News-Redaktion / 26.09.2021 / 08:52 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage am Sonntag

Ein Blick in die Nachrichten der letzten Stunden.

Mindestens 15 Tote bei islamistischem Anschlag in Mogadischu

Bei einem Selbstmordattentat sind in der Hauptstadt des ostafrikanischen Krisenstaates Somalia mindestens 15 Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder, meldet kleinezeitung.at. Der Anschlag hätte sich bei einem Kontrollposten in der Nähe des Präsidentenpalastes im Bezirk Waaberi ereignet, wie Polizeisprecher Ali Hassan der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Samstag gesagt habe. Die islamistische Terrorgruppe Al-Shabaab soll sich über den eigenen Radiosender Andalus zu dem Anschlag bekannt haben.

13 Menschen seien laut Polizeiangaben verletzt worden. In sozialen Medien seien Bilder von zerstörten Fahrzeugen kursiert. Bei der Mehrzahl der Toten solle es sich laut der Polizei um Zivilisten handeln. Al-Shabaab kämpfe am Horn von Afrika seit Jahren um die Vorherrschaft, kontrolliere weite Teile des Südens und des Zentrums Somalias und verübe Anschläge auf Sicherheitskräfte und Zivilisten.

Taliban hängen in Herat Leichen öffentlich auf

Die radikalislamischen Taliban haben gestern in der westlichen Stadt Herat Berichten zufolge die Leichen von vier mutmaßlichen Entführern öffentlich zur Schau gestellt, die sie zuvor erschossen hatten, meldet orf.at. Der Vizegouverneur der Provinz Herat, Schir Ahmed Muhadschir, habe erklärt, das Aufhängen der Leichen an Kränen solle eine „Lektion“ dafür sein, dass Entführungen nicht geduldet würden.

Die Zurschaustellung der Leichen sei die schwerste öffentliche Bestrafung seit der Machtübernahme der Taliban Mitte August. Auf einem Video sei einer der erschossenen Männer zu sehen gewesen, der von einem Kran herabhing. Muhadschir habe gesagt, die Sicherheitskräfte wären darüber informiert worden, dass ein Geschäftsmann und dessen Sohn in Herat entführt worden seien. Daraufhin habe die Polizei die Ausfallstraßen gesperrt und die Taliban hätten an einem Kontrollpunkt Stellung bezogen. Dort hätte es einen Schusswechsel gegeben und „alle vier Entführer getötet worden“.

Erneut Anschlag auf Taliban in Afghanistan

Im Osten Afghanistans hat es erneut einen Anschlag auf die Taliban gegeben, meldet deutschlandfunk.de. Dabei sei ein Fahrzeug der Islamisten zerstört worden. Ein Insasse sei tot, sieben weitere hätten Verletzungen erlitten, habe ein Krankenhausmitarbeiter in der Provinz Nangarhar gesagt. Vier der Verletzen seien Zivilisten. Zu dem Anschlag habe sich zunächst niemand bekannt. Im Osten Afghanistans sei die Terrororganisation Islamischer Staat aktiv. Sie habe sich zu ähnlichen Anschlägen vergangene Woche in der Provinzhauptstadt Dschalalabad bekannt, bei denen zwölf Menschen getötet worden seien.

Kims Schwester hält Korea-Gipfel für möglich

Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un hat heute ein interkoreanisches Gipfeltreffen für möglich erklärt, meldet orf.at. Es sei die zweite Erklärung von Kim Yo Jong in zwei Tagen gewesen. Gestern hätte sie Südkorea aufgefordert, die „feindliche Politik“ gegenüber Nordkorea einzustellen.

Ein Gipfeltreffen zwischen ihrem Bruder und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in könne nur stattfinden, wenn beide Seiten „Unvoreingenommenheit“ und „Respekt“ garantierten, habe Kim laut einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA erklärt. Nach dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 war bekanntlich lediglich ein Waffenstillstand geschlossen worden, so dass sich die beiden Staaten offiziell noch immer im Kriegszustand befänden. Kim Yo Jong habe gesagt, Gespräche über eine Beendigung des Kriegszustands könnten „bald durch konstruktive Diskussionen“ herbeigeführt werden. Die Gespräche zwischen Nord- und Südkorea seien weitgehend zum Erliegen gekommen, seit ein Gipfeltreffen Kim Jong Uns mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump in Hanoi gescheitert war.

Mönchsdemo gegen Militärjunta in Burma

In Burma (Myanmar) sind dutzende buddhistische Mönche aus Protest gegen die Militärjunta auf die Straße gegangen, meldet kleinezeitung.at. Die Gläubigen in orangefarbenen und roten Roben seien mit Fahnen und Bannern am Samstag durch Burmas religiöse Hauptstadt Mandalay gezogen und hätten die Freilassung politischer Häftlinge gefordert. "Mönche, die die Wahrheit lieben, stehen auf der Seite des Volkes", habe einer der Protestführer der Nachrichtenagentur AFP gesagt.

Lawrow bestätigt russisches Engagement in Mali

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat eine Kontaktaufnahme der Behörden im westafrikanischen Mali zu einem privaten russischen Militärunternehmen bestätigt, meldet derstandard.at. "Sie haben sich an eine private Militärfirma aus Russland gewandt", habe Lawrow in New York gesagt. In Frankreich und anderen westlichen Ländern hätten Berichte über einen möglichen Einsatz von Truppen der russischen Söldnerfirma Wagner in Mali zuletzt große Besorgnis ausgelöst.

So mehrten sich Berichten zufolge Stimmen, in einem solchen Fall zu prüfen, ob man sich nicht die eigenen Truppen aus Mali zurückziehen sollte. Zur Erläuterung habe Lawrow der Agentur Interfax zufolge am Samstag bei einer Pressekonferenz am Rande der UNO-Vollversammlung gesagt: "So, wie ich das verstehe, im Zusammenhang damit, dass Frankreich sein militärisches Kontingent erheblich kürzen möchte, das sich dort aufhielt und (...) Terroristen bekämpfen sollte." Den Namen Wagner habe Lawrow nicht genannt, sondern lediglich betont, dass Moskau mit Malis Kontakt zu der privaten Militärfirma nichts zu tun habe.

Die malische Regierung habe hingegen vor rund einer Woche erklärt, dass es sich bei den angeblichen Plänen, die russische Söldnerfirma Wagner anzuheuern, lediglich um Gerüchte handle. Nach Informationen aus der Hauptstadt Bamako solle es der durch einen Putsch an die Macht gekommenen Führung vor allem um den eigenen Personenschutz gehen.

Die Verteidigungsminister von 13 europäischen Ländern hätten erst am Freitag einen möglichen Einsatz der russischen Söldnertruppe Wagner in Mali als "inakzeptabel" zurückgewiesen. "Wir werden es nicht hinnehmen, dass die Wagner-Gruppe im malischen Theater auftritt", habe der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist bei einem Treffen der Europäischen Interventionsinitiative (EI2) am Freitag in Stockholm gesagt.

Proteste gegen Wahlbetrug in Moskau

In Moskau haben am Samstag mehr als tausend Demonstranten gegen Betrug bei der Parlamentswahl protestiert, meldet 24matins.de. Die Demonstranten auf dem Puschkin-Platz hätten ihrer Wut auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Rufen wie "Putin ist ein Dieb!" Luft gemacht. Einige Teilnehmer seien festgenommen worden.

Zu der Kundgebung hätte die Kommunistische Partei aufgerufen, die nach dem offiziellen Ergebnis mit 18,9 Prozent als Zweitplatzierte aus der dreitägigen Wahl in der vergangenen Woche hervorgegangen sei. Die Regierungspartei Geeintes Russland sei auf 49,8 Prozent gekommen, gegenüber 54,2 Prozent bei der Parlamentswahl 2016. “Geeintes Russland hat Mandate von Abgeordneten gestohlen“, habe der Generalsekretär der Kommunistischen Partei in Moskau, Waleri Raschkin gesagt. Seine Partei werde das Ergebnis anfechten.

Demonstrationen gegen Corona-Regeln in Italien

Mehrere tausend Menschen haben sich gestern in mehreren italienischen Städten an Demonstrationen gegen den Beschluss der italienischen Regierung beteiligt, ab dem 15. Oktober die sogenannte „3-G“-Regel auf alle Arbeitnehmer auszudehnen, meldet orf.at. Die größten Demonstrationen hätten in Rom, Mailand, Turin und Triest stattgefunden. Auf dem Lateranplatz in Rom hätten sich mehrere tausende Personen versammelt und Slogans gegen die „3G“-Pflicht skandiert, die sie als „Erpressung“ bezeichneten. Sie hätten vor „Gefahr für die Demokratie“ gewarnt und die Pflicht für alle Arbeitnehmer im öffentlichen und privaten Bereich kritisiert, den Grünen Pass als Nachweis vorzulegen. Italien sei das erste Land weltweit, das die „3G“-Regel für alle Beschäftigten eingeführt habe.

Derzeit müsse der Pass bereits in den Innenräumen von Restaurants, in Kinos oder Sportstadien, in Intercity-Zügen, Bussen und auf Inlandsflügen vorgelegt werden. Es gelte außerdem eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal sowie für die Mitarbeiter von Seniorenheimen.

Staatssekretärin nach Kritik am Corona-Kurs entlassen

In einem Zeitungsinterview hat Mona Keijzer die neue 3G-Nachweispflicht in den Niederlanden kritisiert und wurde kurz darauf von Premierminister Mark Rutte als Staatssekretärin fristlos entlassen, meldet faz.net. Wie Rutte nach einer Mitteilung der Regierung gesagt habe, vertrügen die Äußerungen der Staatssekretärin sich nicht mit den kürzlichen Beschlüssen des Ministerrats.

Zwar sei in den Niederlanden am Samstag die 1,5 Meter-Abstandsregel abgeschafft worden, doch an die Stelle sei ein heftig umstrittener Corona-Pass getreten. Fortan müsse jeder ab einem Alter von 13 Jahren vor dem Besuch von Gaststätten, Kultur- oder Sportveranstaltungen nachweisen, dass er geimpft, getestet oder genesen sei. Keijzer habe dem Telegraaf gesagt: „Wenn wir in einer Gesellschaft gelandet sind, in der man voreinander Angst haben muss, es sei denn, dass man einen Nachweis vorlegt, dann muss man sich (...) fragen: Wollen wir diese Richtung wählen?“ Rutte habe sich nach Zustimmung des Wirtschaftsministers und nach Beratung mit den drei Vize-Ministerpräsidenten zur fristlosen Entlassung von Keijzer entschlossen.

Mehrere Tausend Menschen hätten am Samstag in Den Haag gegen die Corona-Politik und die Einführung des Corona-Passes protestiert. „Die Tyrannei vertreiben“ habe auf einem Transparent gestanden.

US-Grenzübergang zu Mexiko soll wieder geöffnet werden

Nach der Räumung eines provisorischen Migrantenlagers in der texanischen Stadt Del Rio soll der dortige Grenzübergang zu Mexiko wieder geöffnet werden, meldet deutschlandfunk.de. Dies gelte nach Angaben der Zoll- und Grenzschutzbehörde zunächst für den Reiseverkehr und ab Montag auch für den Frachtverkehr. Die Behörde habe den Übergang bekanntlich schließen lassen, nachdem bis zu 15.000 Migranten – vornehmlich aus Haiti – innerhalb weniger Tage von Mexiko aus in die USA gekommen waren. Viele von ihnen seien in ihre Heimat abgeschoben worden.

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