Marcus Ermler / 06.06.2018 / 06:26 / Foto: Pressens bild / 37 / Seite ausdrucken

Die Open-Border-Linke bittet zum letzten Tanz

Im Vorfeld des Parteitages der Linkspartei vom 8. bis 10. Juni in Leipzig hallen durch den linksliberalen und linksextremen Blätterwald die letzten verbalen Rückzugsgefechte der Open-Border-Linken, die einen altbekannten Slogan, neu verpackt, intonieren: Open-Border-Linke aller Länder vereinigt Euch. Oder in den Worten von Elsa Koester im Freitag: Die Vereinigung von „Flüchtlingshelfern, Hartz-Aktivisten, Klimaschützern, Feministinnen, Attac-, LINKE- und Grüne-Basismitgliedern“.

Denn es geht ein Gespenst um in der deutschen Linken. Es ist das Gespenst einer linken Sammlungsbewegung, die unter Führung von Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine den champagnerlinken und toskanagrünen Utopien, die selbst den letzten gutwilligen Sozialdemokraten aus der Linkspartei vergraulen, eine linke Politik der Pragmatik und Vernunft entgegensetzen will.

Der Kulminationspunkt dieses innerlinken Zerwürfnisses ist der Umgang mit der Flüchtlingskrise. Während der Kipping-Flügel Migranten grenzenlos nach Deutschland einladen möchte, sind sich die Wagenknechtianer der daraus resultierenden Konsequenzen vollkommen bewusst: massiver (Lohn-)Druck auf Niedriglöhner durch Konkurrenz mit Heerscharen prekarisierter Wirtschaftsmigranten, verschärfter Kampf um Wohnraum in deutschen Ballungsgebieten, Repression von Einheimischen an Tafeln durch Anhänger einer Friedensreligion und auch Zunahme von Gewalt gegen Frauen und Kinder durch patriarchale Migranten.

Es soll nicht weiter eine absurde Politik der offenen Grenzen für alle forciert werden, die im Verbund mit Kippings Rufen nach einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle und einer Identitätspolitik für jede noch so obskure gesellschaftliche Minderheit, wie sie von der Kippingschen Emanzipatorischen Linken forciert wird, den deutschen Arbeiter, Arbeitslosen und Angestellten an den Rand drängt und die migrierenden Glückssuchenden aus Arabien und Afrika zu edlen Wilden deklariert, den nur die Hedonistenlinke von Katja Kipping zu Wohlstand und Sicherheit führen kann. 

Grenzenlos ist dabei tatsächlich etwas anderes. Grenzenlos naiv ist nämlich die Vorstellung von Wohlstandslinken, dass Reiche in irgendeiner Weise diesen Spaß mitfinanzieren wollen oder werden. Im Zweifel seilen sie sich in eine Steueroase ihrer Wahl ab. Vom hartzenden Antifanten darf auch keine große finanzielle Beteiligung erwartet werden, lebt es sich doch im Hotel Mama oder im besetzten Wohnhaus recht auskömmlich; zudem wird die Staatsknete ja zur Finanzierungder nächsten Anti-AfD-Aktion benötigt.

Die Wagenknechtianer

Dieser feuchte Wunschtraum wird also vom hart arbeitenden Maurer, der Putzfrau und der Altenpflegerin, von der unteren Mittelschicht, dem White Trash, in jeder Hinsicht bezahlt werden. Die Wagenknechtianer treibt die reale Sorge um, wie lange es sich diese linke Kernklientel noch gefallen lassen wird, dass sie mit ihrem schmalen Einkommen sich gerade so ein Leben in einer Zwei-Zimmer-Mietwohnung in prekären Stadtvierteln finanzieren kann, wohingegen migrantische Bigamisten in großen Häusern wohnen, vollumfänglich vom Staat alimentiert.

Im Aufruf zur Sammlungsbewegung, welcher aktuell im Netz kursiert, bringen es die Wagenknechtianer auf den Punkt:

„Die Flüchtlingskrise hat in Deutschland zu großer Verunsicherung geführt […] wir halten die Art und Weise, wie die Regierung Merkel mit den Herausforderungen umgegangen ist, für unehrlich und inakzeptabel […] viele bereits zuvor vorhandene Probleme wie der Mangel an Sozialwohnungen, überforderte Schulen oder fehlende Kita-Plätze haben sich weiter verschärft. Am Ende leiden vor allem die ohnehin Benachteiligten.“

Zwei aktuelle Interviews verdeutlichen diesen Dualismus zwischen Pragmatismus und Utopismus in der Linkspartei. Eines der Interviews führte die TAZ mit Oskar Lafontaine, das andere die Tageszeitung Neues Deutschland mit den Bundesvorsitzenden der Linkspartei, Kipping und Riexinger.

Oskar Lafontaine sieht in der Kipping-Linken ein Zwitterwesen des Liberalismus, bestehend aus Links- und Neoliberalen (hier bezieht sich Lafontaine auf die US-amerikanische Philosophin und Feministin Nancy Fraser):

„Minderheitenthemen, die durchaus wichtig sind, wie etwa die Rechte der Homosexuellen oder die Rechte der Migrantinnen und Migranten, rücken in den Mittelpunkt des linken Diskurses und verbünden sich mehr oder weniger mit dem vorherrschenden neoliberalen wirtschaftlichen Denken“. Deswegen ist für Lafontaine klar, dass „Arbeitnehmer oder Arbeitslose […] zum Teil AfD [wählen], weil sie sich von den linken Parteien nicht mehr vertreten fühlen“.

Für Lafontaine setzen Kippings Gefolgsleute dem noch die Krone auf, wenn sie „fordern, alle, die nach Deutschland kommen, […] ein Bleiberecht haben und 1.050 Euro im Monat erhalten“ sollen. Weshalb nicht nur Lafontaine, sondern auch „die meisten [Arbeiter und Arbeitslosen] nur noch mit dem Kopf“ schütteln. Den Grund für diesen Utopismus sieht Lafontaine darin, dass „die Frage der Finanzierbarkeit aus[ge]klammert“ und so getan wird, „als stünden grenzenlos Haushaltsmittel zur Verfügung“. D.h., bei Katja Kipping sind nicht nur die Migrationsbewegungen grenzenlos, sondern auch die Mittel, die diesen Utopismus subventionieren sollen! Geld kommt bei solchen Linken ja bekanntlich auch aus dem Automaten und ist daher unendlich verfügbar.

Katjas eierlegende Wollmilchsau

Nun könnte man Lafontaine unterstellen, er sei doch nur ein Miesmacher und Pessimist, der Katja Kippings Intentionen absichtlich falsch verstehen und auslegen würde. Lassen wir Frau Kipping also selbst zu Wort kommen: „Unsere Flüchtlingspolitik besteht aus einem Dreiklang. Fluchtursachen abschaffen, eine soziale Offensive für alle und drittens der Einsatz für Rechte von Geflüchteten“. 

Also Katjas eierlegende Wollmilchsau zur Abschaffung allen Elends auf dieser Welt. Auch als kommunistisches Paradies bekannt. Und wo kommt das Geld dazu her? Wie erwartet vom bösen Reichen. Im Leitantrag des Parteivorstandes zum kommenden Parteitag heißt es dazu: „Wir zeigen, dass es gemeinsame Interessen [und Gegner] der Mehrheit der Menschen in diesem Land gibt […] die Superreichen und Konzerneigentümer und ihre machtvollen Verbündeten“. 

Leider befinden sich diese „Superreichen“ zur Enttäuschung unserer Utopisten mit ihren Jets schon auf dem Weg zu den Cayman Islands, um mit ihren „machtvollen Verbündeten“ ihren Reichtum zu verprassen. Womit sie strenggenommen eigentlich Wirtschaftsflüchtlinge sind. Und was wird sie so verjagt haben? Im Interview heißt es: „eine Obergrenze für Reichtum“, die als „Höchstlohn“ dem Mindestlohn entgegengestellt werden soll. Im kommunistischen Kippingschen Paradies wird dann die Zielsetzung sein, beide Arten von Löhnen solange aneinander anzugleichen, bis die sozialistische Formel „Mindestlohn = Höchstlohn“ gilt. Da dann alle das Gleiche bekommen, muss auch niemand mehr arbeiten gehen!

Angesichts von Vorschlägen solch sozialistischer Brillanz wundert es nicht, dass Frau Kipping selbst konstatiert: „Die Stärke unserer Partei als demokratisch-sozialistische Partei liegt ja nicht darin, dass wir die schrillsten Parolen haben. Sondern darin, dass wir einen vernunftsbasierten Erklärungsansatz haben, wo die Wurzeln all der Krisen liegen […] Dass wir mit dem demokratischen Sozialismus eine grundlegende Alternative haben.“ Wenn das die vernunftsbasierten Erklärungsansätze und Alternativen Katja Kippings sind, wollen wir uns gar nicht vorstellen, wie denn die irrationalen aussehen würden!

Rückzugsgefechte im linken Blätterwald

Wer nun meinen sollte, dass Pragmatik und Realismus auch von Journalisten im linken Blätterwald goutiert werden würde, der irrt natürlich. Linke Journalisten sind, bis auf wenige Ausnahmen (so die NachDenkSeiten, beispielsweise hierhier und hier), die wesentlichen Fürsprecher von offenen Grenzen für alle, verbunden mit einem bedingungslosen Grundeinkommen und Scharia für alle. 

Dabei fing es am 27. April 2018 mit dem Thesenpapier „zu einer human und sozial regulierenden linken Einwanderungspolitik“ so gut an. Im Gegensatz zur „Konzeption einer LINKEN Flüchtlings- und Einwanderungsgesetzgebung“, die ich hier auf der Achse als eine Konzeption zur Implementierung eines linken Wilden Westens analysiert habe, ist das Thesenpapier tatsächlich in vielen Bereichen substanzieller und auch pragmatischer, indem es insbesondere ein Einwanderungsrecht für alle negiert, und stattdessen eindeutig zwischen Asyl und (Wirtschafts-)migration unterscheidet sowie Migration regulieren und damit in einen rechtsstaatlichen Rahmen fassen will. Doch das ist alles bereits zu viel an Pragmatik und Rationalität für manch linke Geistesgröße.

In der Jungle World sind sich die Autoren Türkmen und Kasparek sicher Regulieren ist nicht links, vielmehr ist „Regulierung […] eine Feindin der Demokratie“. Dieser Begriff ist ein Begriff „der Herrschaft, der sozialen Kontrolle und der Entrechtung“, umgesetzt in einem „nationalstaatlichen Container“ zur „Problematisierung der Migration als soziales Phänomen“. Die Autoren sind jedoch weiter, indem sie „Migration [nicht] ihres demokratischen Gehalts sowie ihrer egalitären politischen Stoßrichtung für eine gesellschaftliche Linke und solidarische Visionen“ entleeren, sondern vielmehr „die Wanderung von Arbeitskräften“ als „ein emanzipatorisches Gesellschaftsprojekt“ wahrnehmen, dass „die Bedingung von Arbeiten, Leben und einer neuen Solidarität als Alternative zum antidemokratischen und autoritärem Elitenprojekt des Rechtspopulismus“ darstellt. Denn schließlich gilt: „Wir sind alle Kanaken“.

In der TAZ sieht der Politikwissenschaftler Mario Neumann in diesem Thesenpapier „Ordnung statt Gerechtigkeit“, welches durch „eine Abkehr vom Bekenntnis zu offenen Grenzen […] einer linken Partei unwürdig“ sei. Denn dieses Papier ziele „in erster Linie darauf ab, die Linke im allgegenwärtigen Rechtsruck des politischen Diskurses anschlussfähig zu halten“. Doch dies wäre nur Ausdruck eines „alternativlosen politischen Realismus“, der „eine Leugnung der politischen Dimension der Migration“ ist. Diese politische Dimension wäre demnach, dass „linke Migrationspolitik [...] eine Politik ist, die die Perspektive der Kämpfe einnimmt“, die also „die Natur eines Angriffs auf eine etablierte Ordnung“ ist, um so „Konflikte zu eröffnen“ für „eine linke Idee, die weit über den engen Rahmen nationalstaatlichen Handelns hinausgeht“.

Schließlich haben eine Reihe von Politikern der Linkspartei, darunter Ulla Jelpke, in der Jungen Welt eine Replik „für das Recht auf Migration“ veröffentlicht. So sind die Autoren auf der Seite der Geflüchten, die antikapitalistisch formulieren: „Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört“. Und da wir nun einmal „Nutznießer einer ungerechten Weltwirtschaftsordnung [sind], die auf anderen Erdteilen für die Zerstörung der individuellen Lebensgrundlagen sorgt“, müssen wir das „Elend dieser Welt“ aufnehmen, „unabhängig davon, ob sie die hohen Anforderungen der Genfer Flüchtlingskonvention erfüllen“. Demgegenüber stellen die Autoren „die Vision eines grenzüberschreitenden solidarischen Kampfes für gemeinsame soziale Interessen, die Vision der Überwindung der herrschenden Verhältnisse“. Und daher kann Migration auch nur befürwortet werden, denn sie ist „Ausdruck eines Kampfes […]: des Kampfes der „Subalternen der Welt“, die die herrschende Unrechtsordnung herausfordern und dadurch auch hierzulande Kräfte für gemeinsame, emanzipatorische Kämpfe freisetzen können“. Diesen Kampf nennen die Autoren schließlich „aufklärerisch“.

Nicht nur in den Brunnen gefallen, sondern bereits abgesoffen

Zu dem letzten Papier sei mir noch eine Anmerkung erlaubt. Woran merken Sie, dass die linksextreme Open-Border Blase blatzt? Richtig, wenn linke Internationalisten Dinge fordern, die sie sonst meiden wie der Teufel das Weihwasser. Beispiel gefällig: „Ja, es gibt ein berechtigtes ‚Sicherheitsbedürfnis‘ der hier lebenden Menschen, aber dem wird man nicht durch ideologische Symbolpolitik gerecht, sondern, unter anderem, durch kluge präventive Ansätze und eine ausreichend und gut ausgestattete und arbeitende Polizei“. Wenn Ulla Jeplke nach mehr Polizei schreit, ist das (Open-Border-)Kind nicht nur in den Brunnen gefallen, sondern bereits abgesoffen.

Und das für mich eigentlich Bedenkliche an den obigen Texten: Die Autoren TürkmenKasparek und Neumann arbeiten an deutschen Universitäten (das heißt für den Staat!) und rufen in ihren Texten mehr direkt als indirekt zum Einsatz von Migration zur Unterminierung bis hin zum Sturz des Staats auf. Dass diese Protagonisten einerseits gerne Knete vom Staat beziehen, diesen aber andererseits ablehnen und am liebsten auflösen würden, ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Passt aber zur Bigotterie der champagnerlinken Lebensläufe von KippingJelpke und Co., die in ihrem ganzen Leben nur vom Staat gelebt haben, obwohl sie ihn als „herrschende Unrechtsordnung“ in einer „ungerechten Weltwirtschaftsordnung“ sehen und deswegen bekämpfen.

Und um die Kippingschen Irrungen und Verwirrungen abzurunden, möchte ich dem Leser noch einige Aussagen von Thomas Seibert präsentieren, der Sprecher des Kipping-nahen Instituts Solidarische Moderne ist. Wer noch meinen Artikel über die Faschismus-Obsessionen linker Medien im Sinn hat, wird hieran seine helle Freude haben. Danken möchte ich der TAZ, die dieses Interview geführt hat. An diesem Interview aus dem Oktober letzten Jahres wird auch ersichtlich, wie die Erzählung des Kipping-Flügels vorangetrieben wird, Wagenknecht und Lafontaine seien ja auch Nazis und Rassisten. Eine Erzählung, die auf linksutopistischen Spielwiesen nur zu gerne gefolgt wird, beispielsweise hier und hier.

So sagt Seibert über Wagenknecht: Sie „stärkt rassistische Positionen in der Wählerschaft der politischen Linken und damit den diffusen Rassismus in rund einem Viertel unserer Gesellschaft“. Damit ist sie in seinen Augen eine Rassistin, denn „streng verstanden ist das [Stärken rassistischer Positionen] selbst Rassismus“. Wir lernen von Seibert weiter, dass Frau Wagenknecht, wie auch die Nazis, „Menschen nach entsprechenden Merkmalen selektiert“. Und zwar „in solche, die hierher gehören, und solche, die hier nur geduldet sind und bald wieder weg sollen“. Und da Seibert hellseherische Fähigkeiten besitzt, ist klar: „Das denkt sie [also Wagenknecht] wirklich“.

Woran macht Seibert das Nazi-hafte „Selektieren“ weiter fest? Zum Beispiel an Kontrollen im Flughafen, „in denen alle Weißen durchgewunken und alle offenkundig Nichtweißen gestoppt und nach ihrem Pass gefragt werden“. Faszinierend: Offensichtlich kann er sogar feststellen, dass alle Nichtweißen kontrolliert werden und alle Weißen nicht. An allen Flughäfen zugleich kann er ja nicht sein, demnach muss er tatsächlich hellsehen können. Er ist sich dann auch ganz sicher, dass das „institutionalisierter Rassismus“, also „racial profiling“ ist. Umgekehrt gilt es natürlich nicht. Würden alle Nichtweißen durchgewunken und nur Weiße geprüft, wäre dies gelebte Chancengleichheit und Diversität.

Doch Herr Seibert hat es nicht nur mit dem Rassimus und dem Selektieren der Nazis. Er selbst entdeckt auch die Sippenhaft wieder, wenn er auf die Frage der TAZ „Wie passt das zu dem Rassismus-Etikett, dass Wagenknecht im Bundestag, wie die Linksfraktion, gegen alle Asylverschärfungen gestimmt hat?“, antwortet: „Oskar Lafontaine hat noch als Ministerpräsident federführend an der Verschärfung des Asylrechts mitgewirkt – schon vergessen?“ Wenn also Lafontaine das gemacht hat, muss seine Frau auch eine Rassistin sein. Schmeißt sie also beide in die Löwengrube!

Endlich wird einem auch klar, was Katja Kipping und Sahra Wagenknecht wirklich bewegt (der Seibertschen Hellseherei sei dank!). Während Kipping als Merkel-Ziehtochter laut ausruft „ Ja, wir schaffen das und schaffen damit auch eine andere, eine weltoffenere Gesellschaft“, ist Wagenknecht eher beim Bund Deutscher Mädel zu verorten: „Nein, wir schaffen und wollen das nicht, wollen unter uns bleiben“. Doch da ist sie ja glücklicherweise nicht allein: „Nahles oder Kretschmann“ sind auch schon da.

Und schöner könnte man die Politik von Katja Kipping dann nicht zusammenfassen: „Sammeln wir eine Mehrheit für das ‚Wir schaffen das!‘ Hier ist die Rose, hier tanze!“. Ergo: Die einen tanzen und schunkeln sich ihre hedonistische Open-Border-Traumwelt zurecht. Die anderen sammeln sich für eine neue politische Linke, die diesen Namen auch verdient hat. 

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Rupert Drachtmann / 06.06.2018

Sehr geehrter Herr Ermler, dass der gemeine Mittelstandswähler sein Wahlverhalten langsam aber stetig hinterfragt und ändert macht Sinn. Er zählt ja schließlich die Zeche. Konsequenterweise ist die SPD bereits auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit. Wenn man bedenkt dass es mittlerweile schadlos - in geradezu unverschämter weise -möglich ist, an ein und demselben Tag über die MSM einmal die Meldung zu verbreiten, dass sich der arbeitende Bürger in Deutschland auf ein Desaster zum Thena Rente einrichtet und gleichzeitig ein paar Zeilen tiefer vermerkt ist, dass der gleiche Staat jedoch jährlich mehr als 60 Milliarden € übrig hat um Kosten aus Migration zu tragen, dann sind die 15% der AFD noch gnädig.

A.Kehrwald / 06.06.2018

Ich wollte den link zum “Neuen Deutschland” lesen und bin an der paywall gescheitert. Das antikapitalistische ND will Kohle von mir, damit ich seine Artiklel lesen kann! WTF? Ich habe dann verzichtet, mich aber über den kostenlosen Lacher endlos gefreut.

Marion Sönnichsen / 06.06.2018

Sahra Wagenknecht hat einmal gesagt: „Die SPD macht die Drecksarbeit für die CDU.“ Um bei diesem Bild zu bleiben, macht die Linke denn etwas anderes? Die Linke bekämpft für Merkel ja sogar schon die Opposition: verhindert einen sehr wichtigen Untersuchungsausschuss, bekämpft Anti-Regierungsdemos der Opposition, hat auf EU Ebene das Misstrauensvotum gegen Jean-Claude Juncker nach dem Steuerparadies-Skandal nicht (!) gezeichnet, sondern sich enthalten (!) usw. Die SPD, die älteste Partei Deutschlands und Traditionspartei, hat dies schon zu Grunde gerichtet; die Linke wird es wegpusten. So gesehen muss sich Frau Merkel die Hände gar nicht schmutzig machen. Das erledigen andere für sie.

beat schaller / 06.06.2018

@werner arning, hier stimme ich voll und ganz mit ihnen überein. danke. b.schaller

Rolf Lindner / 06.06.2018

Vielleicht lässt sich das open-border/no nation-Problem ganz einfach lösen. Jeder, der sich dazu bekennt, wird zu einer monatlichen Sonderabgabe in Höhe von ??? zur Finanzierung dieser Politik aufgefordert, denn im Prinzip sind diese linken Träumer Diebe, die ihren selbst aufgesetzten Heiligenschein vom Geld anderer und der Zukunft ihrer Nachkommen bezahlen.

P.Steigert / 06.06.2018

Der Westen hat mit seinen Linken ein ganz ähnliches Problem wie der Orient mit dem Islam. Die einen in der Gesellschaft wollen primär ihr eigenes Leben führen und sich auf Arbeit und Familie konzentrieren. Aber die anderen, die wollen die Gesellschaft kontrollieren, bevormunden, übernehmen und bestrafen. Und mit denen gibt es keinen gesellschaftlichen Frieden mehr. Dass die Mehrheit es zulässt, dass immer mehr Geld an die linksradikalen/islamistischen Bevormunder fließt,  ist das dickste Problem. Vielleicht hilft dagegen tatsächlich nur eine ideologisch-territoriale Spaltung.

Wolfgang Lang / 06.06.2018

Wenn Katja Kipping das ganze Geld für ihren großen Traum direkt bei den Familien Rothschild, Rockefeller, Morgan, Kuhn&Loeb;, Lazard, Harriman, Vanderbilt, Moses Seif, Warburg, Soros etc. abholen kann, könnte es gelingen. Ansonsten hat die Frau gehörig einen an der Waffel, im Gegensatz zu Frau Wagenknecht, die sich noch einen gesunden Verstand bewahrt hat, der die Regeln der Logik beherrscht.

Gertraude Wenz / 06.06.2018

Hier der Gedankengang einer überaus liebenswerten Grünlinken mit Herz, dem Sinne nach wiedergegeben: “Ich fände es am besten, wenn man das Geld (und das Privatvermögen) abschaffen würde. Dann gäbe es auch nicht diese ungleiche Verteilung. Jeder sollte sein Können und seine Fähigkeiten der Gesellschaft zur Verfügung stellen, so gut er kann, und sich im Austausch dafür nehmen dürfen, was er braucht. Das wäre doch eine schöne, gerechte und solidarische Gesellschaft…” Ich dachte erst, sie scherzt oder lässt eine kindliche Phantasie von einer besseren Welt los, aber nein, sie meinte es todernst. Diese naive Weltsicht, dieser Hang zur Utopie, haben mich damals fassungslos gemacht und wochenlang beschäftigt. Durch Ihren Artikel über die Phantastereien der Linken ist mir die Begebenheit wieder in den Sinn gekommen.

Gudrun Meyer / 06.06.2018

Die Kipping-GmbH glaubt wirklich an die eierlegende Wollmilchsau, die in Gestalt des Familienministeriums ihre eigene, natürlich politmoralisch gebotene, Abschaffung finanziert.  Jedes einzelne dieser überreifen Kleinkinder im Trotzalter wäre völlig harmlos, alle zusammen sind es nicht. Die taz ist, der Auflage nach zu schließen, eher eine Sektenpostille, aber sie hat Einfluss, weil sie die höhere Wahrheit der irdischen Wirklichkeit vorzieht,, na, und da DARF sie doch nicht nur so nebenher werkeln und wirken. Und die ganz Gerechten weit “links” von der taz verkünden ja nicht weniger als die bedingungslosen anti-kultur"rassistischen”, antideutschen, antiwestlichen, anti"weißen” und eben damit “anti"rassistischen Wahrheiten.  Diejenigen, die von indymedia org. bis zur Kanzlerin tiefstpersönlich ihre coole, illusionäre Welt verbessern, mögen Rückzugsgefechte führen, aber sie sprechen etwas an, das wir alle in der Schule gelernt haben:  nur ein faktenfreier, linker oder links genannter Idealismus ist erlaubt und alles andere mindestens restlos aus der Mode, wenn nicht sogar voll nazi. Solange D und ganz Westeuropa so ticken und nicht mal Osteuropa und Russland völlig frei von dieser Autoimmunkrankheit sind, solange hält man eine schwerstpatriarchale, tribalistische, exzesshaft antisemitische und überhaupt minderheitenfeindliche totalitäre religiös-gesellschaftliche Ideologie für links, also gut, und verhält sich danach. Was ist da zu erwarten? Natürlich das Ende des aufgeklärten Experiments, und zwar groteskerweise deshalb, weil es besser als jedes andere war.

Dr. Ralph Buitoni / 06.06.2018

Danke für diese Zusammenstellung! Nichts illustriert die bekannte Aussage von Ignazio Silone: “Wenn der Faschismus zurückkehrt wird er nicht sagen: Ìch bin der Faschismus` Er wird sagen: `Ich bin der Anti-Faschismus`. Es gilt auch die Faustregel: je grüner in der politischen Einstellung, desto brauner der Familienhintergrund. Gerd Koenen, Götz Aly und andere haben inzwischen ja in detaillreichen generationsübergreifenden als auch familienbiographischen Studien eindrücklich herausgearbeitet, wie innerhalb der eigentlichen sozialen Ursprungs- und Trägergruppen der NS-Ideologie und ihrer Vorläufer, den akademischen und halbakademischen Funktionseliten, bestimmte ideengeschichtliche Gehalte, Leitvorstellungen über “Modernisierung” und eine “alternative Moderne” (Alexandra Gerstner, Neuer Adel) entwickelt, und seit dem späten 19. Jahrhundert über völkische Bewegung, Wandervogel, bündische Jugend bis in die Ökobewegung und sozialen Bewegungen der 1960er Jahre weitertransportiert worden sind. Die von Merkel repräsentierte grün-linke “Migrationspolitik” ist nichts anderers als die Wiederauflage des “Generalplan Ost” von 1941, nur dass sich dieses Konzept eines gigantischen, Kontinente übergreifenden “social engineerings” nicht mehr so sehr aggressiv gegen “außen” richtet, sondern nach innen, gegen das eigene Volk und die übrigen europäischen Nationen. Wer zu diesen modernisierungstheoretischen Motiven der Protagonisten genaueres wissen will sei auf das Interview von Alexander Kluge mit Götz Aly auf youtube verwiesen: Generalplan Ost - Planungshorizont Krim - Zielrichtung Ukraine - Vordenker der Vernichtung -  über die Planer einer neuen Europäischen Ordnung (1941 - 1943)

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