News-Redaktion / 28.06.2022 / 07:59 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage am Dienstag

16 Tote durch russischen Raketenangriff auf Einkaufszentrum

In der Ukraine sind bei dem russischen Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Stadt Krementschuk mindestens 16 Menschen getötet worden, meldet deutschlandfunk.de. Der zuständige Gouverneur Lunin habe mitgeteilt, dass es außerdem 59 Verletzte gebe. Auf Bildern sei zu sehen, dass das Gebäude in Flammen gestanden habe und dichte Rauchwolken aufgestiegen seien. Der ukrainische Präsident Selenskyj habe erklärt, in dem Gebäude wären zum Zeitpunkt des Raketenangriffs mindestens 1.000 Zivilisten gewesen, die keinerlei Bedrohung für die russische Armee dargestellt hätten.

Krementschuk liege rund 100 Kilometer vom Frontverlauf im Osten des Landes entfernt. Die Stadt sei der Standort der größten Ölraffinerie des Landes, die bereits Ziel von russischen Angriffen gewesen sei.

In der Ostukraine sei die Stadt Lyssytschansk weiterhin das Ziel schwerer Luft- und Artillerieangriffe. Die Behörden hätten an die verbliebenen Zivilisten appelliert, die Stadt zu verlassen. Nach Angaben des Gouverneurs stünden russische Einheiten im Süden bereits in Randbezirken der Stadt. Gekämpft werde auch etwas weiter westlich im Raum Bachmut.

Moody’s stellt Zahlungsausfall Russlands fest

Die Ratingagentur Moody’s hat wegen nicht fristgemäß beglichener Schulden bei internationalen Investoren einen Zahlungsausfall Russlands festgestellt, meldet orf.at. Konkret ginge es um Zinszahlungen zweier Staatsanleihen, die auch nach Ablauf einer Verzugsfrist von 30 Tagen nicht bei Gläubigern angekommen wären, habe das US-Unternehmen in New York mitgeteilt.

Russlands letzter Zahlungsausfall bei Auslandsschulden liege über hundert Jahre zurück. Das letzte Mal, dass das Land seine Rechnungen bei internationalen Gläubigern nicht beglichen hätte, war 1918 nach der bolschewistischen Revolution. Die letzte Staatsinsolvenz Russlands habe es 1998 durch Geldnöte im Zuge fallender Ölpreise und der Asienkrise gegeben, diese habe damals aber nur die Binnenschulden in Rubel betroffen.

Um eine Pleite im eigentlichen Sinne handele es sich diesmal nicht. Russlands Staatskassen seien gut gefüllt, doch wegen der westlichen Sanktionen aufgrund des Kriegs gegen die Ukraine habe der Kreml Probleme, Schulden im Ausland zu begleichen. Dass die Zahlungen Moskaus wegen Sanktionen blockiert würden, sei „nicht unser Problem“, habe Kremlsprecher Dmitri Peskow laut Agentur Interfax dazu gesagt.

Putin sichert Brasilien Düngemittellieferungen zu

Russlands Staatschef Wladimir Putin hat Brasilien die weitere Lieferung von Düngemitteln zugesagt, meldet orf.at. Russland werde seinen Verpflichtungen nachkommen, habe der Kreml gestern nach einem Telefonat Putins mit seinem brasilianischen Kollegen Jair Bolsonaro mitgeteilt. Mit Blick auf die Gefahr für die Ernährungssicherheit in der Welt habe der Kreml-Chef einmal mehr die Aufhebung westlicher Sanktionen verlangt, damit Russland Dünger und Nahrungsmittel exportieren könne.

Der Westen habe den russischen Vorwurf, die Strafmaßnahmen seien schuld an der aktuellen Nahrungsmittelkrise, zurückgewiesen. Zudem werde Russland vorgeworfen, seit Kriegsbeginn vor mehr als vier Monaten für blockierte Getreideexporte in ukrainischen Häfen verantwortlich zu sein.

55 Tote bei Gefechten im Südsudan 

Bei schweren Auseinandersetzungen zwischen Soldaten und Viehdieben sind nach Militärangaben mindestens 55 Menschen im ostafrikanischen Südsudan getötet worden, darunter auch Zivilisten, meldet kleinezeitung.at. Etwa 120 weitere Menschen seien im Bezirk Tonj des Bundesstaats Warrap verletzt worden, habe Armeesprecher Santo Domic am Montag mitgeteilt. 

Die Auseinandersetzungen hätten begonnen, nachdem die Armee im Auftrag des Gouverneurs von Warrap, Aleu Ayieny Aleu, begonnen hatte, 450 am Samstag gestohlene Kühe zu bergen. Schwerbewaffnete Viehdiebe hätten den Soldaten aufgelauert und sie aus einem Hinterhalt angegriffen. Von Sonntag bis Montagmorgen sei gekämpft worden. 

Viehwirtschaft sei in dem Land mit rund elf Millionen Einwohnern einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Nach Angaben der UN habe es dort 2019 rund zwölf Millionen Rinder und etwa die gleiche Zahl an Schafen und Ziegen gegeben. Immer wieder komme es unter miteinander verfeindeten Gruppen zu brutalen Überfällen, um Vieh zu erbeuten.

Britisches Parlament stimmt für Abweichen vom Nordirland-Abkommen

Das umstrittene Gesetz zur Änderung des Brexit-Nordirland-Protokolls hat in einer ersten Abstimmung im britischen Unterhaus mit 295 zu 221 Stimmen eine Mehrheit gefunden, meldet handelsblatt.com. Weitere Abstimmungen folgen. 

Das Gesetz würde das Nordirland-Abkommen zwischen dem Land und der EU einseitig ändern. Es sehe neben steuerlichen Änderungen und einem Kennzeichnungssystem für Waren auch vor, dass der Europäische Gerichtshof keine Zustäsndigkeit mehr für Streitigkeiten bei der Umsetzung des Brexit habe. Die EU hätte das Vorhaben scharf kritisiert und mit dem Gang vor den Europäischen Gerichtshof gedroht. 

Syrien: Führender Islamist durch US-Luftangriff getötet?

Das amerikanische Militär hat im Nordwesten Syriens angeblich einen Anführer einer mit al-Kaida in Verbindung stehenden Terrororganisation getötet, meldet nzz.ch. «Die Beseitigung dieses ranghohen Anführers wird Al-Kaidas Fähigkeit behindern, Angriffe gegen amerikanische Bürger, unsere Partner und unschuldige Zivilisten weltweit durchzuführen», habe das zuständige Regionalkommando des amerikanischen Militärs (Centcom) am Montagabend (27. 6.) erklärt. Die Formulierung lege nahe, dass Abu Hamsah al-Jemeni, ein ranghoher Anführer der islamistischen Miliz Hurras al-Din (Hüter der Religion), getötet worden sei. Das Militär habe jedoch nicht explizit erklärt, dass er getötet worden sei, sondern habe in der Mitteilung von seiner «Beseitigung» gesprochen. Zum Zeitpunkt des Angriffs wäre er allein auf einem Motorrad unterwegs gewesen. Laut einer ersten Überprüfung seien keine Zivilpersonen zu Schaden gekommen. 

Lauterbach-Pläne belasten Pflegeversicherung

Die Pläne von Bundesgesundheitsminister Lauterbach für die Neuregelung der Corona-Tests führen laut den Krankenkassen zu immer größeren Defiziten in der Pflegeversicherung, meldet deutschlandfunk.de. Das habe das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf eine Stellungnahme des Spitzenverbandes der Krankenkassen zur neuen Testverordnung berichtet . Diese sehe unter anderem vor, dass bei Corona-Bürgertests eine Eigenbeteiligung von drei Euro fällig werde.

Tests zum Schutz von Risikogruppen, wozu auch pflegebedürftige Personen gehören, seien davon allerdings ausgenommen. Ohne zusätzliche Steuerzuschüsse führe die bis Ende November verlängerte Kostenübernahme für Corona-Tests in Pflegeeinrichtungen zu Mehrausgaben in der Pflegeversicherung von rund einer Milliarde Euro, habe es in dem Bericht geheißen. In der Folge würden dies alle Mitglieder über höhere Beiträge bezahlen müssen, hätten die Kassen gewarnt.

Protestierende niederländische Bauern blockieren Grenzübergänge

Aus Protest gegen geplante Umweltauflagen haben Bauern in weiten Teilen der Niederlande stundenlang den Verkehr lahm gelegt, meldet zeit.de. Auch Grenzübergänge nach Niedersachsen seien von der Aktion betroffen gewesen. An der Grenze in der Provinz Groningen seien einige Grenzübergänge nach Deutschland blockiert worden. 

Die Bauern würden gegen geplante Maßnahmen der Regierung protestieren. Der Ausstoß von Stickstoff müsse nach einem höchstrichterlichen Urteil stark reduziert werden. Bei Naturgebieten soll der Schadstoff-Ausstoß um rund 70 Prozent verringert werden. Das aber könne nach Regierungsangaben das Aus für etwa 30 Prozent des Vieh-Betriebe bedeuten. 

Die Niederlande sind bekanntlich einer der weltweit größten Exporteure von Agrar-Produkten. 2021 seien Produkte im Wert von etwa 105 Milliarden Euro exportiert worden. Jahrzehntelang habe sich das Land nicht an die europäischen Schadstoff-Normen gehalten. 

Sri Lanka verbietet Benzin-Verkauf an Privatpersonen

Wegen eines Mangels an Treibstoff auf Sri Lanka hat die Regierung dessen Verkauf an Privatpersonen für zwei Wochen verboten, meldet orf.at. Treibstoff gebe es bis zum 10. Juli nur für unbedingt notwendige Dienste etwa für Fahrzeuge im Gesundheitsbereich, am Hafen, Flughafen oder für die Essensverteilung, habe Transportminister Bandula Gunawardana gestern erklärt. Gleichzeitig blieben in der Zeit auch Behördenbüros und etliche Schulen geschlossen.

Der Inselstaat südlich von Indien erlebe derzeit seine schlimmste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Dem stark verschuldeten Land fehle das Geld, um wichtige Güter wie Treibstoff oder Medikamente zu importieren. Vor Tankstellen gebe es regelmäßig lange Schlangen. Das Land habe unter anderem den Internationalen Währungsfonds sowie mehrere Länder um Hilfe gebeten. Die neue Treibstoffverkaufseinschränkung dürfte die Wirtschaft im Land weiter beeinträchtigen. Der Minister habe jedoch versichert, dass es Pläne gebe, nach dem 10. Juli wieder mehr Treibstoff und Gas zur Verfügung zu stellen.

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