News-Redaktion / 14.09.2021 / 09:36 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage am Dienstag

Ein Blick in die Nachrichten der letzten Stunden.

1,2 Milliarden Dollar für Afghanistan unter Taliban-Herrschaft

Bei der ersten UN-Geberkonferenz nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan sind insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar für humanitäre Zwecke zugesagt worden, meldet unric.org. Das habe UN-Generalsekretär Guterres zum Ende des Treffens in Genf mitgeteilt. Mit dem Geld sollten die Menschen vor Hunger bewahrt und ein Zusammenbruch öffentlicher Dienstleistungen verhindert werden. Die Geberstaaten hätten deutlich gemacht, dass sie ihre kurzfristige humanitäre Unterstützung nicht an Bedingungen knüpfen würden. Eine Zusammenarbeit mit dem Taliban-Regime werde jedoch von dessen Umgang mit ausländischen Helfern, Frauen, Kindern und Minderheiten abhängen, habe es weiter geheißen. Doch das Geld fließt erst einmal ins Land und hilft damit auch den Taliban-Machthabern.

Innenministerium stellt Aufnahmezusagen für Afghanen aus

Das Bundesinnenministerium hat damit begonnen, Aufnahmezusagen für potenziell gefährdete Menschen aus Afghanistan auszustellen, meldet deutschlandfunk.de. Konkret gehe es nach Angaben eines Sprechers um über 2.000 Menschenrechtler, Künstler, Wissenschaftler und Journalisten. Am vergangenen Freitag wäre die vollständige Liste mit ihren Namen an das Innenministerium übermittelt worden. Die Menschen seien demnach neben den früheren Ortskräften der Bundeswehr vom Auswärtigen Amt und anderen deutschen Institutionen als besonders schutzbedürftig identifiziert worden. Die meisten hielten sich entweder noch in Afghanistan selbst auf oder seien inzwischen in einem Nachbarland angekommen.

Stromproduktion: Kohle verdrängt Windkraft vom ersten Platz

Kohle hat als Energieträger für die Stromproduktion im ersten Halbjahr 2021 die Windkraft wieder vom ersten Platz verdrängt, meldet n-tv.de. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der gesamten in Deutschland erzeugten Strommenge von 258,9 Milliarden Kilowattstunden würden nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in diesem Zeitraum aus konventionellen Quellen wie Kohle, Erdgas oder Kernenergie stammen. Das sei gut ein Fünftel (20,9 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor, wie die Behörde mitgeteilt habe. Der Anteil erneuerbarer Energien wie Wind, Solarenergie und Biogas sei dagegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,7 Prozent auf 44 Prozent gesunken.

Wegen des windarmen Frühjahrs wäre der Anteil der Windenergie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut ein Fünftel (21 Prozent) gesunken, hätten die Statistiker erklärt. Dadurch sei der Anteil der Windkraft an der ins Netz eingespeisten Menge von 29,1 Prozent auf 22,1 Prozent gesunken. Die Einspeisung von 57,1 Milliarden Kilowattstunden Windstrom sei der niedrigste Wert für ein erstes Halbjahr seit 2018.

Gefüllt worden sei die Lücke nach Angaben des Bundesamtes vor allem durch eine höhere Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken. Sie hätten mit 70,2 Milliarden Kilowattstunden gut ein Drittel (35,5 Prozent) mehr bei als vor Jahresfrist erzeugt. Kohle habe damit in den ersten sechs Monaten 27,1 Prozent der eingespeisten Strommenge ausgemacht, nach 20,8 Prozent ein Jahr zuvor. 

Ermittlungen nach Stromausfall in Dresden

Der großflächige Stromausfall in Dresden und Umgebung am Montagnachmittag ist nach jetzigem Kenntnisstand vermutlich durch einen metallbeschichteten Ballon verursacht worden, meldet welt.de. Ob dieser Ballon gezielt gesteuert oder zufällig an die neuralgische Stelle des Einspeise-Umspannwerks Dresden Süd gelangt sei, werde noch untersucht, wie der Netzbetreiber SachsenEnergie mitgeteilt habe. Bei der Untersuchung der Störungsursache wären verschmorte Reste eines Flugobjekts gefunden worden.

Ein Polizeisprecher habe sich am Abend auf Anfrage nicht zum Stand der Ermittlungen äußern wollen. Den Angaben zufolge seien zeitweise etwa 300.000 Haushalte im gesamten Versorgungsgebiet in Dresden betroffen gewesen, darunter auch Industriekunden. Die Störung sei auch in umliegenden Städten wie Radebeul, Radeberg und Freital zu bemerken gewesen. SachsenEnergie habe mitgeteilt, dass nach einer Stunde wieder 95 Prozent der Haushalte versorgt waren.

China will Alipay zerschlagen

Der Bezahldienstleister Alipay hat mehr als eine Milliarde Nutzer und bei mobilen Zahlungen einen Marktanteil von rund 80 Prozent. Das 2004 von Alibaba gegründete Unternehmen verfüge über einen riesigen Datenschatz und das scheint der Regierung zu viel Macht zu sein, berichtet orf.at. Wie die „Financial Times“ am Montag berichtet habe, wolle Peking Alipay offenbar zerschlagen und das lukrative Kreditgeschäft ausgliedern. Die Nutzerdaten sollten demnach teilweise Staatskonzerne übernehmen. 

Laut dem Bericht der „Financial Times“ wolle die Regierung eine eigene Plattform für das Kreditgeschäft aufbauen. Sie solle bereits angewiesen haben, dass die Kreditservices Huabei und Jiebei aus Alipay ausgegliedert werden müssten. Die Nutzerdaten sollten in ein neues Gemeinschaftsunternehmen ausgelagert werden, an dem sich staatseigene Firmen beteiligen sollen. Das würde einen weitgehenden Zugriff der Regierung erlauben. Auch andere Internetkreditanbieter seien von der schärferen Regulierung betroffen, habe es in dem Bericht geheißen.

Landkreis hält an umstrittenem Quarantäne-Schreiben fest

Ende letzter Woche hatte ein Schreiben des Gesundheitsamtes des Landkreises Potsdam-Mittelmark an die Eltern eines Kindes, mit dem Quarantäne angeordnet wurde, wegen seines Tones für Aufmerksamkeit gesorgt. Darin heiße es: "Sollten Sie den der Absonderung für Ihr Kind betreffenden Anordnungen nicht nachkommen, so hat die Absonderung zwangsweise durch Unterbringung in einer geeigneten abgeschlossenen Einrichtung zu erfolgen." Zudem werde "rein vorsorglich" darauf hingewiesen, dass die Eltern bei Zuwiderhandlung gegen die Anordnung mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldbuße rechnen müssten.

Trotz massiver Proteste halte der Landkreis Potsdam-Mittelmark an einem harschen Schreiben zu Quarantäne-Anordnungen für Kinder fest, meldet sueddeutsche.de. Das Gesundheitsamt hätte solche Anordnungen zur Quarantäne wegen Corona-Infektionen bereits hundertfach versandt - "allerdings wurde bislang der "Tonfall" in dem Schreiben nicht kritisiert", erklärte am Montag auf Anfrage.

Der Text werde nicht geändert, habe Landkreis-Sprecherin Andrea Metzler am Montag auf Anfrage bekräftigt: "Sollte es doch mal einen Verstoß geben, der entsprechende Konsequenzen nach sich zieht, dann kann sich der Bürger nicht darauf zurückziehen, er hätte nicht gewusst, was in dem betreffenden Paragrafen steht." Diese Konsequenzen seien bei Zuwiderhandlung durch das Infektionsschutzgesetz gedeckt.

Australiens Hauptstadt bleibt im Lockdown

Die Region Australian Capital Territory (ACT) mit der australischen Hauptstadt Canberra bleibt einen weiteren Monat im Lockdown, meldet orf.at. Diese Entscheidung habe die Regionalregierung getroffen, nachdem die Behörden in dem Territorium 22 positive Coronavirus-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet hätten.

Canberra sei vom Bundesstaat New South Wales umschlossen, der seit einem guten Monat im Lockdown sei. Mitte August sei im ACT erstmals seit einem Jahr wieder ein Corona-Fall bestätigt worden.

Die Regionalregierung habe weiter mitgeteilt, dass bisher etwa 50 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft seien. Im Australian Capital Territory lebten rund 430.000 Menschen. Die Beschränkungen sollten erst dann gelockert werden, wenn mindestens 70 Prozent der Bürger zwei Impfdosen erhalten hätten. 

Orchester entlässt weiße Musiker wegen der „Vielfalt“

Die Hälfte der Orchestermitglieder der English Touring Opera wird in der kommenden Saison nicht mehr beschäftigt, weil die weißen Musiker den Vielfaltskriterien nicht entsprechen, meldet faz.net. Stattdessen habe das mit 1,78 Millionen Pfund im Jahr vom Steuerzahler subventionierte Ensemble, das seit 1979 Oper in die Regionen bringe, zwölf neue Instrumentalisten engagiert. Die English National Touring Opera beschäftige im Orchester nur freischaffende Musiker. Viele de­rer, die jetzt fallen gelassen worden seien, hätten nach Auskunft der Mu­sikergewerkschaft allerdings seit zwan­zig Jahren oder mehr regelmäßig für das Ensemble gearbeitet.

Maori-Partei will Neuseeland umbenennen

Eine Maori-Partei hat in Neuseeland eine Petition eingereicht, um den Pazifikstaat offiziell in „Aotearoa“ umzubenennen, meldet orf.at. Das von den Ureinwohnern benutzte Wort, das übersetzt etwa „Land der langen, weißen Wolke“ bedeute, werde bereits jetzt häufig als Synonym für Neuseeland benutzt. Jedoch habe der Begriff eine umstrittene Geschichte und sollte ursprünglich nur für die Nordinsel und nicht für das ganze Land verwendet worden sein.

Die Maori Party wolle auch die Maori-Namen für alle Städte und Ortsnamen bis 2026 festlegen, wie ihre Vorsitzenden Rawiri Waititi und Debbie Ngarewa-Packer mitgeteilt hätten. „Es ist längst überfällig, dass Te Reo Maori (die maorische Sprache) seinen rechtmäßigen Platz als erste und offizielle Sprache dieses Landes wiedererlangt. Wir sind ein polynesisches Land, wir sind ‚Aotearoa‘“, wird Waititi zitiert.

Ngarewa-Packer habe gesagt, dass die Namensänderungen und die „Auferlegung einer kolonialen Agenda im Bildungssystem“ dazu geführt hätten, dass immer weniger Maori fließend ihre eigene Sprache beherrschten. Von 90 Prozent im Jahr 2010 sei die Rate auf 20 Prozent gesunken. 

Erster Transgender-Bischof in den USA

Die US-amerikanische Evangelical Lutheran Church hat die erste bekennende Transgender-Person ins Bischofsamt eingeführt meldet orf.at. Reverend Megan Rohrer (41) werde damit rund 180 Gemeinden einer der größten christlichen Kirchen in den Vereinigten Staaten leiten. Das habe unter anderen der britische „Guardian“ in seiner Onlineausgabe am Sonntag berichtet. Rohrers neue Gemeinden umfassten demnach mehr als 36.000 Mitglieder. Rohrer hätte damit die Leitung einer von 65 Diözesen (synods) der Kirche in Nordkalifornien und Nordnevada übernommen.

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