Stefan Frank / 06.11.2021 / 14:00 / Foto: Worldsite9937 / 8 / Seite ausdrucken

Die Methode Omri Boehm (Teil 8): Yad Vashem als Schaltzentrale des Bösen

Aus unerfindlichen Gründen ist Omri Boehm regelrecht besessen von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, die er geradezu für eine Schaltzentrale des Bösen hält.

Der vorangegangene Teil unserer Reihe „Die Methode Omri Boehm“, in der es darum geht, wie der von Teilen des deutschen Feuilletons hochgeschätzte Polemiker die Geschichte Israels als eine Abfolge von Verbrechen erfindet und dem Zionismus und den Juden alle Schuld am arabisch-israelischen Konflikt zuschreibt, liegt nun schon über zwei Monate zurück (im Original veröffentlicht bei Mena-Watch, Anm.d.Red.). Diese Pause hat nicht nur, aber auch damit zu tun, dass es ein Ben-Gurion-Zitat aus einer israelischen Tageszeitung von 1961 zu prüfen galt, wie wir im nächsten Teil sehen werden.

Das war ein gewisser Aufwand, eine Mühe, die sich die Leute beim Ullstein-Verlag, wo Boehms Pamphlet Israel – eine Utopie erschienen ist, nicht machen. Dort hat die für Boehms Buch zuständige Redakteurin Kristin Rotter ja nicht einmal das gefälschte Herzl-Zitat (das in der im August 2021 erschienenen englischen Ausgabe nicht mehr enthalten ist) vor Drucklegung geprüft, obwohl sie dazu bloß in irgendeine deutsche Universitätsbibliothek hätte gehen müssen.

Sie hat in Boehms Manuskript übrigens auch nicht angestrichen, dass er ohne jeden Beleg behauptet, der ehemalige israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe den 1995 ermordeten Yitzhak Rabin „wenige Monate vor dem Mord als ‚Verräter‘ beschimpft“. Boehms Behauptung über Netanjahu ist bösartig und könnte den Straftatbestand der Verleumdung erfüllen, falls er dafür keinen Beleg hat – und den scheint er nicht zu haben, sonst hätte er ihn wohl beigebracht.

Heute knüpfen wir unmittelbar an das Thema des letzten Teils an. Wir haben gesehen, wie Boehm das Holocaust-Gedenken herabsetzt, in sehr ähnlicher Weise, wie Rechtsextremisten das tun. Boehm beklagt, dass der angebliche „Holocaust-Messianismus“ – den er nicht definiert, so dass unklar bleibt, ab wo das Gedenken der Shoah seiner Meinung nach zum irrationalen „Messianismus“ wird – „den jüdischen Staat der Sphäre rationaler, universalistischer Politik enthoben“, diesen also offenbar in eine ihm aus seiner Sicht nicht zustehende, privilegierte Position gehievt habe.

Rotes Tuch Yad Vashem

Boehm behauptet, das Holocaust-Gedenken habe sich in Israel seit „geraumer Zeit“ in eine „Gegenmacht zu jeder (!) liberalen Politik verwandelt“ und zum „Zusammenbruch der Vernunft“ geführt. Solche Beschreibungen lassen an einen totalitären Staat denken. Zustimmend zitiert Boehm den Holocaustüberlebenden und Philosophieprofessor Yehuda Elkana, der gesagt habe, es gebe „keine größere Gefahr für Israels Existenz“ als die „Erinnerung an den Holocaust“.

Als schrecklichste Agentur dieser angeblichen Tyrannei des Gedenkens stellt Boehm die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem dar. Diese Institution sei „seit Jahren daran beteiligt, rechtsextreme Politiker reinzuwaschen“, behauptet Boehm. Ein Beispiel, das er anführt: Der derzeitige israelische Ministerpräsident Naftali Bennet etwa sei „als israelischer Bildungsminister ein häufiger Gast“ in Yad Vashem gewesen.

Boehm erwähnt, dass Yad Vashem einen „Plan“ (!) entwickelt habe, „israelischen Kindern die Geschichte des Holocausts bereits im Kindergartenalter zu vermitteln“. Das findet er offenbar schockierend. Die israelische Tageszeitung Haaretz schilderte das Vorhaben bei seiner Vorstellung im Jahr 2014, ohne dabei auf Skandalträchtiges zu stoßen: „Die Idee ist es, den Erziehern das Werkzeug zu geben, ein Thema zu lehren, von dem die Kinder ohnehin hören“, hieß es in dem Beitrag. Das Gespräch mit den Kindern über den Holocaust solle am Holocaustgedenktag – wenn in ganz Israel die Sirenen heulen – oder in zeitlicher Nähe dazu stattfinden und „Dinge vermeiden, die den Kindern Angst machen könnten“, berichtete der Autor. Boehms Satz hingegen – und bei dem einen alarmistischen Satz belässt er es – erweckt den Eindruck von emotionalem Kindesmissbrauch. Das soll offenbar ein weiterer Beleg für den von Boehm behaupteten „Holocaust-Messianismus“ sein: Schon im Kindergarten würden Israelis indoktriniert.

Finstere Spender

Yad Vashem ist für Boehm, so wörtlich: eine „Waschmaschine“ „rassistischer“ israelischer Politik. Er schreibt:

„Eine abnorme Form des Erinnerns hat die rassistische Gewalt israelischer Politiker normalisiert.“

In einer konfusen Assoziationskette versucht Boehm, Yad Vashem in die Nähe des deutschen Rechtsradikalismus zu rücken:

„Einstweilen sind noch keine AfD-Vertreter in Yad Vashem begrüßt worden, wenngleich es nach Orbans [amtierender ungarischer Ministerpräsident; S.F.] und Salvinis [von Juni 2018 bis September 2019 stellvertretender italienischer Ministerpräsident; S.F.] Besuchen keinen Grund mehr gibt, sie nicht einzuladen. Seit Jahren schließlich zieren israelische Flaggen Pegida-Demonstrationen.“

Wo ist die Logik? Ob Boehm glaubt, die israelischen Flaggen, die auf Pegida-Demonstrationen vereinzelt gesichtet wurden, seien von Geheimagenten Yad Vashems dorthin gebracht worden? Macht Boehm die Palästinensische Autonomiebehörde haftbar, wenn deutsche Neonazis in Dortmund unter dem Motto „Israel ist unser Unglück“ „Palästina“-Flaggen schwenken? Wohl kaum.

Über Sheldon Adelson, den dieses Jahr verstorbenen Immobilienunternehmer, Milliardär und Philanthropen, der als wichtiger Sponsor von Benjamin Netanjahu und Donald Trump bekannt war, schreibt Boehm, er sei „der wichtigste private Mäzen der Gedenkstätte“ Yad Vashem. Aha, follow the money! Und, was bedeutet das? Adelson, so Boehm,

„geht sicher recht in der Annahme, dass der Holocaust, wie sich die Israelis seiner erinnern, der Art von Politik nutzt, die er zu fördern versucht.“

Wenn Sheldon Adelson einer Holocaustgedenkstätte Geld spendete, dann kann Boehm sich das nicht anders erklären, als dass er damit wohl seine eigenen politischen Ziele verfolgt. Der wahre Hintergrund: Menucha und Simcha Farbstein, die Eltern von Miriam Adelson, der Witwe des verstorbenen Sheldon Adelson, flohen vor dem Holocaust aus Polen nach Palästina; Angehörige von Sheldon Adelsons Schwiegereltern wurden im Holocaust ermordet. Miriam Adelson sagte einmal:

„Als ich jung war, erfuhr ich, dass meine Mutter, Menucha Farbstein (geboren Zamelson), fast ihre gesamte Familie verloren hat. Mein Vater verlor ebenfalls geliebte Familienmitglieder. Ich wuchs auf mit dem Gefühl des Schmerzes meiner Eltern.“

Miriam Adelson ist eine traumatisierte Angehörige der Holocaust-Nachfolgegeneration. Dass sie und ihr Ehemann zu dessen Lebzeiten Millionen an Yad Vashem spendeten, ist für Boehm Indiz für finstere politische Ziele, ein Verdacht, den er dann mithilfe einer Kontaktschuldhypothese auf die Gedenkstätte selbst ausweitet. In seiner ideologischen Verblendung schreckt Boehm nicht vor den niedersten, infamsten Angriffen zurück.

Boehms Lebensthema sind Juden als Täter

Es scheint ihm unmöglich, überhaupt politische Argumente gegen den ihm verhassten jüdischen Staat vorzubringen oder jemanden zu kritisieren, ohne im selben Atemzug das Holocaust-Gedenken zu verunglimpfen. Bei fast jedem seiner politischen Gegner wittert Boehm eine Nähe zu dem von ihm gescholtenen „Holocaust-Messianismus“. Es war noch kein AfD-Funktionär in Yad Vashem? Dann wird bestimmt bald einer kommen. Adelson spendete Geld für Yad Vashem? Dann zog er offenbar politischen Profit daraus.

Sheldon Adelson gab übrigens zu seinen Lebzeiten auch viele Millionen für die Krebsforschung und eine jüdische Schule in Las Vegas. Und er kaufte zu Beginn der Corona-Pandemie zwei Millionen OP-Masken für Beschäftigte im Gesundheitswesen in New York und Nevada. Alles, weil es seiner „Art von Politik nutzt“ – so, wie angeblich die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem?

Man kann Boehm nur als einen Besessenen bezeichnen; er ist auf eine ähnliche Art – aber mit anderem Inhalt – besessen wie jene, die glauben, die amerikanische Pharmaindustrie oder Bill Gates hätten die Corona-Pandemie verursacht.

In Yad Vashem sieht Boehm die Schaltzentrale des Bösen. Was genau die Gedenkstätte Boehms Meinung nach tut, um Adelsons „Art von Politik“ zu nutzen, bleibt unklar. Nach Boehms Geschmack geht es in der Holocaust-Gedenkstätte wohl einfach zu sehr um den Holocaust. Das mag Boehm nicht. Sein Lebensthema sind Juden als Täter, ihre Schuld, etwa an der „Nakba“. Das „düstere Geheimnis“ des Zionismus sei, dass die Juden lange vor 1948 „gewaltsame Massenvertreibungen von Palästinensern“ geplant hätten, glaubt er.

Er hört hingegen nicht gern von Juden als Opfern – egal, ob es die jüdischen Opfer des arabischen Terrors im Mandatsgebiet Palästina sind, die Opfer von PLO und Hamas oder die Opfer Hitlers. Das Erinnern an den Holocaust stört ihn auch deshalb, weil er fürchtet, dass es von seinem Steckenpferd, der „Nakba“ ablenken könnte. Wo es ihm an Argumenten fehlt, eskaliert er stattdessen seine Behauptungen ins Absurde. Das Holocaust-Gedenken sei „in Israel zu einer Kraft geworden, die die Funktion und Stellung der Staatsbürgerschaft untergräbt, Rassismus normalisiert und eine Politik der Kompromisse verhindert“, schreibt er an einer Stelle.

Gab es in Israel vor 1961 kein Holocaustgedenken?

So, wie Boehm das Denken Theodor Herzls falsch wiedergibt und die historischen Tatsachen des arabisch-israelischen Kriegs von 1948 verfälscht, so verfälscht er auch die Geschichte des Holocaust-Gedenkens in Israel. „Da die Erinnerung“ an den Holocaust „so häufig missbraucht wurde“, so Boehm, lohne

„der Hinweis, dass Israel in den ersten dreizehn Jahren seines Bestehens so gut wie kein Interesse am Holocaust-Gedenken zeigte. Wenn überhaupt, dann war der Holocaust ein Teil der Geschichte, den der junge jüdische Staat lieber verdrängte. Mit anderen Worten: Allem Anschein zum Trotz besteht zwischen dem israelischen Selbstverständnis und der Erinnerung an den Holocaust überhaupt kein notwendiger Zusammenhang.“

Dass Boehm nicht die Existenz des privaten Gedenkens der Angehörigen der Opfer des Holocaust in Abrede stellen will, sondern sich in seiner Äußerung einzig auf das öffentliche Gedenken bezieht, setzen wir einmal zu seinen Gunsten voraus. Boehm bestreitet, dass es ein solches öffentliches Gedenken überhaupt gegeben habe. Diese Behauptung ist falsch. Einige Beispiele für das frühe öffentliche Gedenken der Shoah in Israel:

  • Der Kibbuz Yad Mordechai nordöstlich vom Gazastreifen. Der Name erinnert an den am 8. Mai 1943 beim Aufstand im Warschauer Ghetto gefallenen Anführer des Ghetto-Aufstands Mordechaj Anielewicz erinnert. Gegründet: 1943.
     
  • Schon 1947 gründete das Oberrabbinat im Mandatsgebiet Palästina ein Komitee, dessen Aufgabe es war, ein geeignetes Datum für ein jährlich stattfindendes öffentlichen Gedenkens zu finden.
     
  • Der Kibbuz Lochamei HaGetaot: Der Name des 1949 in Galiläa von Holocaust-Überlebenden gegründeten Kibbuz bedeutet: „Die Ghettokämpfer“.
     
  • Der erste Holocaust-Gedenktag wurde in Israel auf Anregung des Oberrabbinats am 28. Dezember 1949 begangen, im Martef HaShoaauf Deutsch: Keller der Shoah, am Zionsberg in Jerusalem. In die Krypta eines jüdischen Friedhofs wurden an diesem Tag Asche und Gebeine Tausender Holocaustopfer aus dem KZ Flossenbürg gebracht, zusammen mit einer geschmückten Torah-Rolle. Das Rabbinat überwachte die Zeremonie und lud die Öffentlichkeit zu einer Nachtwache und Gebeten am nächsten Morgen ein. Im Radio wurde die Veranstaltung am Abend ab 21.30 Uhr mit einem Programm zum Holocaust begleitet. Der Martef HaShoah wurde zugleich Israels erstes Holocaustmuseum.
     
  • 1950 gab es unter Leitung des Oberrabbinats 70 Gedenkveranstaltungen in ganz Israel.
     
  • 1951 rief die Knesset den jährlichen Gedenktag Yom HaShoah ins Leben. Am 3. Mai 1951 fand die erste offizielle Gedenkveranstaltung statt, wiederum im Martef HaShoah; in Yad Mordechai wurde eine Bronzestatue von Mordechaj Anielewicz enthüllt
     
  • Der Wald der Märtyrer, der mit sechs Millionen Bäumen an die Opfer des Holocaust erinnert. Eingeweiht: 1951.
     
  • Yad Vashem selbst, geschaffen durch Beschluss der Knesset vom 19. August 1953. Im selben Jahr wurden die Schulen erstmals angewiesen, mit den Schülern über den Holocaust zu sprechen. Ab 1955 begann Yad Vashem mit der Dokumentation der Namen der Holocaustopfer.

Boehm aber behauptet, Israel habe in den ersten 13 Jahren seines Bestehens „so gut wie kein Interesse am Holocaust-Gedenken“ gezeigt. Das ist typisch für seine Arbeitsweise: Er verdreht die Geschichte so, dass die von ihm erfundenen Fakten seine Argumentation stützen. Im nächsten Teil werden wir sehen, warum es für seine Argumentation wichtig ist, dass es vor 1961 kein Holocaust-Gedenken gegeben habe; auf diese falsche Behauptung stützt Boehm nämlich seine nächste Hypothese: dass das Gedenken an den Holocaust in Israel politisch motiviert sei.

Teil 1 finden Sie hier.

Teil 2 finden Sie hier. 

Teil 3 finden Sie hier.

Teil 4 finden Sie hier.

Teil 5 finden Sie hier. 

Teil 6 finden Sie hier.

Teil 7 finden Sie hier.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Mena-Watch.

Foto: Worldsite9937 CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

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Leserpost

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Franz Klar / 06.11.2021

@Sabine Schönfelder : Sie meinen , “Es gibt keine Pandemie, Herr Frank” . Das würde ja bedeuten , daß Impfweltmeister Israel völlig falsch liegt . Und mittlerweile wird doch da geboooostert , daß der Negev wackelt . Sollten die soo falsch liegen ? Die weltberühmte israelische Forschung und Wissenschaft ist schließlich weltberühmt ! Grübel ...

Peter Woller / 06.11.2021

Im November 1994 habe ich persönlich die Gedenkstätte Yad Vashem besucht. Diese Eindrücke habe ich nie vergessen, und werde sie mir auch nicht von einem Omri Boehm kaputt machen lassen. Yad Vashem sollte man mit Achtung und Ehrfurcht begegnen. Das Juden auch keine Engel sind, weiß ich selber. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.

Thomas Taterka / 06.11.2021

Zum Schluß noch , aus alter buchhändlerischer Gewohnheit , eine persönliche Leseempfehlung , if in doubt :  Hanna Krall, “Dem Herrgott zuvorkommen” . Vielleicht etwas schwer zu kriegen , aber herausragendes Buch .

Ralf Pöhling / 06.11.2021

Es ist natürlich nicht ganz unproblematisch, wenn man das Rückgrat einer Gesellschaft auf den Ernstfall aufbaut. Eine solche Gesellschaft agiert dann zuallererst sehr vorsichtig gegenüber allem und jedem, der nicht direkt dazugehört oder dazugehören will und schlägt im Zweifelsfall eher zu hart als angemessen zu. Auch ist es natürlich mit gewissen Problemen verbunden, wenn das gesellschaftliche Rückgrat auf einem negativen und nicht auf einem positiven Ereignis fußt. Aber: Die Juden haben eine spezielle Geschichte der Verfolgung und Vertreibung, deren eigentliche Ursache bis heute nicht abgestellt worden ist und so ein martialisches Bollwerk wie den Staat Israel überhaupt erst nötig macht. Nicht nur, dass das Christentum als institutionalisierte “Rache der Römer an den Juden” und der Islam, dessen Judenhass im Koran fest angelegt ist, nicht so einfach reformierbar oder eindämmbar sind, sie befinden sich gegenüber den Juden weltweit auch in einer unglaublichen Übermacht und bestimmen so den Diskurs und die allgemeine Weltsicht. Die Juden stellen hingegen nur eine verschwindend geringe Anzahl an Menschen auf diesem Planeten. Und weil sie, verglichen z.B. mit den alten Germanen oder auch den militaristisch organisierten Spartanern, eher defensiv, offen und friedliebend sozialisiert werden, wurden und werden sie noch heute oftmals in die Ecke gedrängt und ihnen der Schwarze Peter für alles und jeden untergeschoben. Und es gibt nur einen einzigen Ort, wo das auf effektive Gegenwehr stößt: Die Trutzburg Israel, die der Wehrhaftigkeit der alten Germanen oder auch der Spartaner in nichts nachsteht. Dass Israel bzw. der Zionismus so reaktionär auftritt, ist nicht die Schuld der Israelis. Es ist die Schuld derer, die den Juden andauernd die Schuld für ihre eigenen Fehler in die Schuhe schieben wollen. Actio und Reactio. Was war zuerst da? Der Judenhass oder der Zionismus? Die Antwort ist eindeutig.

Thomas Taterka / 06.11.2021

P.S. - Ich sollte vielleicht noch anfügen, daß ich auch mal eine ältere Frau gekannt habe ( ihre Tochter kenn’ ich besser )  , der Hitler und der N.S.- Staat die Kindheit und Jugend komplett versaut hat und den Rest ihrer Nächte durch manchmal schlimme Angstträume auch , überhaupt durch schwer kontrollierbare Angst . Deshalb kann ich nie eine Partei wählen , die das als ” Vogelschiss ” bezeichnet . Andere mögen das können . Ich nicht . Aus Liebe zu dieser Frau , die ich mir posthum nicht verscherzen werde . Mir würden die Kartoffelpuffer , die ich ihr nachzumachen versuche , nicht mehr schmecken und es waren die Besten auf der Welt .

Sabine Schönfelder / 06.11.2021

„Man kann Boehm nur als einen Besessenen bezeichnen; er ist auf eine ähnliche Art – aber mit anderem Inhalt – besessen wie jene, die glauben, die amerikanische Pharmaindustrie oder Bill Gates hätten die Corona-Pandemie verursacht.“ Schade, werter Autor. Sie entwerten Ihre eigenen sachlichen Stärken mit diesem Satz, der weder thematisch von Belang ist, noch objektiv. Zudem demonstrieren Sie eine Art „Inselkompetenz“, die den arabisch-jüdischen Raum ungern verläßt. Sie verhöhnen mit diesem Satz viele Beiträge Ihrer Kollegen und lassen erkennen, daß Sie sehr wohl in bestimmten Bereichen enorme Fähigkeiten entwickelten, aber andere fahrlässig verkümmern ließen. Es gibt keine Pandemie, Herr Frank. Sie ist ein Kunstprodukt der Profiteure. Ab und zu sollten Sie Ihren „Allgemeinblick“ schulen. Das intensiviert die Glaubwürdigkeit bei Ihren Fans und orthodoxe Juden mögen Sie um so mehr. Oder fühlen Sie sich nur der israelischen Regierung verpflichtet?

Thomas Taterka / 06.11.2021

Für Mordechai Anielewicz u.v.a. begann ich mich zu interessieren, als mir jemand aus tiefer Zuneigung und ebenso tiefen Schuldgefühlen ein silbernes Zigarettenetui schenkte , das innen eine Gravur trug : Radom , Juli 1942. Die Geschichte dieses Etuis habe ich nie erfahren , es wurde mir unter Tränen gegeben und es war ein schlimmer Augenblick des Schenkers, das kann ich Ihnen versichern . - Jahre später hatte ich in meiner Buchhandlung einiges an Literatur zum Widerstand in Polen . Fast alles aus linken Verlagen . Das Beste , was ich gelesen habe , hatte zu tun mit Marek Edelmann. Heute schaue ich gelegentlich “full testimonies ” der Shoah Foundation auf YouTube an . Das hilft mir eindeutig , erwachsen zu bleiben , wenn mich dumme Hoffnung zu überwältigen droht . Manchmal denke ich, wenn diese Menschen davon erzählen können , MUSS ich auch zuhören . Sie hatten es viel schlimmer . Sie mussten es erleben .

Franz Klar / 06.11.2021

Erstaunlich , wieviel Arbeit ein einzelner Mann verursachen kann . Teil 8 und kein Ende in Sicht ... .

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