Marcus Ermler / 30.08.2019 / 06:25 / 25 / Seite ausdrucken

Die schönsten Agitprop-Lieder zum Mitsingen

Am Dienstag hatte Achgut.com bei Twitter ein Video retweetet, in der eine Gruppe von – so weit man es erkennen kann – jungen Frauen und jungen Männern im Rahmen von #unteilbar, einem Dirigenten folgend, Zeilen „gegen Rechts“ rezitiert. Ein Gruselstück. Der Entdecker dieser mehr als eindeutigen Reminiszenz an Orchestrierungen von FDJ, BDM, HJ und Konsorten fasste das so zusammen:

Skandalöse Indoktrination bei #Unteilbar, wie in der DDR, Nordkorea, China, bei den Nazis. Wie in einer Diktatur wiederholen sie Parolen und folgen gehorsam ihrem Dirigenten/ihrer Führung. Das ist autoritär. Und falsch wie die DDR-Diktatur, die sich auch "demokratisch" nannte.“

Nun stellt sich angesichts der Jugend der dort versammelten Frauen und Männer die Frage, inwieweit diese überhaupt noch wissen, welche Massenpsychose die sozialistischen Unkulturen auf deutschem Boden durch derlei kollektiven Rausch auszulösen vermochten. Dass dies kurz vor den Wahlen in Ostdeutschland zelebriert wird, gibt dieser Anekdote überdies mehr als einen faden Beigeschmack.

Daher hier zur Erinnerung einmal eine kleine Auswahl des diesbezüglichen Liedguts, besser Agitprops, der DDR, auch und gerade für FDJ und Pioniere. Dabei wirken besonders die Pionierlieder „Mit fliegenden Fahnen“ und „Frieden ist schön“ wirklich maßlos perfide. Sie sind jeder Endzeit-Sekte würdig. Kurzum: Das sozialistische Liedgut als musikalischer Kindesmissbrauch. Inwieweit sich die neosozialistischen Rezitatorinnen und Rezitatoren hier einreihen lassen, dürfen diese gerne einmal für sich selbst klären.

1. Sag mir, wo Du stehst

2. Lied von der unruhevollen Jugend

3. Mit fliegenden Fahnen

4. Es geht um die Erde ein rotes Band

5. Wir sind überall

6. Bau auf, bau auf

7. Völker hört die Signale

8. Die Partei hat immer recht.

9. Frieden ist schön

10. Lied gegen die Neutronenbombe

11. Stalin, Freund, Genosse

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Stefan Riedel / 30.08.2019

Vielleicht sollte sie das “Lied von der (wieder) dressierten Jugend ” singen.  Bei “Merkel hat immer recht” bin ich mir nicht mehr sicher, ob es inzwischen nicht “Greta hat immer recht” heißen muss.

Rolf Lindner / 30.08.2019

Mal ein Pionierlied, das man sogar wieder intensiv singen sollte. Uwe Steimle hat das auch begriffen. Zum Schluss seines Vortrages: “Hast du gehört Merkel!” Unsre Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer, unsre Heimat sind auch all die Bäume im Wald. Unsre Heimat ist das Gras auf der Wiese, das Korn auf dem Feld und die Vögel in der Luft und die Tiere der Erde und die Fische im Fluß sind die Heimat. Und wir lieben die Heimat, die schöne und wir schützen sie, weil sie dem Volke gehört, weil sie UNSEREM Volke gehört.

George Samsonis / 30.08.2019

Mir ist nach 30 Sekunden Liedgut schon ganz plümerant. Ich brauche erst mal einen Schnaps :-). P.S. Mein Lieblingslied ist “Die Gedanken sind frei”. Kommt bei den Grün-Linken bestimmt nicht ins Gesangbuch.

Rudolf Zugner / 30.08.2019

Warte, warte nur ein Weilchen….. Dann wird sich irgendein Rotbuch-Verlag finden, der mit einem Druckkostenzuschuss aus Steuermitteln (bewilligt vom SED-Nachfolge-Kultusministerium z.B. in Brandenburg) diesen volksverhetzenden Dreck neu auflegt. Und das Ministerium wird sich nicht lumpen lassen und das Buch für den Musikunterricht empfehlen. Richtig, Herr Bauer, wer aus der Geschichte nichts lernt, ist dazu verurteilt sie zu wiederholen. Da sind wir gerade auf gutem Weg. Und daran tragen vor allem die Millionen saturierten Westbundesbürger schuld, die sich nie wirklich dafür interessiert haben, was sich zwischen 1945 und 1989 in den heute ostdeutschen Bundesländern abgespielt hat. Es ist unsere gemeinsame gesamtdeutsche Geschichte, aber sie wurde und wird tapfer ignoriert oder verdrängt.

Karsten Dörre / 30.08.2019

Das ist eine sehr gemeine Liste! Ich steuere zur Entspannung paar Kinder- und Pionierlieder dazu: “Unsere Heimat”, “Der Volkspolizist”, “Soldaten sind vorbeimarschiert”.

Dietmar Schubert / 30.08.2019

Es steht jedem frei, die Dramaturgie des epischen, brechtschen Theaters als “Gruselstück” zu titulieren; lässt im Gegenzug dann aber auch Schlüsse auf das Verständnis für moderner Theaterkunst, die Bertolt Brecht maßgeblich prägte, zu. Interessant auch der Prolog des Videos mit einem Ausschnitt aus “Die Welle”. Man sollte heute das Buch wieder mal lesen oder den Film sehen - ist aktueller, als man glaubt.

U. Unger / 30.08.2019

Herr Ermler, ein erbärmliches musikalisches Sammelsurium, was einem in Westdeutschland sozialisierten Menschen (mir besonders) Lähmungserscheinungen einflößt. Habe hereinghört, unter Schmerzen, die mich auch bei Feldgottesdiensten mit der Bundeswehr in Westdeutschland überkamen. Danke für meine Arbeitsstelle,....... Musikpropaganda ist wirkungsvoll und sollte nicht gehört werden, bevor man den Text ohne Musik analysiert hat. “Sag mir wo Du stehst…”, Aufruf zur Denuntiation, Selbstdenunation, ohne Melodie einigermaßen leicht erkennbar. Alle Lieder dieser Art Kirchenlied, DDR- Lieder, Militärgesänge….... sind in erster Linie wegen der Musik gefährlich, da rationales analytisches Denken gelähmt wird. Wenn dann über Bewußtseien geträllert wird, ist genau dieses bewußt betäubt worden, damit das saugfähige Unterbewußtssein alles wie ein Schwamm aufsaugt. Doch was kann man tun, den unterschwelligen Befehlen und Handlungsanweisungen nicht stumpf zu folgen? Keine Musik hören, keine Lösung! Mitsingen und den Text kreativ umblödeln halte ich für geeigneter. “Sag mir wo du schläfst…..”, “Danke für den Rollstuhl meiner Schwester…” etc..? Man muß sich aber insgesamt klar darüber sein, dass die Musikgeschichte fast ausschließlich Künstler ausweist, die zu 95% den jeweils Mächtigen sehr nahe standen und stehen.  Protestsänger, wer in einer freien Gesellschaft?. In freien Gesellschaften, wo jeder alles singen darf, gibt es diese naturgemäß nicht, da Inhalte freie Meinungsäußerungen sind. Allerdings in den Grenzen, die genereller Anstand vor Grundrechten gebieten. Besser als Verbote finde ich erfahrungsgemäß, die kontroverse Diskussion, die Sie mit Ihrem Beitrag angestoßen haben.

Hjalmar Kreutzer / 30.08.2019

Dem „Dirigenten“ möchte man bei diesem Anblick den Titel „Einpeitscher“ nicht länger verweigern. Vor Tagen schrieb unsere Direktkandidatin auf abgeordnetenwatch von linksgrüner Indoktrination in der Schule. Die zuständige Redaktöse forderte per Mail, diese Behauptung „wissenschaftlich zu beweisen“, andernfalls würde der Text gelöscht. Schade, dass wir zu diesem Zeitpunkt das Video noch nicht hatten. Dieser Sprechchor ist ja gruselig, da rotieren selbst Schönberg, Dessau, Eisler, Brecht, Fürnberg und Ernst Busch in ihren Gräbern. Da waren ja die DDR-Lieder geradezu melodiös - na ja, bis auf den Stalin-Song von Ernst Busch vielleicht. Am ehesten passt noch Nr. 8: „Die Partei hat immer recht“. Das russische Original des „Liedes von der unruhevollen Jugend“ beginnt: „Wir haben eine einfache Sorge. Unsere Sorge ist diese: Es möge unser Heimatland(!) leben und keine anderen Sorgen (geben)“ Heimat! Schon so was von ... Seehofers Heimatministerium, geht doch nicht! War der Sprechchor auch so eine „freiwillige schulische Veranstaltung“, wie die „Toleranz- und Vielfalt-Demo“ der Europaschulen von Lübeck, Anwesenheitskontrolle für die Schüler der höheren Klassen, die ansonsten Unterricht gehabt hätten? Wieder einmal bin ich froh, dass mein „Kind“ Schule und Uni schon hinter sich hat.

Dolores Winter / 30.08.2019

Der “schönste” Agitprop-Text stammt von einer ehemaligen FDJ-Sekretärin, die auch als uckermärkische Nussknackerin bekannt ist: “Die BRD ist unser natürlicher Feind. Wer nicht bereit ist den Klassenkampf zu führen, ist ein Verräter.”

Walter Weimar / 30.08.2019

Nostalgie ist doch was gutes und schönes. Noch besser, wenn man von ihr nicht betroffen war. Oder melden sich hier nur Betroffene mit ihre Spätfolgen.

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