Michael Miersch (Archiv) / 11.01.2015 / 11:38 / 15 / Seite ausdrucken

Die Stadt Leipzig betätigt sich als Zensurbehörde

In einem Schreiben des Ordnungsamtes an die Veranstalter der so genannten Legida-Demonstration, heißt es:

„Das Zeigen sogenannter Mohammed-Karikaturen sowie anderer den Islam oder andere Religionen beschimpfenden und böswillig verunglimpfenden Plakate, Transparte, Banner oder andere Kundgebungsmittel wird untersagt.“

„Für diese Auflage wird die sofortige Vollziehung angeordnet“.

Am Datum (8.1.15) kann man erkennen, dass dieses Verbot nach dem Massaker bei Charly Hebdo erlassen wurde.

Da sträuben sich jedem freiheitsliebenden Menschen die Nackenhaare. Das ist so ziemlich die effektivste Entscheidung, die man treffen kann, um Ausländerfeinden, Antiwestlern und Verschwörungshetzern Sympathie zu verschaffen. Dem Leipziger Ordnungsamt gebührt der Preis für „die blödeste Bürokratie Deutschlands“, falls es den gibt.

Ich weiß nicht, ob in Leipzig eine weitere Anti-Legida-Demonstration geplant ist. Wenn dem so ist, wäre es die einzig richtige Antwort auf diese unverschämte Zensur, wenn Legida-Gegner massenweise Mohammed-Karikaturen in die Höhe halten und mit ihnen jeder Leipziger, dem Freiheit etwas bedeutet.

 

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Rolf Menzen / 11.01.2015

Ob eine solche Auflage wohl vor dem Verwaltungsgericht Bestand hat? Ich glaube eher nicht.

Thomas Schmied / 11.01.2015

“Da sträuben sich jedem freiheitsliebenden Menschen die Nackenhaare. Das ist so ziemlich die effektivste Entscheidung, die man treffen kann, um Ausländerfeinden, Antiwestlern und Verschwörungshetzern Sympathie zu verschaffen.” Das sehe ich anders. Mir sind bislang bei Pegida & Co. keine Mohammed-Karikaturen aufgefallen. Trotzdem dreht das Establishement wegen ihren Demonstrationen völlig am Rad. Warum soll man nun auch noch unnötig provozieren, dass Anschläge gegen Pegida-Unterstützer verübt werden - man stelle sich das unglaubliche Blutbad vor. Die Gefahr ist real. Die reagieren eben direkt auf “Beleidigungen des Propheten” und weniger auf Furchtbekundungen vor einer Islamisierung. Tote Demonstranten kann kein vernünftiger Mensch wollen. Was die Stadt Leipzig da anordnet, halte ich im Sinne der Sicherheit der Demonstranten für sehr vernünftig, nicht für “feige”. Auf wessen Kosten würde der “Mut” der Stadt Leipzig denn gehen, Terroristen noch zusätzlich anzulocken? Ein Anschlag würde viele Demonstranten töten - eher nicht den Oberbürgermeister. Ideen für andere Transparente gab und gibt es wahrlich genug.

Ralf Hart / 11.01.2015

Sehr geehrter Herr Miersch, Ihren Ausführungen kann ich nur in vollem Umfang zustimmen! Ein weiterer Beweis von Realitätsverlust unserer Politikdarsteller. Politik, Justiz und Medien fallen ihrem Souverän in den Rücken. Unglaublich!! Genau dieses wollten die tollwütigen Schlächter von Paris erreichen. Leipzig ist besiegt! Die Demokratie beginnt, sich aufzulösen! Auch ich würde gerne auf eine PEGIDA-Demo gehen, weiß aber leider nicht, wo es sowas im süddeutschen Raum gibt. Hochachtungsvoll “Je suis Charlie”

Manfred Haferburg / 11.01.2015

Bei mir um die Ecke ist in der Avenue Grande Armee ein kleiner Kurzwarenkramladen, den eine ältere Dame betreibt. Sie hat ein selbstgemaltes Schild “Je suis Charlie” in die Glastür ihres Ladens gehängt. Damit riskiert sie den Zorn und Hass all derer, die “unsere Löwen” und “unsere Märtyrer” lieben - und davon gibt es in Paris immer noch genug - direkt auf sich und ihren kleinen Laden zu ziehen. Diese kleine Dame hat mehr Mut, Herz und Verstand als das ganze “sogenannte” Ordnungsamt von Leipzig zusammen. Heute findet am “Nation” der große Gedenkmarsch statt, alle öffentlichen Pariser Verkehrsmittel sind kostenlos, und unsere Kanzlerin, unser Außenminister und der Vizekanzler werden mit abertausenden Mohammed-Karikaturen zusammen demonstrieren. Da müssen die mutigen deutschen Zeitungen und das Fernsehen aber ordentlich retuschieren und verpixeln. Je suis Charlie

Rolf Krahmer / 11.01.2015

Mein Gott Herr Miersch, wen meinen Sie denn mit ” ... Ausländerfeinden, Antiwestlern und Verschwörungshetzern ...” ?! Was ist passiert - ich erkenne Sie nicht wieder !  

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