Namhafte Kommentatoren und Politiker, bis hin zum Kanzler, äußerten sich gestern erregt über einen "Geheimplan", der in "Geheimgesprächen" von Rechtsextremen mit AfD- und Werteunion-Mitgliedern sowie geldgebenden Unternehmern ausgeheckt worden sein soll. Worüber regen sie sich auf?
Vorgestern hatte Correctiv, nach Eigenbeschreibung "ein gemeinwohlorientiertes Medienhaus, das Demokratie stärkt“, diese angebliche rechte Verschwörung enthüllt und seit gestern vermitteln manche Medienberichte und Politiker-Reaktionen den Eindruck, dass hier diverse rechte Kräfte im Zusammenspiel mit der AfD schon die ethnische Säuberung nach der Machtübernahme planten.
Die Beschreibung der Correctiv-Recherche an einem geheimnisvollen Ort, einer Hotelvilla am Rande von Potsdam auf einem Wassergrundstück, scheint dem Drehbuch eines durchschnittlichen deutschen Serienkrimis entlehnt. An allen Seiten des Hauses wurden Kameras platziert, damit niemand unerkannt bleibt, der an diesem finsteren Treffen teilnahm. Um auch vom Wasser überwachen zu können, hatten sich Correctiv-Mitarbeiter nach eigenen Angaben ein Sauna-Floß gemietet.
Die Überwachungs-Journalisten zählten dann 20 Teilnehmer und fast alle konnten sie namentlich identifizieren. Über die, deren Name nicht mitgeteilt wurden oder werden konnten, wussten die Correctiv-Mitarbeiter zu berichten, dass es "ein junger 'Identitärer'", "ein IT-Unternehmer und Blut-und-Boden-Nazi" und "ein Neurochirurg aus Österreich" waren.
Nicht nur mit Kameratechnik, auch personell hat sich Correctiv mächtig ins Zeug gelegt. 18 Mitarbeiter werden namentlich als das "CORRECTIV-Team hinter der Recherche" vorgestellt, wobei sich drei von ihnen um "Design" und vier von ihnen um "Kommunikation" kümmerten. Und eine Mitarbeiterin war für den "Faktencheck" zuständig. Die haben nun – sonst hätte sich der Aufwand ja nicht gelohnt – den "Geheimplan gegen Deutschland" enthüllt. So titelten sie jedenfalls.
Was war denn so geheim?
Es ließe sich jetzt diskutieren, ob Correctiv mit der Überwachung der Hotel-Villa die Grenzen der Legalität verlassen hat. Aber das soll hier nicht Thema sein. Welcher Journalist würde diese bei einer brisanten Recherche nicht auch großzügig interpretieren. Doch wenn der Correctiv-Text, der inhaltlich von den meisten anderen Medien nur zitiert bzw. kolportiert wurde, aller sprachlichen Dramatik, Interpretation und Metaphorik entkleidet wird, bleibt so viel von einer Verschwörung nicht übrig. Nicht einmal für jemanden, der die Weltanschauungen der Gesprächsteilnehmer für grausam hält.
Was war denn an all dem Enthüllten "geheim"? Es handelte sich um keine öffentliche Veranstaltung, sondern um einen privaten Gesprächskreis, zu dem geladene Gäste erschienen. Und die sprachen über "Remigration", womit in diesem Fall die Vorstellung von einer teilweisen Rückabwicklung massenhafter Zuwanderung gemeint ist. Nachdem, was Correctiv über das „Geheimtreffen“ schrieb, soll sogar darüber gesprochen worden sein, wie Eingebürgerte, also deutsche Staatsbürger, ausgebürgert und abgeschoben werden könnten. Ist die Ausbürgerung Deutscher, auch die von Eingebürgerten, verfassungsrechtlich überhaupt tragbar oder ist eine ungeheuerliche und verfassungswidrige Idee?
Solche Fragen kann man stellen, aber es rechtfertigt doch keinen Staatsstreich-Verdacht, wenn über das Thema gesprochen wird. „Zu prüfen ist, ob Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit, die an Organisierter Kriminalität nachweisbar mitwirken, die deutsche Staatsangehörigkeit entzogen werden kann“, heißt es in einem Positionspapier der Innenminister der unionsgeführten Länder aus dem Sommer letzten Jahres. Und das war nicht geheim, sondern es wurde auch in öffentlich rechtlichen Medien darüber berichtet.
Über die Ideen, die bei Correctiv ein „Geheimplan“ sind, wird schon geraume Zeit so Einiges geschrieben und veröffentlicht, nur fand das oft kein allzu großes Interesse. Dass der Identitären-Vordenker Martin Sellner für die "Remigration" eintritt, konnte auch jeder nachlesen. Es ist keine Überraschung, wenn er diese Positionen auch in Gesprächen vertritt, zu denen er als Vortragsredner eingeladen wird. Inwieweit einige von Correctiv zitierten konkreten Aussagen auch aus dem Zusammenhang gerissen worden sind, wie Martin Sellner in einem Video erklärt, oder nicht, wissen nur die offiziellen und inoffiziellen Teilnehmer der Runde. Aber entscheidend ist: Das waren alles Äußerungen in einem privaten Gesprächskreis. Es handelt sich hier weder um öffentliche Auftritte oder Aufrufe, noch um die klandestine Ausarbeitung eines konkreten "Geheimplans“ zur Vertreibung von Millionen Ausländern und Eingebürgerten.
Wo war doch gleich die Wannsee-Konferenz?
Die Reaktionen in Politik und Medien sind aber genau von einer solchen Hysterie getragen, als wäre das der Fall. Glaubt man in den Parteien, die dem wachsenden Zuspruch der von ihnen ausgegrenzten AfD gegenwärtig ratlos gegenüberstehen, dass ihnen das nützt? Glauben sie, dass etwas mehr Nazi-Schwefelgeruch im Zusammenhang mit der AfD hilft, damit wieder mehr Wähler auf die Warnungen an der Brandmauer achten? Wahrscheinlich gibt es diese Hoffnung, deshalb gehen dann auch gerne mal die Maßstäbe verloren, wenn sogar eine Verbindung mit der Wannsee-Konferenz hergestellt wird. Im Correctiv-Originaltext heißt es:
"Was Sellner entwirft, erinnert an eine alte Idee: 1940 planten die Nationalsozialisten, vier Millionen Juden auf die Insel Madagaskar zu deportieren. Unklar ist, ob Sellner die historische Parallele im Kopf hat. Womöglich ist es auch Zufall, dass die Organisatoren gerade diese Villa für ihr konspiratives Treffen gewählt haben: Knapp acht Kilometer entfernt von dem Hotel steht das Haus der Wannseekonferenz, auf der die Nazis die systematische Vernichtung der Juden koordinierten."
Dieser Vergleich wurde von vielen gern aufgegriffen, manchmal so schnell, dass sich peinliche Fehler einschlichen. Beispielsweise bei dem stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Dirk Wiese, der im Interview mit Welt TV fehlerhaft rekapitulierte:
"Das sind Pläne, die erinnern uns an die dunkelsten Zeiten der deutschen Vergangenheit. Ich will mal dran erinnern, in Potsdam hat damals auch die Wannsee-Konferenz stattgefunden (...)."
Genosse Wiese hat in der Eile wohl vergessen, dass in Potsdam nur der von Correctiv beobachtete Gesprächskreis stattgefunden hat. Der Ort der Wannsee-Konferenz war, wie der Name erahnen lässt, eine Villa am Wannsee im Stadtteil Berlin-Zehlendorf. Da ist Potsdam zwar in der Nähe, aber diesen Unterschied könnte man kennen.
Muss solch ein Versprecher hier kleinkrämerisch aufgerechnet werden? Das geschieht nur, weil es ein Zeichen dafür ist, wie schnell und unbedacht einem Politiker die unangemessenen Vergleiche über die Lippen gehen. Auch wenn jemand diesen Potsdamer Gesprächskreis und die dort diskutierten Remigrationsvorstellungen von Martin Sellner furchtbar findet, kann der doch nicht ernsthaft mit jener Konferenz verglichen werden, auf der die millionenfache Ermordung der europäischen Juden im Auftrag der nationalsozialistischen Machthaber geplant und ihre Umsetzung festgelegt wurde. Kam da niemandem der Gedanke, wie fatal es ist, wenn man diese beispiellose Massenmord-Planung durch solche Vergleiche banalisiert? Offenbar nicht. Die Schlagzeilen sind gesetzt, da wird jetzt auch kaum einer der politischen Akteure zur Gelassenheit zurückfinden.
Hysterische Aufregung ist leichter
Nur als kleiner Exkurs der Vollständigkeit halber: Man erfährt bei Correctiv auch, wer bei den wohlhabenden Gästen um Zuwendungen und Spenden warb und über welche Wege der Geldtransfers nachgedacht wurde. Das klingt allein schon deshalb anrüchig, weil jeder weiß, dass es in der Wirklichkeit oft tatsächlich schnell anrüchig wird, wenn es um Geld geht. Nur solche Gespräche von Politikern und politisch Bewegten mit ihnen wohlgesonnenen Wohlhabenden gibt es rechts, die gibt es links und die gibt es auch in der Mitte. Und wer nun wem wirklich wie viele Euro gegeben hat, konnte das Correctiv-Rechercheteam auch nicht belegen. Vielleicht kommt das noch und weitere Enthüllungen in diesem Fall sind schon geplant. Die Mitarbeiter stehen bei dem Thema offenbar nicht unter Zeitdruck, denn von der Veranstaltung am 25. November 2023 bis zu dem investigativen Bericht darüber hat es schließlich eine Weile gedauert.
Dank des Echos in Politik und Medien hat es der Correctiv-Bericht geschafft, trotz seiner eher dürftigen Fakten einen Ton zu setzen, als hätten hier Verschwörer zu einem "Vertreibungsgipfel" zusammen gesessen. Und jeder Gast des Gesprächskreises wird zum Mitverschwörer erklärt, alle Anwesenden gelten nun quasi als Staatsfeinde, um die sich der Verfassungschutz kümmern sollte. Differenzieren ist nicht die Sache der kraftvoll klingenden Kommentatoren. Bemerkenswert ist allerdings, dass sich auch der Bundeskanzler daran beteiligt. Immerhin muss er so wenigstens nicht über die verfehlte deutsche Migrationspolitik sprechen. Die hysterische Aufregung über vermeintliche Geheimpläne ist leichter, sie hilft nur am Ende niemandem.
Peter Grimm ist Journalist, Autor von Texten, TV-Dokumentationen und Dokumentarfilmen und Redakteur bei Achgut.com.
Beitragsbild: Creative Commons CC0 Pixabay

Man sprach also über den von der CDU begangenen und den von allen anderen, außer der Pest- & Schwefelpartei, abgesegneten Verfassungsbruch der letzten Jahre und den bestehende Möglichkeiten, ihn dem geltenenden Recht entsprechend wieder rückgängig zu machen. Man diskutierte über die Aussage des bunten Kanzlers „Wir müssen endlich im großen Stil abschieben“ und ggf. über im Raum stehende EU-Planungen, zu googeln unter „EU will bei Abschiebungen hart durchgreifen“. Vielleicht kamen sogar Nancys Phantasien über die kollektive Abschiebung ganzer krimineller Clans zur Sprache. Genaues weiß man nicht. Aber ich finde, das sollte auf jeden Fall für ein Parteiverbot von CDU und SPD ausreichen.
Ein armseliger SPD- Heini mit aufdringlichem Toupet sprach gar von „ DEPORTATIONEN von Millionen Menschen “!
Correctiv ist eine staatlich alimentierte Propaganda-Truppe des neuen deutschen Totalitarismus. Wesenselement des Totalitarismus ist der Terror der Regierenden gegen die eigene Bevölkerung (Hannah Arendt). Terror-Instrumente sind Ausgrenzung, Diffamierung, Einschüchterung und Zensur, aber auch wirtschaftlicher Druck (Veranlassung von Konten- und Arbeitsplatzkündigungen), Sachbeschädigungen und auch Körperverletzungen. Terrorisiert werden Andersdenkende, Oppositionelle und Regierungskritiker. Eingeschränkt werden die Meinungs- Demonstrations- und Pressefreiheit, die Freiheit von Forschung und Lehre und die Berufsfreiheit. Demokratische Spielregeln werden missachtet, Rechtsstaatlichkeit wird mit Füßen getreten und die Gewaltenteilung untergraben. Ideologie wird als Wissenschaft verkauft (Klima, Corona, Krieg, …), Lügen als Wahrheit. Und unser öffentlich-rechtlicher Staatsfunk betätigt sich dann noch als Lautsprecher der Lügner.
Das Treffen war so geheim, dass keiner in Deutschland mehr sagen kann, er hätte davon nichts gewusst. Endlich mal etwas, was der flackernden Ampel Luft verschafft, die man dringend braucht, um sich lauthals zu empören. Da holt man Millionen an schutzbedürftigen jungen Männern ins Land, wobei viele dieser armen Kerle nur mit Koran und Messer ausgestattet waren und dann wollen ein paar „Rechtsradikale“ diese einfach wieder zurückschicken. Geht gar nicht, das ist nicht mehr mein Land das muss sofort rückgängig gemacht werden, meldet sich die einstige große Vorsitzende -von welcher Partei eigentlich?- und klimpert wild entschlossen mit ihren Auszeichnungen. Der April weiß nicht so richtig, was er will, erinnert sich aber im letzten Moment daran, dass er Merz heißt und dass er sich auch zu empören hat, da er ansonsten für immer als Rechtsradikaler gebrandmarkt ist. Und unsere „Gutmenschen“ überlegen, ob sie nicht 11 Teddybären werfen müssten, wenn einer mit 11 Identitäten 11 Mal die Ämter abkassiert.
Die inszenierte Hysterie um die „Geheimkonferenz“ wird am Ende jemandem nützen, es ist nur noch nicht klar, wem. Die meisten haltlosen NS-Vergleiche sind unbedacht und/oder stammen von Leuten, denen Geschichte viel zu hoch ist, die sich aber gern als TV-Historiker reden hören. Der Kracher „Wannsee-Konferenz 2:0“ ist weit mehr als nur das, nämlich gezielt bösartig und nackter Hohn auf den realen Holocaust nach der realen Wannsee-Konferenz. Und weil auch die MSM-Autoritäten das wissen, werden sie wahrscheinlich demnächst 3 Fliegen mit einer Klappe schlagen: nämlich diesen Ausbruch mit einer Holocaust-Leugnung toppen, diese von einem VS-U-Boot in der AfD aussprechen lassen und im nächsten Zuge die Entsetzlichen verbieten lassen. Allerdings kann der Schuss auch nach hinten losgehen, so wie der „Fall Aiwanger“, zumal die „Wannsee-Konferenz 2:0“ nicht einmal auf eine schwerstpubertäre Äußerung in der fernen Vergangenheit eines nicht-radikalen Politikers von heute zurückgeführt werden kann, sondern nur auf den Fernsehjourno, der diese gloriose Idee hatte und der sie vor Millionen Zuschauern herausröhrte. – Entweder die setzen jetzt alles auf eine Karte, nachdem die sehr disziplinierten und sehr gut organisierten Bauern/Mittelschichtsproteste sie in Angst und Schrecken vor einem heute noch lebenden Preußentum versetzt haben (von mir aus ist das Wort veraltet und rächz, aber es nennt die Haltung der Demonstranten), oder aber die „Wannsee-Konferenz 2:0“, dieser Holocaust-„Witz“, der eine Schamlosigkeit hoch Dreck ist, dient der Einstimmung auf einen mit JEDEM Mittel geführten Kampf-gegen-Rächz. In beiden Fällen ist unsicher, ob es in „unserer Demokratie“ noch nicht-manipulierte Wahlen geben wird und darf. Gleichzeitig liegt eine Hoffnung auf den Demonstranten und denen, die ihre Logistik entworfen haben: diese Menschen sind auch in der Lage, den Staat einzunehmen, vorläufig erfahrenen Beamten zu übergeben und dann, nach echten Wahlen, die BRD wieder aufzubauen.
@Rolf Hönes: Na wenn die den FreiWild Song bis zu den Zeilen spielen: „Das Land der Dichter und Denker? Naja, das suchen wir noch
Deutschland ist wirklich geil Und manchmal echt ein Arschloch“ wäre für mich alles okay. Okay, fast alles.
Das Ziel, um dessenzwillen die Teilnehmer der berüchtigten Wannseekonferenz zusammengekommen waren, scheint den Mitarbeitern von Correctiv nicht bekannt zu sein. Das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, mit wie viel Verve sie alles, was auch nur entfernt „rechts“ vermutet wird, bekämpfen. Aber der reine Affekt ohne die steuernde Vernunft ist eben blind. Daher erlaube ich mir, hier nochmals zu etwähnen, dass es um die Planung ging, wie elf Millionen europäischer Juden ERMORDET werden können.