News-Redaktion / 26.05.2022 / 08:58 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage am Donnerstag

Ein Blick in die Nachrichten der letzten Stunden.

Ukraine im Donbass in Bedrängnis: Kämpfe bei Sjewjerodonezk

Im Osten der Ukraine bringen massive russische Angriffe mit Artilleriebeschuss und Luftangriffen die ukrainischen Verteidiger immer stärker in Bedrängnis, meldet welt.de. Die russischen Truppen würden sich offenbar auf die strategisch wichtige Industriestadt Sjewjerodonezk konzentrieren . Der Beschuss auf die Großstadt hätte den ganzen Mittwoch angedauert, wie der ukrainische Generalstab mitgeteilt habe. Die Stadt liege im Verwaltungsgebiet Luhansk. Dieses wäre inzwischen zu 95 Prozent von russischen Truppen erobert worden, habe Gouverneur Serhij Hajdaj mitgeteilt.

Es gebe „bereits Kämpfe in den Vororten“, habe Gouverneur Gajdaj in Online-Netzwerken berichtet. „Die russischen Truppen sind bereits so nahe herangerückt, dass sie Mörsergranaten abfeuern können“, wird er zitiert. Nach Einschätzung des Gouverneurs „könnte die kommende Woche entscheidend sein“. In der Region Luhansk wären nur etwa 40.000 Zivilisten übrig geblieben, von denen kaum einer weg wolle.

Aus Kreisen pro-russischer Kämpfer habe es am Mittwochabend geheißen, Sjewjerodonezk wäre von drei Seiten „eingekesselt“. Die einzige Brücke zum Verlassen der Stadt solle demnach inzwischen unter russischer Kontrolle sein. Sjewjerodonezk und das benachbarte Lyssytschansk seien die letzten großen Städte, die im Gebiet Luhansk noch von ukrainischen Truppen gehalten würden. Russland wolle das Gebiet vollständig erobern, um es der sogenannten Volksrepublik Luhansk zuzuschlagen. Diese hatte Moskau - ebenso so wie die sogenannte Volksrepublik Donezk - bekanntlich kurz vor dem Angriff auf die Ukraine als unabhängigen Staat anerkannt.

Zugleich habe die russische Armee im Rückraum von Sjewerodonezk angegriffen, um den Belagerungsring zu schließen. So habe es laut ukrainischem Generalstab Attacken auf die mehrere kleine Orte wie Berestowe, Lypowe und Nyrkowe. an der strategisch wichtigen Straße nach Bachmut gegeben. Zwar seien die Attacken seien abgewehrt worden, doch ausländische Beobachter würden befürchten, dass mehrere ukrainische Brigaden in Sjewjerodonezk eingekesselt werden könnten.

Moskau verteilt russische Pässe in besetzten Regionen

Mehr als drei Monate nach Kriegsbeginn will Russland besetzte Teile der Ukraine stärker an sich binden, meldet orf.at. Kreml-Chef Wladimir Putin habe gestern ein Dekret unterzeichnet, wonach die Einwohner der ukrainischen Gebiete Cherson und Saporischschja zu erleichterten Bedingungen die russische Staatsbürgerschaft erhalten könnten.

Unterdessen habe die russische Staatsduma im Schnellverfahren ein Gesetz gebilligt, das die Altersgrenze für den Dienst in der Armee aufhebe. Nun fehle nur noch die Unterschrift von Präsident Putin. Ziel sei es, die Streitkräfte zu stärken. Derzeit könnten nur Russen zwischen 18 und 40 Jahren und Ausländer zwischen 18 und 30 Jahren in der russischen Armee kämpfen. Die russische Armee hat im Krieg bereits erhebliche Verluste erlitten.

Hafen von Mariupol hat Betrieb wieder aufgenommen

Der Hafen in der von russischen Truppen eroberten südukrainischen Stadt Mariupol hat nach Angaben Moskaus seinen Betrieb wieder aufgenommen, meldet orf.at. „Die Minenräumungs- und Entmilitarisierungseinsätze am Hafen sind abgeschlossen“, habe der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, gestern erklärt. Mehr als 12.000 Stück Rüstungsmaterial und „gefährliche explosive Gegenstände“ wären eingesammelt worden.

Der Hafen von Mariupol war vor dem Ukraine-Krieg der zweitwichtigste des Landes. Insbesondere sei von dort Getreide exportiert worden. Die Ausfuhr sei seit Kriegsbeginn zum Stillstand gekommen.

Zahlreiche Tote bei Anschlägen in Afghanistan

In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Mittwochabend bei einer Explosion in einer Moschee mehrere Menschen getötet worden, meldet kleinezeitung.at. Ein Vertreter der Taliban, der jedoch nicht offiziell mit der Presse sprechen dürfe, habe erklärt, es wären 14 Menschen, darunter der Imam, getötet worden. Sprengsätze sollen unter dem Prediger-Pult angebracht worden sein.

Zudem seien nach Angaben eines Vertreters des Gesundheitsdienstes in der Provinz Balkh bei drei Explosionen mindestens 15 Menschen getötet worden. Ziel wären mit Passagieren besetzte Fahrzeuge gewesen. Der Sprecher des Kommandanten in der Provinz Balkh, Mohammad Asif Wazeri, habe der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, die Angriffe hätten sich gegen die Minderheit der Schiiten gerichtet.

In der nordafghanischen Stadt Mazar-e Sharif seien unterdessen mindestens neun Menschen bei drei aufeinanderfolgenden Explosionen getötet und fünfzehn weitere verletzt worden, habe ein Polizeisprecher mitgeteilt. Die Sprengkörper wären in drei Kleinbussen platziert worden. Bei den Opfern handele es sich ausschließlich um Zivilisten, darunter Frauen und Kinder.

In den vergangenen Monaten seien als 100 Menschen bei Angriffen auf Moscheen, religiöse Minderheiten und Schulen getötet worden. Der "Islamische Staat" hätte sich zu den meisten Anschlägen bekannt.

Ungarn erlässt Sondersteuern für Großunternehmen

Nach Verhängung eines Notstandes wegen des Ukraine-Krieges hat Ungarns Regierung gestern erste Maßnahmen bekanntgegeben, meldet orf.at. Wie Regierungschef Viktor Orban in einem Facebook-Video berichtet habe, hätte die Regierung die Einführung von Sondersteuern auf Gewinne von Großunternehmen aus zahlreichen Branchen beschlossen. Damit solle ein Großteil des Profits von Banken, Versicherungsgesellschaften, großen Handelsketten, Energieunternehmen, Telekomfirmen und Fluggesellschaften aus den Jahren 2022 und 2023 in zwei neu geschaffene Fonds fließen, die zur Finanzierung des Landesverteidigung bzw. zur staatlichen Subvention der Verbraucherenergiepreise dienen würden.

Die Orban-Regierung stütze bereits seit 2013 die Energiekosten für Kleinverbraucher. In den vergangenen Monaten seien behördlich gedeckelte Preise für Treibstoff und bestimmte Grundnahrungsmittel hinzugekommen.

USA wollen schärfere UN-Sanktionen gegen Nordkorea

Nach erneuten nordkoreanischen Tests mit atomwaffenfähigen Raketen wollen die USA schärfere Sanktionen gegen Pjöngjang erreichen, meldet handelsblatt.com. Eine entsprechende Resolution solle „in den kommenden Tagen“ von den Amerikanern im UN-Sicherheitsrat zur Abstimmung gebracht werden, habe ein US-Regierungsbeamter am Mittwoch mitgeteilt.

Das Land solle demnach mit Strafmaßnahmen geschwächt werden, „die die Fähigkeit Nordkoreas weiter einschränkt, seine rechtswidrigen Programme für Massenvernichtungswaffen und ballistische Flugkörper voranzutreiben“. Bei einer Abstimmung vor dem mächtigsten UN-Gremium würden allerdings Vetos von China und Russland drohen.

Nordkorea hatte bekanntlich am Mittwochmorgen (Ortszeit) in kurzen Zeitabständen drei ballistische Raketen in Richtung offenes Meer im Osten abgeschossen, von denen eine offenbar eine Interkontinentalrakete (ICBM) gewesen sei.

Lauterbach will wieder mehr Maskenpflicht im Herbst

Bundesgesundheitsminister Lauterbach will für den Herbst die Möglichkeit schaffen, wieder eine Maskenpflicht in Innenräumen vorzuschreiben, meldet deutschlandfunk.de. Derzeit werde erneut am Infektionsschutzgesetz gearbeitet, das in seiner heutigen Form Ende September auslaufe, habe der SPD-Politiker im ZDF gesagt. Er würde es aber für „unbedingt notwendig“ halten, Maskentragen in Innenräumen wieder verpflichtend zu gestalten. 

Verwaltungsgericht: Burkinis bleiben in Grenoble verboten

Ein Verwaltungsgericht hat die Erlaubnis von muslimischen Ganzkörperbadeanzügen in der französischen Stadt Grenoble auf Betreiben der Regierung gekippt, meldet orf.at. Innenminister Gerald Darmanin habe gestern Abend von „ausgezeichneten Neuigkeiten“ gesprochen. Nach der von ihm veranlassten Klage wäre der Beschluss der Stadtverwaltung von Grenoble ausgesetzt worden, Burkinis in den städtischen Schwimmbädern zu erlauben.

Der Stadtrat in Grenoble hatte bekanntlich vor zehn Tagen nach kontroverser Debatte mit knapper Mehrheit für eine Änderung der Schwimmbadordnung votiert. Damit sollten in den öffentlichen Bädern der Stadt künftig auch Burkinis sowie das Schwimmen oben ohne für alle erlaubt sein.

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