News-Redaktion / 06.08.2022 / 08:33 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage am Samstag

Ein Blick in die Nachrichten der letzten Stunden.

Raketenangriff auf Atomkraftwerk Saporischschja

Kiew und Moskau werfen sich gegenseitig den Beschuss des russisch besetzten Kernkraftwerks Saporischschja im Süden der Ukraine vor, meldet n-tv.de. Nach Angaben des ukrainischen Betreibers Energoatom seien am Freitag auf dem Gelände des AKW Saporischschja nahe eines Nuklearreaktors drei Angriffe erfolgt. Demnach sei eine Hochspannungsleitung des Kraftwerks durch Artilleriebeschuss beschädigt worden. Einer der Reaktoren wäre vom Netz genommen worden, habe Energoatom mitgeteilt. Damit seien nun noch zwei der sechs Reaktoren in Betrieb. Es wäre keine Radioaktivität ausgetreten.

Der ukrainische Präsident Selenskyj habe Russland für den Raketenangriff verantwortlich gemacht, das Verteidigungsministerium in Moskau hingegen erklärte, der Beschluss sei von ukrainischer Seite gekommen. Auch von russischer Seite habe es geheißen, dass ein Kraftwerksblock teilweise abgeschaltet werden musste. Zudem wäre in der Stadt Enerhodar die Strom- und Wasserversorgung in einigen Bezirken ausgefallen.

Das AKW war im März von der russischen Armee besetzt worden, werde aber weiterhin von dem ukrainischen Staatskonzern Energoatom und dessen Belegschaft betrieben. Energoatom und die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hätten bereits wiederholt eine Beeinträchtigung der Betriebssicherheit durch militärische Handlungen beklagt. So sei der Zugang der IAEO zu Fernüberwachungssystemen mehrmals unterbrochen worden. Die Ukraine und die USA beschuldigten Russland, das Kernkraftwerk als Schutzschild zu missbrauchen.

Putin und Erdogan wollen engere Beziehungen

Russland und die Türkei wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit ausweiten, meldet welt.de. Die Präsidenten Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan hätten am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung nach ihrem Treffen im russischen Sotschi mitgeteilt, dass die Kooperation beider Länder solle in den Bereichen Verkehr, Landwirtschaft, Finanzen und Bau vertieft werden solle.

Bei dem rund vierstündigen Treffen wären „sehr wichtige Entscheidungen“ im Bereich von Handel und Wirtschaft getroffen worden, habe Russlands Vize-Regierungschef Alexander Nowak der Agentur „Tass“ zufolge erklärt. So sollten etwa für russische und türkische Unternehmen die Bedingungen für eine Zusammenarbeit erleichtert werden. Auch das türkische Atomkraftwerk Akkuyu, das von einem russischen Staatsunternehmen gebaut werde, sei bei dem rund vierstündigen Treffen zur Sprache gekommen. Darüber hinaus hätten sich beide Seiten darauf geeinigt, dass die Türkei für russisches Gas künftig in Rubel zahlen werde.

Mit Spannung erwartet worden sei vor allem, ob Putin und Erdogan über einen möglichen Erwerb von türkischen Kampfdrohnen durch Russland sprechen würden. Im Zuge seines Kriegs gegen die Ukraine habe Moskau zuletzt Interesse an den Waffen vom Typ Bayraktar TB2 geäußert, die die Türkei auch an die Ukraine liefert. Am Abend habe es jedoch von Journalisten der staatlichen Nachrichtenagentur „Ria Nowosti“ geheißen, die beiden Präsidenten hätten das Thema angeblich nicht angesprochen.

Eigentlich ist die Türkei bekanntlich NATO-Partner, doch gegenwärtig demonstriert  Präsident Erdoğan gegenüber dem Bündnis gern seine Macht, beispielsweise wenn es um seine notwendige Zustimmung zur Aufnahme Finnlands und Schwedens in die NATO geht.

Neue palästinensische Raketenangriffe auf Israel

Militante Palästinenser haben etliche Raketen auf Israel abgefeuert, meldet orf.at. In mehreren Städten bis zum südlichen Rand der Küstenstadt Tel Aviv seien gestern Abend Sirenen zu hören gewesen. Israelischen Medienberichten zufolge wären die Raketen auf offenem Gelände niedergegangen oder vom Raketenabwehrsystem Iron Dome abgefangen worden. Die Stadt Tel Aviv habe nach Medienberichten aus Sorge vor weiteren Attacken öffentliche Luftschutzräume geöffnet.

Der militärische Arm der Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad (PIJ) habe am späten Abend erklärt: „Wir greifen Tel Aviv und die Städte des Zentrums und der Umgebung mit mehr als 100 Raketen an.“ Dies wäre die Antwort auf die Ermordung ihres Anführers Taisir al-Dschabari.

Israels Streitkräfte hätten ihn zuvor nach Drohungen der Organisation bei einer großangelegten Militäroperation im Gazastreifen getötet. Der hochrangige Kommandeur sei der Armee zufolge verantwortlich für zahlreiche Raketenangriffe aus dem Gazastreifen und geplante Angriffe auf Zivilisten gewesen. Der Islamische Dschihad werde von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft.

Mindestens acht Tote bei Bombenanschlag des IS in Kabul

Bei einem Bombenanschlag in Kabul sind am Freitag mindestens acht Menschen getötet worden, meldet rnd.de. Behörden zufolge wären weitere 18 Menschen verletzt worden. Der Islamische Staat habe sich am Abend zu dem Anschlag in einem überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil im Westen der Metropole bekannt.

Bietet Nordkorea Putin 100.000 Soldaten für den Ukraine-Krieg an?

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat über diplomatische Kanäle Russland 100.000 Soldaten für den Krieg in der Ukraine angeboten, meldet euronews.com. Das habe die Daily Mail unter Berufung auf die russische Agentur Regnum berichtet. Im Gegenzug sollte das wirtschaftlich angeschlagene Nordkorea Getreide und Energie aus Russland bekommen.

Im staatlichen russischen TV Rossiya 1 habe der Verteidigungsexperte, Oberst der Reserve Igor Korotschenko gesagt: "Wir sollten uns nicht scheuen, die Hilfe, die Kim Jong-Un uns anbietet, anzunehmen."

Den Berichten zufolge könnten die Soldaten aus Nordkorea direkt im Donbass, in den Separtatistengebieten Donezk und Luhansk stationiert werden. Pjöngjang hatte die von Moskau im Februar zu unabhängigen Staaten erklärten "Republiken" im Osten der Ukraine als Länder  bereits anerkannt.

Polnischer Geheimdienstchef muss zurücktreten

Der Tod eines polnischen Waffenhändlers in Albanien und seine mysteriösen Begleitumstände sind offenbar der Anlass für den Rücktritt des Chefs des polnischen Auslandsgeheimdienstes AW. Piotr Krawczyk, berichtet faz.net. Krawczyk war zuvor Diplomat und Nahostfachmann, hatte den Dienst seit 2016 geleitet, jedoch am Donnerstag überraschend seinen Rücktritt eingereicht, hieß es in der Meldung weiter. Für die Ablösung eines Geheimdienstchefs bedarf es in Polen einer Stellungnahme des Geheimdienstausschusses des Abgeordnetenhauses Sejm. Dieser war für Freitagnachmittag zu einer nicht öffentlichen Sitzung zusammengerufen worden. Der Oppositionsabgeordnete und frühere Innenminister Marek Biernacki habe vor der Sitzung gesagt, Polen erlebe als Staat eine „Sicherheitskrise“. Mitten in einem Krieg könne man nicht den AW-Chef auswechseln.

Krawczyk, der mit seinen 44 Jahren in der Region von der Türkei bis Afghanistan Erfahrungen gesammelt hatte, sei offenbar die „Beatmungsgerät-Affäre“ aus der Zeit des Corona-Ausnahmezustands zum Verhängnis geworden. Womöglich sei er dabei nur ein Sündenbock – so laute zumindest die Darstellung mancher polnischer Medien. Zentraler Akteur der Affäre sei der am 21. Juni in seiner Wohnung in Tirana tot aufgefundene Robert Izdebski gewesen.

Der mit 73 Jahren verstorbene Mann solle vor 1989 für einen der Geheimdienste gearbeitet haben. Nach der Wende habe er Geschäfte gemacht, auch in großem Stil mit Kriegswaffen. Als sich 2020 die Corona-Panik ausbreitete, habe Izdebski über seine Firma E&K blitzartig ein Geschäft über 1241 Beatmungsgeräte für Polen eingefädelt. Der Geheimdienst AW hätte dafür eine Reihe von Lieferanten empfohlen, unter ihnen E&K. Später habe sich herausgestellt, dass Izdebski überhöhte Preise berechnet, den weitaus größten Teil der Geräte nie geliefert, aber mehrere Millionen Euro kassiert habe. Am Freitag habe es geheißen, der bisherige Vizechef des Inlandsgeheimdienstes ABW, Bartosz Jarmuszkiewicz, solle Krawczyks Nachfolger werden.

Deutsche müssen mindestens 20 Prozent Energie sparen

Die Verbraucher in Deutschland müssen deutlich mehr Energie sparen als bislang, um eine Gasmangellage im Winter noch abzuwenden, berichtet welt.de. Die Reduktion der Gaslieferungen aus Russland auf nur noch 20 Prozent der vereinbarten Menge hätten laut dem Chef der Bundesnetzagentur Klaus Müller zur Folge, dass sich der Mangel nur noch in zwei Best-Case-Szenarien verhindern lasse.

„Für diese Szenarien müssen die Verbraucher aber mindestens 20 Prozent einsparen – also viel mehr als bislang“, habe Müller der WELT AM SONNTAG gesagt. „In allen anderen Szenarien droht schon im Dezember eine Gasmangellage oder wir weisen am Ende der kommenden Heizperiode niedrige Speicherfüllstände auf.“

Zusätzlich zu den Einsparungen müssten auch die Durchleitungen von Gas an Nachbarländer um 20 Prozent reduziert werden, außerdem benötige man 10 bis 15 Gigawattstunden Gas aus anderen Ländern, hieß es weiter. Grundsätzlich seien auch Verordnungen denkbar, die nur noch das Beheizen einzelner Räume erlauben. „Ich will über nichts spekulieren, weil wir diese Diskussionen noch führen“, habe Müller gesagt.

Bundesumweltministerium greift TÜV-Gutachten zu Isar 2 an

Im Streit über einen möglichen Weiterbetrieb des Atomkraftwerks Isar 2 bei Landshut möchte das Bundesumweltministerium offenbar erreichen, dass das der eigenen Einschätzung zuwiderlaufende Gutachten des TÜV Süd nicht zur staatlichen Entscheidungsfindung herangezogen wird, meldet BR24. Dieses genüge in weiten Teilen „nicht den Anforderungen an ein Gutachten“, heiße es in einem internen Vermerk des Ministeriums, aus dem die Süddeutsche Zeitung zitiere. So wären angeblich eine Reihe von Aussagen zur Sicherheit Spekulation. In anderen Fällen sollen demnach Bewertungsmaßstäbe nicht benannt oder verschleiert worden sein. Bayerns Umweltminister Glauber habe sich hingegen auf das TÜV-Papier gestützt, nach dem ein Weiterbetrieb des Kernkraftwerks Isar 2 technisch möglich sei und es dagegen auch keine Sicherheitsbedenken gebe. Das Bundesumweltministerium ist derzeit noch strikt gegen einen Weiterbetrieb der Atomkraftwerke.

Snickers-Konzern kuscht vor China

Der US-amerikanische Süßigkeiten-Konzern Mars Wrigley (u.a Snickers, Twix) entschuldigte sich am Freitag für eine Snickers-Werbung, in der chinesische Social-Media-Nutzer sagten, dass Taiwan ein Staat sei, meldet bild.de. Zuvor waren Videos und Bilder einer Veranstaltung, die einen Snickers-Riegel in limitierter Auflage bewarben, der angeblich nur in den Ländern Südkorea, Malaysia und Taiwan erhältlich sei, am Freitag auf der chinesischen Mikroblogging-Plattform „Weibo“ viral gegangen.

Der amerikanische Riegel-Gigant habe daraufhin auf seinem Konto bei „Snickers China Weibo“ eine Entschuldigung veröffentlicht und erklärt, der entsprechende Inhalt wäre geändert worden.

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