Wahrscheinlich gab es noch nie einen solch großen überregionalen Medienauftrieb bei einer Bürgermeisterwahl im erzgebirgischen Aue-Bad Schlema, auch nicht, als Aue und Bad Schlema noch getrennte Städte waren. „Ein Rechtsextremist könnte Oberbürgermeister werden“, las und hörten deutsche Medienkonsumenten vielerorts.
Das Muster ist inzwischen bekannt. Es gibt eine Stichwahl für ein kommunales Spitzenamt und alle Parteien links der AfD versammeln sich hinter einem Kandidaten, um für diesen zu werben, damit der Konkurrent von rechts verhindert wird. In Aue-Bad Schlema war es nur in einem entscheidenden Punkt anders und neu: Der zu verhindernde Kandidat kam nicht aus der AfD, sondern von weiter rechts, von den „Freien Sachsen“.
Bei der letzten Bundestagswahl im vorigen Jahr stimmten die Wähler dieser Stadt noch zu 45,7 Prozent für die AfD, gefolgt von der CDU mit 19,7 Prozent. Doch bei der diesjährigen Oberbürgermeisterwahl erlitt die AfD im ersten Wahlgang am 10. Mai 2026 eine Schlappe, allerdings nicht unbedingt zur Freude derer, die sich sonst über jede AfD-Niederlage freuen.
Auf dem ersten Platz landete Stefan Hartung von den „Freien Sachsen“ mit 29 Prozent der Stimmen. Die rechte Kleinpartei ist auf Landesebene bedeutungslos, aber in manchen Regionen offensichtlich lokalpolitisch stark. Ihr Kandidat Hartung war auch bereits zur vorigen OB-Wahl im Jahr 2019 als Einzelbewerber angetreten und erhielt damals 18,2 Prozent der abgegebenen Stimmen. Der Mann ist sowohl stellvertretender Vorsitzender der Freien Sachsen als auch Mitglied der früheren NPD, die heute „Die Heimat“ heißt. Damit ist unzweifelhaft klar, wie weit rechts er seinen Platz auf der politischen Landkarte hat.
Legitimationsformel für den „Kampf gegen rechts“
„Freie Sachsen“ wie auch „Die Heimat“ stehen bei der AfD auf einer Unvereinbarkeitsliste. Die Partei ist um klare Abgrenzung bemüht und musste im Mai 2026 beim ersten Wahlgang nun erleben, dass sie bei der Bürgermeisterwahl klar rechts überholt wurde. Der AfD-Kandidat Lars Bochmann kam im Mai nur auf 18,5 Prozent, auf Platz vier, hinter dem zweitplatzierten CDU-Kandidaten Marcus Hoffmann mit 23,6 Prozent und Danny Weber von der Freien Wählervereinigung mit 22,5 Prozent.
Am gestrigen Sonntag stand nun die Stichwahl zwischen dem CDU- und dem Freie-Sachsen-Kandidaten an. Marcus Hoffmann – unterstützt von allen Brandmauerparteien – gewann selbige knapp mit 52,7 Prozent gegen Hartungs 47,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag übrigens bei 61,7 Prozent.
Die politische Konstellation in der Erzgebirgsstadt hat allerdings eine Frage wieder stärker in den Fokus gerückt: An welcher Grenzlinie beginnt eigentlich der Rechtsextremismus?
Früher wurde noch differenziert. Für links wie rechts galt: Es gibt diejenigen Positionen, die sich klar und eindeutig auf dem Fundament der Demokratie bewegen. Und dann gibt es Radikale, die sich davon entfernt haben, sowie Extremisten, die es zu zerstören suchen. Aber gegenüber der Rechten werden diese Unterschiede längst weder bei politischen Mitbewerbern noch in politischer Bildung, bei all den im „Demokratie leben“-Programm geförderten Institutionen oder einem Großteil der Medien gemacht.
Dass es auch eine demokratische, freiheitsliebende Rechte geben kann, ist in vielen Weltbildern eliminiert worden. Die wichtigen Grenzen zwischen der demokratischen Rechten, den Rechtsradikalen und den Rechtsextremen wurden und werden gezielt verwischt. Der „Kampf gegen rechts“ erklärt alles, was rechts ist, für rechtsextrem, anders ließe er sich auch nicht als öffentlich förderungswürdig legitimieren.
Eine Chance, um AfD-Wähler zu werben?
Nur führt diese Grenzverwischung eben auch zur Verharmlosung Rechtsradikaler und Rechtsextremer. Was passiert aber, wenn die AfD als rechtsextremistisch etikettiert wird, um zu verhindern, dass diese von demokratisch gesinnten Bürgern, die beispielsweise gegen die herrschende Migrations- und Energiepolitik votieren wollen, gewählt wird? Zunächst zögern viele. Falls dann ihre politisch inhaltlichen Forderungen von den anderen Parteien weiterhin ignoriert werden, verliert sich dieses Zögern, und die bislang ungehörten Forderungen münden in Stimmen für die AfD. Der weiterhin stets erhobene Rechtsextremismus-Vorwurf entwertet sich zugleich, allein schon deshalb, weil gar nicht mehr differenziert werden kann.
Wer schon auf jeden demokratischen Rechten, auf jeden eventuellen AfD-Sympathisanten verbal mit der Rechtsextremismus-Keule losgeht, hat für all jene, die weiter rechts stehen, gar keine Bezeichnung mehr. All die aufgeregten Warnungen verpuffen. Wie in Aue-Bad Schlema vor dem zweiten Wahlgang. Der „Freie Sachsen“-Kandidat wurde in den meisten Medien und bei der politischen Konkurrenz mit den gleichen Zuschreibungen bedacht wie sonst AfD-Kandidaten, die es irgendwo in die Stichwahl schafften.
Dabei dürfte sich vielleicht mancher in der lokalen CDU gefragt haben, ob es angesichts der Ausgangslage vor der Stichwahl nicht angeraten wäre, um die AfD-Wähler zu werben. Die Partei hat schließlich Abgrenzungsbeschlüsse nach rechts, auch wenn die vielleicht nicht so konsequent exekutiert werden wie die Brandmauerregeln bei der CDU. Aber ebendiese Brandmauer steht bei einer Situation wie in Aue-Bad Schlema beim Werben um AfD-Wähler im Weg. Der AfD-Kandidat selbst hatte seinen Anhängern keine Wahlempfehlung für die Stichwahl gegeben.
Wäre diese Wahl in der erzgebirgischen Provinz nicht ein guter Anlass, sich bei Betrachtung und Vermessung der politischen Landschaft endlich wieder einer inhaltlich klareren und differenzierteren Sichtweise zu befleißigen? Ich weiß, wie wenig realistisch dieser Wunsch ist. Aber manchmal möchte ich einfach nicht an meinen Ansprüchen sparen.

Zwei Punkte:
1. Hatten die Briefwahlstimmen irgendeinen Einfluss?
2. Was passiert, wenn die AfD als rechtsextremistisch etikettiert wird, um zu verhindern, dass diese von demokratisch gesinnten Bürgern, die beispielsweise gegen die herrschende Migrations- und Energiepolitik votieren wollen, gewählt wird?
Antwort zu 2.:
Der Aufprall gegen die Wand, den die Kartellparteien verursachen, wird noch fürchterlicher.
Wir wollen mehr Islam, damit die Deutschen so richtig braun werden, mit Bärbel. Alle wollen das – außer der AfD. Die ist voll auf dem Anti-Fa-Trip, muss man genau beobachten. Verfassungsschutz dawai! Wo doch die Nazis hellauf begeistert waren von Islam: Und dann fährt Himmler fort, Deutsche und Muslime hätten gemeinsame Feinde, den „Bolschewik, England, Amerika, alle immer wieder getrieben vom Juden.“ Und ein paar Tage später bei einer Tagung vor Funktionären des „Rassenpolitischen Amtes der NSDAP“ sagt derselbe Himmler:
„Ich muss sagen, ich habe gegen den Islam gar nichts. Denn er erzieht mir in dieser Division seine Menschen und verspricht ihnen den Himmel, wenn sie gekämpft haben und im Kampf gefallen sind. Eine für Soldaten praktische und sympathische Religion.“
Welche Rolle spielte eigentlich muslimische SS bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes 1944? Unter der Führung der Himmler-SS?
Es war völlig klar, dass die synonyme Verwendung der Begriffe „rechtsextrem“, „rechtsradikal“ oder allgemein „räächts“ zu einer Bagatellisierung führt und den historischen Fakten in keiner Weise gerecht wird. Gerade auch die kruden Bewertungsmasstäbe des Verfassungsschutzes in deren Berichten haben dazu erheblich beigetragen, und bei den Bürgern ein Wahrnehmung erzeugt, jeder ist bereits „gesichert rechtsextrem“, der „Herr der Ringe“ gut findet, nur zwei Geschlechter kennt oder auch nur rechtsdrehende Schrauben im Keller hat. Ganz schlimm sind auch neuerdings die Gleichsetzungen von AFD und NSDAP, wie sie aktuell sogar Merz betrieben hat. Nein Herr Bundeskanzler! Es gibt einen Unterschied zwischen der Forderung nach Abschiebung abgelehnter Asylbewerber auf der einen Seite und der industriemäßig organisierten Ermordung von Millionen Juden. Eine unerträgliche Relativierung des Holocaust! Aber das kommt eben dabei heraus. Wenn a = b gilt, dann gilt eben auch b = a! Jeder der ein bischen von Mathe versteht weiß das. Und nein, die Wehrmacht ist in der Nazi-Zeit nicht etwa deshalb in Polen eimmarschiert, um dort eine Energiewende zu verhindern!
Lassen sie doch bitte den Blödsinn mit den Stiefeln,das weisse Schnürsenkel irgend etwas mit Rechts zu tun haben ist eine Erfindung der Presse.Die können sie auch in Indonesien bei Skinheads sehen.
Nachtrag : Thema Unkenntnis von Land und Leuten
Der Nachrichtensprecher bei Welt-TV spricht von „Aue-Bad Schlemma“
Sowas darf nicht passieren….
Die Zutaten zum Bürgerkrieg sind alle da. Eine handlungs- und kompromißunfähige Elite, die Machterhalt höher priorisiert als demokratische Spielregeln, sich auf Seiten großstädtischer Migranten positioniert und mit linksradikalen Aktivisten samt Schlägertrupps koordiniert. Auf dem anderen Ufer den indigenen Pöbel, der ländliche Gegenden dominiert, in Städten marginalisiert wird und dessen Interessen schlicht nichts zählen. Transferleistungsabhängige Migranten werden sich selbst vertreten, sobald das Sozialsystem scheitert und danke für nichts sagen. Spätestens dann wird es eng für die politische Filterblase.
Ich kenne die Lage und die Leute dort gut und behaupte: „ außerhalb Sachsens und speziell des Erzgebirges“ hat man KEINE Ahnung wie die Leute drauf sind. Da kenne ich sogar AFD und Freie Sachsen Mitglieder und Wähler. Auch die Medienblase und der Autor sind nicht aktuell informiert, aber ich schätze P. Grimm trotzdem sehr. Gehen Sie dorthin Herr Grimm, schauen Sie sich dort um , mal 14 Tage im Urlaub die Gegend und die Leute an, das erweitert den politischen Horizont ungemein. Den Leuten dort ist es einfach egal in welcher Partei Hartung ist , oder ob die rechts ist oder nicht. Der war auf den Plätzen und hat sich den Leuten gestellt, war immer gut vorbereitet und hat klare Ansichten vorgebracht. Den CDU Mann hat man als blas und unscheinbar wahrgenommen. Man hat dort grundsätzlich ungemein die Schnauze voll vom Zustand unseres Landes. Zur Frage „Briefwahl “ schweige ich ganz diskret…