Felix Schnoor, Gastautor / 15.07.2014 / 09:39 / 6 / Seite ausdrucken

Die Strategie der Hamas

Felix Schnoor

Seit Beginn der Operation „Protective Edge“ flog die Israelische Armee über 1500 Luftangriffe auf den Gazastreifen. Laut UN kamen dabei bisher 177 Menschen ums Leben. Unklar ist, wie viele Zivilisten darunter waren und wie viele Unterstützer der Hamas. Auf jeden Fall sind das ca. 0,11 Tote pro israelischem Luftangriff.

Bedenken sollte man dabei, dass die Hamas nahezu komplett aus zivilen Einrichtungen, wie Wohnhäusern, Krankenhäusern oder Schulen heraus operiert.
Bevor Israel ein Ziel angreift, informiert es im Regelfall Zivilisten mit Leuchtraketen oder Telefonanrufen. Die Hamas nutzt diesen Akt der Humanität allerdings für ihre Zwecke: Kürzlich bezeichnete sie es als „effiziente Strategie“, Zivilisten zu genau diesen Zielen zu schicken und sie quasi als menschliche Schutzschilde zu gebrauchen.

Wer Israel angesichts dieser Fakten vorwirft, einen Völkermord zu begehen, tut dies entweder in böser Absicht (wie Sozialisten, Nazis und Islamisten einträchtig) oder aus grob fahrlässiger Unwissenheit heraus. Hätte Israel vor, möglichst viele Palästinenser zu töten, gäbe es gar keine Palästinenser mehr im Gazastreifen. Wäre es Israel egal, ob bei seinen militärischen Operation Zivilisten ums Leben kommen, gäbe es tausende Tote mehr. Israel unternimmt große Anstrengungen, zivile Opfer zu vermeiden, bricht im Zweifel Angriffe ab.

Jedes Land hat aber ein Recht dazu, sich zu verteidigen. Auch Israel. Und wer Israel für seine Vorgehensweise kritisiert, soll einen besseren Weg vorschlagen. Wem es um die Menschen im Gazastreifen geht, sollte die Hamas kritisieren, nicht Israel.

Kanadas Premier Minister Stephen Harper brachte es auf den Punkt: „Solidarität mit Israel ist der beste Weg, diesen Konflikt zu beenden.“

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Leserpost

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Tina Elderling-Manne / 15.07.2014

Anlässlich der letzten WM Spiele habe ich während der Halbzeitpause die Regime-TV Propagandameldungsschau mal wieder angesehen. Und prompt sind mir die Berichte aus Gaza aufgestoßen, wo todesmutige Reporter neben zerbombten Gebäuden standen und berichten konnten, dass “immer mehr Todesopfer zu beklagen sind” und “sich eine humanitäre Katastrophe anbahnt”, weil bereits “dutzende Menschen” gestorben sind und “die Versorgung jeden Moment zusammenbrechen könnte”. Ich dachte mir nur, aha, da leben also ~2 Mio Leute dicht an dicht, sie sind es gewohnt zu improvisieren, dann sterben - zugegebenermaßen auf sehr tragische Weise - einige dutzend Leute (bzw. mittlerweile im niedrigen 3-stelligen Bereich), ihre Häuser sind weg und dann bricht die große Anarchie aus. Wtf? Habe mir dann auch erlaubt, eine kritische Email zu versenden mit dem Hinweis, dass bei einem 2 Mio Volk und einer Lebenserwartung von 60 Jahren im Schnitt täglich über 50 Leute ganz natürlich vom Zeitlichen gesegnet werden. Nähme man obige Annahme als Ausgangspunkt, ab wann die Gesellschaft zusammenbricht, dann müsste Gaza täglich brennen, ganz von selbst. Objektives (oder wenigstens distanziertes) Berichten gehört jedenfalls eindeutig nicht mehr zum guten Journalistenton. Auf Komplexitäten oder andere Sichtweisen hinweisen muss man mittlerweile selbst. Die Journallie hats verlernt, oder verboten bekommen. Sich darüber aufzuregen ist im Endeffekt sinnlos. Vielleicht hilfts ja die GEZ Steuer zu boykottieren und die Gerichtsvollzieher mit Eiern zu bewerfen, wenn sie kommen um das Geld persönlich zu holen. Mit etwas Timing könnte man damit sogar in eine Unterschichts-TV Sendung kommen.

Nick Zwar / 15.07.2014

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Erschreckend, wie viele Leute die Raketenangriffe der Hamas stillschweigend hinnehmen, aber wenn Israel anfängt, sich zu wehren, auf die Barrikaden gehen.

Dieter Dohmen / 15.07.2014

Danke, liebe Achse, daß Sie seit einigen Monaten verstärkt über Israel berichten! Es ist höchste Zeit, daß ein Gegengewicht zur verlogenen “Mainstreampresse” geschaffen wird. Die Achse hat eine immense Bedeutung. Viele Grüße, Sven

Prof. Jürgen Althoff / 15.07.2014

Diesen Text sollte man Herrn Kleber und seiner ZDF-Redaktion und vor allem auch der ARD-Nachrichtenredaktion zusenden und darauf bestehen, dass sie den Text auch lesen (auch wenn er ihrem Weltbild wiederspricht) und verstehen.

Werner Förster / 15.07.2014

” Auf jeden Fall sind das ca. 0,11 Tote pro israelischem Luftangriff” Welch ein beispielloser Zynismus!

Waldemar Undig / 15.07.2014

Recht haben Sie. Wir akzeptieren viel zu viel Gewalt und regen und auf, wenn sich mal jemand wehrt. Müsste ich im Gazastreifen leben, wäre ich froh, wenn jemand dem Terrorspuk ein Ende bereiten würde. 

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