News-Redaktion / 03.07.2022 / 08:45 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage am Sonntag

Ein Blick in die Nachrichten der letzten Stunden (Korrekturvermerk am Schluss).

Russische Kämpfer in Lyssytschansk?

Im Osten der Ukraine sind prorussische Separatisten nach eigenen Angaben in die umkämpfte Stadt Lyssytschansk eingedrungen, meldet deutschlandfunk.de. Ein Sprecher der Kämpfer habe der russischen Nachrichtenagentur Interfax gesagt, man hätte das Gebäude der Stadtverwaltung eingenommen.

Zuvor hätten die Separatisten bereits erklärt, Lyssytschansk komplett umstellt zu haben. Von ukrainischer Seite seien die Angaben dementiert worden. Ein Armeesprecher habe im Fernsehen gesagt, die Stadt wäre nicht vollständig eingekesselt und weiter unter Kontrolle der ukrainischen Armee.

Die russische Armee habe nach eigenen Angaben auch Waffenlager nahe der Großstadt Mykolajiw im Süden des Landes sowie in der Ostukraine bei Charkiw zerstört. Der ukrainische Generalstab habe russische Angriffe in diesen Regionen bestätigt.

Explosionen im russischen Belgorod

In der russischen Stadt Belgorod nahe der ukrainischen Grenze sollen Explosionen zu einem Brand in einem Wohnhaus geführt haben, meldet orf.at. „Die Gründe für den Vorfall werden derzeit untersucht“, habe der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Gladkow, erklärt. Seine Annahme: „Vermutlich hat das Luftabwehrsystem funktioniert.“ Die Behörden südrussischer Regionen haben in der Vergangenheit bekanntlich wiederholt Vorfälle gemeldet, bei denen es sich nach ihrer Darstellung um Angriffe aus der Ukraine gehandelt haben soll.

Lukaschenko wirft Ukraine Raketenangriffe auf Weißrussland vor

Inmitten von Spekulationen über ein mögliches weißrussisches Eingreifen in den Ukraine-Krieg hat der dortige Diktator Alexander Lukaschenko der Ukraine Raketenangriffe auf sein Land vorgeworfen, meldet kleinezeitung.at. "Wir werden provoziert", habe Lukaschenko am Samstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Belta erklärt. Vor drei Tagen hätte die ukrainische Armee demnach versucht, militärische Einrichtungen in Weißrussland anzugreifen, doch wären die Raketen allesamt abgefangen worden, so Lukaschenko weiter. 

Der weißrussische Machthaber habe sich anlässlich einer Feier zum Nationalfeiertag seines Landes geäußert und dabei schwere Vorwürfe gegen die Ukraine und den Westen geäußert. Lukaschenko wörtlich: "Westeuropa hat zuerst ein Monster namens faschistisches Deutschland aufgezogen und züchtet jetzt ein neues Monster in der Ukraine". 

Die ukrainische Armee habe indes von möglichen Kriegsvorbereitungen in Weißrussland berichtet. Wie die Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet habe, werde in den Grenzregionen Brest und Gomel die Errichtung von Pontonbrücken geübt. Es gebe aber zunächst keine Anzeichen für die Bildung von Offensivkräften.

Lukaschenko ist bekanntlich ein enger Verbündeter Russlands, der die russischen Invasionstruppen über weißrussisches Territorium in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew vorrücken ließ. 

30 Tote bei Angriff auf Soldaten in Nigeria 

In Nigeria sind bei einem Hinterhalt 30 Soldaten getötet worden, meldet deutschlandfunk.de. Sie seien in der Region Shiroro von Bewaffneten attackiert worden, hätten die nigerianischen Behörden mitgeteilt. Über die Identität der Angreifer sei noch nichts bekannt. Die Soldaten wären den Angaben zufolge auf der Suche nach Minenarbeitern gewesen, die am vergangenen Mittwoch von Unbekannten verschleppt worden waren. Unter den Entführten seien auch drei chinesische Staatsbürger.

In Nigeria gebe es häufig Angriffe von bewaffneten Milizen und Terrorgruppen auf Dörfer und Industrieanlagen sowie das Militär. Insbesondere in Shiroro sei unter anderem die militant-islamistische Gruppe Boko Haram aktiv.

Israel fängt Drohnen aus Libanon ab

Die israelische Armee hat drei Drohnen der libanesischen Hisbollah-Miliz abgefangen, die auf dem Weg zu einem Gasfeld im Mittelmeer gewesen sind, meldet orf.at. „Drei feindliche Drohnen“ wären vom Libanon aus gestartet und hätten sich auf das Offshore-Gasfeld Karisch zubewegt, habe die Armee gestern mitgeteilt. Bevor sie in die Nähe gekommen seien, wären die Drohnen abgefangen worden.

Nach Angaben aus israelischen Militärkreisen seien die Drohnen nicht bewaffnet gewesen und hätten keine Gefahr dargestellt. Eine Drohne sei von einem Kampfflugzeug abgefangen worden, die beiden anderen von einem Kriegsschiff.

Die Hisbollah habe erklärt, die Drohnen hätten sich auf einer „Aufklärungsmission“ befunden. „Die Nachricht wurde überbracht“, wird die Miliz zitiert.

Die Entdeckung großer Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer in den vergangenen Jahren habe bei allen Anrainerstaaten Begehrlichkeiten geweckt und Grenzstreitigkeiten geschürt. Aus Sicht Israels liege das Gasfeld in seinen Hoheitsgewässern und nicht in einem umstrittenen Gebiet, um das es in Verhandlungen mit dem Libanon über die Seegrenze zwischen beiden Ländern gehe.

Hamburg will Windräder in Naturschutzgebieten errichten

Hamburg plant, angesichts des Klimawandels und stark steigender Energiepreise Windkraftanlagen auch in Naturschutzgebieten zu errichten, meldet deutschlandfunk.de. Hamburgs Erster Bürgermeister Tschentscher habe bei einer Veranstaltung der Wochenzeitung „Die Zeit“ gesagt, er hätte sich mit der Verwaltung bereits mögliche Flächen angesehen. Welche, habe er nicht verraten. Der SPD-Politiker habe betont, aus seiner Sicht dürfe man ein Windrad auch in ein Gebiet stellen, in dem es ansonsten nur Natur gebe. Dies stelle zwar einen Eingriff dar, der aber angesichts der Entwicklung auf dem Energiemarkt vertretbar wäre.

Brennholz-Mangel führt zu Brennholz-Betrug

Aus Angst vor einer Gas-Krise haben sich viele Deutsche Holzöfen angeschafft. Doch nun wird Brennholz nicht nur teuer, sondern auch knapp. Deshalb haben Betrüger den Markt entdeckt, berichtet handelsblatt.com. Holzhändler würden von sich häufenden Fällen betrügerischer Fake-Shops im Internet berichten. Diese würden Websites etablierter Händler kopieren, ein häufig  frei erfundenes Impressum formulieren und mit günstigen Angeboten locken. Auch der Bundesverband Brennholzhandel habe gewarnt: „Uns werden immer wieder Betrugsfälle gemeldet.“ Dass die Betrüger jetzt schon den Brennholzhandel entdeckt haben, zeige, wie dramatisch die Lage am Energiemarkt sei. 

Brauer warnen: „Ohne Gas kein Bier“

Brauereien kämpfen bereits mit stark gestiegenen Kosten. Der immense Kostendruck bedeute für viele von der Corona-Politik gebeutelten Brauer ein erhebliches Risiko, denn jetzt würden die Verteuerung und Verknappung der Rohstoffe – von Energie über Glas bis Malz – den Neustart der Branche belasten, berichtet handelsblatt.com.  „Bierbrauen ist so teuer wie nie“, habe Michael Huber, seit 1996 Generalbevollmächtigter der Privatbrauerei im Sauerland, im Interview mit dem Handelsblatt gesagt. Trotzdem halte Huber eine Bierpreiserhöhung um bis zu 30 Prozent – wie vom Deutschen Brauerbund gefordert – gegenwärtig für überzogen. „Auch wenn dies gerechtfertigt wäre.“ 

Größere Sorgen bereite dem Manager die zunehmende Gasknappheit. „Wenn russisches Gas ausbleibt, hätten wir ein erhebliches Problem: Ohne Gas kein Bier“, wird Huber zitiert. Sudhäuser würden überwiegend mit Gas betrieben. Veltins habe einen Ölvorrat für fünf Wochen angeschafft, um im Notfall von Gas auf Öl wechseln zu können. 

Berliner Universität sagt Vortrag von Biologin nach linkem Protest ab

Die Biologin Marie Luise Vollbrecht sollte an der Humboldt-Universität (HU) in Berlin einen Vortrag zum Thema“Warum es in der Biologie nur zwei Geschlechter gibt“. Linke Aktivisten hatten Protest angekündigt und prompt wurde die Veranstaltung wegen Sicherheitsbedenken abgesagt. Der „Arbeitskreis kritischer Jurist*innen“ habe erklärt, Vollbrechts These sei „unwissenschaftlich, menschenverachtend und queer- und trans*feindlich“ . „Jurist*innen“ wissen eben über biologische Geschlechter besser Bescheid als Biologen.

Wegen Sicherheitsbedenken habe die HU den Vortrag am Samstag kurzfristig abgesagt. Wie die Universität der WELT AM SONNTAG auf Anfrage mitgeteilt hätte, sei man von der Polizei informiert worden, dass zum Auftritt der Doktorandin eine Protestaktion geplant gewesen sei. Zudem wäre eine Gegendemonstration erwartet worden. „Wir bedauern sehr, dass Frau Vollbrecht den Vortrag nicht halten kann“, habe Birgit Mangelsdorf, die Kommunikationschefin der Universität gesagt. Die Entscheidung sei keine inhaltliche Aussage, sondern diene der reinen Sicherheit, habe die Uni betont. Man wolle versuchen, den Vortrag in Zukunft nachzuholen. „Wir suchen nach einer Möglichkeit, dass Frau Vollbrecht zu einem späteren Zeitpunkt an der HU über ihre Arbeit sprechen kann.“ 

Vollbrecht habe sich über die Absage verärgert gezeigt.  Der „Bild“-Zeitung habe sie gesagt, die Absage mache sie „traurig“. Das Einknicken „vor radikalen gewaltbereiten Aktivisten, die kein Verständnis von Biologie haben“, wäre verständlich, aber alarmierend. Es könnte nicht mehr von einer sachlichen Debatte gesprochen werden, „wenn Veranstaltungen aus Angst vor Gewalt abgesagt werden“. Der Vorfall sei ein weiteres Beispiel, „mit welchen radikalen Mitteln Genderideologen vorgehen“.

Heftige Proteste in Usbekistan

Nach heftigen Protesten im zentralasiatischen Usbekistan hat sich Präsident Schawkat Mirsijojew zur Beruhigung der Lage verhandlungsbereit gezeigt, meldet faz.net. In der autonomen Republik Karakalpakstan im Westen war es seit Freitag zu Ausschreitungen gekommen, weil Menschen wütend über Pläne für eine Verfassungsreform waren, die die Autonomie Karakalpakstans nicht mehr explizit erwähnt hätten. Präsident Mirsijojew sei daraufhin am Samstag in Karakalpakstans Hauptstadt Nukus bereits und habe usbekischen Medien zufolge über seinen Sprecher ausrichten lassen, dass die entsprechenden Paragrafen der Verfassung beibehalten werden sollten. Später sei bekannt geworden, dass Mirsijojew in Karakalpakstan für einen Monat den Ausnahmezustand verhängt habe.

KORREKTURVERMERK:

Aufgrund eines Fehlers stand an dieser Stelle zunächst zeitweise die Morgenlage des letzten Sonntag. Wir bitten um Entschuldigung.

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