News-Redaktion / 28.11.2021 / 09:34 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage am Sonntag

Ein Blick in die Nachrichten der letzten Stunden.

Zahlreiche Festnahmen nach Protesten im Iran

Demonstration gegen Wassermangel in Isfahan.

Nach einer neuerlichen Demonstration gegen Wasserknappheit in Iran hat die Polizei annähernd 70 Personen festgenommen, meldet faz.net. „Wir haben 67 der Haupttäter und Unruhestifter festgenommen“, habe ein ranghoher Vertreter der nationalen Polizei, General Hassan Karami, am Samstag der Nachrichtenagentur Fars gesagt. An den „Unruhen“ am Freitag hätten nach seinen Worten „etwa zwei- bis dreitausend Randalierer“ teilgenommen.

Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren in Isfahan immer wieder Menschen aus Wut über die Austrocknung des Sayandeh Rud, eines für die Wasserversorgung bedeutenden Flusses. Der Fluss sei - von kurzen Phasen abgesehen - seit dem Jahr 2000 ausgetrocknet. Viele Bauern machten, - neben anhaltender Dürre - auch die Umleitung des Flusswassers in die benachbarte Provinz Yasd für das Problem verantwortlich. Auch andere Provinzen in Iran litten unter Wasserknappheit. In der Provinz Chusestan habe es im Juli dieses Jahres tödliche Proteste gegeben, nachdem es infolge einer Dürre zu Wassermangel gekommen war.

Morawiecki kritisiert Merkels Gespräche mit Lukaschenko

Das sei ein Beitrag zur Legitimation des Regimes in Minsk.

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre Gespräche mit dem weißrussischen Machthaber Alexander Lukaschenko kritisiert, meldet handelsblatt.com. In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur habe er zwar begrüßt, dass sich die Europäische Union an der Suche nach einer diplomatischen Lösung der Migrantenkrise an der Grenze zwischen Weißrussland und Polen beteiligt. „Aber als Bundeskanzlerin Merkel Herrn Lukaschenko angerufen hat, hat sie zur Legitimation seines Regimes beigetragen, während der Kampf für ein freies Belarus nun schon seit 15 Monaten andauert“, habe der zur nationalkonservativen PiS–Partei gehörende Regierungschef gesagt.

Merkel hatte Mitte November bekanntlich zweimal mit Lukaschenko telefoniert, obwohl Deutschland wie auch andere westliche Staaten ihn nicht als legitimen Präsidenten anerkennen. Morawiecki habe Lukaschenko vorgeworfen, die Telefonate für seine Zwecke zu missbrauchen. „Er hat so getan, als wenn Merkel dem Transport von 2000 Migranten durch einen Korridor nach Deutschland und in andere europäische Länder zugestimmt habe. Und das ist nicht richtig.“

Lukaschenko soll erst am Freitag wieder erklärt haben, Merkel hätte sich mit der Aufnahme der Flüchtlinge einverstanden erklärt. Von Regierungssprecher Seibert sei das klar dementiert worden: „Da möchte ich für die Bundeskanzlerin und für die Bundesregierung ganz klar sagen, dass diese Aussage falsch ist.“

Zehntausende demonstrieren gegen Corona-Politik in Österreich

Proteste in Klagenfurt, Graz und St. Pölten

In Graz sind am Samstagnachmittag bei einer kleinen und einer viel größeren Demonstration gegen Impfpflicht und Corona-Maßnahmen bis zu 30.000 Menschen zusammengekommen, meldet kleinezeitung.at. 5.000 bis 6.000 Personen, so die Schätzung der Polizei, hätten sich in Klagenfurt aus demselben Grund zusammengefunden. 3.500 seien es in St. Pölten gewesen, wo die Stimmung teilweise aufgeheizt war. Es habe elf Festnahmen und 200 Anzeigen gegeben. In Graz hätten die Polizisten gegen drei Männer zwischen 20 und 25 Jahren einschreiten müssen, weil sie im Verdacht standen, bei der Abschlusskundgebung den "Hitler-Gruß" gezeigt zu haben. Der Marsch und die

0,4467 Prozent der Einwohner Corona-positiv getestet

…bundesweit innerhalb der letzten sieben Tage.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit 446,7 bezogen auf 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen an, meldet faz.net. Das bedeutet, dass in diesem Zeitraum 0,4467 Prozent der Einwohner positiv auf das Corona-Virus getestet wurden. Am Vortag habe der Wert noch bei 444,3 (0,4443 Prozent) gelegen. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Patienten mit einem positiven Corona-Testergebnis je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen habe das RKI zuletzt mit 5,97 angegeben, es betraf also 0,00597 Prozent der Menschen in Deutschland. Der bisherige Höchstwert habe um die Weihnachtszeit 2020 bei rund 15,5 gelegen. Im Rückblick auf diese Periode des Corona-Ausnahmezustands wurde offiziell bilanziert, dass es zu keiner Zeit eine allgemeine – also Einzelfälle ausgenommen - Überfüllung der Intensivstationen gegeben habe. Allerdings sind im Verlauf des Jahres 2021 Intensivbetten abgebaut worden.

Polizei verhindert Corona-Protest in Saarbrücken

„Spaziergang für die Freiheit“ unterbunden.

Die Polizei hat am Samstagnachmittag einen nicht angemeldeten Fußmarsch von Kritikern der Corona-Politik durch die Innenstadt von Saarbrücken verhindert, meldet zeit.de. Die Beamten hätten vor dem Rathaus eine etwa 90-köpfige Personengruppe festgestellt, die den «Querdenkern» zuzuordnen gewesen wäre, habe die Polizei am Abend mitgeteilt. Die Gruppierung hätte unter dem Motto «Spaziergang für die Freiheit» gemeinsam zur Europagalerie gehen wollen.

Nach den aktuellen Corona-Restriktionen dürften Versammlungen aber nur unter strengen Auflagen durchgeführt werden - im Saarland nur stationär unter Einhaltung des Mindestabstandes und mit Mund-Nasen-Bedeckungen. Mehr als 30 Einsatzkräfte hätten deshalb verhindert, dass sich die Ansammlung in Bewegung setzen konnte, habe die Polizei mitgeteilt. Trotz mehrfacher Aufforderung hätten viele Teilnehmer die Auflagen der Versammlung missachtet.

Südafrika: Omikron-Patienten bislang nicht schwer erkrankt

Untersuchungen zur neuen Coronavirus-Variante in „sehr frühem Stadium“.

In Südafrika sind die mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron infizierten Menschen derzeit nicht schwer erkrankt, meldet deutschlandfunk.de. Die Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands, Coetzee, habe mehreren Medien mitgeteilt, die bislang festgestellten Fälle wären nicht schwerwiegend. Die meist jüngeren Patienten würden in der Regel lediglich über Gliederschmerzen und erhebliche Müdigkeit klagen.

Man müsse sich aber Sorgen machen, dass die neue Variante ältere Menschen, die an Diabetes oder Herzkrankheiten litten, deutlich härter treffen könnte. Grundsätzlich befänden sich die Untersuchungen zu der Variante noch in einem sehr frühen Stadium, habe sie betont. Coetzee habe den Angaben zufolge die südafrikanischen Behörden als erste auf Patienten mit der neuen Virus-Variante aufmerksam gemacht.

Großbritannien verschärft Einreiseregeln

Neue Test- und Quarantäne-Regeln gelten unabhängig vom Impfstatus.

Angesichts der neu entdeckten Omikron-Variante verschärft Großbritannien seine Einreiseregeln für Reisende aus aller Welt, meldet zeit.de. Alle Ankommenden müssten an Tag zwei nach ihrer Einreise einen PCR-Test machen und bis zum Erhalt eines negativen Testergebnisses in Quarantäne gehen, habe der britische Premier Boris Johnson mitgeteilt. Das gelte unabhängig vom Impfstatus und solle nach drei Wochen überprüft werden.

Bislang hatten vollständig Geimpfte aus den meisten Ländern nur noch einen Schnelltest nach der Einreise machen müssen, waren aber von der Quarantäne befreit. Lediglich einige wenige Länder, mittlerweile auch viele afrikanische stünden auf der sogenannten roten Liste. Rückkehrer aus diesen Ländern müssten in eine zehntägige Hotel-Quarantäne auf eigene Kosten gehen.

Spahn: Ungeimpfte bleiben auch 2022 ausgesperrt

Weitgehender Ausschluss aus dem öffentlichen Leben bis Januar 2023?

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Spahn hat lange Einschränkungen für Ungeimpfte angeregt, meldet deutschlandfunk.de. Er sei grundsätzlich skeptisch, was eine allgemeine verpflichtende Impfung angehe, habe der CDU-Politiker gesagt. Eine Alternative, die zu diskutieren wäre, sei durchgängig 2G für alle Lebensbereiche, also weitestgehende Zugangsverbote für Ungeimpfte. Diese könnten mindestens das ganze Jahr 2022 über gelten. Wer mehr unternehmen wolle, als das Rathaus aufzusuchen oder den Supermarkt, müsse dann eben geimpft sein. Dies wäre eine ziemlich klare Ansage, habe Spahn erklärt.

Polizei beendet Impfaktion am Flughafen Lübeck

Verdacht einer Straftat nach dem Arzneimittelgesetz.

Am Flughafen Lübeck haben Polizei und Stadt eine Impfaktion mit großem Andrang beendet, meldet orf.at. Es bestehe der Verdacht, dass der Impfstoff nicht zugelassen sei und damit eine Straftat nach dem Arzneimittelgesetz darstelle, habe die Polizeidirektion Lübeck gestern Abend mitgeteilt. 50 Personen wären wahrscheinlich damit geimpft worden, bevor die Aktion von Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst gestoppt worden sei. Bei Eintreffen der Beamten gegen 15.00 Uhr seien 80 Personen vor dem Flughafengebäude festgestellt worden, weitere Menschen wären hinzugeströmt. Etwa 150 Impfwillige sollen sich in der Abfertigungshalle aufgehalten haben. Geimpft worden sei den Angaben zufolge in einem zu diesem Zweck hergerichteten Büroraum. Flugverkehr hatte es nicht gegeben.

Die Beamten hätten Impfproben, genutzte Spritzen sowie Impflisten sichergestellt und von den anwesenden Personen die Personalien aufgenommen. Weitere Detailangaben würden in der kommenden Woche nach Absprachen der beteiligten Ämter und Behörden folgen. Der Flughafen gehöre dem Unternehmer und promovierten Mediziner Winfried Stöcker, der bekanntlich einen eigenen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt hat.

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