Von Alexander Gutzmer
Ole und die Grünen. Kann das gut gehen? Vielleicht. Eine andere Frage: Gefällt es der Basis, wenn es gut geht? Meinungsforscher Klaus-Peter Schöppner ist skeptisch. (Link. http://www.cicero.de/97.php?ress_id=4&item=2382). Im letzten Cicero beschrieb er, wie sehr sich die Werteprofile von Grün- und Schwarzwählern unterscheiden. Die einen: pflichtliebende Strukturalisten. Die anderen: Genusssüchtige Selbstverwirklicher. Wäre Politik ein Unternehmen, würde man sagen: Schwarz-grün geht an der Kernzielgruppe (beider Parteien) vorbei…
Übrigens passen andere, nach herrschender Farblehre sinnvolle Bündnisse auch nicht. Rot zum Beispiel ist nicht gleich rot. Der klassische SPD-Wähler ist so pflicht- und gesellschaftsorientiert wie sein CDU-Pendant. Für Wähler der Linken gilt dies nicht. Sie charakterisiert Schöppner als Egoisten - und damit letztlich als unsozialistisch. Die Gemeinschaft interessiert sie nicht besonders, sondern primär das eigene Kurzfristwohl. Durchaus zielgruppenorientiert daher das komplette Desinteresse der Parteioberen an Fragen langfristiger volkswirtschaftlicher Sinnhaftigkeit. Darum geht es in der Linken nicht. Wo sich wackere Sozialdemokraten wie früher Münte und jetzt Steinbrück die Köpfe über ökonomische Folgen sozialer Wohltaten zermartern müssen, können Gisy und Co. in possierlicher Ahnungslosigkeit mit (bisher noch virtueller) Staatskohle um sich werfen.