Wie sich doch die Bilder und Nachrichten ähneln:
Anfang Mai 1989 fälschte das SED-Regime in der DDR die letzen Kommunalwahlen. Beobachter der Bürgerbewegung in den verschiedenen Wahllokalen entlarvten die Scheinwahlen vor Ort als Farce und fügten der herrschenden Staatspartei einen weiteren Sargnagel auf dem Weg zu ihrem vorläufigen Ableben im Jahre 1989/90 hinzu.
Mitte Juni 2009 fälschte das Mullahregime in Teheran die Wahl zum iranischen Präsidenten, mindestens 626 Unregelmäßigkeiten bezeugen, daß es sich auch hier ganz offensichtlich um eine Wahlfarce handelt, schon allein deshalb, weil es kein freies passives Wahlrecht gibt, da der Wächterrat die Kandidaten vorher auswählt und für “Halal” erklärt und das Volk keinerlei Einfluß auf die Kandidatenaufstellung nehmen kann.
Wie unter dem SED-Regime in der DDR, so kommt es jetzt auch unter dem Mullah-Regime im Iran zu Demonstrationen und Massenprotesten, die immer mehr den Charakter einer “friedlichen Revolution” annehmen. Es ist die erste friedliche Revolution, deren wesentlicher Katalysator das Internet, Youtube und Twitter sind. In deren Zeitalter läßt sich das Volk nicht mehr hinters Licht führen, und die Aussagen des iranischen Ayatollahs Chamenei, bei den Wahlen sei alles mit dem Rechten zugegangen, werden im Angesicht der Videos auf Youtube zu Asche und Staub.
Doch es gibt noch weitere Parellelen zwischen der “friedlichen Revolution” des Jahres 1989 und jener, die wir gegenwärtig im Iran beobachten.
Das Weiße Haus schweigt. Der iranische Hitler begibt sich zum neuen Stalin im Kreml, um über neue Brennstäbe für sein ausschließlich “friedliches” Atomprogramm zu verhandeln. Die weltweite Friedensbewegung, die ansonsten keine Gelegenheit ausläßt, die weltweite Aufrüstung mit Atomwaffen zu kritisieren, befindet sich offenbar schon im Sommerurlaub oder sieht keinen Bedarf öffentlich zu protestieren, da weder der große Satan Amerika noch der kleine Satan Israel direkt involviert sind, und selbst die Bürgerbewegung der ehemaligen DDR solidarisiert sich - bis auf wenige rühmliche Ausnahmen - nicht mit der Bürgerbewegung gegen das Mullah-Regime in Teheran. Schon im Jahre 1989 und davor hörte man hierzulande von allen Seiten die deutliche Warnung, man dürfe sich nicht zu laut mit den Oppositionellen in der DDR solidarisieren, da dies ihrer Sache nur schaden und die Kriminalisierung der “friedlichen Revolution” durch die SED als “vom Westen fremdgesteuert” erleichtern würde. Und am heutigen Tage ist sich der einstige Schah-Gegner Bahman Nirumand nicht zu schade, den geneigten LeserInnen der “taz” zu erklären, warum Ahmadinedschad eine zeitlang im Iran dermaßen erfolgreich sein konnte.
Wie sagte doch einst der britische Premierminister winston Churchill so treffend: “An appeaser is one who feeds a crocodile, hoping it will eat him last!”
Nachdem der freie Westen jahrelang nichts Besseres zu tun hatte, als seine lukrativen Geschäfte mit dem Mullah-Regime zu pflegen, zumeist eher schmutzige Geschäfte, bei denen sich vor allem die deutsche Wirtschaft ganz besonders hervortat, ähnlich wie man mit dem Milliardenkredit von Strauß an Honecker im Jahre 1983 auch der DDR noch einmal neues “Scheinleben” einhauchte, steht er jetzt in den Augen zahlreicher iranischer Oppositioneller vor den Scherben seiner Appeasement-Politik.