Beim Nachlesen zum aktuellen Aufregerthema „digitale Vergewaltigung“ stößt man auf eine in der ZDF-Mediathek verfügbare Dokumentation mit dem Titel „Deepfakes“. Das technisch aufwändig produzierte Werk mit seinem spürbar erzieherischen Impetus, ganz vielen Stirnfalten und immer wieder überraschend guter Laune des Opfers Collien Fernandes wurde bereits am 11. Dezember 2024 im ZDF ausgestrahlt. Nicht nur das wirft Fragen auf.
Interessant ist auch, dass es sich die Regisseurin Marie Bröckling nicht nehmen ließ, sich im eigenen Produkt höchstselbst als investigative Kämpferin fürs Gute in Szene zu setzen. Gibt man ihren Namen ein, findet man eine interessante Karrierestation: Bis Mitte 2025 arbeitete Bröckling für das Recherchekollektiv Correctiv. Ein Arbeitsschwerpunkt bildete dort das AfD-Verbot. Man erinnert sich: Vor Gericht wurde der aktivistischen Vereinigung soeben die Tatsachenbehauptung verboten, in Potsdam seien massenhafte Deportationen deutscher Staatsbürger debattiert worden.
Der aufmerksame Politikbeobachter erinnert sich auch, dass hinter Correctiv mit der „Mercator-Stiftung“ ein Geldgeber steht, der bereits durch seine Beteiligung bei der Agora Energiewende (Graichen-Affäre) ins Zwielicht geriet. Unter den Förderern finden sich zahlreiche weitere einschlägig bekannte Namen. Deren Ambitionen muss man gar nicht verdüstern, die politischen Ambitionen solcher Philanthropen, Eingreiftruppen und Denkfabriken sind erklärtermaßen ihr Job. Wer dort als Journalist und Datensammler mit durchaus erstaunlichen Methoden engagiert ist, hat vermutlich das untrügliche Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen.
In die Epsteinköpfe der Männer im Allgemeinen kann man ja nicht hineinschauen
Berücksichtigt man die aufwändigen, branchenüblichen Vorbereitungen eines Filmprojekts wie „Deepfakes“ (Idee, Konzeptentwicklung, Themenrecherche, Storyline, Treatment, Budgetplanung, Vertragsgestaltung), muss der Fall bereits Anfang 2023 in die Hände professioneller Aufbereiter gefallen sein. Das Schicksal der Collien Fernandes, über das jetzt im „Kölner Treff“ eindrücklich so berichtet wurde, als sei alles soeben erst aufgeflogen, ist also ein erstaunlich alter Hut. Den erst jetzt beendeten harmonischen Auftritten des Paares Ulmen-Fernandes in den Werbespots der „Shop-Apotheke“ standen die digitalen Vergewaltigungen offenbar nicht im Wege. Da hatte man wohl rechtzeitig ein Rezept eingereicht.
Aus einem durchaus unappetitlichen Fetisch, bei dem ein Protagonist aus dem Prekariats-TV das Geschäftsmodell seiner überaus zeigefreudigen, aber ahnungslosen Partnerin übernimmt (den Vorwürfen nach ungefragt) und mittels KI aufpimpt, ist inzwischen eine latente Bedrohung der bundesdeutschen Gesellschaft durch toxische Männlichkeit geworden. Hätte es die Geschichte eines weiblichen Opfers mit Multimigrationshintergrund, das von einem deutschen Übeltäter nach Strich und Faden hintergangen wurde, nicht gegeben… man hätte sie erfinden müssen.
Will man der vermittelten Botschaft glauben, ist es landauf, landab längst Praxis, dass besonders weiße Kartoffelmänner die Köpfe ihrer Partnerinnen auf nackte Körper montieren, um sie anschließend im Netz zu versilbern. Klar – in die Epsteinköpfe der Männer im Allgemeinen kann man ja nicht hineinschauen. Da wird schon so einiges lauern. Gegen ein solches virtuelles Monstrum verblassen natürlich die analogen Übergriffe in Silvesternächten, Parks und Jugendfreizeitzentren, bei denen die Distanzierungen von den Tätern ungleich schwerer fallen.
Die Welt steckt einfach voller Teufel
Die offizielle Version zusammengefasst: Ein kleiner Perversling (für den freilich bis dato die Unschuldvermutung gilt, worauf sein Anwalt auch hinweist), hintergeht klammheimlich die für ihn eigentlich viel zu schöne Ehefrau, die das Ganze nun bemerkt und veröffentlicht hat. Und da haben wir es: das idealtypische männliche Charakterschwein. Männer! Immer wieder Männer! Kann man jetzt in den Socials rauf und runter lesen. Respekt! „Nur ja heißt ja“, „Feminist Fight Club“, „Lasst uns laut sein und laut bleiben“, „Menschenrechte auch im Internet“, „Die Scham muss die Seite wechseln“.
Die Trendscouts haben ganze Arbeit geleistet. Wie damals bei der aufgedeckten geheimen Zweitauflage der Wannseekonferenz Ende 2023. Die Welt steckt einfach voller Teufel, gegen die man gemeinsam mit der Regierung zu Felde ziehen muss. „Unsere Demokratie“ ist gefährdet! Die nicht eben für Entschlossenheit und Tatkraft bekannte Regierungsmannschaft ist diesmal ausnahmsweise schnell wie der Blitz. Ein „Blitzgesetz“ zur Entanonymisierung sozialer Netzwerke zieht Ministerin Hubig soeben aus der Tasche, jubelt die BILD. Die Klarnamenpflicht soll jetzt zur Waffenverbotszone im gläsernen digitalen Raum werden. Sieh an! Die Gesetzesvorlage muss sie irgendwann letzte Woche verfasst haben.
Wohlorchestriert gingen dann in Berlin noch tausende Demonstranten aus einschlägigen Aktivisten-Milieus auf die Straße, alleine in Berlin 6.700 Personen, nach Veranstalterschätzung sogar 13.000. Beim Stern ist sogar schon die ganze Stadt auf den Beinen: „Berlin erscheint mit Wut im Bauch“. Der konkrete Fall wird dabei flugs zu einem „strukturellen Problem“ befördert, ein „krankes System, das Männer schützt und Frauen hilflos ausliefert“. Unvermeidliche Promi-Aktivisten wie Luisa Neubauer treten auf. Einschlägige Organisationen wie HateAid melden sich zu Wort. Die Forderung nach Gesetzesverschärfungen bricht sich kampagnenhaft Bahn. Die Anschuldigungen von Collien Fernandes gegen Christian Ulmen kommen, wie gerufen um die Klarnamenpflicht im Internet voranzutreiben. Und moderne Polit-Satire soll nebenbei auch noch gekillt, Meinungs- und Kunstfreiheit drastisch eingeschränkt werden. Nun aber hurtig bei der Umsetzung. Gefahr im Verzug!
Dipl.-Ing. arch Rocco Burggraf, Jahrgang 1963, ist freier Architekt und Stadtplaner. Er lebt und arbeitet in Dresden. Diesen Beitrag veröffentlichte er zuerst auf seinem Facebook-Account.
Bzgl. Klarnamenpflicht. Was machen dann eigentlich die ganzen bezahlten Schreiberlinge von Verfassungsschutz, Correctiv, HateAID etc.? Frag nur mal so.
Rückblick ins Jahr 2022: Damals wurde eine junge Wissenschaftlerin quer durch die linksliberale sog. „Qualitätspresse“ gehetzt, weil sie es gewagt hatte, einen Vortrag halten zu wollen, der lediglich Standardwissen Biologie referierte, nämlich, dass es lediglich zwei biologische Geschlechter gibt. Auch war sie der Meinung, Ärzte in Deutschland sollten 14jährigen Mädchen nicht die Brüste abschneiden, weil diese sich – ggfs. nur vorübergehend – als „Junge“ fühlen, und dass ein Mann in einer Frauensauna nichts zu suchen hat. Es folgten Mord- und Vergewaltigungsdrohungen über einen längeren Zeitraum, und Frau Vollbrecht leidet heute noch unter der damaligen Kampagne (vgl. ihre Youtube-Interviews). U.a. hatte eine linksliberale Berliner Tageszeitung in einem Artikel das Foto von Frau Vollbrecht auf einen Tweet von Judith Basad (früher NIUS) montiert, und dadurch die Nähe zu einem Rechtsextremisten konstruiert, der auf den Tweet geantwortet hatte. Angeblich ein „technischer Fehler“ (vermutlich eine wildgewordene Software – wer kennt das nicht /Sarkasmus). Niemand, keine Claudia Roth, keine Luisa Neubauer, keine Ricarda Lang hat damals Partei ergriffen für Vollbrecht, obwohl diese eindeutig auch „digitaler Gewalt“ ausgesetzt war. Dementsprechend ist sie jetzt auch offenbar etwas irritiert über die massive Solidaritätswelle für Collien Fernandes (dieser Eindruck ergibt sich aus ihren Tweets). Zur gesamten linksliberalen Presse, einschlägigen NGOs und Einzelpersonen, die damals die Kampagne gegen Vollbrecht gefahren haben oder dazu geschwiegen haben, jetzt aber das ganz große Fass aufmachen in der Causa Fernandes/Ulmen kann man nur sagen: Heuchler*innen (bewusst gegendert). Was nicht heisst, dass Deep Fakes nicht schlimm sind und auch überlegt werden sollte, wie mutmaßlichen Opfern geholfen werden kann, aber das Ganze ist völlig schräg in Relation zu dem Verhalten des selben politischen Milieus während der Kampagne gegen Frau Vollbrecht.
Genau so funktionieren totalitäre Regimes: Fakeereignis und organisierte Kampagne von Staatsmedien, gekauften Akteuren, Berufsdemonstranten und fanatisierten Mitläufern, Forderungen aus dem „Volk“, die genau der Intention des Regimes entsprechen, welches seinerseits dem Volkswillen zur eigenen Verknechtung vorgeblich nachkommt.
Ekelhaft, grauenhaft.
Ich bin völlig verwirrt. Meiner Kenntnis nach hat Herr Ulmen allenfalls Pornos veröffentlicht mit Darstellerinnen, die seiner Ex ähnlich sehen. Deep Fakes gab es vor zehn Jahren, als das Ganze angeblich angefangen haben soll, ja noch gar nicht. Mal ganz davon abgesehen, dass die Staatsanwaltshaft Itzehoe, bei der Ulmens Ex Anzeige gestellt haben soll, die Ermittlungen eingestellt hatte, weil ihrer Nachfrage nach weiteren Beweisen von ihr und ihren Anwälten nicht nachgekommen worden sein soll.
Bewirtschaftung der Aufmerksamkeit einschlägiger Kreise, um die eigene Ideologie in der Öffentlichkeit zu vermarkten. In diesem Fall linksgrüne Menschen- und Selbsthasser, die Ihre Bedürfnisse auf andere projizieren und dann dort geiseln. Kann man nichts machen.
@A.Ostrovsky: Geben Sie sich keine Mühe, mir zu antworten.
Ich lese Ihre Kommentare nicht mehr; wirklich nicht.
Wenn mein Name erscheint, schaue ich kurz hin, mehr nicht.
@Richard Loewe, ich sehe das wie Sie bzw. Ihr Freund.
Aber ich bin nicht vom Fach und sollte deshalb meine Klappe halten. Was mir aber schwerfällt, da ich immer wieder die großen Zusammenhänge mit 1. Mose/Genesis Kapitel 3 sehe.