Im Prozess gegen die 43-jährige Nadine D. wurden am Mittwoch am Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG) die Plädoyers der Verteidigung abgeschlossen. Die 2007 zum Islam konvertierte Deutsche muss sich seit 28. Mai vor dem 5. Strafsenat des OLG verantworten. Dabei hatte sie eingeräumt, die Internet-Seite „Free our Sisters" gegründet und betrieben zu haben. Die inzwischen abgeschaltete Seite war den Ermittlern aufgefallen, weil dort immer wieder um Unterstützung, etwa durch Spenden oder aufmunternde Briefe in die jeweilige Haftanstalt, für bekannte und bereits inhaftierte islamistische Terroristen geworben wurde. Dazu gehörten auch ein verurteiltes Mitglied der Terror-Organisation „Sharia4Belgium", der als „Ebu Tejma" bekannte und wegen Unterstützung sowie Rekrutierung für die Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) zu zwanzig Jahren Haft verurteilte Österreicher Mirsad O. sowie Salah Abdeslam, einer der Haupttäter der Terror-Anschläge am 13. November 2015 in Paris, bei denen insgesamt 130 Menschen ermordet wurden.
Nachfragen des Senatsvorsitzenden Winfried van der Grinten, warum sie sich ausgerechnet diesen Personenkreis zum Zwecke der Unterstützung ausgesucht hatte, ließ Nadine D. mehrfach unbeantwortet. Der Islamwissenschaftler Guido Steinberg hatte „Free our Sisters" in seinem Gutachten für das Gericht als „IS-Gefangenenhilfe" eingeordnet. Außerdem hatte die Beweisaufnahme ergeben, dass die vierfache Mutter mit einer Reihe prominenter und bereits zu längeren Haftstrafen verurteilter IS-Frauen, etwa Jennifer W. sowie Oumaima A., der Witwe des deutschen IS-Propagandisten Denis Cuspert, in engem persönlichen Austausch stand.
Damit war es keine Überraschung, dass die Bundesanwaltschaft in ihrem Schlussvortrag vor drei Wochen eine Gesamtfreiheitsstrafe in Höhe von drei Jahren und sechs Monaten für Nadine D. wegen vierfacher IS-Unterstützung sowie Werbens für den IS in vier weiteren Fällen beantragt hat. Auch wurde die Aufrechterhaltung des Haftbefehls gegen die seit September 2025 in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte beantragt. Serkan Alkan, einer der beiden Verteidiger von Nadine D., hatte in seinem Plädoyer einen Freispruch gefordert, ersatzweise eine Haftstrafe, die noch zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Auch Nelli Kopev, die andere Anwältin von Nadine D., beantragte am Mittwoch einen Freispruch, hilfsweise eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren sowie die Aufhebung des Haftbefehls gegen ihre Mandantin. Ebenso wie Alkan begründete auch Kopev ihren Antrag damit, dass die 43-Jährige bei ihren Aktivitäten stets bemüht gewesen sei, „sich innerhalb rechtlicher Grenzen zu bewegen". Die beantragte Aufhebung des Haftbefehls begründete Kopev in ihrem rund 35-minütigem Plädoyer unter anderem mit den „außergewöhnlich strengen Haftbedingungen", denen Nadine D. ihrer Meinung nach ausgesetzt sei.
Inszenierung mit Tränen
Nach dem Ende der Schlussvorträge bekam die Angeklagte die Gelegenheit zu ihrem letzten Wort. Als Nadine D. dazu neben Nelli Kopev im Zeugenstand Platz nahm, war klar, dass sie das zu einem längeren Vortrag nutzen wollte. „Es tut mir leid, dass wegen mir hier alle zusammenkommen müssen. Es tut mir leid, dass ich meine Familie seit einem Jahr im Stich lasse", begann sie ihre Ausführungen mit zitternder Stimme. Danach erzählte die Konvertitin, dass ihr Leben vor ihrer Verhaftung „normal und ruhig" gewesen sei. Auch sei sie in ihrer Düsseldorfer Nachbarschaft beliebt und anerkannt gewesen: „Sogar beim Jobcenter mochte man mich. Aber Sie sind sich sicher, dass ich eine IS-Ideologie habe", warf sie der Anklage vor. „Ich habe nichts geplant. Ich war nie Mitglied einer Terror-Organisation. Ich habe ,Free our Sisters' mit guten Absichten gegründet und geleitet." Bei der Internet-Seite sei es darum gegangen, dass „Frauen Deutsch lernen" und „Kinder Ramadan-Geschenke bekommen" konnten. „Wir haben nie proaktiv nach Leuten gesucht. Die Leute selber haben uns ausgesucht und uns geschrieben", behauptete sie. „Ich hatte noch nie kriminelle Energie. Ich gehe nicht einmal bei Rot über die Straße."
Schnell ging Nadine D. dazu über, die Bedingungen ihrer Untersuchungshaft zu beklagen: „Ich habe Panikattacken erlebt, wo ich dachte, ich sterbe." Ebenfalls vor dem OLG angeklagte mutmaßliche Mitglieder der linksextremen Hammerbande hätten bessere Haftbedingungen als sie: „Die arbeiten und dürfen in die Freistunde gehen." Anschließend behauptete sie, eine ihrer Töchter habe wegen des Prozesses ihr Interesse am Schulbesuch verloren: „Meine Tochter war die Zweitbeste in ihrer Klasse. Jetzt will sie nicht mehr zur Schule gehen." Am Ende ihres 27-minütigen Schlusswortes sagte die 43-Jährige an den Strafsenat gewandt: „Sie müssen jetzt entscheiden: Bin ich die Nadine von nebenan? Oder bin ich die krasse IS-Tante?" Ihre Mutter sowie mehrere ihrer Kinder unterstützten Nadine D.s Ausführungen im Zuschauerraum mehrfach mit lautem Schluchzen. Spätestens damit wirkte ihr letztes Wort wie eine durchchoreographierte Inszenierung für das Gericht, bei der weder im Saal noch im Zuschauerraum mit Tränen gespart wurde und an dessen Ende Nelli Kopev ihre Mandantin für jeden sichtbar tröstete.
In der Sache aber bot ihr letztes Wort nur wenig Neues, schon gar nicht plausible Erklärungen für die Ergebnisse der Beweiserhebung. So erklärte Nadine D. ein Foto, auf dem zu sehen ist, wie ihr ältester Sohn eine Flagge mit dem islamischen Glaubensbekenntnis hält und dabei mit der anderen Hand den „IS-Finger" zeigt, damit, dass das Bild im Rahmen einer „Mottowoche" aus Anlass von Schulabschlussfeierlichkeiten aufgenommen worden sei. Die bei einer Hausdurchsuchung in einem Kinderzimmer gefundene IS-Flagge erklärte sie damit, dass die Polizei ihr versichert habe, die Fahne sei in Deutschland nicht verboten. Dazu, dass sie sich bei der Durchsuchung gegenüber den Polizisten sofort als Kalifats-Anhängerin zu erkennen gegeben hatte, sagte sie in ihrem letzten Wort nichts.
Ihre persönlichen Chats mit Jennifer W. und Oumaima A. erklärte Nadine D. damit, dass dies „Freundinnen" von ihr gewesen seien. Zu dem von „Free our Sisters" initiierten Spendenaufruf für Mirsad O. alias „Ebu Tejma" fiel ihr nur ein, dass sie mit dessen Frau „nie über den IS gesprochen" habe. Auch zu ihrem während der Hauptverhandlung mehrfach verlesenen Briefwechsel mit dem Paris-Attentäter Salah Abdeslam schwieg die 43-Jährige erneut. „Mein lieber Bruder Salah, Friede sei mit dir, wenn du wüsstest, wie sehr ich dich liebe. Sei stark und geduldig. Sie haben Angst vor dem Löwen, auch wenn sich der Löwe im Gefängnis befindet. Allah weiß, was er tut, auch wenn es länger dauert", hieß es in dem von „Free our Sisters" veröffentlichten Brief. Das Urteil soll am Freitag kommender Woche verkündet werden.

@Sabine K.: Sie haben es leider nicht so richtig verstanden. Ich schrieb: „Fundamentalismus verunmöglicht Demokratie. Weil Demokratie auf Individualität und Verantwortung respektive Eigenverantwortung aufgebaut ist“
Eigenverantwortung bedeutet, sich für sein eigenes Denken und Handeln zu verantworten. Dies ist unabhängig von den äußeren Umständen. Es gibt in jeder Gesellschaft aber auch Fundamentalisten, die demokratische Prinzipien wie Eigenverantwortlichkeit nicht verstehen. Ein jeder in einer demokratischen Gemeinschaft steht dann in der Pflicht, Fundamentalisten von außen in Verantwortung zu nehmen. Das geschieht erstens dadurch, indem man dem Fundamentalisten jede Möglichkeit, Macht auszuüben wegnimmt, und zweitens, indem Fundamentalisten für das Überschreiten demokratischer und sozialer Regeln rigoros bestraft werden.
Eine Demokratie kann nicht funktionieren, wenn diese Grundregeln nicht befolgt werden. Der Prozess wird ja nach diesen Grundregeln geführt, und wird höchstwahrscheinlich die entsprechenden Resultate bringen.
Zu jammern und zu meckern, dass es so etwas wie Fundamentalisten überhaupt gibt (die gibt es in jeder Gesellschaft und wird es auch immer geben) ist ja ein Ausdruck dafür, dass man selbst nicht bereit ist, sich an die Regeln halten zu wollen. Äußere Umstände entscheiden nur bedingt, ob ich eigenverantwortlich denke oder bereit bin, verantwortlich zu handeln = nämlich ob ich aktiv daran mitwirke, Fundamentalisten ihre Macht zu nehmen oder diese zumindest zu beschneiden.
Sich selbst in die Opferrolle zu flüchten und über den Fundamentalismus zu meckern und zu jammern, stärkt ja den Fundamentalismus nur. Damit schustert man den Fundamentalisten Macht zu. Das Suhlen in der Opferrolle stärkt die Macht des Fundamentalisten.
Insofern sollte sich jeder mal an die eigene Nase fassen, ob die eigene Haltung nicht genau erst die Probleme verursacht, über deren Auswirkungen und Symptome wir uns dann so sehr aufregen.
Immerhin wird sie nicht von vornherein für nicht zurechnungsfähig erklärt, weil sie an diesen Menschenopfer verlangenden Wüstengötzen glaubt, wie das bei fast allen islamischen Mördern immer schnell passiert.
@ Theodor Breit: Eigenverantwortung? Wie will man in diesem Nanny-Staat, in dem wir leben müssen, eigenverantwortlich handeln? Wie soll das gehen? Wenn schon das Publikum im Gerichtssaal, gerade so, als wären sie puberierende Girlies, auf Kommando anfängt zu heulen. Das ist doch nur noch peinlich, über Erwachsene lesen zu müssen, die sich aufführen wie Kleinkinder.
Alle fanatischen Islamfetischisten ins islamische Paradies abschieben und lebenslänglich Einreiseverbot in die zivilisierte Welt.
Linksgrünwoke Islamfetischisten ausbürgern, abschieben, ausgrenzen.
Die Psyche der Konvertitinnen dürfte in etwa derjenigen von
sog. Knastelsen entsprechen.
„ Ebenfalls vor dem OLG angeklagte mutmaßliche Mitglieder der linksextremen Hammerbande hätten bessere Haftbedingungen als sie: “Die arbeiten und dürfen in die Freistunde gehen.„ Das würde mir zu denken geben. Hätte sie sich mal mit dem Hammer ausgetobt, vielleicht beim nächsten mal. Denn dann, wenn sie im Gefängnis arbeiten tun dürfte, erwirtschaftete sie auch Rentenanwartschaften, die sie auch bekommt, wenn sie nicht mehr im Dummland sich aufhält, z.B. in Syrien !?
Komplett von der Rolle, die Nadine. Sie wird es nie begreifen und das ist für sie gut so. Denn ihre „heile islamistische Welt“ würde zusammen brechen. Und das will das Hascherl auf jeden Fall vermeiden, weil dann die nächste Panikattacke kommt. Völliger Realitätsverlust, vom Koran überzeugt. Wat willste machen? Sperrt sie ein, lange, lange Zeit oder schiebt sie ab. Ach, das geht ja gar nicht…..