Henryk M. Broder / 11.11.2014 / 14:12 / 10 / Seite ausdrucken

Die Unterschriftsteller melden sich zu Wort

Müssen es immer wieder Künstler und Schriftsteller sein, die Appelle verfassen, um auf irgendeinen Missstand, ein Unrecht hinzuweisen? Haben Künstler und Schriftsteller eine besondere Lizenz, die sie zu moralischer Entrüstung befähigt? Können es nicht mal Juweliere, Konditoren und Optiker sein? Oder Apotheker, Drogisten und Friseure? Brauchen die Künstler und Schriftsteller immer wieder die Bestätigung, dass es völlig egal ist, ob sie ihren Protest einzeln zum Fenster hinausschreien oder sich zusammentun, um gemeinsam nichts zu bewirken? Bedenkt man, wofür oder wogegen Günter Grass seine Stimme erhoben hat, müsste die Welt ein Paradies sein, in dem die Lämmer und die Löwen auf denselben Wiesen weiden.
http://www.welt.de/kultur/article134222396/Hauptsache-unsere-Schriftsteller-fuehlen-sich-wohl.html

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Leserpost

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Georg Schäfer / 11.11.2014

Ich weiß nicht, ob dieser Beitrag wirklich logisch ist. Erhebt Broder nicht auch immer seine Stimme gegen Völkermord?

Leo Aul / 11.11.2014

Jeder kann schreiben und schreien was er will. Solange jemand objektiv, ehrlich, höflich und fair bleibt.  Ohne Ideale und Idealisten ist unsere Zivilisation nicht denkbar. Aber viele haben damit ein Problem. Kommt der Mitteilungs- bzw. Überzeugsdrang aus einer unbelehrbaren sektiererischen politischen oder religiösen Weltanschauung, ist meist die rigorose und intolerante Missionierung wichtiger als die ehrliche Auseinanderstzung mit der Meinung des Anderen. Wenn dann auch noch die eigenen Schwächen nicht gesehen und die generellen natürlichen Schwächen der Menschen nicht akzeptiert werden, ist jede Hoffnung auf Einsicht dahin. Neben GUT+BÖSE sind auch Not+Neid+Neugier Triebfedern der zivilisatorischen Entwicklung. Wer diese systemimanente menschlichen Natur nicht wahr haben will, läuft wie Grass, der Kommunismus und der Sozialismus gegen eine Wand, die alle anderen schon lange vorher gesehen haben. Das ist der Preis, den alle hemmunglosen Idealisten, auch die Ökofanatiker gehören dazu, bezahlen müssen. Allen voran die Linksintellektuellen, die Klerikalen und ein Teil der Schriftsteller. Der Grad der Schrecklichkeit trennt sie dann nur noch von Pol Pot, IS, Hitler, Stalin.  Und deshalb gilt: Ideale und Idealisten sind Kraft und Motor einer freien Gesellschaft, aber auch Droge und Werkzeug ihrer Verführer

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