News-Redaktion / 29.04.2021 / 09:16 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage: Todesursachen und Terrorgefahr

Anschläge  in Somalia und Pakistan forderten Todesopfer. In einer Potsdamer Klinik wurden vier Menschen getötet. Bei Teneriffa wurden viele tote Migranten auf einem Boot entdeckt. Als Todesursache einer jungen deutschen Frau ist die AstraZeneca-Impfung nachgewiesen worden. Die „Querdenker“-Bewegung wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Niederlande beendet den Lockdown und die Grünen wollen mehr unqualifizierte Einwanderung. 

Somalia: Sieben Tote durch Terroranschlag 

In Somalia wurden mindestens sieben Menschen getötet und mehr als 11 weitere verwundet, als ein Fahrzeug vor einem Polizeipräsidium in der somalischen Hauptstadt Mogadishu explodierte, meldet thegardenisland.com. Die islamistische Terrorgruppe al-Shabab habe die Verantwortung übernommen.

Polizist bei Anschlag in Pakistan getötet

In der pakistanischen Stadt Qilla Abdullah wurden bei einer Explosion durch ein Selbstmordattentat in der Nähe eines Polizeiwagens am Mittwoch ein Polizist getötet und drei Personen verletzt, meldet dunyanews.tv. Angaben zum ideologischen Hintergrund werden nicht gemacht. Unter den Verletzten habe sich auch ein Polizeibeamter befunden. Das explosive Material sei in einem Motorrad installiert worden. Die Explosion habe es vollständig zerstört und auch Fahrzeuge in der Nähe beschädigt.

Vier Menschen in Potsdamer Klinik getötet

In einer Klinik in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam wurden vier Menschen getötet, meldet dw.com. Die Polizei nehme eine Tatverdächtige fest. Der Tod der vier Menschen wäre nach bisherigen Erkenntnissen auf „schwere, äußere Gewaltanwendung“ zurückzuführen, hätten die zuständige Polizeidirektion und die Staatsanwaltschaft am frühen Donnerstagmorgen in Potsdam mitgeteilt. Eine weitere Person habe demnach schwere Verletzungen erlitten. Die Opfer seien in verschiedenen Krankenzimmern gefunden worden. Es wären Patienten der Oberlinklinik gewesen, so Medienberichte.

Junge Frau ist an AstraZeneca-Impfung gestorben

Eine 32-jährige Frau ist im Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Vakzin der Firma AstraZeneca verstorben, meldet nw.de. Das bestätige ein abschließender Bericht des Instituts für Rechtsmedizin Münster. Die Frau sei am 9. März verstorben, zehn Tage nach der Impfung.

Die Ergebnisse des Instituts für Immunologie und Transfusionsmedizin der Universität Greifswald hätten gezeigt, dass eine Immunreaktion auf den Impfstoff AstraZeneca zum Tod der Frau geführt hat. Todesursache wäre demnach eine Gerinnungsstörung mit Einblutung ins Gehirn.

Teneriffa: Viele tote Migranten auf Boot entdeckt

Ein spanisches Rettungsschiff hat ein im Atlantik entdecktes Holzboot zur Insel Teneriffa geschleppt, auf dem sich sich noch mehr tote Migranten als zunächst angenommen befanden, meldet dw.com. Das Rettungsschiff mit dem Holzboot im Schlepptau sei in den Hafen von Los Cristianos im Süden der Kanareninsel Teneriffa eingefahren. Sie wären zunächst von 17 Leichen auf dem Boot ausgegangen. Im Hafen hätten Helfer jedoch dann sogar 24 Verstorbene, darunter zwei Minderjährige, gezählt.

Das Holzboot sei am Montag bei einem Patrouillenflug der spanischen Luftwaffe rund 500 Kilometer südöstlich der Insel El Hierro entdeckt worden. Drei Überlebende, die sich darauf befanden, seien umgehend mit einem Militärhubschrauber in ein Krankenhaus nach Teneriffa gebracht worden.

0,37 Prozent SARS-CoV-2-Infizierte in Deutschland

Aktuell gelten 0,37 Prozent der Einwohner Deutschlands als SARS-CoV-2-Infizierte, wie absolute-zahlen.com nach Auswertung offizieller statistischer Daten meldet. Das entspricht einer Steigerung um 0,02 Prozent gegenüber dem Wert des Vortages. Damit wären 99,63 Prozent der Menschen hierzulande nicht akut von dem Virus betroffen, wohl aber von den mit ihm begründeten Grundrechtseinschränkungen.

Querdenker-Bewegung vom Verfassungsschutz beobachtet

Der Verfassungsschutz beobachtet nun auch bundesweit Personen und Gruppen in der "Querdenker"-Bewegung, meldet tagesschau.de. Dafür sei eine neue Kategorie geschaffen worden, bei der es um die „Delegitimierung des Staates“ ginge. Dafür sei ein Sammelbeobachtungsobjekt eingerichtet worden. Darin erfasste Teile der Protestbewegung könne man entweder als sogenannten Verdachtsfall oder auch als erwiesen extremistisches Beobachtungsobjekt bearbeiten. Nach Einschätzung der Verfassungsschützer würden die als extremistisch eingeschätzten Teile der Bewegung in keine der bisherigen Schubladen passen. Deshalb sei ein neuer Phänomenbereich mit der Bezeichnung "Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates" geschaffen worden.

Damit entstehe neben dem Rechts- und Linksextremismus sowie dem Islamismus eine zusätzliche Kategorie, da die Protestbewegung nach Einschätzung des Verfassungsschutzes nicht in den Phänomenbereich Rechtsextremismus passe. Es bedeute auch, dass die Proteste nach Einschätzung des Verfassungsschutzes nicht von Rechtsextremisten gesteuert werden, auch wenn sie unübersehbar Teil der Bewegung sind – über diese Frage wäre viel diskutiert worden. In den vergangenen Monaten sei deutlich geworden, dass sich Teile der Bewegung zunehmend radikalisieren.

Der Verfassungsschutz hätte sich mit der Bewertung der Corona-Proteste schwer getan. Das läge vor allem daran, dass der überwiegende Teil derer, die gegen die Corona-Schutzmaßnahmen auf die Straße gehen, keine Extremisten und diese Proteste auch legitim sind. 

Niederlande beendet Lockdown 

Nach mehr als vier Monaten strengem Lockdown durften am Mittwoch in den Niederlanden Geschäfte wieder Kunden empfangen, ohne vorherigen Termin, meldet welt.de. Auch die Außenbereiche der Cafés und Restaurants würden wieder öffnen dürfen, eine abendliche Ausgangssperre sei abgeschafft. Die Regierung habe die Lockerungen beschlossen, trotz anhaltend hoher Infektionszahlen und großem Druck auf Krankenhäuser. 

Trotz landesweit 0,32 Prozent positiver Testergebnisse innerhalb von 7 Tagen (Stand: 28. April) macht das Land einen großen Schritt Richtung Normalität, schreibt dazu rtl.de. Damit verbunden sei die Sorge, dass deutsche Touristen über die Grenze strömen und so das Infektionsrisiko steige. In beiden Ländern würden deshalb Politiker appellieren, auf unnötige Reisen und Tageausflüge zu verzichten. Ein „kalkuliertes Risiko“ nenne der geschäftsführende niederländische Premierminister Mark Rutte den Schritt. Wissenschaftliche Berater der Regierung hingegen würden die Lockerungen für verfrüht halten und vor einem Notstand in Krankenhäusern warnen.

Biden hält "white supremacy" für größte Terrorgefahr für die USA

In seiner ersten gemeinsamen Rede vor dem US-Kongress identifizierte Präsident Joe Biden die weiße Vorherrschaft („white supremacy“) als eine inländische Terrorgefahr, gegen die Amerika wachsam bleiben muss, meldet business-standard.com. Während er seine Entscheidung des Truppenabzugs aus Afghanistan diskutiert habe, hätte Biden festgestellt, dass sich die globalen Terrornetzwerke jenseits des Landes stark bewegt haben und dass weiße Rassisten eine größere Bedrohung darstellen als ausländische Akteure.

„Wir werden nicht ignorieren, was unsere Geheimdienste als die tödlichste terroristische Bedrohung für unser Heimatland heute festgestellt haben: Weiße Vorherrschaft ist Terrorismus“, habe Biden im Plenarsaal des Repräsentantenhauses gesagt, das erst vor drei Monaten von den Anhängern des ehemaligen Präsidenten Donald Trump angegriffen wurde, um das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen 2020 zu stürzen.

Grüne wollen mehr gering- und unqualifizierte Arbeitskräfte

Die Grünen um Kanzlerkandidatin Baerbock fordern ein neues Einwanderungsgesetz, um mehr ausländische Arbeitskräfte nach Deutschland zu holen, meldet focus.de. Die Grünen würden Deutschlands Grenzen für Migranten weiter öffnen wollen, eine „einladende Zuwanderungspolitik“ für „gering- und unqualifizierte Arbeitskräfte“ durchsetzen und diesen nach fünf Jahren die Einbürgerung anbieten.­­

Klimaschutz: IG Metall warnt vor realitätsfernen Ambitionen 

Die IG Metall warnt vor überzogenen Vorstellungen beim Klimaschutz und dem damit verbundenen Umbau der Wirtschaft, meldet newsticker.de. Man könne nicht beliebig an einem Rad drehen, habe IG-Metall-Chef Jörg Hofmann der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gesagt. Klimaschutz müsse auch sozial und wirtschaftlich machbar bleiben. „Man muss sich also immer fragen: Wie nehmen wir die Menschen mit? Wie beteiligen wir sie?“ 

Hofmann habe kritisiert, Politiker nicht nur der Grünen neigten dazu, die Komplexität des Themas zu unterschätzen. „Wir kennen in Deutschland viele Ausstiegsmodelle: aus der Steinkohle, aus der Braunkohle, aus dem Atomstrom. Wir kennen den schnellen Abschied aus hier entwickelten Technologien: Unterhaltungselektronik, Fotovoltaik. Wir haben aber bisher kein Umbaumodell für eine gesamte Branche wie den Automobilbau.“

Nach den Worten des IG-Metall-Vorsitzenden müsse jetzt der Beweis angetreten werden, dass Klimaschutz und der Umbau dieser Leitbranche auch für Wohlstand und Beschäftigung stehen. "Hierzu braucht es einen aktiven Staat, der die Transformation flankiert, indem er zum Beispiel regionale Infrastruktur, Weiterbildung, Qualifikation, Forschung und Zukunftsinvestitionen fördert." Mit Blick auf die Corona-Pandemie habe Hofmann zugleich gelobt, "dass wir es mit den Mitteln des aktiven Sozialstaates, mit Flächentarifen und Sozialpartnerschaft bis heute geschafft haben, die größte Krise der Nachkriegszeit ohne Massenarbeitslosigkeit zu überstehen".

Metzelder wegen Kinderpornographie vor Gericht 

In Düsseldorf beginnt der Prozess gegen den Ex-Fußballprofi Christoph Metzelder, meldet sueddeutsche.de. Er solle Fotos verschickt haben, auf denen sexuelle Gewalt gegen Kinder zu sehen ist. Eine wichtige Zeugin werde nicht aussagen. 

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hätte Anklage gegen Christoph Metzelder erhoben, das Amtsgericht habe sie zur Hauptverhandlung zugelassen. Die ermittelnde Staatsanwältin werfe dem 40-Jährigen vor, „es unternommen zu haben, einer Person in 29 Fällen Besitz an kinderpornografischen Schriften zu verschaffen“ sowie kinder- und jugendpornografisches Material in einem Fall besessen zu haben. Der Strafrahmen in solchen Fällen liege zwischen drei Monaten und fünf Jahren, Ersttäter würden oft zu einer Bewährungsstrafe mit Geldauflage verurteilt. Die erfahrene Richterin Astrid Stammerjohann führe und entscheide das Verfahren, wie an Amtsgerichten üblich, alleine.

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