News-Redaktion / 27.06.2022 / 08:57 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage am Montag

Ein Blick in die Nachrichten der letzten Stunden.

Russische Truppen dringen nach Lyssytschansk vor

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax, drangen die Invasoren nach der Eroberung von Sjewjerodonezk auch über den Fluss Siwerskyj Donez in die Stadt Lyssytschansk vor, meldet n-tv.de. Zuvor war den russischen Truppen nach wochenlangen Kämpfen die vollständige Eroberung der strategisch wichtigen Stadt Sjewjerodonezk gelungen, wie Bürgermeister Oleksandr Strjuk bereits am Samstag bestätigt habe. Moskaus Truppen und prorussische Separatisten würden nun nahezu die gesamte Region Luhansk kontrollieren.

Andere Regionen der Ukraine wüden derzeit wieder massiv mit Raketen beschossen. Noch Stunden nach den morgendlichen Raketenangriffen auf Kiew hätte die Feuerwehr Mühe gehabt, die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

Neben Kiew habe auch die zentralukrainische Region Tscherkassy am Sonntag russische Raketenangriffe gemeldet. In sozialen Netzwerken habe es Videos von einer offenbar beschädigten Eisenbahnbrücke über den Fluss Dnipro gegeben. Die ukrainische Eisenbahn habe die vorübergehende Einstellung von Regionalbahnen bei Tscherkassy angekündigt.

Von der Leyen gegen G-20-Boykott wegen Putin

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich gegen einen Boykott des G-20-Gipfels im Herbst ausgesprochen – auch wenn Russlands Präsident Wladimir Putin am nächsten Treffen teilnehmen sollte, meldet orf.at. „Wir müssen sehr genau überlegen, ob wir die gesamte G-20 lahmlegen, da plädiere ich nicht dafür“, habe von der Leyen gestern Abend dem ZDF-„heute journal“ gesagt. Der nächste G-20-Gipfel findet bekanntlich Mitte November auf der indonesischen Insel Bali statt.

Dachverband der Zentralbanken fordert Zinserhöhungen

Der Weltdachverband der Zentralbanken fordert angesichts der stark steigenden Inflation eine globale Welle von Zinserhöhungen, meldet n-tv.de. Die Zinssätze sollten rasch angehoben werden, habe die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) angemahnt. "Der Schlüssel für die Zentralbanken liegt darin, schnell und entschlossen zu handeln, bevor sich die Inflation verfestigt", habe BIZ-Generaldirektor Agustin Carstens im Jahresbericht der in der Schweiz ansässigen Organisation erklärt. Der Schwerpunkt liege darauf, in den "kommenden Quartalen" zu handeln, habe der ehemalige Chef der mexikanischen Zentralbank gefordert. Die BIZ habe eingeräumt, ebenso wie viele Zentralbanken den Inflationsdruck unterschätzt zu haben.

Inflation: Frankreich bereitet Milliardenpaket für Privathaushalte vor

Frankreich will einem Medienbericht zufolge mit staatlicher Unterstützung in Milliardenhöhe für Privathaushalte auf die Folgen der hohen Inflation reagieren, meldet handelsblatt.com. Die Kosten für die Maßnahmen könnten sich auf rund acht Milliarden Euro belaufen, wie „Les Echos“ am Sonntag berichtet hätte.

Die Abgeordneten würden derzeit einen entsprechenden Entwurf ausarbeiten. Die finanziellen Hilfen sollen Familien, Arbeitslose, Behinderte und Rentner im Juli erhalten, Wohnungszuschüsse könnten in einem getrennten Entwurf folgen.

Iran testet Trägerrakete

Kurz vor der Wiederaufnahme der festgefahrenen Atomgespräche hat der Iran eine neue Trägerrakete für Satelliten getestet, meldet faz.net. Der Satellitenträger „Soldschanah“ sei zum zweiten Mal getestet worden, „um vorher festgelegte Forschungsziele zu erreichen“, habe der Sprecher der Raumfahrtabteilung des iranischen Verteidigungsministeriums, Ahmed Hosseini, am Sonntag der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mitgeteilt.

Im Februar 2021 habe das Ministerium den ersten Test des Satellitenträgers gemeldet, ohne Angaben zum Ergebnis zu machen. Hosseini habe damals gesagt, die Rakete sei für „Forschungszwecke“ bestimmt. Sie könne demnach Satelliten in eine Umlaufbahn von 500 Kilometern Höhe bringen und eine Nutzlast von 220 Kilogramm tragen.

Iran bestehe darauf, dass sein Raumfahrtprogramm nur zivilen und verteidigungspolitischen Zwecken diene und nicht gegen das Atomabkommen von 2015 oder andere internationale Abkommen verstoße. Westliche Regierungen würden jedoch befürchten, dass die Systeme für Satellitenstarts Technologien enthalten, die auch in ballistischen und atomwaffenfähigen Raketen verwendet werden könnten. Am Samstag hatten die EU und Iran eine Wiederaufnahme der festgefahrenen Atomgespräche vereinbart.

Iran will Botschaft in Saudi-Arabien wieder eröffnen  

Irans Außenminister Hussein Amirabdollahian hat sich für eine Wiedereröffnung der Botschaft in Saudi-Arabien ausgesprochen, meldet orf.at . Zuvor hatte er sich mit Iraks Premierminister Mustafa al-Kadhimi getroffen.

Der Irak gelte als Vermittler zwischen dem schiitischen Iran und dem sunnitischen Golfstaat Saudi-Arabien, deren Beziehungen als angespannt gelten. Nach einem Angriff iranischer Islamisten auf die saudische Botschaft in Teheran 2016 hatte Saudi-Arabien die Beziehungen abgebrochen. Beide Staaten tragen ihre Rivalität bekanntlich auch durch Stellvertreterkriege aus, unter anderem im Jemen und in Syrien.

Nach fast fünfjähriger diplomatischer Eiszeit habe es jüngst durch Gesprächsrunden im Irak wieder eine Annäherung gegeben.

Hunderte Festnahmen bei Pride-Parade in Istanbul

Die türkische Polizei hat gestern mehr als 200 Teilnehmer einer Pride-Parade in Istanbul festgenommen, meldet orf.at. Unter den Festgenommenen, die mit Handschellen abgeführt worden seien, befinde sich demnach auch der erfahrene und mit mehreren Preisen ausgezeichnete AFP-Fotograf Bülent Kilic. Die Pride-Parade war zuvor vom Gouverneur von Istanbul verboten worden. Hunderte Demonstranten mit Regenbogenfahnen hätten sich der Polizei jedoch widersetzt und sich in den Straßen nahe dem Taksim-Platz versammelt, der für die Öffentlichkeit gesperrt war.

Ein Toter nach Messerangriff in Asylbewerberheim

Bei einem Angriff mit einem Messer ist am späten Sonntagabend in einer Asylbewerberunterkunft in der Argenstraße in Kressbronn eine Person getötet worden, meldet schwaebische.de. Mindestens fünf weitere seien teils schwer verletzt worden.

Wie die Polizei am Montagmorgen mitgeteilt hätte, soll ein 31-jähriger Bewohner der Unterkunft gegen 22 Uhr an mehreren Zimmern geklopft und im weiteren Verlauf wahllos auf Anwesende eingestochen haben. Nach dem Eintreffen mehrerer alarmierter Polizeistreifen habe der Tatverdächtige vor dem Gebäude widerstandslos festgenommen werden können.

Einer der Schwerverletzten sei nach notärztlicher Erstversorgung mittels Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen worden, die anderen, deren Gesundheitszustand ebenfalls teilweise als kritisch eingestuft worden wäre, habe der Rettungsdienst in umliegende Kliniken eingeliefert.

Die Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen habe die Ermittlungen zum Tathergang übernommen. Die Hintergründe der Tat seien aktuell noch unklar.

Lufthansa verliert den fünften Stern

Die Beratungsgesellschaft Skytrax entzieht Europas größter Fluggesellschaft den fünften Stern in ihrer Qualitätsbewertung, meldet handelsblatt.com. Lufthansa war die einzige europäische Airline mit dieser Qualitätsauszeichnung, sonst hätten diese nur Fluggesellschaften aus Asien bekommen. Gründe für den Stern-Entzug seien die aktuellen großen Service-Probleme, die inzwischen auch in der First Class spürbar seien.

Zwar sei die Medaille von Skytrax umstritten, weil die britische Firma gleichzeitig Fluggesellschaften berät und als recht intransparent gilt, doch Lufthansa-Konzernchef Spohr war 2017 besonders stolz, als er die Auszeichnung erhielt. Lufthansa habe die aktuelle Abwertung zur Kenntnis genommen, man bleibe aber eine Premium-Airline, habe es aus der Konzernzentrale in Frankfurt jetzt geheißen.

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