In den vergangenen Wochen hat das iranische Regime wiederholt auf Demonstranten schießen lassen. Inzwischen rechnet man mit über 2.000 Toten. Unzählige sind verletzt worden, genauso viele sitzen im Gefängnis, werden gefoltert, misshandelt und irgendwann hingerichtet. Ein Massaker. Doch wo sind die Demonstranten im Westen, die das beklagen, die auf die Straße gehen und dagegen protestieren? So wie vor kurzem, als sie der Meinung waren, in Gaza ereigne sich ein Genozid? Wo sind all diese besorgten Bürger im Westen geblieben, die sich so rührend um die Muslime in Gaza gekümmert haben? Woher dieses Schweigen?
Jetzt, wo im Iran eines der brutalsten Regimes der Gegenwart seine eigenen muslimischen Bürger tötet: Die Demonstranten – sie sind nirgendwo. Man sieht sie nicht. Man hört sie nicht. Man spürt sie nicht – ob in New York, London, Berlin oder Zürich.
Am Samstag haben Linksradikale zu einer Demo aufgerufen. Allerdings gegen das WEF. „Friede der Welt, Krieg dem WEF“. Selbstverständlich haben sich auch die anti-israelischen Kräfte damit solidarisiert: Bern for Free Palestine. Haben diese Leute in den letzten Tagen die Zeitung gelesen? Wenn Muslime andere Muslime umbringen, ist das offenbar keine Menschenrechtsverletzung, an der man etwas auszusetzen hat, nur wenn Juden Muslime töten, dann regen sich die linken, säkularisierten Christen auf.
Man hat es schon immer vermutet, und doch liegt es jetzt auf der Hand. Das größte Imageproblem, das Israel hat, liegt in der Tatsache, dass Israel von Juden regiert wird. Selbst EDA, das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten, verrät diese Doppelmoral.
Als Israel gegen Hamas Krieg führte, eine mörderische Terrorgruppe, waren unsere Diplomaten gar nicht faul, das zu kommentieren, sich erschüttert zu zeigen und sich über die vielen (muslimischen) Opfer zu beschweren. Im Fall von Iran vergingen Tage – und man hörte gar nichts aus dem EDA. Bis dann eine sehr, sehr kleinlaut formulierte Meldung kam, wonach man sich – sinngemäß – Sorgen mache.
Irgendwie ist die Linke im Kalten Krieg stecken geblieben
Gewiss, das EDA befindet sich in einer verzwickten Lage, zumal die Schweiz seit Jahrzehnten die diplomatischen Interessen der USA im Iran vertritt. Das Mandat gilt unter unseren Diplomaten als „Kronjuwel“. Endlich Weltpolitik! Und nicht die Kleinigkeiten eines Kleinstaats wie Einfuhrkontingente von Gurkensalat aus Togo oder Arbeitsbesuche auf höchster Ebene in Liechtenstein.
Dieses Mandat wollte man nicht gefährden, daher die Totenstille. Es zeigt aber auch, dass das EDA seine sonst so geschwätzigen Stellungnahmen zu jedem Ereignis in der Welt am besten einstellen würde. Als neutrales Land gerät man da in Teufels Küche: Wann tadeln und nörgeln, wann den Mund halten? Es ist immer eine Parteinahme. Schweigen ist Gold.
Warum wird nicht demonstriert? Warum kümmert kaum jemanden, wenn ein muslimisches Regime Muslime massakriert? Weil das ein anti-westliches Regime tut. Und wer gegen den Westen ist, kann sich der Solidarität der Linken fast immer sicher sein, selbst wenn es die angeblich wichtigsten Werte der Linken niederschießt, zertrampelt und verhöhnt. Solange es sich nur gegen den Westen wendet.
Irgendwie ist die Linke im Kalten Krieg stecken geblieben. In jener Heldenzeit, als der Westen für die Linke das absolut Böse, nämlich den Kapitalismus, verkörperte und man mutig dessen Überwindung betrieb. Dabei wurde so gut wie jede „Befreiungsbewegung“ in der Dritten Welt, ganz gleich mit welchen steinzeit-kommunistischen Zielen, von irgendeiner naiven Solidaritätsbewegung im Westen unterstützt. Dieser anti-westliche Reflex der Linken ist längst zu einer Art Selbsthass verkommen, der so weit führt, dass man so gut wie alles akzeptiert, solange ein Regime als anti-westlich einzustufen ist. Dass die Linke damit jede Glaubwürdigkeit verspielt, dürfte ihr bewusst sein, dass sie das nicht ändert, zeigt, dass die anti-westliche Leidenschaft stärker ist als die eigenen Werte.
Es ist eine Götterdämmerung, die wir weltweit erleben. Die linken Götter stellen sich als üble Dämonen heraus.
Markus Somm ist Chefredaktor des Nebelspalters. Der Kommentar erschien in der SonntagsZeitung, Zürich.
Beitragsbild: Unbekannt via Wikimedia Commons

Vielen Dank! Im Grunde ist es nicht Selbsthass, sondern Infantilität, Unmündigkeit. Auch schlicht Dummheit, das heißt kognitive Dissonanz. Sie glauben an eine Heilslehre des Ressentiments, so schwülstig wie inkonsistent! Wie Kinder, die nicht ins Bett wollen. Sie krakelen. Allein das Wort „Kapitalismus“! Als ob es so etwas gäbe! Ihr Klassenfimmel, als ob man Menschen in Klassen einteilen könnte! Kompletter Unsinn! Der ganze metaphysische Wertquatsch. Und: Die antidemokratische Seite der „Kapitalismus“-Brabbler und -Krakeler wird unterschätzt! Sie wollen und können keine Demokraten sein! Es geht eher ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Linker/Soze sich für die Demokratie einsetzt! Sie wollen und können – als Unreife und Infantile – nur Anhänger ihrer „Heilslehre“, ihrer, man muss es so sagen, Geisteskrankheit sein. Sie stehen in dieser „Haltung“ der Demokratie im Weg, stellen sich dieser in den Weg! Ohne den Liebknecht und ohne die Luxemburg hätte es den Hitler nicht gegeben! Man muss es klar sagen: Die Linksideologie – der unmündige Geist – ist das Böse selbst. Der Weg in das Absterben der Zivilisation. Genau das hat die Linksideologie mit dem sog. Islam gemein. Und deswegen marschieren sie gemeinsam. Als Formationen des Bösen und als Feinde der Zivilisation und damit der Menschheit. Sie müssen nachhaltig im Orkus der Geschichte verschwinden. 180 Jahre Linksideologie sind genug! Stärken wir den Präsidenten Trump! Der hat das verstanden. Auf dass in spätestens 10 Jahren nirgendwo mehr Kommunisten irgendetwas zu melden haben! Und dann die „EU“ als antidemokratische Organisation auch abgeräumt ist.
Immer dran denken was die Revolution 1979 im Iran überhaupt ausgelöst hat. Das waren nicht die Linken. Das war der US Einfluss auf den damaligen Schah, der die Bedürfnisse seines Volkes darüber vergessen hatte und dann abgesägt worden war. Wie immer kommt nach einer Revolution dann nicht unbedingt das, was so mancher erwartet, sondern etwas ganz anderes. Genau das war im Iran passiert. Und man sollte genau darauf achten, dass es nicht nochmal passiert und genau der Zustand wieder hergestellt wird, der die Iranische Revolution überhaupt ausgelöst hat. Fragt nicht die Linken sondern die Iraner selbst, was die eigentlich wollen. Ohne das iranische Volk selbst zu berücksichtigen, wird, falls das Mullah Regime wirklich fällt, nichts vernünftiges von Bestand zustande gebracht werden.
Heute Abend hat die Linke auf dem Helvetiaplatz, wie schon zuvor auf der Gaza Demo in Bern, gezeigt wofür sie steht: Dummheit, blinde Gewalt, Zerstörung, ohne je ein Problem zu lösen. Und plötzlich taucht auch Frau Calmy Rey, welche sich plakativ den Mullahs in Verschleierung (ein Zeichen der Neutralität?) angebiedert hat, wieder aus dem medialen Off auf. Zufall?
Linke sind nun mal Ignoranten, und vor allem Ideologen !!!!
Alles richtig, aber wo ist eigentlich die israelsolidarische Rechte? Demonstrationen zur Unterstützung der (überwiegend) jungen Rebellen und Revolutionäre gegen das umma-nationalsozialistische Regime im Iran wären nicht unwichtig, meinte man es noch irgendwie ernst mit wenigstens ein wenig Freiheit hier und viel im Iran. Nationalsozialisten wollten und wollen nur eines: Juden vernichten. Die jetzige Revolution im Iran ist eine pro-israelische und antiklerikale. Sie ist von außen klug und entschlossen zu unterstützen – whatever it takes!
@Wilfried Cremer – Ich bin gegen jede Art von politischer Verklärung und Selbstverklärung auf BEIDEN Seiten .
Linke und Islamisten eint die fundamentale Vorliebe für Totalitarismus und Unterdrückung des Individuums. Schon die sozialistischen Vorgänger von 1933 versuchten die Annäherung an den Islam und loteten potenzielle Gemeinsamkeiten aus. Manchen (National-)Sozialisten imponierte gar die Stringenz und zuweilen Gnadenlosigkeit islamischer Expansion – und die gleichen Erzfeinde („Kapitalisten“ und Juden) hatte man ohnehin, damals wie anscheinend heute. Geschichte wiederholt sich, wenn man sie nicht bewältigt – und das tun Sozialisten traditionell nicht, leben sie doch aus der ewig gleichen Mottenkiste.