Die Vorsitzende des deutschen Ethikrates, Alena Buyx, demonstriert das Mindset einer politischen Klasse, die glaubt, jede Kritik als Hassrede delegitimieren zu dürfen. Auf Twitter lässt sich sehr anschaulich verfolgen, wie sie damit scheitert.
Die Vorsitzende des Ethikrats bekommt von Markus Söder den „Bayerischen Verdienstorden“ verliehen. Unter dem Tweet hagelt es dafür harsche, argumentative, mehrheitlich keineswegs beleidigende Kritik. Daraufhin geriert sich Buyx als Opfer einer Hatespeech-Kampagne: „1500 üble, teils menschenverachtende Kommentare“ seien das gewesen. Damit meint sie etwa die Antwort des Journalisten Alexander Wallasch: „Lassen Sie die Hater-Karte mal im Köcher. Die Leute sind zunächst mal zu Recht empört. Und Sie kennen den Auslöser: Diesen Orden anzunehmen nach Ihrer Rolle im Corona-Regime ist an Dreistigkeit nicht zu toppen. ‚Gewissenlosigkeit‘ ist da noch ein milder Anwurf.“ Ein Twitter-Nutzer fragt: „Meinen Sie allen Ernstes, die Menschen vergessen die Gewalt, die ihnen wärend der Pandemie-Politik angetan wurde? Und glauben Sie etwa, den Hauptakteuren dieser Politik wird einfach so verziehen, ohne dass eine selbstkritische Aufarbeitung stattgefunden hat?“ Ein Fräulein Holle meint: „Dass sie einen Orden für Verdienste bekommen, ist wirklich ein Witz. Die Verweigerer einer Aufarbeitung der Coronapolitik hängen sich nun gegenseitig Orden um den Hals. Wahnsinn!“
Menschen wie Buyx scheinen wirklich davon überzeugt zu sein, grundsätzlich nichts falsch gemacht zu haben, sondern sich in weißer Weste auch noch mit Orden behängen zu dürfen. In ihren Gremien, Zoom-Konferenzen und Talk-Shows bleiben sie unter sich, denken so gleichförmig wie erfahrungslos in immer dieselbe Richtung, fühlen sich aber dazu berufen, Macht über alle auszuüben, indem sie etwa als Corona-Berater tief in den Alltag der Menschen, ja in ihr Familien- und Privatleben hineingreifen. Ganze Familien haben ihre Kampagnen auseinandergerissen. Ihrer Vorstellung nach sind sie dennoch die Guten, Vertreter von Wissenschaft und Aufklärung, Diener der Demokratie. Doch auf Twitter fehlen ihnen die Gate-Keeper, die sonst die Kräfteverhältnisse zu ihren Gunsten strukturieren. Unverkennbar zeigt sich hier eine kritische Masse, die in den sterilen Räumen der Macht nicht zu Wort kommt, doch über ein intaktes Urteilsvermögen verfügt und eines ganz gewiss hat: ein gutes Gedächtnis.
Als Vorsitzende hat sie nicht nur den Ethikrat zu verantworten, der für die Impfpflicht eintrat, die auch für Schüler „grundsätzlich denkbar“ sei; für den die „Spaltung der Gesellschaft nicht ersichtlich“ war, weil Ungeimpfte sich selbst ausgrenzen würden; der für „flächendeckend 2G“ eintrat und der Politik riet, die Maßnahmen „schrittweise hochzueskalieren“; der „Impfgegnern“ ausrichtete, sie mögen auf „Beatmung verzichten“. Alena Buyx war auch Mitglied im Expertenrat, der selbst bei Omikron noch für Maßnahmen-Hardlinertum eintrat, ein erzieherisch-herablassendes Gesellschaftsverständnis verkörperte und für Grundsätze eines Rechtsstaats – wie dem Verhältnismäßigkeitsprinzip – überhaupt kein Gespür hat. Dafür glaubte der Rat, künftige Wellen auf Basis von PCR-Daten modellieren zu können, um damit schwere Grundrechtseingriffe zu rechtfertigen. Mit Rechnungen, die er lieber nicht der Öffentlichkeit und wissenschaftlichen Community zugänglich macht: „Wissenschaft“.
Die Demokratie ist kein Ponyhof. Auf Twitter stehen die Mächtigen mal ganz ohnmächtig da, erfahren in voller Wucht den Widerspruch, den sie in der Bevölkerung provozieren. Und jeder, der es wissen will, sieht: Es handelt sich dabei keineswegs um Hassrede. Solche Diffamierungsversuche fliegen sofort auf. Eine schöne Lektion für die politische Klasse.
Felix Perrefort ist Redakteur und Autor der Achse des Guten.
Beitragsbild: Pixabay

Karrieristin Buyx hat dafür plädiert, Menschen zum Mittel zu machen, sie nicht als Zweck zu behandeln, und damit dem kategorischen Imperativ (Zweckformel) zuwider gehandelt. Das ist die Ethik des bedingungslosen Untertans und hat mit Moral nichts zu tun. Aber es sind nin mal stets die Untertanen, die die Orden bekommen.
Erst nach Jahrzehnten muß ich als Deutscher erkennen, wie schlecht in dieser „politischen Klasse“ und ihrer Claquere wie Madame Buyx harte und substanzielle Kritik vertragen können. Die Geschichte und die Fakten werden sie richten. Das funktioniert in anderen Nationen wesentlich besser., wenn auch mit Widerstand bei den Verantwortlichen. „Doch auf Twitter fehlen ihnen die Gate-Keeper, die sonst die Kräfteverhältnisse zu ihren Gunsten strukturieren. Unverkennbar zeigt sich hier eine kritische Masse, die in den sterilen Räumen der Macht nicht zu Wort kommt, doch über ein intaktes Urteilsvermögen verfügt und eines ganz gewiss hat: ein gutes Gedächtnis.“ Herrlich formulierte Aussage, lieber Herr Perrefort. Danke auch noch mal an Elon Musk.
Übrigens hat Buyx auf Twitter dreist gelogen: sie habe nie von „hocheskalieren“ gesprochen. Ein anderer Twitternutzer konfrontierte sie daraufhin mit dem Video der Talkshow, in der sie von „hocheskalieren“ sprach.
Diese Experten- und Politkerkaste sitzt im Wolkenkuckucksheim. Die kommen da auch nicht mehr raus.
@Fred Burig: Hallo Herr Burig, in diesem Fall veröffentlicht Reitschuster eine von ihm nicht zu verantwortende Umfrage, an der zu zweifeln überhaupt kein Anlass besteht, nach all den gemachten Erfahrungen. Grüße zurück ins Erzgebirge.
Der unter Merkel geschaffene sog. „Ethikrat“ dient lediglich als Waschmaschine für die blutige & schmutzige Wäsche einer verantwortungslosen Politik für Partikular- bzw. Lobbyinteressen.
Dunnhäutige Menschen überall. War früher anders. Franz Josef Strauß und Herbert Wehner. Man waren die gut.
@Werner Gottschämmer : >>… Gruber an den Kini …<< Ja, die Gruber Moni. Die hat gesagt, es sollen mal alle mehr Respekt für den Kini haben. Sagt sie. Und der hat dann gepöbelt, dass die Fetzen fliegen. Man kann nur hoffen, dass die Erdinger solches Treiben in ihrer Stadt verbieten, wegen Nichteinhaltung des Mindestabstandes vom politisch-kulturellen Niveau der Wildschweine. Zefix. Dieses Pack, das. Die wo den Kini nicht verehren wollen. Wollen sie nicht, zefix. Des is a Frangge, hoabzers! Ei, verregg!