
Ich hätte Ihnen, liebe Orit Arfa, und Ihrer Freundin gewünscht in den wilden 60-igern und 70-igern gelebt zu haben (sogar in der DDR). Da konnte es schon passieren, dass ihnen zwar nicht der Einkauf bezahlt wurde, aber die Schachtel Zigaretten aufgeraucht wurde, dafür waren die Männer (glücklicherweise) immer für Sex zu haben. Obwohl erst einmal ein „ nein“ nicht akzeptiert wurde, kam es dennoch nicht zu Vergewaltigungen, es gab nämlich noch die hohe Schule der „ars armandi“, auf die wir in der 12. Klasse von unserem Lehrer aufmerksam gemacht wurden ohne Sexualkundeunterricht. Ein Bauarbeiterpfeifen wurde mit stolzem Kopf-in-den Nacken-werfen und stillheimlicher Freude quittiert. Wenn uns jemand ungewollt zu nahe kam, gab es es Heros, die sich ohne Stuhlkreis einfach mal geprügelt haben. Und als mir auf dem Tanzsaal vom Tisch aus einer auf den Hintern klopfte, habe ich ihm unter dem Johlen seiner Kommilitonen eine geknallt. Ich habe agiert, nicht er. Ich erinnere mich noch heute, wie in den Ostseedünen mir (in fester Beziehung) ein wahnsinnig toller Mann (verheiratet) entgegen kam und mich küsste, mehr nicht, me too. Wir gingen danach wieder unsere Wege, den Namen habe ich vergessen, den Kuss spüre ich heute noch.
Nur gut, dass wenigstens die Autorin nicht an übertriebenem Anspruchsdenken leidet.
Als deutscher Mann: Was für ein Blödsinn. Außerdem gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, unzulässige Verallgemeinerung und was nicht alles. Was allerdings als mildernden Umstand anfügen möchte, denn natürlich gibt es viele dieser Männchen, die wohl zu Frau Arfa Beuteschema gehören: Der deutsche Mann hat die deutsche Frau am Hals, in der Westversion die nervigste Gretel des Universums (könnte gerne mal im Ausland rumfragen). Viele Männer können da einfach nicht gegenhalten oder wollen es nicht, weil ihnen Mutter, Kindergärtnerin und Lehrerinnen eingeredet haben: Frauen seien den Männer weit überlegen, das bessere Geschlecht von den Geschlechtern, die es eigentlich nicht gibt. Es gibt auch andere Männer. Viele. Mein selbstformulierter Liebling ergab sich, als man in der Firma von mir verlangte, wegen der weiblichen Mitarbeiter, die Probleme mit dem Ausführen klarer Vorgaben hatten, müsse ich ein “Frauenversteher” werden. Wozu mir spontan einfiel: “Ich denke, ich verstehe recht viel von Frauen. Deswegen habe ich zum Beispiel keine.” Die Meisten können mir nämlich gestohlen bleiben. Frau Afra würde bei mir das erste Date nicht überstehen. Das Gelaber. Die Diskussion in der Firma war danach auch beendet und die Frauen haben sich an die Abläufe gehalten. PS. 1: Verstehe schon, dass viele Frauen so was nicht gerne lesen. Genau für die schreibe ich. Und um mit klugen und witzigen Frauen, was zu lachen zu haben. Wie mein buddhistischer Lehrer mal sagt. “Ich mach gerne am Anfang des Vortrags ein paar unkorrekte Bemerkungen. Das hält einem die Idioten (er hat das sanfter formuliert) vom Hals. PS. 2: Ich mag Frauen, einige sogar sehr. Die dummen Gänse können mir allerdings gestohlen bleiben. PS. 3: Schön das Juden Holocaust-Witze machen. Finde ich geschmacklos und auch die Wahl zur “Miss Holocaust” (google) fand ich irritierend. Ist der Holocaust für Juden ein Witz? Als Deutscher wäre ich ja schon zufrieden, zu einigen Punkten mal frei fragen zu dürfen.
Seltsam… ich erkenne mich garnicht darin wieder… das mag aber auch daran liegen, dass ich kein „typischer“ deutscher Mann bin. So allmählich (vor ungefähr sechs Monaten passierte es zum ersten Mal, ich erschrak, als es mir bewusst wurde) frage ich mich, ob ich wirklich gern Deutscher bin und ob ich mich in diesem Deutschen Volk, in das ich hineingeboren wurde und unter dem ich aufgewachsen bin, noch wohlfühlen kann. Ich will mich nicht mit einem dichterischen Genius auf eine Stufe stellen, aber mich erinnert der Prozess, der da in mir abläuft, ein wenig an Heinrich Heine und an zahlreiche politische Flüchtlinge und Auswanderer des 19. und 20. Jahrhunderts.
Ich kenne auch diese Version: “Hast du IHN nicht geliebt?” “Doch, schon, aber ich habe doch einen neuen Job.” So oder so, es ist eine schöne Charakterisierung des Elends zwischen den deutschen Geschlechtern.
bei der vermutlich angesprochenen Altersklasse liegt bereits eine entsprechende Sozialisierung oder Konditionierung vor. Diesen Herren wurde vermutlich beigebracht, was man Frauen gegenüber tun und lassen sollte, unabhängig von der Frage, ob nichtdeutsche Frauen „etwas“ anders ticken, was nach meiner Auffassung und Erfahrung ohne jeden Zweifel so ist. Die Herren sind wie fast alle Biodeutschen zumindest bis zu einem gewissen Alter „ eingestellt“, sicher auch verunsichert, vor allem dann, wenn die Dame nicht ihrer Programmierung entsprechend agiert. Ein gewisser Widerspruch zwischen Innen und Außen gehört dazu, aber das könnte auch Alles auf deutsche Damen zutreffen. Korrektness ist das Gebot der Stunde und man will ja nichts falsch machen, gerade im Minenfeld der intergeschlechtlichen Begegnung. Andererseits gilt es auch für Damen irgendwann zu erkennen, dass das in jeder Hinsicht optimale Kombimodell „ Mann“ zwar gewünscht werden kann, und auch gewünscht wird, vermutlich aber ebenso irreal bleibt wie das Pendant auf der anderen Seite. Es leben der imperfekte Kompromiss und ! ( siehe zukünftige Misswahlen) die inneren Werte.
Ich denke mal, dass auch die us-amerikanischen Männer inzwischen SEHR viel vorsichtiger geworden sind im Umgang mit Frauen - so mancher Prominente wude erst 20 Jahre später deswegen arbeitslos….
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