News-Redaktion / 27.05.2022 / 09:29 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage am Freitag

Ein Blick in die Nachrichten der letzten Stunden.

Erbitterte Kämpfe im Osten der Ukraine

Die ukrainische Armee steht im äußersten Osten ihrer Front stark unter Druck, meldet  kleinezeitung.at. Russische Truppen hätten am Donnerstag weiter die Großstadt Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk beschossen, wie der ukrainische Generalstab in seinem abendlichen Bericht mitgeteilt habe. Der Angriff auf die Stadt und ihren Vorort Boriwske wäre aber nicht erfolgreich gewesen. Im nahen Ustyniwka habe die russische Seite hingegen einen Teilerfolg errungen. Die russischen Truppen würden versuchen die Beweglichkeit der ukrainischen Truppen durch Beschuss auf Brücken einzuschränken. Die Großstädte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk seien derzeit die äußersten ukrainischen Vorposten im Osten. Kämpfe gebe es aber auch schon im Rückraum dieser Städte. Auf der Nordseite eines möglichen Kessels hätten die Ukrainer die Stadt Lyman verloren, habe Präsidentenberater Olexyj Arestowytsch im ukrainischen Fernsehen bestätigt. Nach Generalstabsangaben würden nun ukrainische Positionen südlich von Lyman beschossen.

Auf der Südseite des möglichen Kessels habe es Kämpfe um die Orte Komyschuwacha, Nirkowe und Berestowe gegeben. Auch hier seien die Angriffe abgewehrt worden. Einen Teilerfolg hätten die Russen aber in der Nähe von Pokrowske erzielt. Zudem beobachte die Ukraine nach Militärangaben, dass Russland in seinen Grenzgebieten Belgorod und Woronesch Truppen neu formiere. Damit wären weitere Angriffe auf die ukrainischen Gebiete Charkiw und Luhansk zu befürchten.

USA erwägen Lieferung von Langstrecken-Raketensystemen an die Ukraine

Die US-Regierung zieht einem Medienbericht zufolge in Erwägung, Langstrecken-Raketensysteme in die Ukraine zu schicken, meldet welt.de. Die in den USA hergestellten Waffensysteme könnten Raketen über Hunderte Kilometer abfeuern, habe CNN am Donnerstag unter Berufung auf mehrere Beamte berichtet. Die Ukraine hätte um diese Art von Waffen gebeten. Konkret wären von ukrainischer Seite bisher das so genannte Multiple Launch Rocket System ( MLRS) und das High Mobility Artillery Rocket System (HIMARS) genannt worden. Bislang sei die US-Regierung zögerlich gewesen, weil die Ukraine die Raketensysteme für Angriffe auf russisches Gebiet nutzen könnte.

115 russische Nationalgardisten verweigern Kriegseinsatz

Im russischen Nordkaukasus haben 115 Nationalgardisten einen Einsatz im Krieg gegen die Ukraine verweigert, meldet rnd.de. Dies habe ihnen allerdings eine Kündigung eingetragen, die von einem Militärgericht nach Angaben vom Donnerstag für rechtmäßig erklärt worden sei. Das habe die Agentur Interfax aus Naltschik, der Hauptstadt der Teilrepublik Kabardino-Balkarien gemeldet.

Auch im südrussischen Gebiet Krasnodar sollen nach Medienberichten 15 Angehörige der Polizeieinheit OMON ihre Jobs verloren haben, die im Februar auf einer Übung auf der Krim gewesen waren und sich geweigert hätten, im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt zu werden.

50 Tote bei mutmaßlich islamistischem Angriff in Burkina Faso

Bei einem Angriff mutmaßlicher Dschihadisten in Burkina Faso sind nach Angaben der Regionalregierung etwa 50 Zivilisten getötet worden, meldet orf.at. Die Bewohner des Ortes Madjoari im Osten des Landes seien während eines Fluchtversuchs von „nicht identifizierten bewaffneten Personen“ erschossen worden, habe der Gouverneur Hubert Yameogo der Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt. Es handele sich um eine vorläufige Opferbilanz.

Wie andere Orte im Norden und Osten des westafrikanischen Landes werde auch Madjoari von islamistischen Kämpfern belagert. Die Bewohner würden seit vergangener Woche versuchen, aus Madjoari zu fliehen, da es keinen Nachschub an Lebensmitteln gebe, wie geflohene Einwohner berichtet hätten.

In den vergangenen Woche seien im Norden und Osten des Landes bereits mehrere Anschläge auf Soldaten und Zivilisten verübt worden. Burkina Faso sei seit 2015 das Ziel islamistischer Angriffe. Sie würden von bewaffneten Gruppen verübt, die zum Teil mit dem Terrornetzwerk al-Kaida und der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zusammenarbeiten.

Irak verbietet Kontakt zu Israelis

Selbst ein Chat mit israelischen Freunden oder Verwandten kann für Menschen im Irak künftig mit der Todesstrafe enden, meldet kleinezeitung.at. Das irakische Parlament habe am Donnerstag ein entsprechendes Gesetz beschlossen. Alle anwesenden Abgeordneten hätten dem Gesetzesentwurf gegen eine "Normalisierung" der Beziehungen mit Israel zugestimmt. Jegliche Verbindungen zu dem Land und seinen Menschen seien demnach verboten und könnten mit lebenslanger Haft oder gar dem Tod bestraft werden. Das Gesetz gelte nicht nur für Iraker im In- und Ausland. Auch ausländische Institutionen, Firmen und Privatpersonen, die im Irak tätig seien, könnten für jeglichen Kontakt zu Israelis bestraft werden, wie die Staatsagentur INA berichtet habe.

Der einflussreiche schiitische Geistlichen Muqtada al-Sadr habe seine Anhänger nach der Abstimmung aufgerufen, auf den Straßen des Landes zu feiern. Der Block von Al-Sadr hatte bei der Parlamentswahl im Oktober bekanntlich die meisten Sitze gewonnen. Medienberichten zufolge sei es auch sein Block gewesen, der den Gesetzentwurf ins Parlament eingebracht hatte.

Türkische Notenbank ändert Leitzins trotz hoher Inflation nicht

Die türkische Notenbank hat die Zinsen trotz einer extrem hohen Inflation nicht angetastet, meldet handelsblatt.com. Der Leitzins bleibe bei 14 Prozent, habe die Zentralbank am Donnerstag in Ankara mitgeteilt. Seit Januar hielten die Währungshüter den Zins stabil. Damit liege der Leitzins deutlich unter der sehr hohen Inflationsrate. Die Verbraucherpreise seien im April um fast 70 Prozent zum Vorjahr gestiegen. Die Erzeugerpreise hätten sogar um 122 Prozent zugelegt. Die Notenbank habe in einem Statement trotzdem die Fortsetzung ihrer lockeren Geldpolitik in Aussicht gestellt.

Polens Parlament stimmt für Auflösung der Disziplinarkammer

In Polen hat das Parlament die Abschaffung der von der EU-Kommission kritisierten Disziplinarkammer beschlossen, meldet deutschlandfunk.de. Die Kammer am Obersten Gerichtshof habe Richter bestrafen und entlassen können. Ihre Mitglieder waren vom Landesjustizrat ernannt worden, der von der Politik kontrolliert werde.

Nach einem Bericht des staatlichen Senders „TVP-Info“ werde im Gegenzug eine neue Kammer gegründet. Über die Besetzung der elf Posten entscheide demnach der Präsident des Obersten Gerichtshofs. Zudem sollten Richter auf ihre Unabhängigkeit hin überprüft werden. Kritiker wie der Oppositionsabgeordnete Dolniak würden bemängeln, dass das nun verabschiedete Gesetz nicht in ausreichendem Maße auf die Bedenken der EU hinsichtlich der politischen Beeinflussung der Justiz eingehe. Der Gesetzentwurf bedarf noch der Zustimmung des Senats.

Wegen des Streits um die Justizreform der polnischen Regierung hatte die EU-Kommission Milliardenhilfen für Warschau zurückgehalten.

Bundesärztekammer fordert wegen Ärztemangels mehr Medizinstudienplätze

Die Bundesärztekammer fordert eine deutliche Aufstockung der Kapazitäten für die Ausbildung von Medizinern in Deutschland, meldet deutschlandfunk.de. In den Bundesländern müssten umgehend rund 6.000 zusätzliche Studienplätze geschaffen werden, habe Vizepräsidentin Lundershausen am Rande des Deutschen Ärztetages in Bremen gesagt.

Schon aufgrund einer alternden Bevölkerung steige der Bedarf an medizinischer Versorgung. Doch statt zu steigen wäre die Zahl der Studienplätze in den letzten Jahrzehnten gesunken: von 16.000 nach der Wiedervereinigung auf aktuell etwa 11.000. Dabei dränge die Zeit. Wer jetzt sein Studium beginne, komme erst in 12 bis 15 Jahren in der Versorgung an.

Die Vizepräsidentin habe eingeräumt, dass die Studienplätze teuer seien, doch wenn der Staat hier nicht mehr investiere, müsse er den Patienten erklären, dass es die heutige gute bis sehr gute Versorgung 2040 nicht mehr geben werde.

Veto von Russland und China gegen neue Nordkorea-Sanktionen

Die USA sind mit einem Antrag auf schärfere Sanktionen gegen Nordkorea am Donnerstag im UN-Sicherheitsrat vorerst gescheitert, meldet kleinezeitung.at. Russland und China hätten bei der Abstimmung Vetos gegen die Resolution eingelegt, die die USA nach neuerlichen Tests mit atomwaffenfähigen Raketen eingebracht hätten. Westlichen Diplomaten zufolge könne eine Version der Resolution je nach Vorgehen Nordkoreas aber noch einmal auf den Tisch kommen.

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen

Es wurden keine verwandten Themen gefunden.

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com