Laut Umfragen ist die Mehrheit der Deutschen für den Weiterbetrieb der letzten drei Atomkraftwerke. Die Regierung folgt dem nicht. 20 Professoren schickten deshalb die „Stuttgarter Erklärung" nach Berlin. Jetzt bitten sie um Unterschriften, denn die Stuttgarter Erklärung wurde als Petition an den Bundestag zur Mitzeichnung freigeschaltet.
„Sie sind ja viel im Ausland unterwegs, hält man uns im Ausland eigentlich für komplett geisteskrank?“, so die Frage von Julian Reichelt an den Kernenergetiker Manfred Haferburg bei Achtung Reichelt (ab Min. 7:16). Spontane Antwort Haferburgs: „Ja!“
Im Interview ging es um die Abschaltung der Atomkraftwerke. Dass das Abschalten und der sogenannte Reservebetrieb von zwei der drei verbliebenen Kernkraftwerke objektiv keine Lösung für das virulente Stromproblem ist, ist offensichtlich, denn weder reichen zwei Kernkraftwerke aus, noch ist ein flexibles Hochfahren, wie unser Energie- und Wirtschaftsminister sich das vorstellt, technisch machbar. Darauf wies Haferburg erneut hin. Bereits zuvor hatte die Betreibergesellschaft eines der derzeit noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke darauf betont, dass ein Kernkraftwerk, nachdem es stillgelegt ist, nicht einfach wieder hochgefahren werden könne, schon gar nicht schnell. Sie wies außerdem auf die immensen Risiken des von Habeck geplanten Vorgehens hin. Ein Wiederanfahren mit einem Kern im Streckbetrieb sei noch nie praktiziert worden. Das Austesten eines noch nie praktizierten Vorgangs solle nicht mit einem kritischen Zustand zusammenfallen und sei mit der Sicherheitsarchitektur nicht vereinbar.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will alle EU-Staaten zum Stromsparen zwingen und wir schalten zum Jahresende funktionierende Kernkraftwerke ab. Klar, dass man uns für verrückt hält. Wurde schon die Energiewende mit Befremden betrachtet, so verscherzt Deutschland sich die letzten Sympathien dadurch, dass erkannte Fehler nicht korrigiert werden sollen. Schlimmer noch scheint Habeck einen GAU provozieren zu wollen. Zur Erinnerung: Tschernobyl wurde durch ein von der Politik initiiertes Manöver unter Ausschaltung aller Sicherheitsvorkehrungen zum Havarieren gebracht. Es war kein „Unfall“, das AKW war vollkommen in Ordnung und wäre problemlos weitergelaufen, wenn nicht ein Test „von oben“ angesetzt worden wäre, der unter Zeitdruck durchgeführt wurde und für den alle Sicherheitsbestimmungen bewusst missachtet wurden.
Habeck spielt vorsätzlich mit dem Feuer
Genau so etwas will Habeck nun hier machen. Habeck, der Kernkraft eine Hochrisikotechnologie nennt. Atomkraftwerke sind, wenn sie ordnungsgemäß betrieben werden, tatsächlich sicher. Aber Habeck will sie gerade nicht ordnungsgemäß betreiben. Habeck spielt in jeder Hinsicht vorsätzlich mit dem Feuer.
Fehler passieren, Fehleinschätzungen kommen vor, das ist in der Politik nicht anders als im normalen Leben. Es muss in Ruhe und mit Verstand analysiert werden, welche Faktoren dazu führten, dass Deutschland – wieder einmal – politisch in so vielerlei Hinsicht derart auf Abwege geriet. Zu Fehlern zu stehen, war eigentlich einmal eine Stärke unseres Landes. Zunächst einmal aber müssen die drängendsten Fehler korrigiert werden.
Dazu scheint die Regierung nicht bereit zu sein. Atomkraftwerke abstellen, Deutschland und Europa ins Chaos stürzen, den Wohlstand verbrennen? „Ist mir egal, ob es fatal ist, nun werden sie halt abgestellt“ könnte die aktuelle Politik von Rot-Grün heißen. Vielleicht frohlocken die Grünen sogar insgeheim, denn jedes Unternehmen, das pleitegeht, stößt weniger CO2 aus und genau das ist ja gewollt.
Aber es regt sich Widerstand, und zwar auch und gerade von berufener Seite. 20 aktive Hochschullehrer fordern in der Stuttgarter Erklärung den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke.
Nach vielen Hindernissen ist die Erklärung nun online. Die Initiatoren informieren:
Aktuelle Information zur Stuttgarter Erklärung:
Unterzeichnung ab sofort möglich
Am 26. Juli 2022 haben 6 Professorinnen und 14 Professoren aus dem aktiven Dienst an deutschen Universitäten die untenstehende „Stuttgarter Erklärung“ beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingereicht. Sie fordern darin den Weiterbetrieb der deutschen Kernkraftwerke über den 31. Dezember 2022 hinaus.
Mit Schreiben vom 22. August 2022 (Posteingang 31. 08.) hat der Petitionsausschuss den Initiator Prof. Dr. André D. Thess wie folgt informiert: „Ihr Anliegen ist auch von anderen Petentinnen und Petenten an den Petitionsausschuss herangetragen worden. Nach den Verfahrensgrundsätzen des Ausschusses (...) wird in einem solchen Fall eine Petition zur sog. Leitpetition bestimmt und die übrigen Petitionen – dazu gehört auch Ihre – werden als Mehrfachpetitionen geführt. Die Leitpetition finden Sie auf der Internetseite des Ausschusses unter der ID-Nummer: 131809.“ Diese Petition wurde jedoch bereits geschlossen, weil sie mit ca. 2000 Unterzeichnern nicht die nötige Unterstützung erreicht hat.
Die Initiatoren der Stuttgarter Erklärung haben eine Revision dieser Entscheidung beantragt. Diesem Antrag wurde stattgegeben. Die Petition kann ab sofort unter dem Link
https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2022/_07/_26/Petition_136760.html
mitgezeichnet werden. Mindestens 50.000 Unterzeichnungen sind nötig!
Die Stuttgarter Erklärung im Wortlaut:
Mit einseitiger Ausrichtung auf Sonne, Wind und Erdgas wurde Deutschland in Energienot manövriert. Steigende Energiepreise und sinkende Versorgungssicherheit gefährden Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Das Festhalten am deutschen Atomausstieg verschärft diese Gefahren und bremst – zusammen mit anhaltender Kohleverstromung – den internationalen Klimaschutz. Der Weltklimarat IPCC bezeichnet die Kernenergie als ein Instrument des Klimaschutzes. Die Europäische Union ordnet Kernenergie als nachhaltige Energiequelle ein. Auf dieser Grundlage plädieren wir für den Weiterbetrieb der deutschen Kernkraftwerke als dritte Klimaschutzsäule neben Sonne und Wind. Wir fordern die sofortige Aufhebung der Atomausstiegs-Paragraphen (insbesondere §7 Atomgesetz) und eine Prüfung der sicherheitstechnischen Betriebserlaubnis, um deutschen Kernkraftwerken den Weiterbetrieb zu ermöglichen.
Den Text mit den Namen aller Erstunterzeichner finden Sie hier.
Jeder, wirklich jeder, der diesen Winter Strom haben möchte, sollte die Petition unterschreiben. Der Weiterbetrieb der letzten drei Atomkraftwerke mag nicht ausreichen, um eine verlässliche Stromversorgung zu garantieren, aber ohne diese stürzen wir garantiert ins Chaos und ziehen andere mit. Die fatalen Folgen dürften allen Bürgern mit auch nur ein wenig Verstand klar sein. Die meisten Bürger wollen das nicht.
Hier können sie es der Regierung zeigen.
Beitragsbild: Pixabay

Ich bekomme – wie bequem für den Staat – nur Fehlermeldungen, wenn ich mich einloggen will um die Petition mitzuzeichnen.
Gibt es schon eine Petition zur Eröffnung von Northstream II? Da unterschreibe ich gerne. Gaskraftwerke sind bestens geeignet zum Ausgleich der wechselhaften Stromlieferungen der erneuerbaren Energien. Russland hat sowieso keinen Schaden davon, das Gas nicht nach Deutschland oder Europa zu liefern, es verkauft das Gas eben einfach anderswohin. Den Schaden haben ausschließlich wir. Also – bevor wir diese Uraltmeiler ewig betreiben, die das Potenzial haben, weite Gebiete unseres Landes atomar zu verseuchen, dann doch bitte das russische Gas. Selbst wenn auf der Achse radioaktive Strahlung inzwischen als eine Art Gesundheitskur beschrieben wird – man kann durchaus nachlesen, wie es den Arbeitern der damaligen Sowjetunion anschließend erging, die sich um das havarierte Tschernobyl kümmerten. Aber möglicherweise bietet die Achse demnächst auch einen besonderen Service an – Kuren in Tschernobyl. „Genießen Sie die strahlende Landschaft und die unberührte Natur und besichtigen Sie verlassene Dörfer und Städte als konserviertes Zeitbild der Sowjetunion.“ Manchmal verliert ihr hier wirklich jegliches Maß für eure atomare Agenda.
Eine Petition? Wirklich? Das wird die Regierung aber ganz schwer beeindrucken und endlich zum Umdenken bewegen. _ Bei einem deutschen AKW kann plötzlich doch das gleiche wie in Tchernobyl passieren? Ist uns nicht auf diesem blog erklärt worden, das sei ein ganz anderer Typ Reaktor gewesen, dem noch dazu komplett die Sicherheits-Einhausung fehlte? _ In der Fachsprache nennen wir diese Art von Argumentation „sich selbst ins Knie f***en“, gnädige Frau. Haltung ist immer noch kein Ersatz für Sachkenntnis, auch nicht auf nichtgrüner Seite.
Es ist viel zu kompliziert, diese Petition zu unterschreiben, weil diese Möglichkeit nicht direkt – wie bei jener gegen die GEZ – möglich ist. Bitte nachbessern!
Liebe Frau Heinisch, der Link funktioniert bei leider nicht, mach ich was falsch? Danke für die Unterstützung.
1. Eine Petition ist eine „kleine Bitte“. Das ist das falsche Instrument.
2. Es gibt schon seit Jahrzehnten keine Bürger mehr – nur noch „Bewohner des Bundesgebietes“.
Gäbe es noch Bürger (als solche die Eigentümer u.a. der Infrastruktur), würden nicht die angestellten Politiker die Entscheidungen treffen.
Lasst sie nicht davonkommen: Habeck, Trittin und Annalena, Ricarda und Luisa, sie sollen die Folgen ihrer ideologiegetriebenen Politik am eigenen Leib ertragen: Das Frühstück fällt aus, die Hafermilch ist leer, die Wäsche gammelt, sie schlafen schlecht, gut so. Auch die coronafolgsamen Wirtschaftsvertreter, die Klimahysteriker allerorten, die Parteien von CDU/CSU und Ampel bis Links, FfF, welche mit U. Herrmann (taz, Grüne) der Deindustrialisierung das Wort reden, sie mögen unbeirrt von Protesten des langsam aufwachenden Mittelstands ihr Werk bis zum bitteren Ende fortsetzen. Statt diese Petition zu unterzeichnen ists auch eine Überlegung wert, auf den heilsamen Schock der Abschlagsrechnungen, der Betriebsschließungen, der Massenproteste, des Einsatzes der Faeserschen Heimatschutzbrigaden UND eines Blackouts zu bauen. Lieber mit Hunderttausenden von Heizlüftern ein schnelles Ende mit Schrecken herbeiführen, die Ampel ausschalten, als ein Schrecken ohne Ende. Der propagierte Weiterbetrieb der 3 AKW wird den geplanten, bewußt herbeigeführten Zusammenbruch unseres in 70 Jahren erarbeiteten Wohlstands erst ermöglichen, da sich die Aktivisten über den Winter retten können und dann mit ihren Wenden (Energie, Landwirtschaft, Recht, Gender…) unbeirrt weitermachen.