Gastautor / 14.06.2021 / 16:00 / Foto: Pixabay / 16 / Seite ausdrucken

Die Top-Ten der Twitter-Beleidigten

Von Stephan Friedrichs.

Eigentlich glaubt man ja bei all den vielen Umfragen und erhobenen Statistiken zu führenden Politikern nicht, dass es irgendeine Fragestellung gibt, zu der noch keine passenden Zahlen geliefert wurden. Die Betreiber der Seite betrugstest.com haben eine neue gefunden. Oder wussten Sie schon, bei welchen deutschen Politikern der Anteil von Beleidigungen in deren gesamter Twitter-Kommunikation am größten ist? Ich jedenfalls nicht. Die Betrugstest-Seite kümmert sich anscheinend sonst weniger um Politiker und mehr um die Bewertung von Online-Brokern und Casinos, doch jetzt hat sie sich auf politisches Terrain begeben.

Schauen wir uns nun die Top Ten einfach einmal an. Auf Platz eins liegt überraschenderweise der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor mit einem Beleidigungsanteil von 34 Prozent. Die nächsten Spitzenplätze überraschen weniger: Björn Höcke mit 28 Prozent, Alice Weidel mit 20 Prozent, Jörg Meuthen mit 16 Prozent und Alexander Gauland mit 14 Prozent.

Dem AfD-Block folgen Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) mit 13 Prozent, Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mit 13 Prozent, der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus mit 12 Prozent und Wirtschaftsminister Peter Altmaier mit ebenfalls 12 Prozent, der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mit 11 Prozent und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) ebenfalls mit 11 Prozent.

Die nächste Tabelle auf der Seite nährt allerdings erhebliche Zweifel an der Datenerhebung. Hier erfährt der Leser nämlich, welche Beleidigung dem jeweiligen Beleidigten am häufigsten zugedacht wurde. Bei Spitzenreiter Philipp Amthor dominiert mit 64 Prozent der Beleidigungen die Zuschreibung „korrupt“. Aber ist „korrupt“ in jedem Falle eine Beleidigung? Es kann natürlich eine Beleidigung sein, muss es aber nicht. Ebenso kann es sich um eine – richtige oder falsche – Tatsachenbehauptung oder einen Verdacht handeln. Korruptionsverdacht gegen Amthor wurde im vergangenen Jahr reichlich geäußert, insofern ist sein Spitzenplatz in der Beleidigten-Liste etwas fragwürdig. Bei den folgenden AfD-Politikern sind die wichtigsten Beleidigungen „Faschist“, „Rassistin“ und „Nazi“ wiederum kaum überraschend.    

Und wie hoch lag der Beleidigungsanteil der Twitter-Kommunikation bei den Kanzlerkandidaten? Da führt Armin Laschet mit sieben Prozent vor Annalena Baerbock und Olaf Scholz mit jeweils sechs Prozent. Auch bei ihnen hat betrugstest.com erhoben, welches die häufigste Beleidigung war, bzw. was die Autoren der Erhebung für eine solche halten. Bei Armin Laschet führt mit einem 18-Prozent-Anteil „korrupt“, bei Annalena Baerbock ist es zu 17 Prozent „dumm“ und bei Olaf Scholz zu neun Prozent „Versager“.

Foto: Pixabay

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Peter Holschke / 14.06.2021

Korrupt? Dumm? Versager? Wo ist da jetzt bitteschön die Beleidigung? Altmeier ist dick! Ist das jetzt auch eine Beleidigungen?

Jörg Themlitz / 14.06.2021

Wenn jemand der Meinung ist, Annalena ist dumm und schreib diese Meinung nieder, dann ist das eine Beleidigung? Mit dem Wenigen was mir so von ihr bekannt ist, hat sie mich mit Nichts vom Gegenteil dieser Eigenschaft überzeugt. Im Herbst werden wir dann den grandiosen Aufstieg der Die Grünen von der kleinsten zur zweitkleinsten Oppositionspartei im Bundestag erleben. Entsprechend Sichtweise, nach oder vor den Linken. Ab da darf Satire alles und mir ist es dann schnurz piepe egal, ob die Eigenschaft stimmt oder nicht.

Andreas Rochow / 14.06.2021

Was für ein eitles Geschnatter auf Twitter und FB! Meine Wahrnehmung beschränkt sich auf gelegentlich von Achgut “geleakte” Kostproben. Mein FB-Srlbstversuch war von sehr kurzer Dauer und liegt über 15 Jahre zurück. Armselig, das für eine kulturelle Errungenschaft oder gar für ein must-have zu halten! Hier wird die freie Meinungsäußerung von Propagandahetz- und Zensurwerken geschrottet. Mit der weichenden Vernunft wächst dort auch die “Beleidigungskultur”: beleidigen und beleidigen lassen. Da bleibt keine Zeit mehr für ein gutes Buch oder ein Streitgespräch mit Gewinn von Einsichten. Mit welcher Besessenheit Figuren wie Sawsan Chebli oder so mancher ARDZDFDLF-Propagandaclown ihre geistigen Absonderungen auch während der Arbeitszeit, im Wahlkampf ider in der Sendepause ausstellen, erzeugt mir Unbehagen: Das ist die hilflose Kommunikation des selbstgewählten Gefängnisses. Freilich ist das gewollt. Die Exhibitionistin lässt Druck ab und erschöpft dabei ihre Energie, die dem öffentlichen Diskurs verloren geht. Dort sind dann die immer gleichen Propagandasoldaten bei der Diskurssimulation unter sich. Nicht mehr Boulevard, sondern Gosse. Von wegen Land der Dichter und Denker.

Dr. Joachim Lucas / 14.06.2021

Spontan hätte ich das bei einem Teil dieser Leute auch so eingeschätzt. Kann es nicht sein, dass da was dran ist? Kann Wahrheit beleidigend sein?

Volker Kleinophorst / 14.06.2021

Natürlich ist korrupt in Deutschland für Politiker keine Beleidigung. Der bereits überführt Herr Amthor sollte da den Ball mal ganz flach halten. “Felixibilität” beim Bimbes war allerdings schon immer “hilfreich”, um in der Politik zu reüssieren. Auch schon vor hunderten von Jahren, wie man so nebenbei erfährt, wenn man sich den sehr sehenswerten Film “Gangs of New York” (USA 2002) ansieht, der zwischen 1840 und 1860 spielt. Die zweite Konstante ist übrigens in den USA die organisierte Kriminalität, die bereits mit “eingewandert” war. (Auch dieser Völkermord wird durch Einwanderung verniedlicht. Heute: Zuwanderung) Wenn das die Regierungen in Europa wüssten, was? Kriminalität besonders durch geschlossene ethnische Gruppen kann einwandern. Mein lieber Herr Gesangverein. Doch auch schon da wusch und wäscht, eine Hand die andere.

Sven Ernst / 14.06.2021

Ernsthaft? Eine Scam-Seite wie Betrugstest hier als Quelle hernehmen. Sorry - das ist Sub-Standard für die Achse. Oder hat die Seite wenigstens für den Link gezahlt?

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