Ja, das ist Vergänglichkeit. Bizarre Schönheit und Party auf den Gräbern der Vergangenheit. Why not. Sich wohlig morbide fühlen bei dem Gedanken, jetzt könnte die Erde unter einem selbst in Bewegung geraten und man wäre mit Selfie live dabei. Das mag die Leute dorthin ziehen…Was ich aber überhaupt nicht verstehen kann: Wieso muss sogar die Natur zugraffitied werden? Palmen und Felsen beschmutzt von dieser Spezies, die “ins eigene Bett scheißt” - freie Übersetzung der gefakten, aber gut erfundenen Rede des Häuptling Seattle… der hinterlassene Müll zeugt von der Dekadenz einer Lebensform, die sich in der Natur nach ihrem Untergang als hoffentlich als nicht wiederholenwerte Entwicklung in die Fußnoten des Planeten eingeht. Der Mensch erschien im Holozän - nach Max Frisch - und nun ist er wieder weg. Was für ein Glück. Mich beruhigt dieser Gedanke.
Beim naechsten Male in LA koennen Sie mich mal besuchen, Herr Maxeiner!
Wenn man sieht, wo die pazifische Platte sitzt, wundert man sich nicht. Im Alarmmodus würde diese Küste gefährdet genannt, natürlich, keine Frage, als Folge des allumfassenden Klimawandels, eines simplifizierenden Begriffs für schlichte Gemüter. Im gemütlicheren Geologen- oder etwas heißeren Vulkanologenmodus muss man eher trocken konstatieren, dass sie einem stetigen Wandel unterliegt und weiter unterliegen wird. Schöne Bilder, danke. Bild 4 ist mir allerdings das eine Rätsel. Das muss doch Sonnenuntergang sein. Das andere Rätsel ist, wer in einer solchen Natur Drogen braucht und die Verpackungen dort liegen lässt.
“Ein halbes Jahr nach dem Versinken der Stadt begann am 24. Oktober 1929 in New York die Weltwirtschaftskrise. Auch da stürzte die Welt von einer Klippe.” Ein Artikel zum nachdenken und gegen den Größenwahn, denn die Natur wird IMMER die Stärkere sein. Herr Schuster, einfach die PC ignorieren, dann klappt es auch bei uns mit dem Steak.
Ein Metapher, ja. Was in 70 Jahren in Deutschland aufgebaut wurde, zeigt auch Risse. Es nagt an den Fundamenten. Aber was? Kein steigender Meeresspiegel, nein. Es ist etwas anderes. Es sind Selbsthass und Selbstvernichtungswille, die die Grundfesten unseres Staates erschüttern. Eine rot/grüne Welle unterspült den Sockel der demokratischen Grundordnung. Wer die Zeichen früh genug erkennt, zieht weg. Wer nicht, wird mit in die Tiefe gerissen, denn die Kräfte, die sich gegen diese Vernichtung wehren, werden mir der Nazi-Keule erschlagen. Also nimmt das Schicksal seinen Lauf. Wie in Los Angeles.
Ich weiß nicht, ob es sich um den gleichen Küstenabschnitt handelt: Harry Rowohlt erzählte, es gebe dort an einer abenteuerlichen Stelle ein chinesisches Restaurant mit dem Namen “Wok on the wild side”.
Vergänglichkeit. Beängstigend wie faszinierend. Einerseits verdrängt, andererseits gesucht. Für den Einen gruselig, für den Anderen beruhigend. Das schon Vergangene fasziniert. Und beruhigt, weil man selber noch am Roulette-Tisch sitzen bleiben darf. Das „Rien ne va plus“ gilt noch nicht für einen selbst, sondern gilt zunächst einmal den Anderen. Die mussten schon aufstehen, hatten entweder ihren Einsatz verspielt oder haben den Gewinn eingestrichen, um sich davon zu machen. Das Spiel geht weiter. Staus wegen Schaulustiger an Unfallstellen, wo doch der Unfall auf der gegenüberliegenden Fahrbahn stattgefunden hat? Mögen ähnliche Beweggründe haben. Du bist raus, ich bin noch drin. Morbide? Nein, menschlich. Schließlich handelt es sich bei dem Leben um eine einmalige Angelegenheit. Für jeden.
Und dann war da noch mein kalifornischer Bekannter, der seine Bude auf einer Klippe über der See errichtet hatte: “Afraid of earthquakes? Why should I be? I think positive!”
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