Viele regierende Politiker scheinen nichts mehr zu fürchten als die Normalität, in der nüchtern die Bilanz ihrer Politik gezogen wird. Deshalb greifen sie gierig nach jedem Anlass, um in einen Ausnahmezustands-Modus fallen zu können, koste es, was es wolle.
Erinnern Sie sich noch an die Zeit vor der US-Präsidentschaftswahl? Wenn öffentlich-rechtliche Berichterstatter den Vertretern der rot-grünen Staatsführung mal so etwas wie eine kritische Frage stellen wollten, dann war es u.a. die, ob man denn hinreichend vorbereitet sei auf den Fall, dass Donald Trump die Wahl gewinnen könnte. Dann wurde ihnen meist versichert, darauf wäre man vorbereitet. Man wisse ja noch aus seiner letzten Amtszeit, wie er agiere. Eine Nachfrage, wie man sich denn konkret dagegen gewappnet hätte, dass es keinen Gleichklang mehr in Fragen von Krieg und Frieden geben würde, unterblieb zumeist, oder wurde mit ein paar Floskeln abgetan.
Dann gewann Donald Trump die Wahl, begann vor ein paar Wochen seine Amtszeit, und die hiesigen Polit-Größen gaben sich von dem, was er tat, so überrascht, wie die Deutsche Bahn von Stürmen im Herbst und Schneefall im Winter. Selbst davon, dass er – wie in seiner ersten Amtszeit auch – Politik gern mal nach der Art des Elefanten im Porzellanladen betreibt. Das befremdet diejenigen, die die Elefanten im Raum ohnehin gern wegignorieren möchten, kulturell natürlich doppelt.
Einen Eklat, wie es ihn vor einer Woche im Weißen Haus beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gab, können sie sich gar nicht anders als vorbereitet und inszeniert vorstellen. Aber passt es zu Donald Trump, jemanden eigens für ein solches Schauspiel ins Weiße Haus vorzulassen? Passt nicht eher die Annahme, dass er spontan ungehalten reagiert, wenn ein Gast aus der Rolle heraustritt, die der Hausherr ihm zugedacht hatte. Der US-Präsident hat auf ein direktes undiplomatisches öffentliches Bedrängen mit Forderungen, zu deren Erfüllung er nicht bereit war und bestenfalls im Hinterzimmer vielleicht zu überreden gewesen wäre, noch undiplomatischer reagiert, um aus seiner Sicht ein paar Dinge im Umgang miteinander mal unmissverständlich klarzustellen.
Damit hat er aus seiner Sicht wahrscheinlich noch kein Tischtuch zerschnitten. Selbst die vorübergehende Aussetzung der Militärhilfe ist aus der Sicht eines Donald Trump bestimmt kein unheilbarer Bruch, aber vor einem Deal muss man sich in seiner Welt halt mal die Instrumente und Daumenschrauben zeigen.
Dass Trump der Krieg in der Ukraine zu teuer geworden ist und er ihn so schnell wie möglich mit einem Deal mit Putin beenden will, hat er schon im Wahlkampf wiederholt erklärt. Das konnte jeder wissen und sich darauf einstellen..
Realpolitisches Einlenken?
EU-Politiker aus Brüssel sowie Regierende aus einigen EU-Staaten und Großbritannien reagierten hingegen so hysterisch, als stünde eine amerikanische Kriegserklärung bevor. Einerseits bemühten sie sich, von Donald Trump wenigstens einen verbalen Bruderkuss mit der Beschwörung gemeinsamer Werte zu bekommen, andererseits bestärkten sie sich in dem Ansinnen, jetzt endlich eine Art eigenes starkes Bündnis zu schaffen, um im Ernstfall auch ohne die USA sicherheitspolitisch handlungsfähig zu sein. Aber wenn sich die bislang ja sogar zum Teil mutwillig Schwachen zusammenfinden, entsteht dadurch nicht automatisch Stärke. Ohne ein klares positives Ziel zum Beispiel bleibt es eine Ballung der Schwäche.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bekommt aus Europa zwar viele Solidaritäts-Bekenntnisse, doch diesen zum Trotz zeigt sich überdeutlich: Die USA lassen sich bei der Verteidigung der Ukraine nicht einfach so ersetzen.
Selenskyj kennt die Schwächen seiner europäischen Verbündeten sicher recht genau. Und er weiß offenbar, dass es keine gute Idee ist, sich allein auf diese Unterstützer zu verlassen, um stolze Distanz zum US-Präsidenten wahren zu können. Stattdessen lenkte der Präsident aus Kiew gegenüber dem weitaus mächtigeren Kollegen in Washington ein. Ob man das, was er ihm schrieb, nun eine Entschuldigung nennt oder nicht, auf alle Fälle erklärt er, nicht im Widerspruch zum Trump-Kurs verharren zu wollen. Ein Rohstoffabkommen könne es geben und Friedensverhandlungen auch.
Wenn der US-Präsident unbedingt einen Friedensschluss mit Putin erreichen will, um beispielsweise Chinas Machtposition zu schwächen, dann scheint es realpolitisch für Selenskyj besser zu sein, als Gesprächspartner mit am Tisch zu sitzen. Zumal es ja, etlichen Berichten zufolge, auch in der Ukraine immer schwerer wird, Soldaten für den Fronteinsatz zu rekrutieren.
Da ist noch was im Schuldentopf
Doch vielleicht geht es einigen der plötzlich in der Weltpolitik so fleißigen Akteure gar nicht so sehr um die Ukraine, sondern um die Ablenkung von schweren innenpolitischen Krisen. Sowohl Frankreichs Präsident Emmanuel Macron als auch der britische Premier Keir Starmer gelten in ihrer Heimat als politisch schwer angeschlagen. In London verzeichnete Starmers Labour-Regierung im Januar „katastrophale Popularitätswerte“. Macrons Frankreich befindet sich seit Monaten in einer Art politischen Dauerkrise. Innenpolitisch können die Regierungschefs kaum punkten, aber ihre Auftritte auf der Weltbühne verschaffen ihnen eine gute Presse.
Die deutsche Politik nutzt das auf ganz eigene Weise. Friedrich Merz, der Kanzler in spe, hat mit der SPD bekanntlich ein atemberaubendes Rekord-Schuldenpaket beschlossen, das in der nächsten Woche mit der nötigen verfassungsändernden Mehrheit durch den Bundestag gebracht werden soll. Die Grünen werden daran wahrscheinlich mittun, es sind ja genug Milliarden im geplanten Schuldentopf, dass auch deren Herzensangelegenheiten mit ein paar lohnenden Finanzspritzen bedient werden können.
Für Rüstungsausgaben darf sich Deutschland nach den schwarz-roten Plänen künftig grenzenlos verschulden. Die Kriegsgefahr, die nötige Aufrüstung und Ausrüstung der zuvor gründlich ruinierten Bundeswehr und die stärkere „Souveränität“, die „Europa“ durch eigene militärische Stärke gewinnen soll, gelten den künftig wahrscheinlich Regierenden als hinreichende Begründung.
Folgt man dieser Erzählung, so versetzt uns die Bedrohung, die von Russland nicht erst seit gestern ausgeht, ausgerechnet jetzt in eine ganz besondere Ausnahmesituation, weil der US-Präsident einfach amerikanische Politik macht, ohne Europa zu fragen. Das genau hat Trump im Wahlkampf versprochen. Aber wie konnten die deutschen und EU-Politiker wissen, dass der Mann tatsächlich tut, was er seinen Wählern versprochen hat? Unser künftiger Kanzler beispielsweise tut finanzpolitisch das Gegenteil davon, schon bevor er überhaupt ins Amt gewählt wurde.
Damit wird jetzt wieder Politik im gefühlten Ausnahmezustand gemacht. Da müssen die Milliarden fließen, Schulden gemacht und störende Gesetze im Eilverfahren abgeräumt oder umgangen werden. Besondere Situationen erfordern nun einmal besondere Maßnahmen – dies soll hängen bleiben. Wenn viel Geld fließt, das den wirtschaftlichen Niedergang des Landes zeitweise übertüncht, vergessen die Bürger diesen Bruch Merzscher Wahlversprechen vielleicht für ein Weilchen.
Problem-Auflösung in Milliarden-Wellen
Die Frage, warum man wegen der Kriegsgefahr neben dem Schulden-Blankoscheck für die Rüstung auch 500 Milliarden Zusatz-Schulden für zivile Staats-Investitionen durchwinken muss, stellen ohnehin nur wenige. Und wenn, wird achselzuckend auf die Rücksichten, die man auf den künftigen Koalitionspartner nehmen musste, verwiesen.
Wer das Anpacken von Problemen im Rahmen eines „Politikwechsels“, wie von den Unionsparteien versprochen, umgehen will, für den ist jede Ausnahmezustandserzählung willkommen, weil es sich dann verbietet, die eigentlich anstehenden Fragen zu stellen. Vor Kurzem war noch vom nötigen Kassensturz die Rede, um Geld für unnötige Projekte streichen und für die Erfüllung der vernachlässigten staatlichen Kernaufgaben verwenden zu können. Ein solches Aufräumen hätte dem Land nicht nur aus finanziellen Gründen gutgetan. Doch jetzt wird es bald den Anschein haben, dass sich jedes Problem kurzfristig in neuen Milliardenwellen auflöst.
Der Ausnahmezustand erscheint manchem Regierenden sicher attraktiver als der demokratische Normalzustand des rechtskonformen Regierens. Dass jeder Bürger ungestraft am Regierungskurs herumnörgeln darf und die Opposition mitunter in der Lage ist, das eine oder andere weitreichende Vorhaben sogar zu verhindern oder zu mildern, kann für Mächtige verständlicherweise zuweilen störend sein. Aber die Bürger, also den Souverän, kann dies vor manchem Unheil bewahren. Deshalb sollten sie eigentlich alarmiert sein, wenn Regierungen in einen erklärten oder auch unerklärten Ausnahmezustands-Modus fallen. Denn dann wird es mindestens sehr teuer.
Vor knapp zehn Jahren gab es die von Kanzlerin Angela Merkel bekanntlich durchaus befeuerte Massenmigrationskrise. Das Land befand sich in einer Art Ausnahmezustand, und das Kanzleramt zog zuweilen Kompetenzen an sich, die es eigentlich nicht hatte. Manch einer, dem Entscheidungen aus der Hand genommen wurden, war darüber wahrscheinlich auch ganz froh, denn es gilt hierzulande nicht gerade als erstrebenswert, Verantwortung zu übernehmen. Sich offen mit unbequemen Fakten gegen das „freundliche Gesicht“ des „Wir schaffen das“ zu stellen, galt den meisten seinerzeit ohnehin als irgendwie unanständig.
Horst Seehofer hatte seinerzeit als bayerischer Ministerpräsident immerhin gedroht, dass der Freistaat Bayern gegen Merkels Migrationspolitik vor dem Bundesverfassungsgericht klagen könnte. Ein entsprechendes Rechtsgutachten, das er von dem ehemaligen Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio hatte anfertigen lassen, stellte in der von der Bundeskanzlerin durchgezogenen Politik der offenen Grenzen einige Rechtsbrüche fest. Doch Folgen hatte das keine. Merkel ließ sich von Seehofers Drohungen nicht beeindrucken, und der nutzte das Gutachten nicht, um auch tatsächlich zu klagen. Kritisch aufgearbeitet wurde Merkels Migrationspolitik bislang nicht
Die Folgen dieser Politik spürt das Land heute immer stärker. Aber diesem Problem möchte sich die regierende Politik immer noch ungern stellen. Friedrich Merz hat das zwar versprochen, doch dieses Versprechen wird wohl ebenso wertlos sein wie sein Bekenntnis zur Schuldenbremse.
Jetzt entschied ein Parteivorsitzenden-Quartett
In der Zeit der Corona-Ausnahmezustände gab es dann den offenen Entzug und die Beschneidung verschiedener Grundrechte. Die Regierung schrieb dem Souverän vor, wohin er gehen darf, wie viel Besuch er bekommen darf und welche Tätigkeiten ihm verboten sind. Der Staat verbot zeitweise Versammlungen, die Betätigung von Vereinigungen, die Begleitung sterbender Angehöriger, den Schulbesuch von Kindern, das Reisen, das Beherbergen von Ortsfremden im Hotel, die Bewirtung von Menschen, die sich einer kaum getesteten Injektion verweigerten, den Gottesdienst etc.
Kritisch aufgearbeitet wurde nichts von alledem. Und Folgen hatte es auch für keinen der Verantwortlichen, obwohl doch beispielsweise unstrittig ist, dass regierungsseitig Einfluss auf die „wissenschaftliche“ Bewertung der „Gefährlichkeit“ des Virus genommen wurde, weil man unbedingt eine Legitimation für den Ausnahmezustand behalten wollte. Demokratische Entscheidungsprozesse wurden de facto oft durch Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz ersetzt. Das Regieren im Ausnahmezustand schien einigen der Regierenden sichtlich zu gefallen. Sie trennten sich deshalb wohl auch ungern und viel zögerlicher als alle Nachbarländer von Beschränkungen und Gängelungen.
Und jetzt dient plötzlich Donald Trumps Auftreten gegenüber dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj als Anlass für mutmaßlich künftige deutsche Regierungsmitglieder, in eine Art Ausnahmezustands-Modus zu verfallen. Ganz so, als wäre Trumps Art der Politik eine unvorhersehbare Naturkatastrophe, auf die man sich vorher gar nicht habe einstellen können.
Jetzt beschließt kurz nach einer Bundestagswahl ein Parteivorsitzenden-Quartett, von denen nur einer – der bayerische Ministerpräsident – überhaupt ein Staatsamt inne hat, eine neue Rekord-Verschuldung des Landes. Die demokratische Legitimation des Vorhabens von vielleicht künftigen Regierungsmitgliedern, soll durch Grundgesetzänderungen erfolgen, die der abgewählte Bundestag beschließen soll, weil es im bereits gewählten, aber noch nicht konstituierten Bundestag dafür keine verfassungsändernde Mehrheit mehr gibt. Begründet wird dieses putschartige Vorgehen mit drängender Gefahr. Beginnt die nächste Regierung also schon, bevor sie überhaupt gebildet wurde, mit dem Regieren im Ausnahmezustands-Modus? Das ist immerhin wirklich eine politische Innovation. Es ist eine Art von Politikwechsel, nur nicht der, den Friedrich Merz versprochen hat.
Peter Grimm ist Journalist, Autor von Texten, TV-Dokumentationen und Dokumentarfilmen und Redakteur bei Achgut.com.

Deutschland bräuchte dringend Reformen und die meisten von ihnen müsste die schädlichen Gesetze der letzten Regierungen zurücknehmen. Man müsste den Staat verschlanken und den Bürgern das Geld dafür zurückgeben. Man sollte eine echte Prioritätenliste nach den Bedürfnissen des Landes und der Bürger aufstellen und diese kräftig mit Finanzmitteln ausstatten. Und alles, was keinen unmittelbaren Sinn für das Land gibt, müsste man einsparen. Die vielen „Beauftragten“ fallen mir als erstes ein und alle Bauvorhaben, die allein dem Prestige dienen. Die irrsinnig hohen Aufwendungen für eine illegale Immigration, die unserer Wirtschaft nichts nützt, weil vor allem Ungebildete kommen und unsere Sozialkassen ausplündern. Und offenbar kann man sich auch die Hälfte der hohen Gehälter für Abgeordnete und Minister sparen, solange ihre Arbeitsergebnisse dermaßen miserabel sind. Und all die dringenden Reformen zugunsten der Bürger sind mit der SPD nicht machbar, die längst nichts anderes mehr ist als ein linksextremer Selbstbedienungsladen, der in nichts unserem Interesse entspricht. Es wird auch Zeit, dass die SPD „sozial“ aus ihrem Parteinamen streicht, sie beleidigt dieses Wort. Sie könnten sich „Klientelpartei“ nennen, vielleicht auch schon „islamische Partei“ oder „Antifapartei“. Wie wäre es mit „Partei politischer Straßenräuber“? Dass die CDU überhaupt nur andenkt, mit einer solchen Partei die Regierung zu planen, das zeigt, wie sehr sie selbst heruntergekommen ist. Und die einzige Idee ist, so weiterzumachen und den Staat so lange auszuplündern, bis schlicht nichts mehr übrig ist und wir endgültig ein verlorenes Land sind. Das ist aber nicht, was ich für Deutschland möchte! Und das ist sicher auch nicht das, was die meisten anderen Wähler für Deutschland wollen! Wenn die CDU nicht mit der AfD koalieren will, dann soll sie mit einer Minderheitenregierung versuchen, das Beste für die Bürger aus ihrer Regierungszeit herauszuholen. Aber nicht mit der SPD!!! Nicht mit ihr!!!
Der Ausnahmezustand ist keine Sehnsucht, sondern der Ausnahmezustand gehört zum Werkzeugkasten der Herrschenden. Denn über den inszenierten Auzsnahmezustand, ob tatsächlich bestehend oder herbeischwadroniert, lässt sich in einer Gesellschaft trefflich Angst erzeugen und darüber totale Verwirrung gestiftet werden kann, wonach vom Volk letztendlich Maßnahmen zum eigenen Schaden und den anderer Menschen akzeptiert und hingenommen werden, die die Herrschenden, das Großkapital, im gesellschaftspolitischenen Alltag so nur schwer durchsetzen könnten. Man denke dabei auch an den berühmten, von purer Arroganz geprägtem Spruch Junckers, der der Salamitaktik der Herrschenden zur Durchsetzung der Interessen des Kapitals an der Gesellschaft vorbei, ein Denkmal gesetzt hat. Doch dauert diese Taktik in vielen Fällen dem Großkapital zu lange. Dafür werden Ausnahmezustände inszeniert, die die Unterwerfung der Massen beschleunigen und die eigenen Interessen schneller erreichen lassen. Beste Beispiele sind Corona oder auch der 9/11, der die Grundlage für die Terrorherrschaft des Westens über den Rest der Welt begründete. Zur Erinnerung die Botschaft der USA an die Welt danach – „Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns“ oder so ähnlich. Ohne den 9/11 hätten die Terrorkriege des Westens in der eigenen Gesellschaft, bei weitem nicht soviel Zustimmung erfahren. Ähnliches Vorgehen gilt auch für die ewigen Kriege des Westens gegen Russland, in Nahost und dem gnadenlosen Neokolonialismus, vor allem in Afrika und Süd-Latein-Amerika. Und bei allen Kriegen wird die Fahne der Freiheit geschwungen und die Verteidigung der eigenen Sicherheit beschworen. Von Frieden spricht man bestenfalls am Sonntag.
Man kennt das bekannte Bonmot von Carl Schmitt, das Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand bestimmt.
Etwa seit 2011 – Tsunami in Japan – herrscht in der deutschen Politik neben der üblichen Bräsigkeit nach außen hektischer Aktionismus.
Die Begründungen wechseln, das Verfahren bleibt gleich.
Das Regieren in den Zeiten echter und vermeintlicher Krisen und das Angstmanagement für den Bürger via Furcht vor Atomkraft, dem Hitzetod, den „Rechten“, einem Virus, dem Russen (ein Klassiker) usw. ist natürlich bequemer als ehrliche Bilanz zu ziehen.
Für den Euro könnte die neue Aufrüstung ein Endspiel sein, für die Bürger bedeutet es wahrscheinlich Entwertung der Ersparnisse und Inflation.
Und, Nebeneffekt, die „bürgerlichen Freiheiten“ klassischen Zuschnitts, sind in Krisenzeiten ebenfalls hinderlich.
Sagen wir es diplomatisch: Ich muss den politisch handelnden Personen mein schärfstes Missfallen und meine größtmögliche Abneigung aussprechen für das, was sie hier veranstalten. Und allen, die diese Menschen gewählt haben, rufe ich zu: Genießt was ihr gewählt habt! Und beim nächsten Mal auch bestimmt wieder wählen, damit es sich nur nicht ändert.
Hätten die deutschen Wähler nur auf den Vizepräsidenten von Amerika JD Vance gehört als er Deutschland als Beispiele für undemokratischer Umtriebe erwähnte.Kurz vor der Wahl klang Friedrich Merz bei der Frage nach der Schuldenbremse so: „Es kommt sicher nicht am Anfang. Am Anfang kommt das Einsparpotential u. kommt das Wachstum.“ CSU-Chef Markus Söder hatte eine Reform sogar gänzlich ausgeschlossen.Nur kurz nach der Wahl: Das Sondierungspapier von SPD u. Union sieht nicht nur ein 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur, sondern auch eine weitreichende Reform der Schuldenbremse vor – die Länder sollen mehr Schulden machen dürfen u. die Verteidigungsausgaben nicht mehr gedeckelt sein. „Whatever it takes“, sagt Merz dazu. Es ist eine 180-Grad-Wende mit unabsehbaren Folgen. An Tag zwei des Schulden-Wumms wird die Kritik des politischen Gegners immer lauter.Merz habe seine Wähler betrogen.
Nach nur drei Jahren ging die Ampel einer großen Mehrheit der Bürger schon auf die Nerven. Die „große Koalition“ aus Union und SPD hat diesen Punkt erreicht, noch bevor sie im Amt ist. Diese „große Koalition“ ist die Ampel auf Speed. Kann weg bevor bevor sie anfängt. Der Krug nähert sich dem Brunnen u. sie merken es.
m.f.g.
Kann man auch nicht kommentieren. habe noch nie so lächerliche Politik erlebt. Nichts für Erwachsene…
Der sprachliche Ausnahmezstand in der Presse unterschreitet die Sperrstunde auf Sankt Pauli mühelos: Trump stellt Nato-Artikel erneut in Frage, macht Zoll-Rückzieher und pfeift Musk zurück / Nach Attacke gegen Grüne: Günther rüffelt Söder und fordert mehr Respekt / Grundgesetzänderung nötig Papier offenbart: So wollen Merz und Klingbeil ihren Geld-Wumms durchs Parlament boxen / Da liegt der Locus nahe. Auch die Tagesschau pflegt die sprachliche Aufrüstung: EU-Sondergipfel zur Verteidigung: Massive Aufrüstung als Antwort auf Trump – heute wird nicht einfach nur aufgerüstet, oder kritisiert. Mindestens muß massiv aufgerüstet werden und hart kritisiert. Damit der DAX die 10.000 knackt. / Geld ist nur die halbe Miete / Diktaturen sind vor allem sprachlich die Pest. Und das Beste kommt zum Schluß: Psychologe verrät den größten Kommunikationsfehler, den Angestelle machen / Ich tippe: überdrehte Selbstdarstellung?