News-Redaktion / 02.08.2022 / 08:34 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage am Dienstag

Ein Blick in die Nachrichten der letzten Stunden.

Ukraine meldet Rückeroberungen in Region Cherson

Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Region Cherson nach Angaben des dortigen Gouverneurs in den vergangenen Wochen mehr als 40 Orte zurückerobert, meldet stern.de. Bislang seien 46 Ortschaften in der Region "befreit" worden, habe der ukrainische Gouverneur Dmytro Butriy am Montag im staatlichen Fernsehen gesagt. Die meisten der zurückeroberten Orte lägen nach seinen Angaben im Norden der Region, andere südlich nahe des Schwarzen Meeres.

Die ukrainischen Streitkräfte führten seit einigen Wochen eine Gegenoffensive in der südlichen Region Cherson. Die Region war in den ersten Tagen des am 24. Februar von Russland begonnenen Angriffskriegs von den Invasionstruppen weitgehend eingenommen worden. Gouverneur Butriy habe gesagt, einige der inzwischen zurückeroberten Ortschaften seien "zu 90 Prozent zerstört und stünden noch heute unter ständigem Beschuss.

Ankunft von Getreidefrachter aus der Ukraine verzögert sich

Nachdem es den Hafen von Odessa verlassen hat, werde ein mit 26.000 Tonnen Mais aus der Ukraine beladenes Frachtschiff zur Inspektion in der Türkei erwartet. Die unter der Flagge Sierra Leones fahrende "Razoni" soll nach türkischen Angaben in der Nacht zum Mittwoch vor der Küste der Meerenge Bosporus in Istanbul ankommen, meldet n-tv.de. Die Ankunft verzögere sich damit. Zunächst habe der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar von Dienstagnachmittag gesprochen.

Der Frachter habe am Montag als erstes mit Getreide beladenes Schiff seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs einen ukrainischen Hafen verlassen. Ziel des Schiffes sei der Libanon, es müsse jedoch zunächst über einen speziellen Seekorridor sicher durch in ukrainischer Küstennähe vermintes Gewässer gelotst werden. Vor der Einfahrt in den Bosporus werde das Schiff nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums ankern und von Vertretern der Ukraine, Russlands, der Vereinten Nationen und der Türkei inspiziert. Die Kontrollteams gingen dafür voraussichtlich am Mittwochmorgen an Bord des Schiffes, wie das Ministerium mitgeteilt habe.

Nutzen Russen Atomkraftwerk als Schutzschild?

US-Außenminister Antony Blinken wirft Russland vor, das besetzte Atomkraftwerk Saporischschja als atomaren Schutzschild zu missbrauchen, meldet orf.at. Er habe gestern erklärt, russische Truppen hätten Stellungen in unmittelbarer Nachbarschaft des größten Atomkraftwerkes in Europa eingerichtet und würden von dort aus das Feuer auf ukrainische Truppen eröffnen. „Natürlich können die Ukrainer nicht zurückschießen, damit es nicht zu einem fürchterlichen Unfall in dem Atomkraftwerk kommt“, wird Blinken weiter zitiert.

Al-Kaida-Chef al-Sawahiri durch US-Drohnenangriff getötet

Der Anführer des Terrornetzwerks Al-Kaida, Aiman al-Sawahiri, ist bei einem Anti-Terror-Einsatz der USA in Afghanistan getötet worden, meldet n-tv.de. US-Präsident Joe Biden habe in einer Fernsehansprache verkündet, dass Al-Sawahiri am Wochenende bei einem gezielten Angriff in der afghanischen Hauptstadt Kabul ums Leben gekommen sei. Nach Angaben der US-Regierung habe es sich um eine Drohnen-Attacke gehandelt, bei der nur der Al-Kaida-Chef getötet worden sei. Zivile Opfer hätte es nicht gegeben.

Der Ägypter Al-Sawahiri war bekanntlich der Nachfolger von Osama bin Laden, der als Kopf der Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA galt. Bin Laden war 2011 in Pakistan von einer US-Spezialeinheit getötet worden.

Eine ranghohe Vertreterin der US-Regierung habe erklärt, die Attacke auf Al-Sawahiri wäre über Monate vorbereitet worden. Er soll schließlich getötet worden sein, als er auf den Balkon seines Unterschlupfes in Kabul trat. Keiner von Al-Sawahiris Familienangehörigen, die sich mit ihm in dem Haus aufgehalten hätten, wäre verletzt worden. Sie habe betont, dass bei dem Einsatz keine US-Kräfte in Kabul gewesen seien. US-Erkenntnissen zufolge hätten Mitglieder der Taliban-Führung gewusst, dass sich der Al-Kaida-Chef in der afghanischen Hauptstadt aufgehalten habe.

Gasprom senkt Gas-Förderung

Vor dem Hintergrund reduzierter Liefermengen nach Europa hat der russische Energieriese Gasprom die Gasexporte nach China in den ersten sieben Monaten 2022 um knapp 61 Prozent erhöht, musste aber trotzdem seine Förderung senken, meldet orf.at. „Gasprom hat nach vorläufigen Angaben 262,4 Milliarden Kubikmeter Gas gefördert, was zwölf Prozent (35,8 Milliarden Kubikmeter) weniger sind als im Vorjahr“, habe das Unternehmen gestern auf seinem Telegram-Kanal mitgeteilt.

Während der Binnenkonsum von Januar bis Juli mit minus zwei Prozent relativ stabil geblieben wäre, sei laut Gasprom vor allem die Nachfrage aus dem Ausland stark rückläufig. Der Konzern beziffere das Minus auf mehr als ein Drittel (34,7 Prozent). Das seien rund 40 Milliarden Kubikmeter Gas, die Gasprom weniger im Ausland verkauft habe, was in erster Linie mit den Lieferkürzungen nach Europa zu tun hätte. Positiv würden sich einzig die Ausfuhren nach China entwickeln. Allerdings sei der Umfang der russischen Gaslieferungen nach China nicht mit dem europäischen Markt zu vergleichen.

Peking droht erneut wegen Pelosis eventuellem Taiwan-Besuch

Chinas Führung hat die USA erneut mit scharfen Worten vor einem Besuch von Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan gewarnt, meldet handelsblatt.com. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking habe am Montag gesagt, dass das Militär der Volksrepublik nicht einfach tatenlos zuschauen werde, sollte die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses in Taiwan eintreffen. Die Führung in Peking betrachtet die Insel bekanntlich als Teil der Volksrepublik China.

Spannungen im Irak nehmen weiter zu

Im Irak nehmen die Spannungen nach der Besetzung des Parlaments durch Anhänger des Geistlichen Moktada al-Sadr weiter zu, meldet orf.at. Tausende Gegner des religiösen Führers seien gestern in das Regierungsviertel in Bagdad an den Rand der schwer befestigten Grünen Zone gezogen und hätten die Polizisten mit Steinen beworfen. Sadrs Gefolgschaft, die das Parlamentsgebäude in der vergangenen Woche gestürmt hatte, hielt es gestern weiter besetzt.

Die rivalisierenden Schiitengruppen hätten jeweils Verbindungen zu bewaffneten Milizen, was die Furcht vor schwerer Gewalt wecke. Sadrs Partei hatte die Wahlen im Oktober zwar gewonnen, er habe jedoch seine Abgeordneten aus dem Parlament abgezogen, nachdem es ihm nicht gelungen sei, eine Regierung zu bilden. Er habe eine Allianz gegen rivalisierende Parteien bilden wollen, von denen die meisten vom Iran unterstützt würden. Der Irak ist seit fast zehn Monaten ohne Regierung.

Landtagsabgeordnete in Sachsen-Anhalt planen MDR-Untersuchungsausschuss

Landtagsabgeordnete in Sachsen-Anhalt planen einen Untersuchungsausschuss, in dem sie die Vergabe umstrittener Beraterverträge durch den MDR überprüfen wollen, meldet presseportal.de. Das habe die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Dienstagsausgabe) berichtet. Nach MZ-Informationen gebe es dazu bereits vertrauliche Absprachen unter den Koalitionsfraktionen CDU, SPD und FDP sowie der oppositionellen Linken. Vor allem in der CDU werde derzeit an konkreten Fragestellungen für den geplanten Untersuchungsausschuss gefeilt. Der Ausschuss solle nach Informationen des Blattes in der zweiten Jahreshälfte seine Arbeit aufnehmen können.

Anlass der angestrebten Untersuchung seien umstrittene Gutachterverträge, die der MDR an Sachsen-Anhalts früheren Rechnungshofpräsidenten Ralf Seibicke vergeben hatte. Seibicke habe dafür in den Jahren 2016 und 2017 rund 60.000 Euro kassiert. Zwei Gutachten würden in eine Zeit fallen, in der Seibicke parallel auch in der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) gesessen habe. Bereits im Juni hätten Abgeordnete im Medienausschuss des Landtags die Unabhängigkeit Seibickes hinterfragt, da er zeitgleich vom Sender Geld kassiert habe. Der aktuelle Landesrechnungshofpräsident, Kay Barthel, habe im Ausschuss eine "klare Interessenkollision" kritisiert.

Untersuchungsausschüsse im Landtag hätten weitgehende Rechte. Sie könnten ähnlich wie Gerichte Zeugen vorladen, befragen und Akten anfordern. Noch seien die Absprachen für den geplanten Ausschuss vertraulich, niemand äußere sich offen. Doch auf MZ-Anfrage hätten Abgeordnete ihre Kritik bekräftigt.

Kein Ende des Materialmangels in Sicht

Der Materialmangel hat die deutsche Industrie weiter fest im Griff, meldet rtl.de. Fast drei Viertel (73,3 Prozent) der Unternehmen hätten im Juli bei einer Umfrage Engpässe gemeldet, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag mitgeteilt hätte. Das sei zwar minimal weniger als im Juni und der niedrigste Wert seit Februar, doch Entspannung bedeute das nicht: Für die nächsten Monate gebe es keine Anzeichen einer deutlichen Erholung bei der Beschaffung wichtiger Werkstoffe, habe der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe, gesagt.

Gerade in den Kernbranchen der deutschen Industrie bleibe die Lage demnach kritisch. In der Elektroindustrie, dem Maschinenbau und in der Automobilbranche würden weiterhin rund 90 Prozent der Unternehmen berichten, dass sie nicht alle Materialien und Vorprodukte bekommen. Neben der grundsätzlichen Knappheit bei elektronischen Komponenten trügen weiterhin auch Probleme in der weltweiten Logistik, insbesondere im Schiffsverkehr, zu den Beschaffungsproblemen bei.

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