Nachdem Cora Stephan „Die Stimme der Provinz“ vertreten hat, erweitert sie nun ihr Themenspektrum. Künftig geht es um „Toxische Weis(s)heit“, ein weites Feld – und damit ebenfalls Landleben-kompatibel. Heute geht’s weniger um die Radikalisierung der AfD und mehr um die Frage: Wie radikal wird eine Regierung noch agieren, die Existenzangst hat?
Sind wir wieder soweit? Erleben wir das letzte Aufzucken einer politmedialen Elite, der der Arsch auf Grundeis geht? Oder stehen wir vor den ersten Schritten in eine faschistoide Diktatur? Nun, womöglich führt das Erste zum Zweiten: Angst ist eine gewaltige Triebkraft. Menschen in Angst, das haben wir während der Panikpandemie gesehen, schrecken vor Ausgrenzung bis Vernichtungswünschen nicht zurück. Sind wir also wieder soweit?
Der Ton, den insbesondere die politmediale Klasse gegen Unbotmäßige anschlägt, wird jedenfalls immer hysterischer und ihr Gegner immer größer und gefährlicher. Die Bauern? Die betreiben die „Wiederbelebung einer völkischen Protestbewegung, die früher terroristische Züge getragen hat“, tönt es aus der Glotze. Auf den Traktoren sitzt also nichts als reaktionärer Widerstand! Da lacht der Bauer, und der Landwirt wundert sich schon längst nicht mehr.
Der Konkurrenz im Parteiengefüge geht es wenig besser. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) befand schon vor einigen Monaten: „Die AfD ist eine gefährliche Nazipartei.“ Oder nur eine „parasitäre Gruppe“, wie der bayerische Ministerpräsident Markus Söder analysiert?
Ach, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt
Volkstümlicher warnt die liberale Mehrzweckwaffe Strack-Zimmermann vor einem Erstarken der AfD: „Je größer der Haufen Scheiße, umso mehr Fliegen sitzen drauf“. Was man mit Parasiten macht, wissen wir, auch, wie es einem Haufen Scheiße ergeht, wenn die Putzmamsell da war: die einen vernichten, das andere ins Klo spülen. Doch was passiert mit den „Fliegen“, also den Wählern einer legitimen Partei? Erschlagen? Ach, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Denn die Wähler sind das wahre Problem – und mit der Diffamierung der Partei diffamiert man ihre Wähler, deren Zahl in Bund wie Ländern die Angst der Regierungsparteien erklärt, deren Legitimität schwindet wie Eis in der Sonne. Der INSA-Sonntagsfrage zufolge steht die SPD derzeit bei 14, die Grünen bei 12 Prozentpunkten und die FDP auf dem Kippunkt, die AfD hingegen konstant bei 23 Prozent. Und das in einem Jahr, in dem Wahlen anstehen: am 9. Juni die zum Europäischen Parlament, im Herbst Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg.
Kammerjäger und Putzmamsell müssen sich also eilen, um rechtzeitig Ordnung und Sauberkeit herzustellen. Die Parole lautet: Scheiße einfach verbieten, dann gibt es auch keine Fliegen mehr. Stilsicher wieder Strack-Zimmermann: „Verfassungsmäßig“ schwebe über der AfD das „Verbotsschwert“, deshalb sei es richtig, dass „die Verfassung genau hinguckt“ – mit all ihren scharf gestellten Augen. Nun ist ein Parteienverbot bekanntlich nicht ganz einfach, vor allem dann, wenn „die Verfassung“ ihre Augen in den Laden eingeschleust hat, daran ist einst bereits ein Verbot der NPD gescheitert. Deshalb sucht man nach anderen Wegen.
Wenn man schon nicht die ganze Partei wegputzen kann, dann wenigstens einen seiner Fliegenfänger. Björn Höcke, dem Thüringer AfD-Chef, sollen Grundrechte eines deutschen Bürgers entzogen werden, nämlich das Recht, zu wählen und gewählt zu werden. Dann könnte er kein thüringischer Ministerpräsident werden (AfD-Stärke in Thüringen derzeit bei 36 Prozent)
Die linke Kampagnenorganisation Campact hat eine entsprechende Petition gestartet, denn: „Die AfD hat einen abscheulichen Plan entwickelt: Massendeportationen von Millionen Menschen. Die Partei wird immer mehr zu einer ernsthaften Gefahr für unsere Demokratie.“ Die Petition wurde bislang (Stand: Mittwoch, 15:30) von 356.000 Personen unterzeichnet. Das schöne daran ist, dass das vom Petitionsausschuss behandelt werden muss und sich somit die Parteien positionieren müssen. Das wird sicherlich sehr interessant. Die Gegenpetition ist allerdings auch bereits unterwegs.
Der Wahrheit eine Autobahn: Die AfD hat keinen Plan zur „Massendeportation“ von Menschen, und das Verbot einer Partei ist kein Dienst an der Demokratie. An der Demokratie vergehen sich derzeit vor allem jene, die Opposition zur Regierungspolitik bereits zu einem demokratiefeindlichen Akt erklären. Nicht nur die Bauern sind längst auf die Idee gekommen, dass es die Ampelregierung ist, die dem Volk Exkremente vorsetzt. Die Frage lautet derzeit weniger, ob die AfD sich radikalisiert, sondern wie radikal eine Regierung noch agieren wird, die Existenzangst hat.
Cora Stephan ist Publizistin und Schriftstellerin. Viele ihrer Romane und Sachbücher wurden Bestseller. Ihr aktueller Roman heißt „Über alle Gräben hinweg. Roman einer Freundschaft“.

@L. Luhmann / 18.01.2024
„Wie radikal wird eine Regierung noch agieren, die Existenzangst hat?“
Wenn ich da an 45 denke. Bis zum Untergang. Der Deutsche neigt halt dazu. Österreicher halt auch, quod erat demonstrandum.
Toxische Weis(s)heit. Selbsternannte Antifaschisten sind knallharte Faschisten geworden die durch die GEZ und Stiftungen finanziert und hofiert werden. Der OERRBlog hat hunderte gruselige Beispiele. Die bezahlten aufgeregten pseudo Demonstranten die für den hemmungslosen Neoliberalismus gegen die Mehrheit sind, sind nur noch peinliche Faschisten und Kulturrassisten. Mit der Petition hat sich Campact aus diversen gründen selbst ins Bein geschossen. Sie unterstellt mit der Petition das es für Campact keinen Rechtsstaat mehr gibt. Stimmt, Deutschland ist kein Rechtsstaat mhr und die Regierung plus CDU ist nachweislich verfassungsfeindlich. „Debating Culture“ wird mittels fremd bezahlter Aufträge teils aus Geheimdienstkreisen gezielt verhindert siehe z.B. CeMAS Lamberty und/oder AAS Sekte und viele andere. Es findet eine umfangreiche kulturelle Zersetzung, eher Terror dank dieser unfähigen Leistungslosen bezahlten statt. P.S. Wer gegen Teddybären war, erhielt von Sebastian Pertsch freiberuflicher Journalist, Tagesspiegel am 16.7.2015 „Kann man diese rechten Arschlöcher nicht mal ausbürgern, für ein Jahr nach Mali schicken, zurückholen, in ein Asylheim stecken und anzünden?“
Vielen Dank Frau Stephan für Ihre klare Bestandsaufnahme der Lage in „unserer“ „Demokratie“. Stimmen wie die Ihre machen Mut und zeigen, dass noch nicht alles zu spät ist.
Seit drei Generationen bedauern die Deutschen, daß v. Stauffenberg seine Ladung damals an der falschen Stelle angebracht hat.
Die nächsten drei Generationen werden sie bedauern, daß sie ihr Kreuzchen „damals“ nicht an der richtigen Stelle gemacht haben.
Will sagen: Auch wenn die meisten hier es sich im Moment nicht vorstellen können aber die Wahrscheinlichkeit besteht, daß ihre Kinder und Kindeskinder ihnen später mal bittere Vorwürfe machen werden, daß sie die AfD nicht gewählt haben, als es noch möglich war.
Also wenn hier eine Partei verboten werden soll, weil sie die nächsten Wahlen gewinnen könnte, der Antrag genügt, dann wird das die letzten Demokratie-Romantiker aus ihren süßen Träumen holen. Die Europäer werden wieder sagen, Deutsche könnten mit Demokratie nicht umgehen usw. In Polen regiert ja derzeit eine Assoziation von 12 Parteien, das zeigt uns, wo die Reise hingeht. Man sollte das jetzt völlig unaufgeregt abwarten und schauen, was das Barometer Politikverdrossenheit zu den nächsten Wahlen anzeigt. Nicht vergessen darf man auch, dass die umbenannte NPD ja noch erlaubt ist. Haben wir eigentlich eine Bauernpartei? Ich würde ja lachen, wenn die gewünschte Entmündigung Höckes dazu führt, dass die 10% CDU-Wähler, die sich bisher an dem störten, nun beruhigt AFD wählen können. Wobei ich nicht zu denen gehöre, die von dieser Partei die Lösung aller Probleme erwarten. Einsichten erwarte ich von allen, die Verantwortung übernommen haben. Und Besserung! Es ist nicht gut, wenn Versager, die dauernd Schaden anrichten, trotzdem einen Haufen Geld verdienen und daraus schlussfolgern dürfen, dass sie so schlecht nicht gewesen sein können. Ein gute Zeichen wäre die Kürzung der Pensionen von allen, die den Karren mit in den Dreck gefahren haben. Sagen wir mal seit 2000. Das würde ich überaus anständig finden.
Die Deportation findet tatsächlich statt, allerdings in Richtung Deutschland, nicht aus dem Land heraus. Ein Milliardengeschäft, vom deutschen Steuerzahler finanziert und von immer mehr deutschen Opfern importierter Kriminalität täglich zu ertragen.
„Wie radikal wird eine Regierung noch agieren, die Existenzangst hat?“ --- Nun, seit 2015/16 warte ich darauf, dass Deutsche wieder auf Deutsche schießen. Seit dem 1. WK kommen die Deutschen irgendwie nicht aus dem Schlamassel raus. Das kann kein Zufall sein. Ganz besonders deswegen nicht, weil die Mehrheit der Gegenwartsdodos stark dehostilisiert ist – oder vielleicht deswegen …