News-Redaktion / 19.04.2021 / 08:55 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage: Party und Präsident

Bei einem mutmaßlich islamistischen Angriff in Niger wurden 19 Menschen getötet, Russland weist 20 tschechische Botschaftsmitarbeiter aus, Top-Manager rechnen mit der Merkel-Ära ab, der Anteil der Menschen, die in Deutschland offiziell als mit SARS-Cov-2 infiziert gelten, steigt um 0,01 Prozent auf 0,34 Prozent, die Untersterblichkeit in der Schweiz setzt die dortige Corona-Politik unter Druck und in Köln stürmt die Polizei eine Mediziner-Party.

Mindestens 19 Tote bei mutmaßlich islamistischem Angriff in Niger

Aus dem Niger wird erneut ein Angriff von Terrorgruppen auf ein Dorf gemeldet, berichtet deutschlandfunk.de. Die Deutsche Presse-Agentur berichte unter Berufung auf den Gouverneur der betroffenen Region Tillaberi, dass mindestens 19 Menschen getötet worden seien. Die Bewaffneten seien demnach mit Motorrädern gekommen, hätten das Dorf in der Grenzregion zu Mali umzingelt und dann begonnen, einige Bewohner zu töten. In dem Gebiet seien mehrere Terrorgruppen aktiv. Einige davon stünden in Verbindung zu Al-Kaida, andere zum Islamischen Staat (IS).

Russland weist 20 Botschaftsmitarbeiter aus Tschechien aus

Als Reaktion auf die Ausweisung von 18 russischen Botschaftsmitarbeitern aus Tschechien verweist Russland 20 tschechische Botschaftsmitarbeiter des Landes, meldet kleinezeitung.at. Das habe das russische Außenministerium am Sonntagabend in Moskau bekannt gegeben. Laut tschechischer Seite seien es 16 Diplomaten und vier Mitarbeiter ohne Diplomatenstatus. Sie müssten Russland bis Montagabend verlassen.

Tschechien habe zuvor russische Diplomaten ausgewiesen, weil es Russland vorwerfe, in die Explosion eines Munitionslagers im Jahr 2014 verwickelt gewesen zu sein. Die betroffenen Diplomaten wären eindeutig als Geheimdienstmitarbeiter identifiziert worden, habe Tschechiens Innenminister Jan Hamacek gesagt.

Russland habe das zurückgewiesen und von einer "beispiellosen Entscheidung" gesprochen. Eine Gegenmaßnahme war bereits angekündigt worden. Am Abend sei der tschechische Botschafter in Moskau ins Außenministerium einbestellt worden. Der russischen Staatsagentur TASS zufolge habe die Unterredung nur 20 Minuten gedauert. In Moskau blieben nun nur noch etwa fünf tschechische Diplomaten übrig.

Top-Manager rechnen mit Ära Merkel ab

Im Vorfeld des heutigen Wirtschaftsgipfels mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier gehen Wirtschaftsvertreter aus dem angeschlagenen Mittelstand und aus der Automobilindustrie Bundeskanzlerin Angela Merkel verbal deutlich an, meldet, merkur.de.

Bevor Merkel „nach Gutsherrinnenart den Unternehmern neue Vorschriften macht, sollte sie sich über die Folgen im Klaren sein“, habe Markus Jerger, Chef beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft, den Funke-Zeitungen zur kontrovers diskutierten Testpflicht in Unternehmen. In der um elf Uhr startenden Schalte solle es acht Wochen nach dem jüngsten Gipfel laut einer Ministeriumssprecherin darum gehen, dass alle Branchen ihre aktuellen Probleme nennen könnten. Der langjährige Linde-Chef und amtierende Aufsichtsratschef des Gasherstellers, Wolfgang Reitzle, habe sich wie Jerger jetzt nicht an Altmaier, sondern über die „Welt am Sonntag“ an Angela Merkel gewandt. In einem Interview habe er die deutsche Wirtschaftslage mit drastischen Worten beschrieben. Corona hätte damit nur am Rande zu tun. Allerdings würden Covid-19 und Impfdesaster die Probleme schonungslos offenlegen, habe er gesagt.

Reitzle habe ein vernichtendes Urteil zur Wirtschaftslage der Nation gefällt: „Nach fast 16 Jahren Merkel ist Deutschland in vielen Bereichen ein Sanierungsfall“. Eine im Faxzeitalter steckengebliebene Bürokratie, Digitalisierungsrückstand, kein schnelles Internet, massive Mängel in der Infrastruktur und marode Schulen seien nur einige Beispiele für Defizite, „die für ein führendes Industrieland beschämend sind.“

Auch vermeintliche Versäumnisse bei der Bundeswehr und in der Verbrechensbekämpfung seien Wolfgang Reitzle ein Dorn im Auge. „Berlin ist heute eine der wohl am schlechtesten regierten Hauptstädte Europas. Das Wegschauen bei Kriminalität, das Zulassen von Hausbesetzungen und die Ausbreitung der Clankriminalität – wo immer man hinschaut.“ Reitzle sagte über die Kanzlerin: „Die Merkel-Jahre sind ein Beispiel dafür, dass es besser wäre, Spitzenmandate auf zehn Jahre zu begrenzen“.

0,34 Prozent SARS-CoV-2-Infizierte in Deutschland

Aktuell gelten 0,34 Prozent der Einwohner Deutschlands als SARS-CoV-2-Infizierte, meldet absolute-zahlen.com nach Auswertung offizieller statistischer Daten. Das sind 0.01 Prozent mehr als am Vortag. Damit wären 99,66 Prozent der Menschen hierzulande nicht von dem Virus betroffen, wohl aber von den grundrechtseinschränkenden Maßnahmen, die mit der Vermeidung seiner Verbreitung begründet werden.

Anhaltende Untersterblichkeit: Schweizer Corona-Politik unter Druck

Seit Mitte Februar gibt es in der Schweiz eine Untersterblichkeit, meldet 20min.ch. Das Bundesamt für Statistik (BFS) habe dafür zwei Erklärungen: Einerseits sei die Grippe, die in anderen Jahren grassierte, im Corona-Jahr praktisch ausgeblieben.  Andererseits schrieben die Experten, dass einige an Covid-Verstorbene «vermutlich in so schlechter Gesundheit waren, dass ihr Leben nur um wenige Wochen verkürzt wurde».

Die Untersterblichkeit befeuere erneut die Debatte darüber, ob der Shutdown tatsächlich im Verhältnis zu den wirtschaftlichen Schäden sinnvoll sei. Dass einige Covid-Tote aufgrund ihres Alters und Vorerkrankungen durch Covid-19 nur wenige Wochen Lebenszeit verloren hätten, bestätige eine These von Gesundheitsökonom Konstantin Beck. Zur «Sonntagszeitung» habe er gesagt, die Modelle der Taskforce, auf denen der Shutdown im Januar beruhte, hätten die gewonnene Lebenszeit als zu hoch eingeschätzt.

Italien steuert weiter Richtung Öffnung

In Italien sind wegen verbesserter Coronavirus-Zahlen von heute an nur noch drei Regionen als sogenannte rote Zonen ausgewiesen, meldet orf.at. Das süditalienische Kampanien mit der Hafenstadt Neapel dagegen wechsele nach einem Erlass von Gesundheitsminister Roberto Speranza zum Wochenstart in die mittlere Risikozone (orange Zone). Rote Zonen mit strengen Sperren blieben Apulien, Sardinien und das Aostatal.

Viele Menschen in dem 60-Millionen-Einwohner-Land würden sich schon jetzt auf die Woche ab 26. April freuen: Die Regierung von Premier Mario Draghi habe dann Öffnungsschritte wie den Start der Außengastronomie in bestimmten Regionen angekündigt. Vorgesehen sei ein Stufenplan mit Lockerungen von April bis Juli.

Kölner Polizei stürmt Mediziner-Party

Polizei und Ordnungsamt in Köln haben am späten Samstagabend eine illegale Party aufgelöst. In einer Laube im Stadtteil Westhoven hätten sich rund 30 bis 35 Personen versammelt, habe ein Sprecher der Polizei am Sonntag mitgeteilt. Mehrere der Teilnehmer seien Mediziner gewesen, habe es von einer Sprecherin der Stadt geheißen. Sie hätten ihr bestandenes Examen feiern wollen. Darüber hinaus sollen auch Lehrkräfte unter den Feiernden gewesen sein.

Wie die "Bild"-Zeitung berichte, hätten einige der Teilnehmer mit Unverständnis auf den Polizeieinsatz reagiert. "Diese Maßnahme ist doch lächerlich" sollen sie den Einsatzkräften entgegnet haben. Oberbürgermeisterin Henriette Reker habe sich laut dem "Express" entsetzt über den Vorfall gezeigt. "In unserer jetzigen Situation in der Pandemie eine Party mit vielen Menschen zu feiern ist unverantwortlich - besonders, weil die Feiernden, bei denen es sich angeblich um angehende Mediziner gehandelt hat, es hätten besser wissen müssen", so die Politikerin. Offenbar ist die Politikerin und Juristin Reker im Gegenzug überzeugt, es besser zu wissen als die Mediziner.   

Den Teilnehmern drohe wegen der illegalen Party nun ein Bußgeld. Ob auch wegen Verstoßes gegen die Kölner Ausgangssperre ermittelt werde, wolle die Bußgeldstelle nach "Bild"-Informationen jetzt prüfen. Seit dem Wochenende gelten in Köln bis auf Weiteres eine Ausgangssperre von 21.00 Uhr abends bis 5.00 Uhr morgens.

Syriens Führung ordnet Präsidentschaftswahl für Ende Mai an

Die Führung des Bürgerkriegslandes Syrien plant Ende Mai eine Präsidentschaftswahl, meldet orf.at. Bewerber könnten sich ab heute zehn Tage lang als Kandidaten eintragen lassen, habe Parlamentspräsident Hamuda Sabagh laut einem Bericht der Staatsagentur Sana erklärt. Gewählt werden solle am 26. Mai, die im Ausland lebenden Syrer sollten ihre Stimme schon am 20. Mai abgeben.

Die Wahl von Präsident Baschar al-Assad dürfte ohnehin sicher organisiert sein. Der 55-Jährige regiere Syrien seit dem Jahr 2000. Zuletzt war Assad 2014 mit einer angeblichen Mehrheit von 88,7 Prozent der Stimmen für weitere sieben Jahre im Amt bestätigt worden. Diese Wahl war aber nur in Regionen abgehalten worden, die von der Regierung kontrolliert wurden und wurde von westlichen Staaten als unrechtmäßig und undemokratisch eingestuft. Mehr Legitimität dürfte den nun angekündigten Wahlen wohl ebenfalls nicht beschieden sein.

Elon Musk will noch dieses Jahr Gehirn-Chip bei Menschen einsetzen

Elon Musk stellt in Aussicht, noch im Laufe des Jahres testweise Mikrochips für künstliche Intelligenz in menschliche Körper zu implementieren, meldet merkur.de. Damit sollten Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson, aber auch Lähmungen bekämpft werden, berichtet es der Business Insider.

Der Tesla-Chef würde dabei auf eine Entwicklung seines Neurotechnologie-Unternehmens Neuralink vertrauen. Dabei handele es sich um einen Chip, der die Kommunikation zwischen dem menschlichen Gehirn und Computern ermöglicht, im Fachjargon als Brain-Computer-Interface bekannt. Erst vor einigen Tagen habe Musk ein Twitter-Video verbreitet, das einen Affen zeige, der dank dieser neuen Technologie Videospiele nur mit seinem Verstand spielen könne.

Kapstadt: Großbrand am Tafelberg

An den Hängen des Tafelbergs im südafrikanischen Kapstadt ist ein Großbrand ausgebrochen, meldet welt.de. Die Hänge über dem Stadtteil Newlands hätten am Sonntag in Flammen gestanden, die u.a. das beliebte „Rhodes Memorial“-Restaurant zerstört haben sollen und sich weiter in Richtung Universität ausbreiteten, sei von Stadt und Universität am Sonntag auf Twitter mitgeteilt worden.

Mehr als 120 Feuerwehrleute und die Besatzungen von fünf zur Brandbekämpfung ausgerüsteten Hubschrauber hätten stundenlang gegen die Flammen gekämpft. Am späten Sonntagnachmittag habe das Feuer auf den Uni-Campus übergegriffen und mehrere Gebäude sowie eine Bibliothek mit seltenen und historischen Büchern zerstört. Hunderte auf dem Campus wohnende Studenten seien ausquartiert worden. Zudem sei Südafrikas älteste Windmühle, die 1796 errichtete Mostert‘s Mill, niedergebrannt.

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