News-Redaktion / 12.05.2021 / 08:56 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage: Beschuss und Brandstiftungen

Mehrere Menschen sind durch palästinensische Raketenangriffe auf Israel getötet worden, randalierende Araber setzen eine Synagoge in einer israelischen Stadt in Brand, vor zwei deutschen Synagogen werden israelische Flaggen verbrannt, in Burma gehen die Proteste gegen die Militärs weiter, Bulgariens Präsident löste das Parlament auf und 0.28 Prozent der Einwohner Deutschlands gelten als SARS-CoV-2-positiv.

Tote durch palästinensische Raketenangriffe auf Israel

Bei den bisher schwersten Raketenangriffen auf Israels Küstenmetropole Tel Aviv seit Beginn des Nahostkonflikts sind mehrere Menschen getötet worden, meldet kleinezeitung.at. Nach Angaben der Rettungsorganisation Zaka sei am Dienstagabend eine Frau in der Stadt Rishon LeZion getötet worden. Bei einer zweiten Angriffswelle in der Nacht zu Mittwoch seien dann in Lod bei Tel Aviv eine Frau und ein Kind getötet worden. Israel habe bei einem Gegenschlag zwei Top-Geheimdienstler der Hamas im Gazastreifen getötet.

In Yehud, ebenfalls im Großraum Tel Aviv, sei ein Haus direkt getroffen worden, habe es in israelischen Medien geheißen. Mehrere Menschen seien infolge der massiven Raketenangriffe von militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen verletzt worden. In der bereits tagsüber besonders schwer beschossenen Küstenstadt Ashkelon seien nach Angaben der israelischen Polizei bereits Stunden zuvor zwei Frauen bei Raketenangriffen getötet worden.

Israels Luftwaffe habe nach eigenen Angaben mit dem umfangreichsten Bombardement des Gazastreifens seit dem Gaza-Krieg von 2014 reagiert. Dabei seien in der Nacht auf Mittwoch auch der Chef des militärischen Geheimdienstes der Hamas, Hassan Kaogi, und sein Vize Wail Issa "neutralisiert" worden. Die Armee habe in der Nacht auf Mittwoch zwei mehrstöckige Gebäude im Gazastreifen zerstört. Den Angaben zufolge hätten sich darin Büros ranghoher Hamas-Mitglieder befunden. Die Bewohner der Gebäude waren vor dem Angriff von Israels Streitkräften gewarnt worden. Der internationale Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv sei wegen der Angriffe zeitweise für Landungen und Abflüge geschlossen worden.

Araber zünden Synagoge in israelischer Stadt an

In der Stadt Lod haben marodierende Araber am Dienstagabend mindestens eine Synagoge und zahlreiche Autos angezündet, meldet kleinezeitung.at. "Das ist eine Kristallnacht in Lod", wird Bürgermeister Yair Revivo zitiert.

Revivo habe zudem wörtlich von einem "Bürgerkrieg" gesprochen und der Vernichtung von 70 Jahren des Zusammenlebens in seiner Stadt. "Jede Minute geht ein Auto oder eine Synagoge in Flammen auf, unser neues Rathaus wurde gestürmt und angezündet. Das ist schlimmer als die Raketen aus Gaza", habe der Kommunalpolitiker gesagt. Schließlich handle es sich um eine "Intifada der arabischen Israelis". "So etwas hat es in der Geschichte Israels noch nie gegeben“, habe es vom Bürgermeister weiter geheißen.

Lod liegt 15 Kilometer südöstlich von Tel Aviv. Rund ein Drittel der 77.000 Einwohner der Stadt seien Araber, was deutlich über dem Landesschnitt (20 Prozent) liege.

Israelische Flaggen brennen vor Synagogen in Bonn und Münster

Vor zwei Synagogen in Nordrhein-Westfalen sind am Dienstagabend israelische Flaggen angezündet worden, meldet zeit.de. Die Polizei in Münster habe am Abend 13 Tatverdächtige gestellt, teils vor Ort, wie sie mitgeteilt habe. In Bonn habe die Polizei eigenen Angaben zufolge drei Tatverdächtige festgenommen: zwei 20-jährige Männer und einen 24-Jährigen. In beiden Fällen habe der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

Aus Münster habe es geheißen, mehrere Zeugen hätten der Polizei am Abend per Notruf mitgeteilt, dass sich «eine etwa 15-köpfige Gruppe mit arabischem Aussehen» vor der Synagoge aufhalte, laut rufe und eine israelische Fahne verbrenne. Die Synagoge selbst sei nicht beschädigt worden. Den Tatverdächtigen drohten Strafanzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Vor der Synagoge in der Tempelstraße in Bonn seien laut Polizei mehrere Menschen dabei beobachtet worden, wie sie den Eingang mit Steinen beschädigten und mit Feuer hantierten. Dort hätten die Einsatzkräfte eine angezündete Flagge gefunden. Ein Glasteil der Eingangstür der Synagoge sei mit Steinen beschädigt worden. Auch drei Zettel mit möglicherweise arabischen Schriftzeichen seien gefunden worden.

Dutzende Tote bei Protesten in Kolumbien

In Kolumbien sind bei den fast täglichen Protesten bisher mindestens 42 Menschen getötet worden, meldet orf.at. Außer einem Mitglied der Streitkräfte seien die Toten Zivilisten gewesen, habe Kolumbiens Ombudsmann für Menschenrechte gestern erklärt. Die Proteste seien die blutigsten seit dem Friedensabkommen mit der Guerillagruppe FARC im Jahr 2016. Die Sicherheitskräfte gingen teils mit großer Härte gegen die Demonstranten vor. Das Verteidigungsministerium habe 849 verletzte Polizisten gemeldet; aktuelle Zahlen zu verletzten Zivilisten seien nicht genannt worden.

Seit Ende April gehen Tausende Kolumbianer aus Wut über die Gesundheits-, Sicherheits- und Bildungspolitik der Regierung auf die Straße. Ausgelöst worden seien die Proteste von Plänen für eine Steuerreform, die besonders die Mittelschicht hart getroffen hätte. Nach tagelangen Demonstrationen hatte die Regierung die Steuerreform zurückgezogen. Die Proteste gingen jedoch weiter und richteten sich inzwischen allgemein gegen die Regierung von Staatschef Ivan Duque.

Proteste gegen Militärs in Burma reißen nicht ab

Mehr als drei Monate nach dem Putsch in Burma (Myanmar) haben Tausende Menschen ihre Proteste gegen die Militärregierung fortgesetzt, meldet faz.net. Sowohl in der früheren Hauptstadt Rangun (Yangon), als auch in anderen Städten wie Mandalay oder Dawei seien wieder Menschen für Freiheit und Demokratie auf die Straßen gegangen.

Unterdessen seien in Thailand drei aus Burma geflüchtete Journalisten des Online-Mediums und Senders Democratic Voice of Burma (DVB, Demokratische Stimme Birmas) festgenommen, die über die Proteste berichtet hatten. Ihnen werde vorgeworfen, illegal nach Thailand eingereist zu sein. Der Sender habe an die Behörden appelliert, sie nicht zurückzuschicken. Ihre Leben seien in Burma in ernsthafter Gefahr. Das Militär habe bereits mehreren Medienorganisationen die Lizenz entzogen und etliche Journalisten festnehmen lassen.

Deutschland richtet "Ortskräftebüros" in Afghanistan ein

Um aktuelle und ehemalige afghanische Mitarbeiter in Sicherheit zu bringen, will die Bundesregierung ab dem 1. Juni in Afghanistan zwei "Ortskräftebüros" einrichten, meldet dernewsticker.de. Das habe das ARD-Hauptstadtstudio berichtet. In Kabul und Masar-e Scharif sollten demnach afghanische Beschäftigte der Bundeswehr, die aufgrund ihrer Tätigkeit Bedrohungen durch die Taliban ausgesetzt seien, die Ausreise nach Deutschland beantragen können. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums habe die Informationen bestätigt.

Fahrer und Übersetzer der Bundeswehr, aber auch Angestellte bei anderen deutschen Organisationen, könnten in diesen Anlaufstellen darlegen, dass sie einer Gefährdung durch Extremisten ausgesetzt sind und nach Deutschland auszureisen wünschen. Allein die Anzeige der Bedrohung dürfte in den meisten Fällen zu einer positiven Empfehlung führen, habe es geheißen. Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios hätten bereits über 400 der noch oder ehemals bei der Bundeswehr beschäftigten Ortskräfte einen entsprechenden Ausreiseantrag gestellt. Nur aktuell Beschäftigte oder solche, bei denen die Kündigung nicht länger als zwei Jahre zurückliege, könnten sich Hoffnung auf eine Ausreise machen. Auch für deren Kernfamilie, also eine Ehefrau und eigene minderjährige Kinder, greife das Aufnahmeprogramm.

Bulgariens Präsident löst Parlament auf

Im ärmsten EU-Mitgliedsland Bulgarien finden nach drei gescheiterten Anläufen zur Regierungsbildung am 11. Juli Neuwahlen statt, meldet kleinezeitung.at. Zugleich habe Staatspräsident Rumen Radew am Dienstag in Sofia per Erlass ein Interims-Kabinett eingesetzt, das die Geschäfte bis zur Bildung einer neuen regulären Regierung führen solle. Das erst am 4. April gewählte Parlament habe er aufgelöst.

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse mit sechs Parteien im Parlament sei es niemandem gelungen, eine neue Regierung zu bilden. Die Übergangsregierung werde geführt von dem ehemaligen General Stefan Janew. Er sei bisher Sicherheits- und Verteidigungssekretär des Präsidenten gewesen. Zum Außenminister sei der bisherige Botschafter in Dänemark, Swetlan Stoew, ernannt worden. Der als Russland-freundlich geltende Präsident habe auch Minister aus den Reihen der Sozialisten ernannt, aber nicht aus der bürgerlichen Partei GERB von Ex-Regierungschef Boiko Borissow.

Borissow war seit 2009 mit nur kurzer Unterbrechung drei Mal im Amt. Aus der jüngsten Wahl Anfang April sei die GERB wieder als stärkste politische Kraft hervorgegangen. Ihre Bemühungen um eine pro-europäische neue Regierung seien jedoch gescheitert. Die politische Lage in Bulgarien sei wegen der im Herbst anstehenden Präsidentenwahl zusätzlich kompliziert.  

0,28 Prozent der Einwohner Deutschlands sind SARS-CoV-2-positiv

Nach der tagesaktuellen Meldung von absolute-zahlen.com sind nach offiziellen und amtlichen Zahlen 0,28 Prozent der Einwohner Deutschlands SARS-CoV-2-positiv. Das sind 0,03 Prozent weniger, als am Vortag angegeben wurden. Damit wären aktuell 99,72 Prozent der Menschen in Deutschland nicht von diesem Virus betroffen, wohl aber von den mit ihm begründeten Grundrechtseinschränkungen.

Elektronikprobleme belasten Boeing-Auslieferungen

Die hartnäckigen Probleme mit der Elektrik des Krisenjets 737 Max haben Boeings Auslieferungen im vergangenen Monat stark gebremst, meldet handelsblatt.com. Der Airbus-Rivale habe laut seiner am Dienstag veröffentlichten Monatsbilanz im April insgesamt lediglich 17 Flugzeuge an Kunden übergeben. Im Vormonat seien es 29 gewesen. Dafür sei immerhin die Auftragsstatistik weiterhin positiv ausgefallen.

Wegen möglicher Mängel am Stromversorgungssystem habe Boeings bestverkauftes Modell 737 Max zuletzt nicht ausgeliefert werden können. Die Baureihe war nach zwei Abstürzen mit 346 Toten rund 20 Monate mit Flugverboten belegt und erst im November wieder zugelassen worden. Als Grund für die Unglücke gelte eine defekte Steuerungssoftware. Die aktuellen Probleme stünden laut Boeing nicht im Zusammenhang damit.

US-Regierung genehmigt umstrittenen Windpark vor der US-Küste

Nach jahrelangen Auseinandersetzungen darf der erste große Windpark vor der US-Küste gebaut werden, meldet handelsblatt.com. Die Regierung von Präsident Joe Biden habe dem umstrittenen Projekt Vineyard Wind am Dienstag die abschließende Genehmigung erteilt. Die Anlage soll vor der Küste New Englands entstehen und bis zu 84 Windturbinen umfassen.

Vineyard Wind solle nach Angaben der Regierung 3600 Jobs schaffen und Strom für 400 000 Haushalte und Unternehmen liefern. Das Projekt sei ein wichtiger Baustein von Bidens Plänen zum Ausbau Erneuerbarer Energien. Die Idee für den Windpark nahe der beliebten Ferienregion um die Inseln Martha's Vineyard und Nantucket im Bundesstaat Massachusetts gebe es schon seit vielen Jahren. Der Widerstand von Anwohnern, gewerblichen Fischern und politischen Gegnern sei jedoch groß gewesen.

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