News-Redaktion / 20.09.2022 / 08:48 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage am Dienstag

Die Ukraine meldet Geländegewinne im Gebiet Luhansk, Tadschikistan und Kirgistan vereinbaren eine Waffenruhe, in zahlreichen deutschen Städten gab es Demonstration gegen die Energiepolitik, die deutschen Gasspeicher sind zu mehr als 90 Prozent gefüllt, die Aktien von Moderna und Biontech brechen ein und die USA haben mit den Taliban Gefangene ausgetauscht. 

Ukrainischer Vormarsch im Gebiet Luhansk

Offenbar ist es der Ukraine gelungen, bei der Gegenoffensive im Osten des Landes einen Brückenkopf auf der östlichen Seite des Flusses Oskil zu errichten, meldet faz.net. „Die ukrainischen Streitkräfte haben den Oskil überwunden. Seit gestern kontrolliert die Ukraine auch das linke Ufer“, habe die Pressestelle der ukrainischen Streitkräfte mitgeteilt.
Zuvor habe es Berichte gegeben, dass Kiew sich die Kontrolle über den Ostteil der Stadt Kupjansk gesichert hätte. Die Stadt Kupjansk werde durch den Oskil in der Mitte getrennt, die Brücke über den Fluss sei beim hastigen Rückzug der russischen Truppen Anfang September schwer beschädigt worden. Seither bilde der breite Fluss eine natürliche Barriere. Dahinter hätten die russischen Truppen eine neue Verteidigungslinie errichtet, um ein weiteres Vorrücken der ukrainischen Armee in Richtung Luhansk zu verhindern.
Offenbar würden ukrainische Truppen auch schon an anderer Stelle im Gebiet Luhansk vorrücken. Am Montag seien in sozialen Medien Bilder verbreitet worden, die ukrainische Truppen in der Ortschaft Bilohoriwka in unmittelbarer Nähe der Grenze zum Gebiet Donezk zeigen sollen. Die vollständige Einnahme der Gebiete Luhansk und Donezk wurde vom Kreml nach dem Rückzug aus den Gebieten nördlich von Kiew bekanntlich als primäres Kriegsziel ausgegeben.

Donezk und Luhansk wollen schnell Russland beitreten

Angesichts des Vormarsches ukrainischen Truppen beginnt in den von Moskau unterstützten Separatistengebieten Luhansk und Donezk eine Kampagne für einen schnellen Beitritt zu Russland, meldet n-tv.de. In der sogenannten Volksrepublik Luhansk habe ein "Bürgerkammer" genanntes Gremium an die örtliche Führung appelliert, bald eine Volksabstimmung über den Anschluss abzuhalten. Wenig später sei die Bürgerkammer in der Volksrepublik Donezk mit der gleichen Bitte gefolgt, habe die russische Nachrichtenagentur Tass gemeldet. Auch im Gebiet Cherson würde die Bevölkerung ein Referendum fordern, habe der von Russland eingesetzte Verwaltungschef Kirill Stremoussow behauptet.
Der Hintergrund der Kampagne sei unklar. Der ukrainische Verwaltungschef für Luhansk, Serhij Hajdaj, habe vermutet, dass ein Anschluss der Gebiete Moskau den Anlass für eine allgemeine Mobilmachung liefern solle. Die ukrainische Rückeroberung von Donezk und Luhansk wäre dann nach Moskauer Lesart ein Angriff auf russisches Staatsgebiet.

Tadschikistan und Kirgistan vereinbaren Waffenruhe

Nach sechs Tagen heftiger Gefechte mit Dutzenden Toten haben die zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken Kirgistan und Tadschikistan eine Waffenruhe vereinbart, meldet n-tv.de. Das Protokoll wäre am Montag von den Chefs der Geheimdienste beider Länder unterzeichnet worden, wie russische Agenturen gemeldet hätten. Truppen und schwere Waffen sollten demnach von der Grenze abgezogen werden.
Die Lage in der kirgisischen Grenzregion Batken stabilisiere sich allmählich, habe der Leiter des Staatskomitees für nationale Sicherheit, Kamytschbek Taschijew, erklärt. Sein Gegenüber aus Tadschikistan, Sajmumin Jatimow, hätte entgegnet: "Wir sind überzeugt, dass jetzt echter Frieden einkehrt an unseren Staatsgrenzen." Ihr Treffen habe an der Grenzübergangsstelle Guliston stattgefunden.

Demonstrationen in zahlreichen deutschen Städten

In zahlreichen deutschen Städten sind am Montag erneut Tausende Menschen gegen die hohen Preise, die Energiepolitik und den Ukraine-Krieg und auf die Straße gegangen, meldet rnd.de. Vor allem im Osten und in Mitteldeutschland hätten viele Menschen demonstriert, teilweise seien es deutlich mehr gewesen als in den vergangenen Wochen.
Wie Polizeisprecher gesagt hätten, seien in zahlreichen Orten Mecklenburg-Vorpommerns zwischen Pasewalk, Stralsund, Neubrandenburg, Güstrow, Wismar und Schwerin mehr als 10.500 Demonstranten zusammengekommen, davon allein rund 4500 Menschen in Schwerin.
„Diese Regierung macht uns kaputt“ habe es bei einer Demonstration in Neubrandenburg geheißen. Ein Unternehmer hätte unter Beifall erklärt, dass man keine Regierung brauche, die sich ständig um die Probleme anderer in der Welt kümmere, aber die Leute zu Hause vergesse.
Hohe Teilnehmerzahlen seien unter anderem aus Wismar mit etwa 1400, Parchim mit 1000, Ludwigslust mit 800, Neubrandenburg mit 650 und Güstrow mit 700 Teilnehmern gemeldet worden. Weitere Proteste wären in Waren, Neustrelitz, Barth, Bergen, Grimmen, Greifswald und Ludwigslust registriert worden.
In Leipzig hätten 1000 Demonstranten gegen die hohen Energiepreise protestiert. Von weiteren Protesten in zahlreichen Städten Mitteldeutschlands gegen die Energiepolitik der Bundesregierung berichtet mdr.de. In Chemnitz seien mehrere tausend Demonstranten durch die Innenstadt gezogen. Auch aus Bautzen wurde von Demonstrationen berichtet. Außerdem habe es vereinzelt Gegenproteste gegeben. In Thüringen sei nach Polizeiangaben an 40 Orten protestiert worden. Landesweit hätten daran 18.000 Menschen teilgenommen.
An anderer Stelle berichtet mdr.de über Demonstrationen in zahlreichen Städten Sachsen-Anhalts.
In der Landeshauptstadt Magdeburg hätten sich nach Angaben der Polizei knapp 3.000 Menschen an verschiedenen Protesten beteiligt.
In Aschersleben seien 1.700 Demonstranten auf die Straße gegangen, in Wittenberg, Halberstadt, Köthen und Wolfen jeweils zwischen 600 und 700.
In der Innenstadt von Halle sollen sich nach vorläufigen Polizeizahlen etwa 1.100 Menschen zum Protest zusammengefunden haben.

Deutsche Gasspeicher zu mehr als 90 Prozent gefüllt

Die Gasspeicher in Deutschland sind inzwischen zu mehr als 90 Prozent gefüllt, meldet deutschlandfunk.de. Das gehe aus Daten der europäischen Speicherbetreiber hervor, die im Internet veröffentlicht worden seien.
Eine Verordnung sehe bekanntlich vor, dass die Speicher am ersten November zu mindestens 95 Prozent gefüllt sein sollen. Diese Menge entspreche etwa dem bundesweiten Verbrauch vom Januar und Februar dieses Jahres.

Aktien von Moderna und Biontech brechen ein

In den USA sind die Aktienkurse der Impfstoffhersteller Moderna und Biontech am Montag eingebrochen, meldet berliner-zeitung.de. Für die Anteilsscheine von Moderna und Biontech sei es um mehr als sieben beziehungsweise rund achteinhalb Prozent bergab gegangen – Moderna sei damit Schlusslicht im Nasdaq 100 gewesen.

Gefangenenaustausch zwischen den USA und Afghanistan

Die USA und Afghanistan haben einen erfolgreichen Gefangenenaustausch abgeschlossen, meldet euronews.com. Die USA hätten demnach Bashir Noorzai freigelassen, ein Drogenbaron und ranghohes Taliban-Mitglied, der 17 Jahre lang wegen Heroinschmuggels in einem US-Gefängnis gesessen habe.
Eine amerikanische Delegation hätte am Flughafen von Kabul den US-Ingenieur Mark Frerichs abgeholt, der als Entwicklungshelfer in Afghanistan im Februar 2020 entführt worden war.
Noorzai sei der zweite afghanische Häftling, der in den letzten Monaten von den Vereinigten Staaten freigelassen wurde.

Die Müllabfuhr leidet unter Fahrer-Mangel

Deutschlands Abfallbranche hat zu wenig Fahrer für die Müllabfuhr, meldet handelsblatt.com. "Der Fahrermangel ist ein Problem, was unseren Betrieben immer stärker zusetzt", habe der Präsident des Entsorgungsverbandes BDE, Peter Kurth, erklärt. "Es gibt erste Fälle, dass Entsorgungstouren mangels Fahrern nicht gemacht werden können." Diese Einzelfälle drohten sich in Zukunft zu häufen, hätte er gewarnt.
In der gesamten Logistikbranche, zu der Kurth den Abfallsektor zähle, gingen in Deutschland jedes Jahr 30 000 Berufskraftfahrer in Rente, es gebe aber nur halb so viele Berufsanfänger. Schon jetzt würden 60 000 bis 80 000 Berufskraftfahrer im Land fehlen. Die Politik müsse dringend gegensteuern. Der Verbandschef werbe dafür, dass die Barrieren für ausländische Fachkräfte gesenkt würden. So finde er es unverständlich, dass die praktischen Prüfungen, die es bei Lkw-Führerscheinen und späteren Schulungen gibt, auf Deutsch sein müssten, während die Theorieprüfungen auch auf Englisch und in anderen Sprachen abgelegt werden könnten. "Für Berufsinteressenten aus Bosnien und aus anderen Nicht-EU-Staaten ist das ein Hindernis, was ihre Einstellung verzögert oder sogar unmöglich macht." Gute Englischkenntnisse würden ausreichen, um hierzulande ein Entsorgungsfahrzeug zu steuern.

SPD will wieder Insolvenzantragspflicht aussetzen

Die SPD fordert wegen drohender Unternehmenspleiten infolge der hohen Energiepreise ein befristetes Aussetzen der Insolvenzantragspflicht, meldet berliner-zeitung.de. Die SPD warte noch auf Vorschläge von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zur Unterstützung der Wirtschaft, habe Fraktionsvize Dirk Wiese der Düsseldorfer Rheinischen Post (Dienstagsausgabe) gesagt. „Solange entsprechende Konzepte nicht vorliegen, scheinen mir zeitlich befristete Änderungen im Insolvenzrecht dringend erforderlich, damit wir gemeinsam durch diese Krise kommen und Arbeitsplätze erhalten“, wird Wiese weiter zitiert.

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