Es ist keine zwei Monate her, da hat der Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde, "Präsident" Abbas, vor dem Europäischen Parlament eine Rede gehalten, in der er einen alten und bewährten antisemitische Klassiker aufwärmte - die Israelis würden die Brunnen der Palästinenser vergiften. Am Ende der Sitzung erhoben sich die Abgeordneten zu Standing Ovations, der Präsident des Europäischen Patlaments, Schulz, bedankte sich für die "inspirierende Ansprache". Die von der Europäischen Kommission frisch ernannte "Koordinatorin zur Bekämpfung von Antisemitismus", Katharina von Schnurbein, griff nicht ein, weder während noch nach dem Auftritt des Irren aus Ramallah. Sie muss sich in das Thema "Antisemitismus" erst einarbeiten.
Nun hat die ARD nachgelegt. Zuerst in der Tagesschau und - angsichts der Bedeutung des Themas - noch einmal in den Tagesthemen: Von Brunnenbergiftung war allerdings keine Rede. Denn die Palästinenser dürfen keine Brunnen bauen und haben deswegen kein Wasser, um sich zu waschen. Und schuld daran sind, wer sonst, die Israelis. Der Bericht wurde von vielen Tagesschau-Zuschauern zustimmend kommentiert ("Seit Jahrzehnten werden die Menschen in Palästina durch Israel unterdrückt und schikaniert. Es wird höchste Zeit dass die UNO diese Verbrechen beendet."), bis die Kommentarfunktion um 23.33 Uhr geschlossen wurde.
Was ist nun dran an der Geschichte mit den Brunnen, die nicht gebaut werden dürfen, weil die Israelis die Ressourcen kontrollieren? Es gebe in der Tat eine Wassernot, schreibt Ulrich Sahm, aber weniger in der Westbank als in der Redaktion der Tagesschau. Siehe auch Alex Feuerherdt über Israel, die Palästinenser und das Wasser.
Die Geschichte über die Familie Osman in dem Dorf Salfit ist nicht die erste Reportage, die sich der Tel Aviver Korrespondent der ARD, Markus Rosch, weitgehend aus dem Daumen gelutscht hat. Unvergessen sein Besuch im Al-Shati-Camp in Gaza, wo "über 100.000 Menschen auf zwölf Quadratmetern" leben, darunter auch ein Palästinenser, der aus lauter Verzweiflung mit Drohnen spielt. Beinah hätte Rosch dafür den Grimme-Preis in der Kategorie "Besser gut erfunden als schlecht recherchiert" bekommen.
Um sich etwas "Street Credibility" zu verschaffen, lässt Rosch diesmal einen deutschen Experten zu Wort kommen, der seit 20 Jahren in der Westbank lebt und arbeitet, den Hydrogeologen Clemens Messerschmid. Als der Gaza-Streifen wegen heftiger Regengüsse - ebenso wie Tel Aviv - unter Wasser stand, behauptete der Hydrogeologe, "Israel habe Staudämme geöffnet, die es allein gebaut habe, um im Winter den Gazastreifen zu überschwemmen oder – vielleicht besser ausgedrückt – wegzuschwemmen", schreibt Sahm. Ein Schönheitsfehler an dieser Erklärung war nur, dass es die Staudämme nicht gab.
Der Mann ist eben nicht nur Wasserexperte, sondern auch ein politischer Aktivist, der seine Agenda ausgerechnet dem muslim-markt offenbart hat. Aber das ist niemand in der Hamburger Zentrale der Tagesschau aufgefallen, und den Namen einfach mal zu googeln, wäre zu viel verlangt gewesen.
Hier die Langfassung des Interviews, das Rosch mit Messerschmid geführt hat..
Nun warten wir, dass Rosch wieder in Gaza aufschlägt. Die Stadt hat was zu bieten. Oder in Aleppo, wo engagierte Hydrogeologen grade dringend gesucht werden.
Siehe auch: Die Tagesschau antwortet und die Antwort ist peinlich!

14 Buchstaben? Antisemit hat doch nur 9 Buchstaben Judenfeind hat 10 Judenhasser und Antizionist je11 Welches Wort meinten sie? Wir müssen uns wohl darauf einstellen, dass dies erst die Anfänge sind. Die "Qualitätsmedien" wollen sich bei der immer größer werdenden islamistischen...ups islamischen community anbiedern.
hallo herr broder, ich hätte gerne einen einzigen wasserexperten, der von beiden seiten anerkannt ist! sowohl von israelis als auch von palästinenser! alles andere bringt nix. ulrich sahn ist unter palästinenser nicht anerkannt, und das wissen sie. insofern ist er nicht haltbar. viele grüße martina müller
Die Palästinenser haben ein Wasserproblem. Der Staatsfunk hat ein Wahrheitsproblem. Beides ist hausgemacht.
Sorry, mein voriger Kommentar ist überflüssig, da schon drin und kann entfernt werden. Also gut recherchiert, Hut ab... :-)
ISRAEL-BERICHTERSTATTUNG IN DEUTSCHEN MEDIEN VORURTEILE ODER (UND) DUMMHEIT ? Die bedenkliche Berichterstattung über den Nahen Osten in vielen deutschen Medien verdichtet sich auf eine simple Formel: Die Palästinenser sind Opfer, die Israelis Täter. Vordergründig betrachtet wird der hinterhältige (von Türkei-Präsident Recep Erdogan offenbar gesponserte !) Hamas-Terror auf wehrlose Zivilisten quasi als unvermeidbarer Freiheitskampf eines angeblich unterdrückten Volkes betrachtet. Über die Hintergründe dieser Ungerechtigkeit wird in unseren Kreisen viel spekuliert; die bevorzugte Diagnose für die Einäugigkeit staatlicher TV-Sender wie ARD und ZDF lautet „antisemitische Grundhaltung”. Dieser oft pauschale Vorwurf einer Voreingenommenheit gegenüber Juden und Israelis lässt sich allein schon vor dem Hintergrund des nationalsozialistischen Massenmordes und der ewigen Feindlichkeit gegenüber Menschen unserer Herkunft in zahlreichen Ländern nachvollziehen. Aber ist das wirklich so? Resultiert der schmerzliche Defizit eines angemessenen Verständnisses für die Haltung Israels tatsächlich aus solchen Vorurteilen? Oder zeigt sich auch hier die unerträgliche Oberflächlichkeit der heutigen Berichterstattung für eine zunehmend verblödete Spaßgesellschaft, die kaum noch Zeit und Aufwand für verantwortungsvolle Recherchen erübrigt und auch personell vielfach auf Mitarbeiter ohne angemessene Qualifikation und journalistischem Gespür setzt? Keine Frage, das eine schließt das andere nicht aus und was wir auf den modernen Fernsehdisplays gestochen scharfer HD-Bilder ertragen müssen, ist gewiss eine Mischung aus beidem. Ich persönlich habe aber auch noch eine weitere Theorie: Die publizistisch schlimme Verfälschung von Israels Existenzkampf seit seiner Staatsgründung 1948 zu einer Menschenrechtsverletztenden Besatzungsmacht mag vielleicht auch das eigene Schuldbewusstsein über den begangenen Holocaust lindern, weil somit die Opfererben auf die Täterseite gezogen werden. Diese Selbsttäuschung könnte – zumindest symbolisch – eine so genannte Legitimation für die ewigen Vorurteile gegenüber dem jüdischen Volk liefern. Eine weitere Rolle spielt die unvorstellbare Stärke des israelischen Militärs, die allen traditionellen (Negativ-)Klischees vom „schwachen” Juden widerspricht. Die berechtigte Medienschelte in diesem Zusammenhang sollte uns aber nicht vor gebotener Selbstkritik befreien. Was unternehmen wir Juden in Deutschland denn gegen diese kommunikativen Verunglimpfungen unserer Nation; wo engagieren sich Zentralrat oder Gemeinden für die wirklichen Interessen der von ihnen repräsentierten Gemeinschaft? Ich höre immer nur eine weinerliche Jammerei über Antisemitismus mit dem gehobenen Zeigefinger von Funktionären, die ihre Hände primär für die eigene Beköstigung an üppigen Buffets einsetzen. Wo beispielsweise war der lautstarke Protest von ZR-Präsident Josef Schuster und der Berliner Gemeinde als das renommierte (einst jüdische) Hotel Kempinski jüngst gegenüber dem französischen Regisseur Claude Lanzmann erklärte, die Landesvorwahl Israels auf angeblichem Druck seiner arabischen Gäste nicht auf seiner Telefonliste aufzuführen? Es wird höchste Zeit für qualifizierte, mutige, offensive und auch konfliktbereite Interessenvertreter der Jüdischen Gemeinschaft in Deutschland, die endlich auch ihre Verantwortung für den Staat Israel erfüllen muss. Ungeachtet von der eigenen Nationalität und Meinung über die Politik der aktuellen Regierung. Das sind wir unseren Glaubensbrüdern in Israel und vor allem auch den Menschen schuldig, die aufgrund ihrer Jüdischen Herkunft ihr Leben verloren haben.
Marcus Rosch spricht in einem Beitrag von 100 000 Gaza Bewohnern auf 12 Quadratmetern, im nächsten Beitrag benennt er den Hydrologen – oder was auch immer der sein möge – Messerschmidt zu Wasserschmidt um, was schon ein Witz an sich ist. Den verblendeten Eifer von dem dieser Mensch besessen ist, kann man gut in 14 Buchstaben ausdrücken.
Erschreckend natürlich die standing ovations und das Altmännertätscheln mit der Kröte aus Würselen. Zweitens aber erschreckend, daß dieser Skandal, der ja vom 23.6. datiert, bis jetzt von den Medien nicht mal erwähnt wurde. Bitte liebe Mitleser, pfeiffen Sie sich die Kommentare auf dem Tagesspiegel zur Abbas-Rede rein, speziell "hammerling" u. "ruebenkraut". Da diese Kommentare nicht gelöscht wurden, fährt der Tagesspiegel offenbar weiter zweigleisig.