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Die ganzen kräftigen und sportlichen jungen Männer, die jetzt am Flughafen in Kabul sich mit dem Mut der Verzweiflung an startende Flugzeuge klammern, hätten diesen Mut besser genutzt, um mit der Waffe in der Hand die Taliban aufzuhalten - wenn sie es denn ernst meinen mit ihrer Gegnerschaft und ihrem Freiheitswillen. Letztlich ist es ihre Zukunft, die bedroht wird und für die primär sie kämpfen müssen, und nicht wir. Die Mehrheit aller Afghanen – und sie alle – sind aufgewachsen in der Ära, in der der Westen versucht hat, dort eine moderne Zivilisation mit westlichen Werten einzuführen. Offenkundig wurde das aber von der Masse auch der jungen Menschen – und sogar der davonlaufenden Regierungssoldaten – nicht verstanden und nicht gewünscht. Ein solches “Land” (in Gänsefüßchen, denn es ist wie alle Drittweltländer keine Nation, sondern eine Ansammlung von einander übervorteilenden Stämmen, Sippen und Clans) ist dysfunktional. So etwas kann man nur sich selbst überlassen und die Mauern drumherum hochziehen.
Ich habe von dem deutschen Abenteuer in Afghanistan von Anfang an nichts gehalten. Wir hatten da nichts zu suchen. Die Afghanen wüssten heute nicht Mal wo Deutschland liegt, würden also auch nicht kommen. Zur Strafe für diesen Wahnsinn, wurden und werden jetzt auch hier im Land Menschen gemessert und vergewaltigt. Von den Unsummen an Geld die das kostet, rede ich lieber gar nicht. Der Schaden den die Verantwortlichen in Deutschland angerichtet haben, ist kaum zu fassen.
Ich finde man muss doch den Afghanen den größten Respekt zollen. Die haben den Westen 20 Jahre lang nach Strich und Faden verarscht und keiner hat was gemerkt. Unsere Milliarden sind weg und eine afghanische Armee hat es nie gegeben. Eine Meisterleistung. Jetzt hilft uns nur noch ein Angriff mit COVID Impfstoff.
Im eigenen Land Nationdestroyer, aber in Afghanistan plötzlich Nationbuilder? Wie hätte das gut gehen sollen? Die deutschen Politiker, die sich an Afghanistan betätigten, sind allesamt verantwortlich dafür, dass Deutschland kein souveräner Nationalstaat mehr ist, sondern eine Spielwiese für durchgeknallte Beamte aus Brüssel. Aber aus Afghanen eine eigene und überlebensfähige Nation formen wollen? Deutsche Politiker, die im eigenen Land Milliarden locker machen, um alles zu zersetzen, was rechts ist, also an der deutschen Nation ein positives Interesse hat! Nationbuilder, einfach nur lächerlich.
Ich weiß nicht ob wir uns in jeden Konflikt dieser Erde ständig einmischen müssen. Wenn woanders andere Kulturen sich die Köpfe einschlagen ist das so. Der Mensch ist hier wie da ein Stück Natur, mit allen Konsequenzen. Steht es uns zu , überall europäische oder deutsche Normen zu verlangen. Erst mit den Medien und dem vorgaukeln eines westlichen Schlaraffenlandes wurde die Begehrlichkeit des Flüchtens geweckt. Vor Konflikten kann ein Volk man nicht ständig weglaufen. Auch die Taliban sind nicht grundlos über Nacht entstanden. Dem nächsten Krieg auf unserem Boden, wegen dem Zusammentreffen verschiedener Kulturen, wird hier jedenfalls ein Nährboden bereitet.
Die Analyse ist (wie immer) wesentlich zutreffender und exakter als alles, was in den deutschen Mainstream-Medien zu hören und zu lesen ist. Aber ich will doch anfügen, dass es im Wesentlichen der damalige Außenminister Joschka Fischer war, der darauf gedrängt hat, aus dem ursprünglich begrenzten Ziel des Sicherheitsrats der UNO, durch die ISAF Kabul zu sichern und dort den Frieden zu erhalten, eine Mission der NATO zu machen und sie mit der Aufgabe des “Nation Building” zu betrauen. Ein Gegner dieses “Projekts” des Außenministers der Bundesrepublik war übrigens der damalige Verteidigungsminister der USA, Donald Rumsfeld, der erst nach langem Zögern zugestimmt hat. Unter diesem Gesichtspunkt wird die Frage der Verantwortung der Bundesregierung noch gravierender, weshalb ich den weiteren Ausführungen des Autors nur zustimmen kann.
In dieser Sache hing nichts am deutschen Engagement. Afghanistan interessiert hier eigentlich keine Sau und das kommunizierte Merkel auch während ihrer Amtszeit. Gut gemacht, Angie.
Es ist eine der vielen Illusionen, die die westliche Afghanistan-Politik nähren, dass die Frauen dort den Islam bzww. die archaischere Variante des Zusammenlebens, den er stützt, nicht schätzen würden. Dieser Illusion unterliegt auch Rainer Bonhorst.
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