News-Redaktion / 18.06.2021 / 08:50 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage: Arbeitslose und Abriegelung

Israel reagiert auf erneute Brandballon-Angriffe aus Gaza, die Hongkonger Zeitung „Apple Daily“ erhöht nach Razzia und Festnahmen ihre Auflage, in der Türkei wurde eine Frau bei einem Angriff auf ein Büro der Oppositionspartei HDP, im Iran hat die Präsidentenwahl begonnen, in den USA steigt die Zahl der Arbeitslosen, Lissabon wird abgeriegelt und Bahlsen benennt Kekse um.

Israel reagiert auf neue Brandballon-Angriffe aus Gaza

Israels Luftwaffe hat laut eigenen Angaben mehrere Militäreinrichtungen und einen Raketenstartplatz der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen beschossen, meldet orf.at. Der Angriff sei eine „Reaktion auf Brandballons“ gewesen, die zuvor aus dem Küstengebiet Richtung Israel losgeschickt worden seien, habe das Militär in der Nacht getwittert. Die Armee befinde sich in erhöhter Bereitschaft „für verschiedene Szenarien und wird ihre Angriffe auf Hamas-Terrorziele in Gaza fortsetzen“.

Hongkong: Höhere Auflage nach Polizei-Razzia

In Hongkong hat die pro-demokratische Boulevard-Zeitung "Apple Daily" nach einer Polizei-Razzia am Donnerstag die Auflage seiner gedruckten Exemplare für Freitag von 80.000 auf 500.000 Stück erhöht, meldet kleinezeitung.at. Das Blatt gehe von einer starken Nachfrage durch seine Leser aus. Eine ähnlich hohe Auflage sei auch nach der Verhaftung des Herausgebers Jimmy Lai im vergangenen August gedruckt worden.

Auf der Titelseite der Freitagsausgabe berichte das Blatt über die Razzia und gebe an, dass die Polizei 44 Festplattenlaufwerke als Beweismittel beschlagnahmt habe. Rund 500 Beamte der Hongkonger Polizei hätten die Razzia am Donnerstag wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das neue Sicherheitsgesetz durchgeführt. Fünf Führungskräfte der Zeitung seien festgenommen worden, darunter auch der Chefredakteur. Es war das erste Mal, dass die Polizei auf Basis des Sicherheitsgesetzes gegen ein Medium vorging.

Tote bei Angriff auf Büro der oppositionellen HDP in der Türkei

Im türkischen Izmir ist bei einem Angriff auf das Büro der prokurdischen Oppositionspartei HDP eine Mitarbeiterin getötet worden, meldet deutschlandfunk.de. Ein Angreifer sei in das Parteibüro eingedrungen und hätte um sich geschossen, habe die HDP mitgeteilt. Nach Angaben des Provinzgouverneurs sei der Mann festgenommen worden. Die Hintergründe der Tat seien zunächst unklar geblieben. Nach Parteiangaben hätte zum Tatzeitpunkt eigentlich eine Sitzung mit 40 führenden HDP-Politikern in dem Gebäude stattfinden sollen, doch die Versammlung sei verschoben worden. Die getötete 38-Jährige wäre allein im Büro gewesen.

Der Angriff habe sich kurz vor einem möglichen Verbotsverfahren gegen die HDP ereignet, die die zweitgrößte Oppositionspartei im Parlament sei. In der Türkei säßen tausende Parteimitglieder der HDP in Haft, darunter ihr ehemaliger Vorsitzender Demirtas.

Präsidentenwahl im Iran hat begonnen

Die Präsidentenwahl im Iran hat begonnen, meldet kleinezeitung.at. Mehr als 59 Millionen Stimmberechtigte sollen am Freitag einen Nachfolger für Präsident Hassan Rouhani wählen, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten dürfe. Als klarer Favorit werde der erzkonservative Justizchef und Kleriker Ebrahim Raisi (Raeissi) gehandelt. Außenseiterchancen würden dem reformorientierten Ökonomen Abdolnasser Hemmati eingeräumt, der insbesondere auf Proteststimmen hoffe. Erste Ergebnisse würden laut Innenministerium am Samstag oder spätestens am Sonntag erwartet.

Vor der Wahl habe es bereits heftige Proteste gegeben. Auslöser sei die Entscheidung des Wahlgremiums gewesen, mehrere Spitzenkandidaten ohne Erklärung auszusortieren. Seitdem herrsche in der Bevölkerung auch großes Desinteresse, da viele Iraner an einer inszenierten und undemokratischen Wahl nicht teilnehmen wollten. Unter den zugelassenen Kandidaten sei ein erzkonservativer Kleriker, ein Reformer, ein ehemaliger General sowie ein Hardliner.

Verbraucherinsolvenzen werden 2021 sprunghaft ansteigen

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist im ersten Quartal stark angestiegen, meldet handelsblatt.com. Dies werde auch für den Rest des Jahres erwartet. „Aktuell gehen wir von bis zu 110.000 Privatinsolvenzen und damit von einer Verdoppelung der Zahlen in diesem Jahr aus“, habe der Geschäftsführer der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel, Frank Schlein, gesagt. Im ersten Quartal 2021 habe Crifbürgel einen Anstieg von mehr als 56 Prozent gezählt. Die Tendenz werde vom Statistischen Bundesamt bestätigt. Derzeit würden in Deutschland 6,9 Millionen Menschen über 18 Jahre als verschuldet gelten.

Zahl der US-Arbeitslosenanträge überraschend gestiegen

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist erstmals seit über einem Monat überraschend wieder gestiegen, meldet handelsblatt.com. In der vergangenen Woche hätten 412.000 Amerikaner die Stütze beantragt, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitgeteilt habe. Von Reuters befragte Ökonomen hätten hingegen mit einem Rückgang auf 359.000 gerechnet, nachdem in der Woche zuvor 375.000 Erstanträge gezählt worden waren.

Vor der Corona-Krise seien es kaum mehr als 200.000 Anträge gewesen. Damit zeichne sich noch keine Normalisierung am Arbeitsmarkt ab, auf die die Notenbank Fed mit ihrer ultra-lockeren Geldpolitik eigentlich hinarbeite. Die Währungshüter sähen sich inmitten des aufkommenden Booms mit rasant steigenden Verbraucherpreisen konfrontiert, während der Arbeitsmarkt noch immer schwächele.

Sechs Monate Haft für Sarkozy gefordert

Wegen illegaler Wahlkampffinanzierung soll der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy nach dem Willen der Pariser Staatsanwaltschaft für sechs Monate ins Gefängnis, meldet 24matins.de. Sie habe vor dem Strafgericht am Donnerstag ein Jahr Haft, davon sechs Monate auf Bewährung, sowie eine Geldbuße von 3750 Euro beantragt. Sarkozy hatte die Vorwürfe als "Märchen" bezeichnet.

Sarkozy war bekanntlich von 2007 bis 2012 Frankreichs Präsident. Nach Überzeugung der Anklage wandte er bei seinem letztlich erfolglosen Präsidentschaftswahlkampf gegen den Sozialisten François Hollande 2012 mehr als 40 Millionen Euro auf, um seine Wiederwahl zu sichern. Das sei fast doppelt so viel gewesen wie erlaubt.

Neben dem konservativen Politiker stünden noch 13 weitere Angeklagte vor Gericht. Für sie habe die Staatsanwaltschaft Bewährungsstrafen gefordert. Sie sollen dazu beigetragen haben, die massiv überzogenen Wahlkampfkosten durch ein System gefälschter Rechnungen zu kaschieren. Bereits am 1. März war Sarkozy in einem Korruptionsprozess zu drei Jahren Haft verurteilt worden, davon zwei auf Bewährung. Da er Berufung eingelegt habe, sei das Urteil bisher nicht rechtskräftig.

Rassismus-Vorwurf: Bahlsen benennt Kekse um

Nach einer Rassismus-Debatte in sozialen Netzwerken hat der Kekshersteller Bahlsen eine Waffel umbenannt, meldet t-online.de. Im Rahmen eines Relaunches sei der Name des Produkts "Afrika" in "Perpetum" geändert worden, habe ein Unternehmenssprecher am Donnerstag auf Anfrage mitgeteilt. Die neuen Produkte seien demnach seit Juni im Handel. Zuvor habe das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über die Umbenennung berichtet.

In dem betroffenen Fall sei festgestellt worden, dass der eigentliche Grund für die Namensgebung vor über 60 Jahren – nämlich der Bezug zum Rohstoff Kakao der in einigen afrikanischen Ländern angebaut wird – heute nicht mehr wahrgenommen werde, habe das Unternehmen aus Hannover mitgeteilt.

Abriegelung von Lissabon wegen der Delta-Variante

Die portugiesische Hauptstadt Lissabon wird wegen der starken Zunahme positiver Corona-Testergebnisse mit der Delta-Variante für zweieinhalb Tage abgeriegelt, meldet deutschlandfunk.de. Laut Regierungsangaben dürfen die 2,8 Millionen Bewohner von Freitagnachmittag bis Montagmorgen den Großraum Lissabon nur aus triftigem Grund verlassen. Auswärtige dürften nur in Ausnahmefällen einreisen.

Oberster Gerichtshof der USA weist "Obamacare"-Klage ab

Der Oberste Gerichtshof der USA hat eine Klage mehrerer republikanisch regierter Bundesstaaten gegen die als „Obamacare“ bekannte Gesundheitsreform zurückgewiesen, meldet deutschlandfunk.de. Sieben der neun Richter des Supreme Court hätten es abgelehnt, die Reform für ungültig zu erklären. Die Bundesstaaten seien nicht klageberechtigt gewesen, habe es in der Entscheidung geheißen. Damit behielten Millionen Menschen in den USA ihre Krankenversicherung, die sie durch das vom früheren Präsidenten Obama eingeführte Gesundheitssystem erhalten hatten.

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