Vera Lengsfeld / 15.03.2014 / 07:39 / 7 / Seite ausdrucken

Die Wahrheit über den Vietnamkrieg: Die Falschen haben gesiegt!

„Wer begann diesen Krieg? Kämpften südvietnamesische Truppen in Nordvietnam? Nein! Überquerten südvietnamesische Guerilleros den 17. Breitengrad, um im Norden pro-kommunistischen Dorfschulzen und ihren Angehörigen den Bauch aufzuschlitzen, den Männern die Zunge herauszureißen, die Geschlechtsteile abzuschneiden und in den Mund zu stecken, bevor sie Männer, Frauen und Kinder aufhängten? Nein! Liquidierte die südvietnamesische Regierung ganze Gesellschaftsschichten, so wie im Norden hunderttausende Grundbesitzer und andere echte oder vermeintliche Opponenten des Regimes umgebracht wurden? Nein!“
Im Norden ein mörderischer Einparteienstaat, im Süden ein Land, in dem mitten im Krieg freie Wahlen abgehalten wurden. Die Sympathien der Demonstranten galten dem eiskalt tötenden Aggressor, nicht dem Verbündeten der Demokratien.

Die Jugend der westlichen Welt lief mit Ho-Ho- Ho-Chi- Minh- Rufen und Bildern des ziegenbärtigen Diktators Sturm gegen die amerikanische Kriegsführung und ihre südvietnamesischen Verbündeten. Die Massendemonstrationen gegen den Vietnamkrieg wurden zu tragenden Säule der 68er Bewegung.Bis heute dominiert das falsche Geschichtsbild der 68er. Es wird vom „Befreiungskrieg“ gesprochen, den der kommunistische Norden gegen den amerikahörigen   Süden geführt habe.

Uwe Siemon-Netto geht in seinem ebenso bewegenden wie lehrreichen Buch „Duc, der Deutsche“ der Frage nach, wer in diesem Krieg wen und zu welchem Zweck „befreite“ und wer diese Befreier eigentlich waren. Damit leistet er einen unschätzbaren Beitrag zur notwendigen Korrektur einer der wirksamsten und folgenreichsten Geschichtsfälschungen des letzten Jahrhunderts.
Zu hoffen bleibt nur, dass seine Botschaft endlich in der Öffentlichkeit gehört wird.

Wie kam es, dass die militärischen Verlierer am Ende die Sieger waren und Vietnam unter ihrer kommunistischen Knute vereinigt wurde?
Es war ein Sieg ihrer Propaganda, den sie mit ihren willigen Helfern im Westen erringen konnten. Es war der erste Krieg, der nicht militärisch, sondern an der Medienfront entschieden wurde.

Westliche Intellektuelle, wie John Kenneth Galbraith, Jean Paul Sartre oder der westdeutsche Vietcong-Propagandist Erich Wulff, der 1968 nur deshalb nicht der DKP beitrat, um seine Professur in Hannover nicht zu verlieren, beeinflussten maßgeblich die öffentliche Meinung, indem sie die kommunistischen Verbrechen blind ignorierten und die amerikanischen Gräuel, die es natürlich auch gegeben hat in den Fokus rückten, ohne darauf hinzuweisen, dass es sich nicht um ein amerikanisches Prinzip, sondern um dessen Verletzung handelte.

Es war richtig, die amerikanischen Kriegsverbrechen anzuprangern, auch wenn sie zahlenmäßig viel geringer und kein Bestandteil einer Strategie waren. Das zeichnet demokratische Systeme aus. Es war fatal, die systematischen kommunistischen Verbrechen darüber zu vernachlässigen.

Uwe Siemon-Netto wurde in der Kaiserstadt Hué während der Tet-Offensive 1968 Zeuge, wie wenig sich linksradikale Ideologen von der Realität umstimmen lassen.Er war unterwegs mit einem Reporterkollegen vom Stern, der aus seiner linksradikalen Gesinnung keinen Hehl machte. Als der Militärkonvoi die Stadt erreichte, die vom Vietcong erobert worden war, mussten die Fahrzeuge häufig halten, weil hunderte Leichen auf den Straßen lagen. An den Verletzungen war deutlich zu erkennen, dass es sich um Opfer von Massenerschießungen aus nächster Nähe handelte, überwiegend Frauen und Kinder, festlich gekleidet für das vietnamesische Neujahrsfest. Der Stern-Mann wollte lieber seinen Augen nicht trauen, als seine Überzeugung, es könne sich nur um Opfer amerikanischer Luftangriffe handeln, aufgeben.

Wie sich bald darauf herausstellte, waren die Erschossenen noch glücklich dran gewesen. Viele Menschen waren lebendig begraben worden. Siemon-Netto sah am Rande eines Massengrabes frisch manikürte Finger aus dem Boden ragen. Der Vorzeigelinke Noam Chomsky begründete seinen Weltruhm damit, dass er die kommunistischen Verbrechen von Hué leugnete. Er gilt bis heute als renommierter Vietnamkriegskritiker.

Aber auch das amerikanische Pressekorps trug zur Geschichtsfälschung bei. Auf seinen täglichen Pressekonferenzen war nur von „Zwischenfällen“ der letzten 24 Stunden die Rede, ohne Details. Die grausamen Schicksale der südvietnamesischen Zivilisten reduzierten sich zur reinen Zahl. Linke Journalisten wollten es nicht genau wissen. Siemon-Netto zitiert einen Kollegen, der beim „Stern“ als „Mehlwurm“ bekannt war: „Aus der Ferne lassen sich solche Vorgänge viel klüger bewerten.“
Selbst die von den 68ern geschmähte Springerpresse übte sich in Selbstzensur. Als Siemon-Netto in einer Reportage Vorfälle schilderte, die belegten, dass manche spektakuläre Selbstverbrennung von buddhistischen Mönchen nicht freiwillig, sondern eine grausame Inszenierung der Vietcong war, wurde sie nicht gedruckt.
Ein bitteres Kapitel ist die Beteiligung der DDR am Krieg. Während die Bundesrepublik nur humanitäre Hilfe leistete, bildete die DDR Soldaten und Geheimdienstleute aus.

Vor allem lieferte sie Waffen. Unter anderem die berüchtigten Tellerminen, die noch in den 80er Jahren an der innerdeutschen Grenze eingesetzt wurden und die den Menschen die Beine abrissen. In Vietnam vor allem Zivilisten, die sich minensichere Stiefel nicht leisten konnten.Nach Kriegsende hatte sich die DDR übrigens vietnamesische „Vertragsarbeiter“ ins Land geholt, die diese „brüderliche Hilfe“ zurückzuzahlen hatten, indem sie einen Teil ihres Lohnes an den Arbeiter- und Bauernstaat abgeben mussten.

Der ehemalige General Vo Nguyen Gap, verantwortlich für die terroristische Kriegsführung gegen die Zivilbevölkerung, sorgte dann als Chef für „Bevölkerungs- und Familienplanung“ dafür, dass sich schwangere Vietnamesinnen in der DDR Zwangsabtreibungen unterziehen mussten. Als der Verantwortliche für den Tod von Hunderttausenden, vorwiegend jungen Menschen, im Alter von 102 Jahren starb, bekam er von westlichen Journalisten, die ihre eigenen Soldaten als „Babykiller“ schmähten, milde Nachrufe.

Damit sind wir bei der abschließenden Frage, ob der Westen wenigstens etwas aus diesen Fehlern gelernt hat. Die Politiker anscheinend nicht, den sie haben ähnliche Fehler im Irak und in Afghanistan wiederholt. Die demokratischen Politiker haben bisher aus Vietnam keine Lehren gezogen, wie man angemessen mit totalitären Systemen umgeht. Das wird sich in der kommenden Auseinandersetzung mit dem Islamismus rächen. Deshalb sollte Siemon-Nettos Buch zur Pflichtlektüre für alle Politiker werden.

Uwe Siemon-Netto liest am Donnerstag, dem 20. März um 19.00 Uhr in der Gedenkbibliothek für die Opfer des Stalinismus , Berlin, Nikolaikirchplatz 9 (im Nikolaiviertel)

 

 

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Jörg Metelmann / 17.03.2014

Also hatte Rambo doch Recht und kämpfte auf der richtigen Seite!

Cora B. Hermann / 16.03.2014

Ich bin im Januar durch Vietnam gereist und war erstaunt, wie offen und differenziert der Guide die neuere Geschichte des Landes und auch die Verbrechen der Vietcong ansprach und darstellte (Hue/Saigon). Über die blinde Begeisterung der europäischen Studenten, vorneweg der deutschen, für den Vietcong und Ho Chi Minh, schüttelte er nur den Kopf. Wüsste er, dass es hier und heute noch immer Leute gibt, die diesem Regime nachtrauern - er würde sich wohl an den Kopf packen und am Verstand dieser Menschen zweifeln.

Helfried Richter / 15.03.2014

Liebe Frau Lengsfeld, danke für die Korrekturen der gezielten Desinformationen, die ich und alle anderen in der DDR im Geschichtsunterricht eingetrichtert bekamen. Nach der absoluten Verarschung unter anderem mit Katyn nun also Nordvietnam, für die wir emsig gespendet hatten - im Glauben, damit etwas Gutes zu tun. Mal sehen, was aus unserer heutigen Zeit sich als ähnliche, von der politschen Nomenklatura gewollte, ideologisch verursachte Verdummungsaktionen in einigen Jahrzehnten entpuppen wird…

Gaius Mucius / 15.03.2014

Minensichere Stiefel? Was bitte sollen Minensichere Stiefel sein? Etwa solche aus Titan oder Kryptonit? Bei den oben zitierten Tellerminen handelt es sich nahezu ausschließlich um Anti-Panzerminen. Diese werden durch Zug, Belastung oder Entlastung ausgelöst. Wird eine solche Mine einmal ausgelöst hilft das beste Schuhwerk nicht mehr. Sie können also getrost Ihre Birkenstocks oder Deichmann Plaste-billigversatzlederstückschuhe anlassen, es wird keinen Unterschied machen. Dokumentarische Berichte werden oft nach der Genauigkeit im Detail verifiziert und bewertet.

Chris Deister / 15.03.2014

Das kann man alles so sehen. Oder ganz anders. Es ist nur allzu wahr, dass (westliche!) Presse und Medien schon vor über 40 Jahren durchbolschewisiert waren, das hat sich bis heute nicht geändert (die Tauwetterperiode Anfang der 90er war nur kurz). Der Grund, warum sich die USA aus Vietnam zurückgezogen haben ist ganz einfach: damals herrschte (auch) dort Wehrpflicht. Die reale Möglichkeit im fernen Dschungel höchst unmittelbar verheizt zu werden hat Hinz+Kunz auf die Barrikaden gebracht. Der (2.) Irakkrieg bei Wehrpflicht? Undenkbar.

Wolfgang Uhr / 15.03.2014

Wenn man die Verlierer fragt, dann haben immer die Falschen gewonnen. Das ist eine recht markante Eigenschaft eines Krieges.

Andreas Gerlach / 15.03.2014

In der Tat war ich auch immer sehr verwundert, wie einseitig amerikakritisch die linke Vietnamkriegsrezeption ist, als wenn die Nordvietnamesen Heilige gewesen wären, die keiner Fliege hätten weh tun können. Es gibt aber eine Konstante, ein Muster, die die linke Haltung immer wieder vorweist. Gibt es Menschenrechtsverletzungen, bei denen keine Amerikaner, Briten oder Juden involviert sind, dann ist es Linken egal. Sobald Amerikaner, Briten oder Juden dabei sind, schlagen sich die Linken immer auf die Seite der anderen, selbst wenn das die Aggressoren sind. Und das muss nicht einmal ein linker Aggressor sein. Vor 32 Jahren hat eine nationalistische Militärdiktatur die britischen Falklands überfallen, eine Inselgruppe, die seit über hundert Jahren den Briten gehört. Die Linken haben trotzdem nur gegen Großbritannien gewettert. Das antibritische Ressentiment war einfach stärker als das Eintreten für vermeintlich linke Herzensangelegenheiten, also Eintreten für die Demokratie, Menschenrechte, Völkerrecht und UN-Charta . Vier Jahre zuvor wollte man mit großem Furor westlichen Fußballern verbieten, in Argentinien an der WM teilzunehmen. Dass argentinische Soldaten die Falklands betraten, war nicht so schlimm, selbst wenn mit was anderem geschossen wurde als mit Bällen. Und bis heute schlagen sich die Linken einseitig auf die Seite der Argentinier.

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