Als Roger Köppel vergangene Woche nach Moskau reiste, öffnete sich für einige Stunden ein Informationskanal, der seit Beginn des Ukrainekrieges weitgehend verschlossen geblieben ist. Drei Stunden lang sprach der Chefredaktor der Weltwoche mit Wladimir Solowjow, einem der bekanntesten Gesichter der russischen Staatsmedien. Das Gespräch gewährt seltene Einblicke in die Denkweise eines Systems, das nach mehr als vier Jahren Krieg zunehmend darum bemüht ist, sein Handeln zu rechtfertigen. Gerade weil Solowjow weder Regierungsmitglied noch Militär ist, kann er Positionen formulieren, die offizielle Vertreter häufig nur verklausuliert äußern. Seine Aussagen verraten daher oft mehr über die geistige Verfassung des heutigen Russlands als manche offizielle Verlautbarung des Kremls.
Solowjow, 62 Jahre alt, stammt aus einer jüdischen Moskauer Familie. Der Fernsehmoderator verbindet intellektuelle Schärfe mit beträchtlicher rhetorischer Begabung und jenem Charisma, das große politische Kommunikatoren auszeichnet. Seine mehrmals wöchentlich ausgestrahlte Sendung „Solowjow Live“ erreicht ein Millionenpublikum und gehört zu den einflussreichsten Formaten des russischen Medienraums. Hinzu kommt eine beinahe theatralische Beherrschung von Gestik und Mimik. Über weite Strecken entstand der Eindruck, dass Solowjow weniger mit Roger Köppel sprach als zu seinem eigentlichen Publikum. Politische Analyse, ideologische Rechtfertigung und persönliche Selbstinszenierung gingen dabei nahezu nahtlos ineinander über.
Zu Beginn des Gesprächs, das in einem weitläufigen Moskauer Fernsehstudio vor einer Kremlkulisse aufgezeichnet wurde, schilderte Solowjow zunächst seinen beruflichen Werdegang. Schnell wurde klar, dass er den Westen bestens kennt. Nach einem Ingenieurstudium am Moskauer Institut für Stahl und Legierungen promovierte er am Institut für Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen. Anschließend lehrte er drei Jahre lang an einer Business School in Huntsville im Bundesstaat Alabama und sammelte damit frühe Erfahrungen im Westen, auf die er später mehrfach zurückkommen sollte.
Fortsetzung eines existenziellen Kampfes?
Bereits in den ersten Minuten wird ein Stilmittel sichtbar, das Solowjow im Verlauf des Gesprächs beinahe routinemäßig einsetzt: die ironische Herabsetzung des Westens. Bestimmte englische Begriffe spricht er mit verstellter Stimme und bewusst überzeichneter Intonation aus, als wolle er die dahinterstehenden Vorstellungen karikieren. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Inszenierung nicht auf mangelnden Sprachkenntnissen beruht. Im Gegenteil: Solowjow spricht fließend Englisch. Gerade deshalb wirkt die demonstrative Verzerrung einzelner Begriffe wie ein bewusst eingesetztes Instrument politischer Polemik.
Seine erste Einlassung zum Krieg in der Ukraine zielte auf die historische Wahrnehmung Europas. Die Europäer, so Solowjow, könnten diesen Krieg nicht verstehen, weil sie den Zweiten Weltkrieg lediglich als historisches Ereignis betrachteten. Für Russland hingegen sei er bis heute Teil der Gegenwart. Aus dieser Perspektive erscheine auch der Krieg in der Ukraine nicht als gewöhnlicher geopolitischer Konflikt, sondern als Fortsetzung eines existenziellen Kampfes gegen den Nationalsozialismus.
Besonders Deutschland könne sich dieser historischen Dimension nicht entziehen. In Russland, erklärte Solowjow, sei die Erinnerung an die deutschen Verbrechen des Zweiten Weltkriegs weiterhin lebendig. Die daraus resultierende Haltung brachte er in einer für das gesamte Gespräch charakteristischen Mischung aus Pathos und Aggressivität auf die Formel: „Ihr Bastarde habt 27 Millionen von uns umgebracht. Das waren unsere Großväter.“
Diese Überlegung dient Solowjow als Erklärung dafür, dass deutsche Hoheitszeichen auf westlichen Waffensystemen oder nationalsozialistische Symbole einzelner ukrainischer Kämpfer in Russland starke Assoziationen an den Zweiten Weltkrieg hervorrufen. Auffällig ist allerdings, dass viele der von ihm angeführten Erscheinungen erst im Verlauf des Krieges an Sichtbarkeit gewannen oder überhaupt entstanden. Die historische Erinnerung erscheint dadurch weniger als Instrument zur Einordnung gegenwärtiger Ereignisse denn als deren nachträgliche Deutung.
Ein heiliger Krieg?
Im weiteren Verlauf des Gesprächs wandte sich Solowjow gegen das Bestreben der Ukraine, sich politisch und kulturell an Europa anzunähern. Die Vorstellung eines freien und demokratischen Europas wies er als Illusion zurück. Europa werde heute von Kräften geprägt, die er als faschistisch bezeichnete. Dabei griff er wiederholt auf seine eigene Familiengeschichte zurück. Mehrere Angehörige seiner Familie seien aufgrund ihrer jüdischen Herkunft von ukrainischen Nationalisten ermordet worden, die unter der Führung Stepan Banderas gestanden hätten. Je länger Solowjow darüber sprach, desto stärker wich die politische Argumentation persönlicher Betroffenheit. In diesem Zusammenhang erklärte er, es falle ihm schwer, der Versuchung zu widerstehen, ukrainische Kriegsgefangene mit nationalsozialistischen Symbolen auf ihren Uniformen „in Stücke zu reißen“.
Hier zeigt sich ein zentrales Element seines Weltbildes. Historische Erinnerung, persönliche Erfahrung und politische Feindbilder verschmelzen zu einer einzigen Erzählung. Der Krieg erscheint nicht als Konflikt zwischen Staaten, sondern als Fortsetzung eines Kampfes, dessen Ursprünge weit vor dem Jahr 2022 liegen.
Das bestätigte Solowjow wenig später selbst. Russland kämpfe in der Ukraine nicht gegen die Ukrainer, sondern gegen das Böse – gegen dessen Satanismus und gegen einen Westen, der den Glauben an Gott, seine christlichen Wurzeln und die Werte seiner Vorfahren verloren habe. Der Krieg sei daher kein gewöhnlicher politischer Konflikt, sondern ein heiliger Krieg.
Es liegt eine historische Ironie darin, dass diese Diagnose ausgerechnet von dem Vertreter eines Landes vorgetragen wird, dessen Staat im 20. Jahrhundert über Jahrzehnte einen beispiellosen Kampf gegen die religiösen Grundlagen der eigenen Gesellschaft führte. Die Verfolgung der orthodoxen Kirche, die Konfiszierung ihres Eigentums und die Unterordnung des religiösen Lebens unter politische Zielsetzungen gehörten zu den prägenden Erfahrungen der sowjetischen Epoche. Dass Russland heute als Verteidiger christlicher Tradition auftritt, zählt zu den bemerkenswertesten ideologischen Verschiebungen der postsowjetischen Zeit.
Ebenso bemerkenswert war Solowjows Behauptung, ein russischer Soldat könne per se weder Marodeur noch Vergewaltiger noch Mörder sein. Den Höhepunkt dieser Argumentationslinie bildete seine Aussage, die Berichte über massenhafte Vergewaltigungen deutscher Frauen durch Soldaten der Roten Armee im Jahr 1945 und der Nachkriegszeit seien erfunden.
Wer besitzt die moralische Autorität
Gerade hier tritt ein auffälliger Widerspruch zutage. Einerseits erhebt Solowjow die historische Erinnerung zum zentralen Deutungsrahmen der Gegenwart. Andererseits weist er historische Erfahrungen zurück, sobald sie das eigene nationale Selbstbild infrage stellen. Erinnerung erscheint damit nicht als allgemeingültiger Maßstab, sondern als selektiv eingesetztes politisches Argument.
Das Massaker von Butscha bezeichnete Solowjow als eine vom Westen inszenierte Fälschung. Franzosen und Briten hätten diese Geschichte verbreitet, um Russland zu diffamieren. An die Stelle von Belegen traten dabei häufig suggestive Fragen. Als er Köppel fragte, wie viele Tote dieser in seinem Leben gesehen habe, ging es weniger um die Klärung eines Sachverhalts als um die Autorität des Fragenden.
Nachdem Solowjow den Krieg als existenziellen, religiösen und zivilisatorischen Abwehrkampf gedeutet hatte, wechselte er auf die militärische Ebene. Moskau habe niemals beabsichtigt, Kiew oder die gesamte Ukraine zu erobern. Russland sei lediglich den bedrängten Landsleuten im Donbass zu Hilfe gekommen. Es gehe um Freiheit, Wohlstand und das Recht auf Selbstbestimmung.
Dass diese Sichtweise im Westen kaum Resonanz finde, erklärte Solowjow mit einer gezielten Kampagne zur Diskreditierung Russlands. Zugleich sprach er Europa jede moralische Autorität ab. Staaten, die über Jahrhunderte fremde Völker unterworfen und ausgebeutet hätten, seien kaum in der Position, anderen Ländern moralische Lektionen zu erteilen. Unerwähnt blieb dabei, dass auch das Russische Reich eine expansive Kolonialpolitik betrieb, die vom Kaukasus über Sibirien bis Zentralasien reichte.
Europa, so Solowjow, werde heute von inkompetenten Eliten regiert, die ihre Gesellschaften in die Katastrophe führten. Wahre Demokratie existiere allein in Russland; Wladimir Putin sei daher nicht Autokrat, sondern Ausdruck des Volkswillens. Die Tiefe von Solowjows Verachtung für Europa offenbarte sich wenig später in einem bemerkenswerten Satz: „Ihr seid keine Richter, ihr seid nicht überlegen. Im Grunde genommen seid ihr ein Niemand, der seinen Wohlstand auf billigen russischen Ressourcen aufgebaut hat.“
Unvermeidlicher Atomwaffeneinsatz?
In dieser apodiktischen Aussage verdichtet sich sein gesamtes Weltbild. Europa erscheint nicht als politischer Konkurrent, sondern als moralisch diskreditierter Nutznießer russischer Leistungen. Die eigene Legitimation gewinnt Russland weniger aus konkreten Erfolgen als aus der vermeintlichen moralischen Minderwertigkeit des Gegners.
Im weiteren Verlauf nahm das Gespräch zunehmend den Charakter einer ideologischen Inszenierung an. Nahezu jedes Ereignis der jüngeren Geschichte erschien als Ausdruck einer gegen Russland gerichteten Verschwörung. Selbst die Annexion der Krim und der bewaffnete Separatismus im Donbass wurden als Akt der Notwehr dargestellt. Die Darstellung war stellenweise so überzogen, dass sie eher an politische Satire als an seriöse Analyse erinnerte. Auf dem Höhepunkt dieser Tiraden fragte Köppel, ob Solowjow an seine eigenen Ausführungen tatsächlich glaube. Die Antwort kam ohne Zögern: Natürlich. Er sei bereit, für diese Überzeugungen sein Leben zu geben.
Als Köppel wissen wollte, wann er Wladimir Putin zuletzt kritisiert habe, antwortete Solowjow: „Jeden einzelnen Tag. Ich will deutlich drastischere Maßnahmen [...] Ich bin für den Einsatz von Atomwaffen. Leider ist das unvermeidlich.“ Damit war der Endpunkt seiner Argumentation erreicht. Wer den Krieg als existenziellen Kampf gegen das Böse deutet, für den erscheint auch die Eskalation zur logischen Konsequenz. Europa habe sich durch seine Unterstützung der Ukraine zur Kriegspartei gemacht und müsse die Folgen seines Handelns tragen. Dass die nukleare Schwelle bislang nicht überschritten worden sei, verdanke die Welt allein der Mäßigung Putins.
Eine gemeinsame Zukunft Russlands und Europas hielt Solowjow für ausgeschlossen. Europa sei für Russland politisch, wirtschaftlich und kulturell bedeutungslos geworden. Den Grund für die Feindschaft des Westens fasste er in einem Satz zusammen, der viel über sein Geschichtsverständnis verrät: „Ihr hasst uns, weil ihr in uns erkennt, wie ihr früher einmal wart.“
Dieser Standpunkt erschließt sich jedoch erst, wenn man berücksichtigt, in welcher Situation und vor welchem Publikum Solowjow spricht. Nach mehr als vier Jahren Krieg steht Russland vor der Aufgabe, die enormen Kosten und Opfer des Konflikts dauerhaft zu legitimieren. Dabei erfüllt Solowjow eine zentrale Funktion. Als Journalist steht er formal außerhalb der staatlichen Hierarchie, was seinen Worten eine scheinbare Unabhängigkeit verleiht. Er verkündet keine Regierungsbeschlüsse, sondern liefert die Begründung, warum die Bevölkerung sie akzeptieren soll.
Sinnstifter der Politik
Darin wird seine eigentliche Rolle sichtbar. Solowjow ist nicht der Architekt der Politik des Kremls, sondern einer ihrer wichtigsten Sinnstifter. Seine Aufgabe besteht nicht darin, Politik zu machen, sondern ihr Bedeutung zu verleihen. Die ideologische Rechtfertigung des Krieges stützt sich dabei auf Vorstellungen von Freiheit, Selbstbestimmung und Volkssouveränität – Begriffe, deren praktische Bedeutung in der russischen Innenpolitik seit Jahrzehnten zunehmend eingeschränkt wird.
Vielleicht liegt darin die wichtigste Erkenntnis dieses Gesprächs. Wer Solowjow zuhört, erfährt weniger über die Persönlichkeit eines Fernsehmoderators als über die geistige Verfassung eines Systems, dessen Vertreter einen Krieg längst nicht mehr primär mit politischen Zielen, sondern mit Geschichte, Moral und Religion begründen.
Diese Methode ist aus der russischen Geschichte bekannt. Nach dem deutschen Überfall von 1941 mobilisierte die sowjetische Führung die Bevölkerung nicht allein durch militärische Ziele, sondern durch die Beschwörung eines existenziellen Kampfes um das Überleben der Nation. Aus dieser Erfahrung entstand der Mythos des Großen Vaterländischen Krieges, auf den sich die russische Staatsführung und Solowjow bis heute immer wieder berufen.
Wer den Krieg als existenziellen Kampf um das Überleben der Nation deutet, gelangt fast zwangsläufig zu jener Schlussfolgerung, die Solowjow am Ende des Gesprächs formulierte: „Entweder wir gewinnen diesen Krieg, oder es wird keine Welt mehr übrigbleiben.“
Gerade darin zeigt sich die eigentliche Dynamik des Konflikts. Je länger der Krieg dauert, desto weniger wird er durch konkrete politische Ziele erklärt und desto stärker durch Geschichte, Moral und Religion. Nicht der Krieg folgt der Ideologie, sondern die Ideologie folgt einem Krieg, dessen Kosten immer schwerer zu rechtfertigen sind.
Es gab einmal ein Land, in dem sich die politisch Herrschenden als Herrenmenschen definierten. Das Ende kennen wir. Heute gibt es viee Länder, in denen sich die politisch Herrschenden als Herrenmenschen betrachten. Rußland ist das bekannteste. Da Rußland jede Menge Rohstoffe aus seinen asiatischen Kolonien hat, von Stalin die Atomwaffen geerbt hat und wie dieser bereit ist, Krieg zu führen, hat sich bei den politisch führenden Geheimdiensten und Militärs ein Gefühl der Überlegenheit ausgebildet, welches sie ebenfalls zu einem nicht erwünschten Ende führen wird. Ob sich der Studio-Krieger das thermonukleare Ende von Moskau wünscht, wird nicht deutlich.
Um wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen bitte diesen aktuellen Artikel lesen (insbesondere auch zur Vorgeschichte des Ukraine-Krieges): Berliner Zeitung – Jeffrey Sachs – offener Brief an Bundeskanzler
Die NS-Propaganda, die den Angriff auf die Sowjetunion begleitete, wechselte zwischen Antislawismus, Antisemitismus und Antibolschewismus und blieb dabei überall unscharf, um Sie dem Kriegsverlauf entsprechend ändern zu können. Die Führung stritt sich neben Hitler und Rosenberg um die Bedeutung des ukrainischen Nationalismus und in welche Rolle Esten oder Balten in den Plänen zur Eroberung einnehmen sollen. Der imperiale Charakter zeigt sich darin, wie auch hier für den Ordensstaat des SS 80.000 Freiwillige geworben wurden und die Kirchen Dankgottesdienste feierten. Die Mär vom russichen Untermenschen wollte indes bei deutschen Bauern nicht so recht verfangen, welche den SD zur Verzweiflung brachten, indem Sie die Arbeiterinnen zu gut einkleideten, oder sich an die Führung wendeten, um sich über die schlechte Behandlung der Russen zu beklagen. Das Bild über die faulen Polen hat die Gegenwart wiederlegt und dürfte ein Relikt des alten Feindbildes sein. Inwieweit Planung und Darstellung des Krieges durch die Wirklichkeit bestätigt wurde ist auch heute fraglich- zumal er auch wie im Falle des von Genscher anerkannten Kroatiens auf der Bruchlinie einer konfessionellen Grenze operiert, die Wahrscheinlichkeit, als verfolgte Minderheit in der Ukraine, oder in Kroatien zu überleben, war um ein Vielfaches geringer, als im besetzten Holland oder Frankreich. Indem Putin seinem KGB Patriarchen hofiert, ist deutlich, wer neben Fernsehsendern sonst noch für die Hochmoral zuständig ist, spiegelbildlich weiht der Papst die Erde- diese Spaltung ist eine alte Sache. Neben dem Elefant im Raum, existiert das Elefantengedächtnis der Religion, wo es offene Rechnungen gibt. Mit Alter Schwede meinte man kampferprobte Soldaten, 21 Jahre kämpfte Schweden gegen Rußland, wobei der Vatikan stellenweise die Protestanten unterstützte, da in Aussicht stand, dadurch der Orthodoxie zu schaden.
Das Gespräch, das Roger Köppel mit Wladimir Solowjow führte, sollte als das gesehen werden, was es war. Als eindringliche Warnung an den Westen, nicht so tief in die „Unterstützung“ der Ukraine einzusteigen, dass eine punktuelle Bekämpfung z. B. von Waffenfabriken für Russland unvermeidlich wird. Mit dem nach dem Gespräch erfolgten Angriff auf St. Petersburg wurde ein Schritt in diese gefährliche Richtung getan. Lange wird sich Putin nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Und dann hat im Westen wieder keiner was gewusst. Bei Fritze und Konsorten ist das kein Wunder. Armes Deutschland.
Solowjow ist ein übler Einpeitscher, der sauer ist, dass er seine Villa am Comer See nicht mehr benutzen kann.
Ja und? Ist die Hochmoral des Wertewestens, insbesondere der deutsche Weltrettungs- feministische Außenpolitik- und weltweit verbreitete Genderwahn- Reflex, verbunden mit der Verächtlichmachung derer, die daran Kritik zu üben wagen, etwa besser? Das ist keine Relativierung. Es zeigt nur, wie nahe sich die Denke von „Hochmoral“ in Ost und West ist. Daß hier Keiner das Recht und den Anlaß besitzt, über seinen Gegenpart herzuziehen. # Auch Sie nicht, lieber Herr Ostholt.
Osthold ist nicht der Architekt der deutschen Militärpolitik, gehört aber zu ihrem Stab an „Sinnstiftern“, betätigt sich also auf dem gleichen Feld wie Solowjow. Festzuhalten ist sein Zugeständnis, dass Russland sich „existentiell“ bedroht fühlt Es geht nämlich für die Russen unter anderem darum, dass sie nicht vom Zugang zu den Weltmeeren abgesperrt werden. Und letzten Endes darum, dass sie nicht okkupiert, einer vom Westen eingesetzten Regierung unterstellt und ihrer Bodenschätze beraubt werden. Wenn „der Westen“ deutlich machen würde, dass er solche Ziele nicht unterstützt, wäre ein Frieden erheblich einfacher.