News-Redaktion / 15.05.2021 / 09:00 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage: Roter Planet und Raketenbeschuss

Die Raketenangriffe auf Israel gehen weiter und das israelische Militär reagiert mit Luftangriffen auf den Gaza-Streifen, Malis Übergangsregierung wurde aufgelöst, der chinesische Rover „Zhurong“ ist auf dem Mars gelandet, der Deutsche Lehrerverband befürwortet Impfaktionen an Schulen, NRW verhängt ein Quarantäne-Verbot in Altenheimen und Getreidehändler sehen „historische Preisausschläge“ kommen.

Palästinenser schießen Raketen – israelische Luftangriffe auf Gaza

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben auch am Samstag ihre Raketenangriffe auf israelische Städte fortgesetzt, meldet Welt Online. In der Wüstenstadt Beerscheva im Süden Israels sowie in Grenzorten zum Gazastreifen heulten am Morgen die Warnsirenen, habe das israelische Militär mitgeteilt. Die israelische Armee habe den Angaben zufolge weiter Ziele in dem Palästinensergebiet angegriffen. Die Luftwaffe hätte mehrere Raketenabschussrampen und zwei Kampfeinheiten der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas beschossen, habe es in der Mitteilung geheißen. Dabei sei ein „Einsatzbüro“ der Hamas nahe dem Zentrum von Gaza getroffen worden. Auch unterirdische Abschussanlagen wurden den Angaben zufolge bombardiert.

Die amtliche palästinensische Nachrichtenagentur Wafa teilte am Samstag mit, in dem Flüchtlingslager Schati im Westen von Gaza sei ein Haus getroffen worden. Es seien dabei mindestens sieben Mitglieder einer palästinensischen Familie getötet worden, darunter auch Kinder. Auch in Beit Lahia im Norden des Küstenstreifens sowie an anderen Orten seien Zivilisten getötet worden. Eine israelische Armeesprecherin sagte, man prüfe die Berichte. Nach Angaben von Wafa seien seit der Eskalation der Gewalt am Montag 136 Palästinenser im Gazastreifen getötet worden.

In der israelischen Stadt Beerscheva sei nach Polizeiangaben ein Haus durch Raketensplitter getroffen worden. Es gebe Sachschaden, aber keine Verletzten, heiße es. Auch die israelischen Küstenstädte Aschkelon und Aschdod seien erneut angegriffen worden. Wie Israels Armee mitgeteilt habe, seien in Israel durch den Raketenbeschuss der vergangenen Tage acht Menschen ums Leben gekommen.

USA starten offiziellen Vermittlungsversuch im Gaza-Konflikt

Die USA bemühen sich intensiv um Deeskalation im Gaza-Konflikt, meldet Zeit Online. Wie die US-Botschaft in Israel mitteilte, sei der Spitzendiplomat Hady Amr auf dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv gelandet.

US-Außenminister Antony Blinken hatte ihn gebeten, sich mit Vertretern beider Seiten zu treffen. Der Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas war zu Wochenbeginn eskaliert. Militante Palästinenser beschießen Israel fortwährend mit Raketen – nach Angaben der israelischen Armee waren es zuletzt bereits mehr als 2000. Israel reagiert mit massiven Angriffen im Küstengebiet. Wie die Deutsche Presse-Agentur zuvor aus ägyptischen Sicherheitskreisen erfahren habe, habe Israel ein Angebot Ägyptens zur Vermittlung einer Feuerpause abgelehnt.

Malis Übergangsregierung aufgelöst

Im westafrikanischen Krisenstaat Mali ist gestern die Regierung aufgelöst worden, meldet orf.at. Der Generalsekretär des Präsidialamtes, Kalilou Doumbia, habe die Auflösung am Freitagabend im nationalen TV ohne Angabe von Gründen angekündigt. Übergangspräsident Bah N’Daw habe per Dekret Regierungschef Moctar Ouane im Amt bestätigt und mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt.

Die Übergangsregierung in Mali hatte erst im Januar die Militärjunta aufgelöst, die Präsident Ibrahim Boubacar Keïta im Vorjahr gestürzt hatte. Auf Druck vor allem des westafrikanischen Regionalbündnisses ECOWA wurde später eine Übergangsregierung mit Ex-Verteidigungsminister N’Daw an der Spitze gebildet.

Chinesischer Rover „Zhurong“ auf dem Mars gelandet

China ist erstmals eine Landung auf dem Mars gelungen, meldet orf.at. Das Landemodul des chinesischen Raumschiffes „Tianwen-1“ habe heute Morgen mit dem Rover „Zhurong“ an Bord auf der Oberfläche des Roten Planeten aufgesetzt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die Raumfahrtbehörde berichtet habe.

Bisher haben es nur die USA geschafft, Erkundungs-Fahrzeuge auf dem Roten Planeten zum Einsatz zu bringen, zuletzt war der NASA im Februar die Landung ihres Mars-Rovers „Perseverance“ auf dem Roten Planeten geglückt. Der Sowjetunion gelang in den 70er-Jahren zwar eine Landung, es wurde aber sofort der Kontakt zu der Sonde verloren. Der Flug zum Roten Planeten und die Landung gälten als äußerst schwierig. Von vorausgegangenen Landeversuchen seien nur etwa die Hälfte erfolgreich.

Laufe nun alles nach Plan, solle der nach dem chinesischen Feuergott benannte Rover „Zhurong“, der in der Region Utopia Planitia aufsetzte, erwachen und mindestens drei Monate lang arbeiten und Untersuchungen durchführen. Der Rover wiege etwa 240 Kilogramm. Er habe sechs Räder und vier Sonnenkollektoren und könne sich auf der Marsoberfläche mit 200 Metern pro Stunde bewegen.

Der Rover trage wissenschaftliche Instrumente mit sich, mit denen etwa Informationen über die Zusammensetzung der Planetenoberfläche, die geologische Struktur und das Klima gesammelt werden sollen.

Russland: USA und Tschechien „unfreundliche Staaten

Russland hat die USA und Tschechien auf eine neue Liste „unfreundlicher ausländischer Staaten“ gesetzt, meldet kleine-zeitung.at. Die Liste sei am Freitag in Moskau von der Regierung veröffentlicht worden. Mit der Einstufung gingen Einschränkungen für die diplomatischen Vertretungen beider Länder einher, etwa zur Beschäftigung von Mitarbeitern mit russischem Pass. Auf der Liste stünden ansonsten noch keine weiteren Staaten. Sie gehe auf einen Auftrag von Präsident Wladimir Putin zurück.

Dem Dokument zufolge dürfe Tschechien noch 19 russische Staatsbürger beschäftigen, die USA keinen einzigen. Diese Strafmaßnahmen hatte das russische Außenministerium zuvor bereits gegen die Vertretungen beider Länder verhängt – im Zuge der gegenseitigen Ausweisung von Diplomaten in jüngster Zeit.

Tschechien hatte Ende April rund 80 russische Diplomaten ausgewiesen, da das Land russische Agenten für die Explosion eines tschechischen Munitionsdepots im Jahre 2014 verantwortlich macht. Die USA unterstellt Russland eine Einmischung in die Präsidentenwahl im vorigen Jahr sowie Hackerangriffe. Moskau bestreitet beide Vorwürfe.

0,26 Prozent der Einwohner Deutschlands sind SARS-CoV-2-positiv

Nach der tagesaktuellen Meldung von absolute-zahlen.com sind nach offiziellen und amtlichen Zahlen 0,26 Prozent der Einwohner Deutschlands SARS-CoV-2-positiv. Das sind 0,01 Prozent weniger als am Vortag. Damit wären aktuell 99,74 Prozent der Menschen in Deutschland nicht von diesem Virus betroffen, wohl aber von den mit ihm begründeten Grundrechtseinschränkungen.

Lehrerverband befürwortet Impfaktionen an Schulen

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, ist optimistisch, dass die Schulen nach den Sommerferien zum normalen Unterricht zurückkehren können, meldet FAZ Online.

„Ich rechne damit, dass der dritten Welle keine vierte mehr folgen wird und das nächste Schuljahr bei anhaltend sinkenden Inzidenzen und weiteren Impffortschritten im Regelbetrieb starten kann“, sagte Meidinger der „Welt“.

Zumindest für die älteren Schüler gebe es eine reelle Chance, bis dahin geimpft zu sein. „Wir befürworten auch Impfaktionen an Schulen, um ein niedrigschwelliges Angebot für Schüler und Lehrkräfte zu schaffen“, habe Meidinger betont. Daran schließe sich aber die Frage an, wie der Schulbetrieb im Nebeneinander von geimpften und ungeimpften Schülern sowie Lehrkräften organisiert werden könne.

Dazu zählten Frage wie: „Was passiert, wenn Eltern nicht wünschen, dass ihr Kind von einem ungeimpften Lehrer unterrichtet wird? Dürfen ungeimpfte Schüler mit auf Klassenfahrt und in die Theatergruppe? Kann ich Geimpften das Tragen einer Maske abverlangen?“

Der Lehrerverband spreche sich zwar gegen eine Pflichtimpfung aus. Laut Meidinger hätte der Staat bei verbeamteten Lehrkräften und entsprechender gesetzlicher Regelung aber wohl die Handhabe dazu.

Quarantäne-Verbot für Altenheime in NRW

Besuchsverbote in Alten- und Pflegeeinrichtungen dürfen in Nordrhein-Westfalen nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung der Landesregierung ausgesprochen werden, meldet presseportal.de.

Das habe NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag klargestellt, berichtet die in Essen erscheinende „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ, Samstag-Ausgabe). Außerdem wolle das Land mit einer neuen Allgemeinverfügung das bereits bestehende Quarantäne-Verbot für vollständig geimpfte Bewohner nochmals unterstreichen. Er nehme Hinweise sehr ernst, dass Heimbewohner, die nicht infiziert seien und bereits über einen vollständigen Impfschutz verfügten, trotzdem in Einzelzimmer-Quarantäne gesteckt würden, weil sie möglicherweise Kontakt zu einer infizierten Person gehabt hätten, hat Laumann der WAZ gemeldet. 

Dies widerspreche eindeutig der Rechtslage. „Wir reden hier ganz oft von Menschen, denen nicht mehr viel Lebenszeit bleibt. Diese dann auch noch in die Isolation zu schicken, obwohl das aus Infektionsschutzgründen überhaupt nicht nötig ist, ist ein absolutes Unding“, habe Laumann kritisiert. 

Genauso werde er klarstellen, dass Pflegeeinrichtungen künftig Besuchsverbote nur noch im Einvernehmen mit dem Gesundheitsministerium verhängen dürfen. Hintergrund seien Beschwerden von Angehörigen über rigide Zutrittsregeln in einzelnen Altenheimen, die von den Betreibern mit der Furcht vor neuen Corona-Ansteckungsquellen begründet würden.

Getreidehändler sehen „historische Preisausschläge“

Getreideexperten beobachten „teilweise historische Preisausschläge“ bei Getreide, Mais und Ölsaaten wie Raps – möglicherweise mit Folgen für die Verbraucher, meldet Welt Online.

„Wenn sich die Preise noch eine Weile so halten für Pflanzenöle und für Getreide, dann wird sich das innerhalb einiger Monate sicherlich in den Lebensmittelpreisen auch im Supermarkt niederschlagen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse, Thorsten Tiedemann, der Deutschen Presse-Agentur.

Zwar hätten Rohstoffpreise bei Backwaren nur einen geringen Anteil am Verkaufspreis. „Aber die Fleischproduktion wird sicherlich teurer werden durch Futter“, sagte Tiedemann. Auch bei Produkten wie Mehl und Pflanzenöl dürfte der Weltmarkttrend nach seiner Einschätzung auf die Verbraucherpreise durchschlagen.

Die Welternährungsorganisation FAO beobachte seit geraumer Zeit steigende Preise bei praktisch allen Agrarrohstoffen. Unter dem Strich läge der FAO-Preisindex für Nahrungsmittel nach jüngsten Daten im April 31 Prozent über dem Vorjahreswert, nach elf monatlichen Anstiegen in Folge sei inzwischen der höchste Stand seit sieben Jahren erreicht. Besonders ausgeprägt sei der Trend bei Ölsaaten, wo das Preisniveau gegenüber April 2020 inzwischen doppelte Höhe erreicht habe. Befeuert werde diese Entwicklung aus Sicht der FAO auch von der Nachfrage der Hersteller von Biokraftstoffen.

„Erwartet hat man schon lange, dass irgendwas passieren wird in den Preisen aufgrund der hohen Liquidität und auch teilweise aufgrund der Engpässe, die in der Wirtschaft entstehen durch Corona-Einschränkungen“, sagte Tiedemann.

Grüne in Rheinland-Pfalz wählen Liste für die Bundestagswahl

Mehr als 200 Delegierte der Grünen in Rheinland-Pfalz kommen an diesem Samstag (10.30 Uhr) zu einem Parteitag zusammen, um die Liste für die Bundestagswahl am 26. September zu bestimmen, meldet Zeit Online. Die Bewerber für die vorderen Listenplätze stellten sich in einer ehemaligen Fabrikhalle in Mainz vor, die meisten Delegierten seien digital zugeschaltet.

Ohne Gegenkandidatin sei die Mainzer Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner für den Spitzenplatz der Landesliste vorgeschlagen. Um Platz 2 bewürben sich der südpfälzische Bundestagsabgeordnete Tobias Lindner und Torsten Klein aus dem Kreisverband Westerwald. Die Landesvorsitzende Misbah Khan aus Bad Dürkheim will auf Platz drei der Liste, wofür sich auch die Trierer Bundestagsabgeordnete Corinna Rüffer bewerbe. Gemäß der Satzung der Partei würden im Wechsel Frauen und Männer auf die Liste gewählt.

Die Partei stellt derzeit drei Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz. Der Landesvorstand erwarte aufgrund der jüngsten Umfragen, dass es künftig vier bis sechs sein könnten.

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