunehmenden Menschen wie Bassam Tibi, Hamed Abdel Samad oder auch Sabatina James liest ?

Marcel Seiler / 31.01.2018

Erwachsene sind bereit, die Realität anzuerkennen, und zwar auch dann, wenn dies Unbehagen bereiten könnte. Viele Deutsche wollen offenbar nicht erwachsen werden.

Karla Kuhn / 31.01.2018

Der Islam gehört genauso wenig zu Deutschland wie die Alpen zur Wüste. Was nicht kompatibel ist, passt nicht zusammen !! Man kann friedlich nebeneinander leben, wenn JEDER den anderen respektiert. Das bedeutet vor allem, wenn ich in einem anderen Land leben will, MUß  ich mich an die Gesetze halten !!  Ebenfalls habe ich die Kultur diese Landes zu achten. Da beißt die Maus keinen Faden ab oder wie Schröder einst sagte, Basta !

Wilfried Cremer / 31.01.2018

Die robustere Auslegung hat immer nur da pausiert, wo Stärkere angetroffen wurden, denen eine Unterwerfung nicht genehm war.

Corinne Henker / 31.01.2018

Ich habe den Koran auch gelesen. Zumindest knapp die Hälfte, dann wurde mir das ständige “Allah ist der Größte” und “vernichtet die Ungläubigen” doch zu langweilig. Guter Schreibstil geht auch anders. Aber anders als der Herr Wissenschaftler sah ich nicht viele Möglichkeiten zur Fehlinterpretation. Das deckt sich auch mit Umfragen unter Muslimen in Europa, bei denen 73 % angaben, dass es nur eine Art gebe, den Koran zu interpretieren. Zwischen 50 und 65 % (je nach Land) der schon länger in West-Europa lebenden Muslime waren übrigens der Auffassung, dass die Regeln des Korans wichtiger sind als die Gesetze des Landes, in dem sie leben. Und ich vermute, dass bei unseren Neuankömmlingen diese Ansichten noch deutlich häufiger vertreten sind. Aber entsprechende Studien würden wohl die Bevölkerung nur verunsichern und sind somit nicht hilfreich.

Mike Loewe / 31.01.2018

Die Öffentlichkeit verwechselt häufig die Bedeutung von Islamisierung. Islamisierung ist kein Zustand, sondern ein Prozess, und damit keine ferne Zukunftsvision, sondern hier und heute seit langem Realität. Auch vor der sogenannten Flüchtlingskrise von 2015 war die Zunahme des Muslim-Anteils schon bedrohlich stark. Aus den Statistiken der Vergangenheit lässt sich eine beschleunigte Zunahme ablesen, d.h. in einem Zeitraum, z.B. einer Dekade, kommen mehr hinzu als in jedem gleich langen Zeitraum vorher. Die Zunahme wird daher oft unterschätzt. Das größte Problem ist auch nicht, dass viele Muslime radikal wären, sondern dass gemäßigte Muslime als Mitglieder ihrer Religion, viel leichter als Nichtmuslime, unter den Druck radikaler Muslime geraten können, die sie per Morddrohungen zum Befolgen islamischer Regeln und damit zur Radikalisierung zwingen können. Viele Attentäter galten bis zu ihrer Tat als unauffällig und gut integriert. Bei all den Diskussionen soll es natürlich nicht darum gehen, Einzelne auszugrenzen oder weniger freundlich zu behandeln, aber dabei darf man den gesamtgesellschaftlichen Wandel nicht ausblenden. Grenzsicherung hat ja nichts mit Unfreundlichkeit zu tun.

Dirk Jäckel / 31.01.2018

Natürlich hätte man nach Muhammad die zahlreichen Aufforderungen zum Kampf (und in der späteren Medinensischen Periode hieß das eben auch Offensivkampf) historiseren können, also als Aufforderungen in einem bestimmten Kontext lesen. Das sich entwickelnde schariatische Recht - untrennbar mit der Exegese verbunden - haben aber entsprechende Koranstellen und Hadithe als zeitunabhängige Aufforderungen verstanden, und so ist im Laufe des 8. Jh. der Gedanke vom Haus des Islam und Haus des Krieges entstanden (dar als islam/dar al-harb), wobei das Haus des Islams eben auch mit offensiven kriegerischen Mitteln zu verbreiten sei. Die Mehrheit der klassischen sunnitischen Rechtsgelehrten waren denn auch der Auffassung, dass es keine unbefristeten Friedensverträge mit nichtmuslimischen Mächten geben könne. Das mag die Mehrzahl der islamischen Rechtsgelehrten derzeit zwar anders sehen, aber nun berufen sich aber Dschihadisten auf diese lange unbezweifelte Interpretation und werfen den Erstgenannten Verleugnung wesentlicher Teile der islamischen Tradition und damit Inkonsequenz vor. Hier kann nur ein echter Reformislam helfen, der sich noch deutlicher von der klassischen Exegese und der darauf gründenden Scharia distanziert (was freilich in vielen Ländern lebensgefährlich ist).

Brigitte Mittelsdorf / 31.01.2018

Der blanke Hohn - nach allem, was bis jetzt passiert ist.

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