News-Redaktion / 13.08.2022 / 08:06 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage am Samstag

Ein Blick in die Nachrichten der letzten Stunden.

Salman Rushdie durch Messerangriff schwer verletzt

Der bei einem Angriff schwer verletzte Autor Salman Rushdie wird nach Angaben seines Agenten künstlich beatmet und könnte ein Auge verlieren, meldet berliner-zeitung.de. „Die Nachrichten sind nicht gut“, habe Agent Andrew Wylie am Freitag nach Angaben der New York Times erklärt. „Salman wird vermutlich ein Auge verlieren; die Nerven seines Arms wurden durchtrennt; und seine Leber wurde durch einen Stich getroffen und beschädigt.“

Der seit Jahrzehnten mit dem Tode bedrohte Schriftsteller sei am Freitag bei einem Angriff während einer Literaturveranstaltung im US-Bundesstaat New York durch Stiche schwer verletzt worden. Ein Angreifer habe sich auf der Bühne eines Kulturzentrums der Kleinstadt Chautauqua auf den britisch-indischen Autor gestürzt und ihm mehrfach in Hals und Bauch gestochen, wie die Polizei mitgeteilt hätte. Rushdie sei mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen und notoperiert worden.

Der Angreifer sei von Zuschauern überwältigt und von einem anwesenden Polizisten festgenommen worden. Nach Angaben der Polizei handele es sich um einen 24-Jährigen namens Hadi Matar aus Fairfield in New Jersey.

Der 1947 in Bombay geborene Rushdie wird bekanntlich seit Jahrzehnten von Islamisten mit dem Tode bedroht. Ayatollah Khomeini rief 1989 alle Muslime in einer Fatwa zur Tötung des Schriftstellers auf. Grund war die angebliche Beleidigung des Propheten in Rushdies zuvor erschienenen Roman „Die Satanischen Verse“. Seitdem habe Rushdie in ständiger Gefahr an wechselnden Orten leben müssen.

Russische Wirtschaft schrumpfte um 4,0 Prozent

Die russische Wirtschaft schrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um vier Prozent gesunken, meldet handelsblatt.com. Das habe das russische Statistikamt Rosstat am Freitagabend bekanntgegeben. Nach Berechnungen von Bloomberg Economics sei das BIP Russlands nun wieder auf das Niveau von 2018 zurückgefallen. Der Zeitraum von April bis Juni war das erste vollständige Quartal nach dem russischen Angriffauf die Ukraine am 24. Februar und der Verhängung harter Wirtschaftssanktionen des Westens gegen Russland.

Die russische Zentralbank gehe in am Freitag veröffentlichten Szenarien für Russlands Wirtschaftsentwicklung von einem drei Jahre lang anhaltenden Abschwung aus. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) erwarte eine tiefe und lange Rezession in Russland.

Ökonomen warnen vor Kollaps der ukrainischen Wirtschaft

Nach einer Studie aus Großbritannien droht der ukrainischen Wirtschaft der Zusammenbruch, meldet handelsblatt.com. Das „Centre for Economic Policy Research“ in London habe in der Untersuchung, die dem Handelsblatt vorab vorliege, gewarnt, dass das Land dringend eine „Neukalibrierung der makroökonomischen Strategie“ vornehmen müsse. Die Ukraine wäre durch den seit knapp sieben Monaten andauernden Krieg derart geschwächt, dass sie die Mittel für ihre Landesverteidigung wahrscheinlich bald nicht mehr aufbringen könne.

Die Studie mit dem Titel „Makroökonomische Politik für eine Ukraine in Kriegszeiten“ sei von renommierten Wirtschaftsexperten wie Kenneth Rogoff, Beatrice Weder di Mauro, Barry Eichengreen, Yuriy Gorodnichenko und Sergei Guriev erstellt worden. Ihre dramatische Schlussfolgerung laute: Wenn das Land so weiterwirtschafte wie bisher, „kommt es zu einer großen Krise, die die Fähigkeit der Ukraine zur Aufrechterhaltung ihrer Kriegsanstrengungen über einen längeren Zeitraum vernichtet“.

Russland bestreitet Neutralität der Schweiz

Russland hat das Angebot der Schweiz, ukrainische Interessen in Moskau zu vertreten, abgelehnt, meldet nzz.ch. Das habe ein Sprecher des russischen Außenministeriums am Donnerstag. Sein Land betrachte die Schweiz nicht mehr als neutralen Staat, habe es geheißen. Grund: «Bern hat sich den illegalen westlichen Sanktionen gegen Russland angeschlossen.» Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) habe am Freitag allerdings noch nicht von einer definitiven Absage sprechen wollen: «Das EDA hat Kenntnis genommen von der Aussage eines Sprechers des russischen Aussenministeriums», laute die Sprachregelung.

Russen droht Einreisestopp nach Europa

Der tschechische Außenminister Jan Lipavský wird in Prag im Namen der tschechischen Ratspräsidentschaft vorschlagen, die Vergabe von Kurzzeitvisa für den Schengen-Raum an russische Staatsbürger auszusetzen, meldet sueddeutsche.de. Der Schritt wäre das richtige Signal an die russische Gesellschaft - und geboten, um zu verhindern, dass der russische Geheimdienst unter dem Deckmantel des Tourismus Europa unterwandere. Tschechien habe gleich zu Kriegsbeginn die Vergabe von Visa gestoppt. Auch Polen, Lettland, Litauen und Estland hätten die Einreise von Russen eingeschränkt. An diesem Donnerstag habe die estnische Regierung erklärt, man werde von estnischen Behörden vor dem Ukraine-Krieg ausgestellte Schengen-Visa nicht mehr anerkennen. Die Zahl der Einreisen und Durchreisen aus Russland wäre zuletzt "massiv gestiegen". Wegen der Sanktionen gebe es aus Russland keine Direktflüge mehr in die EU, deshalb würden nun offenbar viele Russen über Finnland und die baltischen Staaten einreisen. In Finnland gebe es offenbar ähnliche Pläne wie in Estland, dennoch beharre Ministerpräsidentin Marin darauf, dass es eine einheitliche Regelung für den ganzen Schengen-Raum geben müsse. 14 000 Russen hätten seit Kriegsbeginn in Deutschland ein Schengen-Visum erhalten

Unklar sei, auf welcher Basis die EU ein pauschales Visa-Verbot verhängen könnte, denn laut EU-Recht sei die Prüfung jedes Einzelfalls erforderlich. Von Reisebeschränkungen betroffen wären nach den bisher verhängten Sanktionen nur Personen, denen eine Nähe zum russischen Regime und damit eine Unterstützung des Angriffskriegs auf die Ukraine nachgewiesen werden könne.

Habeck will Bürger zum Energiesparen verpflichten

Kalt und dunkel wird es im Winter in Deutschland, denn Bundesumweltminister Robert Habeck will mit Einsparvorgaben für öffentliche und private Nutzer den Gasverbrauch um zwei Prozent senken, meldet kurier.at. Das habe die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Kreise aus dem Wirtschaftsministerium berichtet. Zu den Vorgaben gehören nicht nur Heizeinsparungen für öffentliche Gebäude. "Wir werden über das Energiesicherungsgesetz Verordnungen erlassen", habe Habeck schon zuvor angekündigt.

Einige Eckpunkte hätte Habeck bereits im Juli vorgestellt. So sollten etwa private Pools nicht mehr beheizt werden dürfen. Öffentliche Gebäude sollten, mit Ausnahme von sozialen Einrichtungen und Krankenhäusern, maximal auf 19 Grad beheizt werden dürfen. Einsparungen sollte es auch in der Arbeitswelt geben. Details müssten aber erst mit dem Arbeitsministerium und den Sozialpartnern besprochen werden.

Aus Ministeriumskreisen heiße es aber, dass Flure, Foyers oder große Hallen gar nicht mehr erwärmt werden sollten. Um Strom zu sparen, solle die Beleuchtung von Gebäuden oder Denkmälern komplett ausgeschaltet werden. Gleiches wäre für Außenwerbung ab 22 Uhr vorgesehen. Die Regierung habe den Angaben zufolge dafür zwei Verordnungen auf den Weg gebracht, die sich auf das Energie-Sicherungsgesetz stützten.

Bundeswehr-Einsatz in Mali ausgesetzt

Die Bundeswehr hat ihre Missionen im Zuge des UN-Friedenseinsatzes in Mali am Freitag bis auf Weiteres eingestellt, meldet sueddeutsche.de. Sie habe damit darauf reagiert, dass die regierende Militärjunta des Putschistenführers Oberst Assimi Goïta trotz anderslautender Zusagen erneut Überflugrechte verweigert hätte. Ein geplanter Personalwechsel sei damit vorerst nicht möglich. Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) habe auf Twitter mitgeteilt, dass die Bundeswehr infolge der malischen Entscheidung die Operationen der Aufklärungskräfte und die Transportflüge mit Hubschraubern des Typs CH-53 einstellen müsse. Die Soldaten wären wegen des Abzugs französischer Truppen nun mit der Eigensicherung beschäftigt.

Chinesische Staatskonzerne ziehen sich von der Wall Street zurück

Fünf chinesische Staatskonzerne wollen sich von der New Yorker Börse zurückziehen, meldet handelsblatt.com. Der Lebensversicherer China Life, die Ölriesen Sinopec und Petro China, der Alu-Konzern Chalco sowie der Chemiekonzern Sinopec Shanghai Petrochemical hätten am Freitag Anträge für ein Delisting ihrer US-Hinterlegungsscheine (ADS) noch im August angekündigt.

Sie sollen zu den knapp 270 chinesischen Unternehmen gehören, denen die USA in einem Gesetz im Mai mit dem Ausschluss von der New York Stock Exchange gedroht hätten, weil sie die Bilanzstandards der amerikanischen Wirtschaftsprüfer nicht erfüllten. Die Regierungen in Peking und Washington sollen über eine Lösung in dem Streit gegenwärtig verhandeln.

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