Thilo Schneider / 24.03.2018 / 06:23 / 35 / Seite ausdrucken

Die Petze ist ein Meister aus Deutschland

Thilo Schneider widmet sich in seiner neuen Video-Kolumne der "Darkside of the Mittelschicht". Dabei schont er weder seine Mitmenschen noch sich selbst. In der ersten Folge nimmt er sich die Petze und den ihr nahe verwandten „unbesorgten Bürger" zur Brust: „Ich habe sie schon in der Schule gehasst, diesen Honk oder diese Uschi in der ersten Reihe. Die erste Reihe war immer auch die deutscheste Reihe in der Klasse. Sich an die Autorität ranschmeißen und den Rest dafür bluten lassen. Und ich glaube, dass Medien und Politik heute voll von Leuten aus der ersten Reihe sind."

Foto: Timo Raab

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Frank Robenek-von Seggern / 24.03.2018

Die Mentalität ” der ersten Reihe” setzt sich im Studium und Berufsleben fort. Auf Fortbildungsveranstaltungen sind in der abschließenden Diskussionrunde die suggestiven Fragen der Kandidaten beliebt. Regelmäßig treibt es einem das Grinsen ins Gesicht, wenn ein beherzter Dozent alter Schule einen Repräsentanten, ob solcher Fragen, aus der ” Darf-ich-Ihre-Tasche-tragen-Reihe”  vor versammeltem Auditorium vorführt. Soll noch jemand sagen man nehme nichts mit aus der Fortbildung….........!

Thomas Weidner / 24.03.2018

Herr Schneider - wer im positiven Sinne provozieren will, um ein Nachdenken und Reflektieren anzuregen, muss das mit sehr behutsamer Feder tun. Wer es nämlich mit dem Holzhammer wie Sie tut, erreicht lediglich das Gegenteil…

Volker Kleinophorst / 24.03.2018

Dark Side of The Mittelschicht? Petzen, Denunzieren zog und zieht sich durch alle Schichten, Frauen sind aber traditionell stärker vertreten. Also doch wohl eher: “Darkside of the Superwoman”, wenn man das Gepetze nach “Tätergruppen” aufspalten möchte. Woran das (auch) liegt? Schon Mädchen werden fürs Petzen von den Eltern, Kindergärtner und Lehrern belohnt. Petze ist man nicht (nur), man wird auch dazu gemacht. Jungs, die petzen, kriegen (oder kriegten zumindest) von den anderen aufs Maul.

Matthias Tabek / 24.03.2018

Eine wirklich treffende Beschreibung der verbissenen Besserdeutschen! Man wünscht sich für die Beschriebenen einen Bruchteil der Lockerheit und des Humors des Autors, die er in seinem Beitrag an den Tag legt. Dann sähe vieles hierzulande anders aus.

Wieland Schmied / 24.03.2018

Zitat Schneider: „Ich habe sie schon in der Schule gehasst, diesen Honk oder diese Uschi in der ersten Reihe. Die erste Reihe war immer auch die deutscheste Reihe in der Klasse. Sich an die Autorität ranschmeißen und den Rest dafür bluten lassen. Und ich glaube, dass Medien und Politik heute…..................” Sind Sie sich eigentlich dessen bewußt, daß Sie ein Verächter all dessen sind, was irgendwie nach ‘Deutsch’ riecht, schmeckt, klingt oder mit selbigem auch nur im Entferntesten in Verbindung gebracht werden könnte? Als alter, weißer Mann - Sie könnten (allerdings nur vom Alter her) vielleicht sogar mein Enkel sein - muß ich Ihnen, nach mühsamem lesen einiger Ihrer Wortbeiträge hier auf der Achse sagen, daß Leute wie Sie, für mich offenkundig, dazu beigetragen haben, daß dieses kein Land mehr ist, in dem es sich, nicht nur für mich und meine Angehörigen, gut und gerne leben läßt. Bis zu Jahrtausendwende war ich froh und glücklich Deutscher zu sein, gücklich darüber, daß mein Vater trotz Drängens meiner Mutter, nach dem II. WK nicht mit der Familie in die USA auswanderte. Seit etwa 10 Jahren habe ich meine Meinung dazu diametral geändert.  

Brigitte Brils / 24.03.2018

Da hat die Petze wohl zu wenig Klassenkeile gekriegt!

Rainer Nicolaisen / 24.03.2018

Ganz amüsant. Nur: Warum muß der Titel in Sprachpanscherei daherkommen? Anglo, Anglo über alles…

Sebastian Kramberg / 24.03.2018

Sehr geehrter Herr Schneider, Sie schießen haarscharf am Ziel vorbei. Der Denunziant rekrutiert sich so gut wie nie aus den Klassenbesten. Ganz im Gegenteil. Die Opportunisten, die Petzer sind die Gleichen, die von den Schülern in der oberen Perzentile kurz vor Schulbeginn die Hausaufgaben abschreiben und dann als ihre eigenen ausgeben. Wenn dann Schule und Studium gemeistert sind und man im Berufsleben steht sieht es dann folgendermassen aus: ich z.B. bin im medizinischen Bereich tätig,  habe insgesamt 16 Jahre Studium und Facharztausbildung hinter mir und bekomme jetzt von den Abschreibern, die im Schnelldurchlauf BWL studiert haben die Arbeitsbedingungen diktiert, was sich aktuell im raschen Qualitätsverlust des Gesundheitssystems und im Krankenhaus in vollgelegten Fluren in der Grippesaison äußert, weil die Zahl der Zimmer nicht ausreicht. Petzen? Kann ich auch nicht leiden. Allerdings gehören immer zwei dazu: einer der petzt, und einer der ein offenes Ohr dafür hat. Sie haben insofern recht: unsere Gesellschaft ist extrem anfällig für virtue signalling geworden, und der Schein wird immer wichtiger als die Substanz. Ein Lösungsansatz? Die Mißstände benennen auch auf das Risiko hin sich kurzfristig unbeliebt zu machen.

Hjalmar Kreutzer / 24.03.2018

Bravo, Herr Schneider! Herzliche Grüße von einem Arsch!

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