Henryk M. Broder / 01.06.2016 / 20:04 / 2 / Seite ausdrucken

Die Schweiz - das Musterdorf Europas

In einer programmatischen Erklärung zur Zukunft der Europäischen Union hat die Bundeskanzlerin vor Kurzem gesagt, "mit 80 Millionen Einwohnern" komme man "nicht besonders weit in dieser Welt".

Wenn sich diese 80 Millionen aber mit den anderen Europäern "auf eine gemeinsame Position einigen" würden, dann wäre das "immerhin doch eine schlagkräftige Truppe", die sich "in einer globalen Welt" behaupten könne.

Würden sich die Schweizer die Worte Merkels zu Herzen nehmen, dann müssten sie verzweifeln oder sich am besten gleich vom höchsten Punkt des Gotthardmassivs in die Tiefe stürzen. Denn mit nur acht Millionen Einwohnern machen die Eidgenossen gerade mal ein Promille der Weltbevölkerung aus. Dagegen sind die Deutschen mit immerhin 80 Millionen fast schon eine Großmacht. Hier geht es weiter

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Leserpost

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Andreas Spors / 02.06.2016

Lieber Herr Broder, danke für die Darstellung des schweizer Politiksystems, das das kleine Land auch ohne EU-Mitgliedschaft (vielleicht auch deswegen) “schlagkräftig” auf einen Spitzenrang für Investitionsfreudigkeit weltweit verbracht hat. Den Gotthard-Basistunnel mit dem “Flughafenneubau” in Berlin zu vergleichen dichtet dem deutschen Bau allerdings unberechtigterweise einen technologischen Spitzenanspruch an als würde man ansonsten Hundehütten mit Raumfahrtprogrammen vergleichen. Ferner bleibt unerwähnt, dass die deutsche Zulaufstrecke für den Tunnel noch lange nicht fertig ist und somit dessen Leistungsfähigkeit und Kapazität dank deutschem Planfeststellungsrecht leider erst viel später (oder gar nicht) ausgeschöpft werden kann. Deutschland ist in erwähntem Investitionsranking übrigens soeben von Rang 10 auf 12 abgerutscht (vorher und nachher weit hinter der Schweiz.

Wolfgang Richter / 02.06.2016

Ob die Schweizer auch Flughäfen können ? Die potentiellen Nutzer des BER würden eine Fertigstellung zu einem realistischen Termin vermutlich mit einem ähnlichen Feuerwerk wie am Gotthard-Tummen zur Eröffnung feiern. Und wer eine Kostenexplosion wie bei der Hamburger Elb-Philarmonie als Auftraggeber künftig vermeiden möchte, sollte seine Ausschreibung nicht an der Schweiz vorbei schicken, denn dort beherrscht man offenbar das Rechnen mit realistischen Zahlen und ist in der Lage, die Ergebnisse auch umzusetzen. Und wenn die Kölner -wie offenbar geplant- eine weitere U-Bahn unter die Stadt verlegen sollten, wären sie gut beraten, die Schweizer Tunnelbauer zumindest als Berater, wenn nicht als Bauer zu engagieren, um zu vermeiden, weitere Teile der Stadt zu versenken oder neben dem geliebten Dom ggf. eine der romanischen Kirchen in Schwingungen zu versetzen. Also insofern Gratulation von der Nation, die mal stolz war auf deutsche Ingenieurs- und Planungskunst, in die Schweiz zur Umsetzung des dortigen Erfolgsprojektes.

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