News-Redaktion / 24.06.2022 / 08:43 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage am Freitag

Ein Blick in die Nachrichten der letzten Stunden.

Russische Truppen stoßen bis Lyssytschansk vor

Im Osten der Ukraine sind russische Truppen nach ukrainischen Angaben bis an den Stadtrand der Großstadt Lyssytschansk vorgedrungen, meldet handelsblatt.com. "Unsere Kämpfer haben den Vorstoß in Richtung der südlichen Ränder von Lyssytschansk aufgehalten, dem Feind Verluste zugefügt und ihn zum Rückzug gezwungen", habe es am Donnerstagabend im Lagebericht des Generalstabs in Kiew geheißen. Die russische Armee ziehe nun Reserven heran. Umkämpft wäre auch die östlich des Flusses Siwerskyj Donez gelegene Siedlung Boriwske.

Gestern Morgen war bekannt geworden, dass im Süden von Lyssytschansk eine ukrainische Gruppierung in den Ortschaften Solote und Hirske eingekesselt sei. Am Abend habe das ukrainische Militär mitgeteilt, dass die russischen Truppen Hirske inzwischen teilweise erobert hätten. Dem Bericht zufolge hätten sie den Kessel komplett schließen können. 

Ukraine und Moldau sind nun offiziell EU-Beitrittskandidaten

Der EU-Gipfel in Brüssel hat am Donnerstag der Ukraine und Moldau offiziellen Beitrittskandidatenstatus verliehen, meldet derstandard.at. Seitens der EU-Spitzen sei von einer "historischen Entscheidung" die Rede gewesen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj habe ebenfalls von einem einzigartigen und historischen Moment in den bilateralen Beziehungen gesprochen. 

Auch Moldau sei am ersten Tag des EU-Gipfels in Brüssel der Kandidatenstatus verliehen worden. Lettlands Ministerpräsident Krisjanis Karins habe dies auch eine "historische Entscheidung" genannt. 

Bulgarien blockiert EU-Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien und Albanien

Bulgarien blockiert weiterhin den Beginn von EU-Beitrittsgesprächen mit Nordmazedonien und Albanien, meldet deutschlandfunk.de. Ein Westbalkangipfel in Brüssel, der dem EU-Gipfel voranging, habe in dieser Frage keine Annäherung gebracht. Bulgarien fordere von Nordmazedonien, dass das Nachbarland auf Forderungen im Hinblick auf Minderheiten und Sprache eingehe. Auch für Bosnien-Herzegowina und das Kosovo hätte sich die EU-Perspektive nicht gebessert. Beide Länder seien noch keine offiziellen Beitrittskandidaten. 

Die EU hatte Albanien, Nordmazedonien, Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und dem Kosovo bereits 2003 einen EU-Beitritt in Aussicht gestellt. Inzwischen gelte der Prozess aber als festgefahren.

Russland zieht sich aus Syrien zurück

Wegen des Ukraine-Krieges muss Russland Truppen aus Syrien abziehen, meldet fr.de. Syrische Oppositionsvertreter gingen nach eigenen Aussagen gegenüber The Daily Beast, deshalb von einem baldigen türkischen Angriff aus. Mitglieder der oppositionellen Syrischen Nationalen Armee (SNA) hätten dies bestätigt. Russland scheine seine Soldaten für den Ukraine-Krieg zu brauchen. Die Stadt Tal Rifaat sollen die Russen bereits verlassen haben. Für die an die Türkei grenzende Stadt plane die Türkei bereits eine Militäroperation gegen die syrisch-kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG). 

Zu dem Zeitpunkt des Angriffs gebe es keine Angaben. „Wie ich immer sage, werden wir eines Nachts plötzlich über sie herfallen. Und das müssen wir“, habe der türkische Präsident Erdogan Ende bereits Mai erklärt. 

Derweil hätten iranische Truppen einige der zuvor von Russland besetzten Gebiete übernommen. Da der Iran und die Türkei eine Rivalität pflegten, könne die iranische Präsenz die Türkei noch mehr zu einem baldigen Angriff motivieren, habe Mohammad Ismail vom Kurdischen Nationalrat erklärt.

Netzagentur befürchtet Verdreifachung des Gaspreises

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hält eine Verdreifachung der Verbraucherpreise für Gas für möglich, meldet n-tv.de. "Wenn man es hochrechnet, kommt es sehr darauf an, wie Sie heizen, wie Ihr Gebäude gebaut ist. Aber es kann zu einer Verdreifachung der bisherigen Gasrechnung kommen", habe Müller zu ntv gesagt. Auch Wirtschaftsminister Robert Habeck, der zuvor die Gas-Alarmstufe ausgerufen hatte, schließe einen solchen Preissprung nicht aus. "Das ist im Bereich des Möglichen", habe er im "RTL Nachtjournal" gesagt. 

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) habe die Ausrufung der Gas-Alarmstufe als "nachvollziehbar" bezeichnet. Damit würde auf die zunehmend ernste Versorgungslage reagiert, habe BDI-Präsident Siegfried Russwurm gesagt.

Österreich schafft die Corona-Impfpflicht ab

Die Impfpflicht gibt es in Österreich nun auch offiziell nicht mehr, meldet kleinezeitung.at. Wirksam sei sie ohnehin nie so recht geworden, nun habe die Regierung beschlossen sie gleich ganz abzuschaffen. Ein entsprechender Antrag sei am Donnerstag in einer Sondersitzung des Nationalrats eingebracht worden, beschlossen werde er im Juli. Kritik an der Abschaffung der bisher nur ausgesetzten Pflicht habe es nicht gegeben. 

Begründet worden sei der Schritt von der Regierung einerseits mit der fehlenden Akzeptanz, andererseits damit, dass sich die Rahmenbedingungen geändert hätten: "Die Impfpflicht bringt niemanden zum Impfen", habe Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) erklärt.

60 Prozent der Kliniken in den roten Zahlen

Die Krankenhäuser schlagen Alarm: Nach zwei Jahren Coronapandemie schreiben 60 Prozent der 1900 deutschen Kliniken in diesem Jahr wohl rote Zahlen, 20 Prozent seien insolvenzgefährdet, berichtet handelsblatt.com. Das gehe aus Berechnungen des neuen „Krankenhaus Rating Report“ (KRR) des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung und des Institute for Healthcare Business vor. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft habe die Bundesregierung bereits um Soforthilfe gebeten. 

Der Grund für die Misere sei, dass sich immer weniger Patienten im Krankenhaus behandeln ließen, weswegen die Einnahmen sinken würden. Gleichzeitig seien die Kosten stark angestiegen – für Energie, Medizinprodukte, Medikamente, IT-Produkte und Dienstleistungen sowie Lebensmittel und Personal.

„Unsere derzeitige Kostensteigerung in Summe liegt mit einer Quote von 13 Prozent deutlich über der allgemeinen Inflationsrate“, habe Sana-Kliniken-Chef Thomas Lemke erklärt. „Diese Entwicklung müssen wir als Krankenhausbetreiber komplett auffangen.“

Aung San Suu Kyi in Einzelhaft verlegt

Die Militärmachthaber in Burma (Myanmar) haben die entmachtete De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi in Einzelhaft verlegt, meldet deutschlandfunk.de. Auf Grundlage der Strafgesetze befinde sich Suu Kyi nicht mehr im Hausarrest, sondern in einem Gefängnis in der Hauptstadt Naypyidaw, habe ein Sprecher der Junta erklärt. Die Friedensnobelpreisträgerin war unter anderem wegen Aufwiegelung gegen das Militär und angeblicher Korruption in mehreren Prozessen zu insgesamt elf Jahren Haft verurteilt worden. Weitere Verfahren seien anhängig. Die Armee in Burma hatte sich bekanntlich im Februar vergangenen Jahres an die Macht geputscht.

TÜV: Weiterbetrieb von Atomkraftwerk Isar 2 problemlos möglich

Nach Ansicht von Sachverständigen des Prüfunternehmens TÜV Süd wäre ein Weiterbetrieb des Atomkraftwerks Isar 2 aber über den Dezember dieses Jahres hinaus technisch ohne Weiteres machbar, meldet n-tv.de. Das gehe aus einem Gutachten des TÜV Süd für die bayerische Staatsregierung hervor. Darin heiße es, bei der Tätigkeit des TÜV Süd als Sachverständiger hätten "sich keine Hinweise ergeben, dass die erforderliche Schadensvorsorge infrage gestellt sein könnte". Seit der letzten Sicherheitsüberprüfung hätten sich "keine neuen Erkenntnisse ergeben, die besorgen lassen müssten, dass sich bei der Durchführung einer neuen Sicherheitsüberprüfung sicherheitstechnische Defizite ergeben würden".

Von "routinemäßigen Instandsetzungsmaßnahmen" abgesehen seien keine Maßnahmen nötig, um den Weiterbetrieb zu gewährleisten. Ohne neue Brennelemente wäre nach Einschätzung des TÜV Süd ein Weiterbetrieb von Isar 2 bis August 2023 möglich - zunächst in einem normalen Weiterbetrieb von 80 Tagen, dann weitere drei Monate durch "Umsetzen" der vorhandenen Brennelemente. Insgesamt könnte so eine zusätzliche Strommenge von etwa 5160 Gigawattstunden erzeugt werden. 

Darüber hinaus hätten die Gutachter geschrieben, sie hielten "aufgrund unserer Erfahrungen bei der Begutachtung von Brennelement-Nachlieferungen eine Anlieferung frischer Brennelemente innerhalb von 12 Monaten für möglich". 

Lufthansa streicht weitere 2200 Flüge

Mitten in der Sommerferienzeit streicht die Lufthansa wegen Personalmangels mehr als 2000 weitere Flüge an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München, meldet welt.de. Schon vor gut zwei Wochen hätte sie angekündigt, hier 900 Verbindungen an Freitagen und Wochenenden im Juli zu canceln.

Nun werde sie «weitere 2200 von insgesamt rund 80.000 Flügen an den Drehkreuzen in Frankfurt und München aus dem System nehmen - auch an den übrigen, bislang weniger betroffenen Wochentagen», habe die Lufthansa mitgeteilt. «Die Streichungen beträfen insbesondere innerdeutsche und innereuropäische Flüge, jedoch nicht die in der Ferienzeit gut ausgelasteten klassischen Urlaubsziele.» 

Alle diese Schritte wären eine unvermeidbare Maßnahme, «mit der die Airline insgesamt für größere Stabilität des Flugplans über den gesamten Sommer hinweg sorgen will», habe die Lufthansa ergänzt. Auch die Bodenverkehrsdienste an den Airports litten unter Personalmangel.

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen

Es wurden keine verwandten Themen gefunden.

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com