Wer heute von Kulturkampf spricht, meint zumeist einfach nur Lärm. Empörung in sozialen Medien, symbolische Konflikte um Sprache, Klima, Migration, Geschlecht, Nation oder Religion. Doch unterhalb dieser Tagesaufregungen liegt wesentlich eine ernstere Frage. Wer bestimmt eigentlich, was in einer Gesellschaft als vernünftig gilt, was sind die Ziele einer Gesellschaft, was ist wirtschaftlich notwendig, was politisch anzustreben? Oft manifestiert sie sich primär in weichen Kategorien wie den Fragen, was ist anständig, modern oder moralisch verwerflich? Man kann diesen Sektor als den vorpolitischen Raum beschreiben.
Er umfasst Schulen, Universitäten, Theater, Verlage, Medien, Kirchen, Stiftungen, Verbände, Gerichte, Popkultur und digitale Plattformen gleichermaßen. Während politische Parteien Wahlen gewinnen, sind sie dennoch dominiert von Deutungsmächten, die das Geschäftsklima bestimmen, in dem die Wahlen überhaupt stattfinden. In Detschland wird dies am deutlichsten in der Kanzlerschaft der CDU-Politikerin Angela Merkel sichtbar. Noch nie zuvor wurde in Deutschland eine so links-grüne Regierungspolitik gemacht, wie unter dieser nominell konservativen und christdemokratischen Bundeskanzlerin. Um das zu verstehen, sind zwei Aspekte hilfreich.
Erst führen, dann herrschen
Der eine ist der vielzitierte und auch proklamierte „Marsch durch die Institutionen“, der mit der Generation der 1968er begann und spätestens im ersten Jahrzehnt des neuen Millenniums komplett vollendet war. Die einst revolutionären Linken hatten sich innerhalb von gut 50 Jahren politisch und parlamentarisch in die Partei der Grünen gerettet und gesellschaftlich den oben beschriebenen vorpolitischen Raum vollständig unter ihre Kontrolle gebracht.
Der zweite Aspekt wurde von einem grandiosen linken Denker beschrieben. Der italienische Kommunist Antonio Gramsci hat den dahinter liegenden Zusammenhang in seinen Gefängnisnotizbüchern beschrieben. Grob gerastert lässt sich seine These so umschreiben: Wer den vorpolitischen Raum beherrscht, bestimmt die Kultur.
Der Kern ist seine Unterscheidung von Herrschaft und Führung. Eine Klasse sei „dirigente“ (führend) und „dominante“ (herrschend), so nennt es Gramsci. Sie könne und müsse bereits vor dem Gang an die Regierung „dirigente“ sein. Mit anderen Worten: Dauerhafte politische Macht entsteht nicht erst im Parlament. Sie entsteht vielmehr dort, wo Begriffe geprägt, moralische Intuitionen gebildet und gesellschaftliche Normalitäten hergestellt werden. Zur Zeit der vermeintlichen Vorherrschaft der Konservativen unter der Kanzlerschaft Merkels war die gesellschaftliche Normalität im gesamten vorpolitischen Raum in Wahrheit links-grün dominiert.
Diese Dominanz ist inzwischen zerbrochen, weil sich immer deutlicher zeigt, wie wenig diese Narrative in der praktischen Umsetzung funktionieren. Die Klimapolitik einschließlich der Energiewende ruiniert die Wirtschaft. Die Massenmigration ruiniert die Gesellschaft. Die Dekonstruktion der Familie und Geschlechter destabilisiert den Staat. Das Damoklesschwert der Überbevölkerung fällt als Guillotine des Demografischen Wandels auf den Westen. Diese Aufzählung ließe sich fortsetzen.
Gegenentwürfe fehlen
Doch dies sind alles nur leere Negativ-Erkenntnisse. Es gibt fast keine konservativ-liberalen Gegenentwürfe zu den links-grünen Modellen, die als alternativlos propagiert werden. Genau aus diesem Grund ist die These plausibel, dass konservative Politik ohne kulturelle Gegenmacht niemals Fuß fassen kann.
Wenn konservative und liberale Parteien nur noch das verwalten, was ihnen eine links-grüne Hegemonie auferlegt hat, werden sie sterben. Die Liberalen in Deutschland existieren bereits nicht mehr, weil sie keine eigene positive Botschaft mehr vermittelten. Die Christdemokraten der CDU sind gerade auf exakt demselben Weg, sie starten nur von einem zahlenmäßig höheren NIveau in den Untergang.
Zentral bleibt die Frage, wer definiert Begriffe wie Familie, Eigentum, Nation, Religion, Autorität, Leistung, Subsidiarität, Heimat oder Freiheit? Wer füllt sie mit positivem Inhalt? Verlieren sie den intellektuell unterfütterten Boden unter den Füßen, dann stehen sie zwar noch in Wahlprogrammen, sind aber in Koalitionsverträgen schon nur noch leere Worthülsen, im Parlament noch Parolen und im Kanzleramt bereits Unworte, die man selbst unter Konservativen inzwischen ängstlich als "rechts" labelt.
Dass den Christdemokraten in Deutschland aktuell der Boden unter den Füßen fehlt, mag ganz sicher an einem politisch marodierenden Kanzler liegen, aber der ist es nicht allein. Man hat stattdessen die Definitionshoheit über die Begriffe freiwillig aufgegeben und dem politischen Gegener überlassen, dessen Definitionen man sogar übernimmt. Wenn die Denkfabrik der bürgerlichen Partei des Landes, die Konrad-Adenauer-Stiftung, den Kulturkampf als etwas Verderblich ansieht, vor dem man sich hüte muss und ihn in ihren Schriften nur noch aus der Perspektive „Wokeness gegen völkisches Denken“ als schädlich markiert, dann ist das nichts als Verrat am Bürgertum.
Anders denken
Man diskutiert stattdessen über Förderprogramme, Prozentzahlen und Koalitionsarithmetik, während die normativen Grundannahmen, die den Zeitgeist einer Gesellschaft definieren längst von anderen gesetzt werden. Die linke und grüne Hegemonie der vergangenen Jahrzehnte bestand dabei nicht darin, dass überall dieselbe Partei regierte, sondern darin, dass bestimmte moralische Reflexe institutionell selbstverständlich wurden. Für linke Dominanz reicht es aus, dass Parteien wie die Grünen in der parlamentarischen Opposition blieben. Sie haben aber den vorparlamentarischen Diskurs dominiert.
Gesellschaftlicher Fortschritt wurde mit Begriffen wie Emanzipation, Vielfalt, Dekarbonisierung, Antidiskriminierung und Internationalisierung gleichgesetzt. Skepsis gegenüber diesen Projekten galt als Rückständigkeit. Das war nicht nur Manipulation. Viele dieser Anliegen hatten reale Ursachen und moralische Kraft. Aber Hegemonie entsteht genau dann, wenn partikulare Antworten den Rang des Selbstverständlichen erhalten. Dann wird aus Politik Moral, aus Streit Abweichung und aus Opposition Verdacht.
Dass Teile des konservativen Lagers Gramsci inzwischen ernst nehmen, zeigt sich beispielhaft an dem französischen Multimilliardär Vincent Bolloré und dem von ihm gegründete Institut de l’Espérance. Das Institut wird als christlich-konservativer Thinktank beschrieben, der mit programmatischen Vorschlägen in Richtung Präsidentschaftswahl 2027 wirken will. Ob man Bolloré sympathisch findet, ist zweitrangig. Entscheidend ist die strategische Einsicht hinter der Gründung, die zum Gesamtkonzept passt, dass Bolloré ins Mediengeschäft einstieg und in den vergangenen Jahren gleich mehrere Zeitungsverlage und TV-Sender kaufte. Medien, Ideen, Personal, Stiftungen und Programme sind nicht Beiwerk der Politik. Sie sind ihre Voraussetzung.
Die Arbeit an Begriffen
Auch in Deutschland ist mit der „Denkfabrik“ R21 ein Versuch entstanden, diese Lücke im bürgerlich-konservativen Lager zu schließen, auch weil die Konrad Adenauer Stiftung ihrem originären Job, den konservativen Nachwuchs heranzubilden und Debattenpunkte zu setzen, schlicht nicht mehr nachkommt. R21 beschreibt sich selbst als „Thinktank für neue bürgerliche Politik in Deutschland und Europa“ und will Debatten, Konzepte und Netzwerke jenseits eines links-grünen Deutungsmonopols entwickeln.
Zu den Gründungsfiguren gehören der Historiker Andreas Rödder und die frühere Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. Die Denkfabrik versteht Politik nicht nur als parlamentarisches Geschäft, sondern als Arbeit an Begriffen, Erzählungen und intellektueller Infrastruktur. Auch in Deutschland wächst das Bewusstsein, dass konservative Politik ohne kulturelle, mediale und wissenschaftliche Vorfeldarbeit dauerhaft defensiv bleibt. Dass die Gedanken von Gramsci auch bei R21 eine Rolle spielen, soll hier nicht verschwiegen werden.
Ähnliche Bewegungen sieht man in Europa und im angelsächsischen Raum. Die National Conservatism Conference versteht sich selbst als Projekt der Edmund Burke Foundation zur Stärkung nationalkonservativer Prinzipien. Die Alliance for Responsible Citizenship inszeniert sich als internationales Forum für eine positive Erzählung von Zivilisation, Familie, Verantwortung, Energie, Technologie und „human flourishing“.
Veränderungen deuten sich in Wahlergebnissen an
Auch die Wahlergebnisse zeigen, dass der Boden sich verschiebt. Die Europawahl 2024 brachte Gewinne für Parteien rechts der Mitte und Verluste für Liberale und Grüne; gleichzeitig blieb die sogenannte Mitte insgesamt mehrheitsfähig. Das ist wichtig: Die linke und grüne Hegemonie ist nicht einfach „gebrochen“, als sei sie verschwunden. Sie ist eher angefochten. Ihre Selbstverständlichkeit nimmt ab. Was früher als alternativlos erschien, wird wieder politisch. Das gilt für Migration, Energiepolitik, Genderpolitik, öffentliche Sicherheit, Bildung, nationale Souveränität und Meinungsfreiheit.
Den Kulturkampf von konservativer Seite anzunehmen, ist deshalb nicht nur nützlich, sondern zwingend notwendig, um den Diskurs wieder zu öffnen. Wahlergebnisse rechts der Mitte sind nett, Regierungsfähigkeit rechts der Mitte gibt es jedoch nur mit einer gesellschaftlichen Untermauerung mit einer durchdachten und durchdiskutierten Ideenwelt. Konservativ geführter Kulturkampf darf nicht bloß spiegelbildliche Empörung sein. Wenn Konservative nur Anti-Wokeness betreiben, ohne bessere Begriffe, Institutionen und Milieus aufzubauen, bleiben sie im ständigen Reaktionsmodus abhängig vom Gegner. Dann definiert weiterhin die Linke das Thema, und die Rechte liefert nur die Gegenreaktion. Kulturkampf im produktiven Sinn bedeutet etwas anderes.
Die Chance einer konservativen Gegenbewegung
Eigene Zeitschriften und Internet-Magazine, eigene Schulen des Denkens, eigene Förderstrukturen, eigene intellektuelle Milieus, eigene Kunstkritik, eigene Bildungsprogramme, eigene Wissenschaftsnetzwerke und eine Sprache, die nicht nur Nein sagt, das sind Gebote der Stunde. Insofern ist Kulturkampf gut und wertvoll. Er ist dann gut, wenn er sich nicht in einem „Anti-“ erschöpft. Antigender, Antiklima, Antimigration und anderes sind nicht hilfreich. Es geht um die Pro-Argumente. Wofür steht man ein und warum? Dazu braucht es die konservativen Denkfabriken und Zusammenkünfte.
Ein mündiger und mutiger Kulturkampf muss erklären, warum Freiheit ohne Verantwortung zerfällt, warum Ökologie ohne Maß in Planwirtschaft kippt, warum Migration ohne Grenze den Sozialstaat überfordert, warum Familie mehr ist als Privatsache, warum Nation demokratische Solidarität ermöglicht, warum Religion nicht nur Rückstand, sondern Sinnressource ist, und warum Autorität nicht automatisch Unterdrückung bedeutet.
Konservative beginnen nicht automatisch zu gewinnen, sobald sie Kulturkampf betreiben. Sie gewinnen dann und nur dann, wenn sie den Kulturkampf auf einem hohen Niveau führen. Gramsci bleibt hier der beste Lehrer. Vor der politischen Mehrheit steht die geistige Führung. Wer Begriffe, Milieus und Institutionen schafft, verändert das Klima, in dem Politik möglich wird. Es muss einsichtig werden, damit es wirksam wird. Genau darin liegt die Chance einer konservativen Gegenbewegung.
Dieser Artikel erschien zuerst auf statement.com in englischer Sprache.
Könnte es nicht auch sein, daß alle genannten Gedanken zum „vorpolitischen Raum“, zum „Marsch durch die Institutionen“ etc. samt aller Ausdünstungen von Gramsci und anderen Linken einfach nur das mit intellektuellem moralgetränkten Dampfgeplauder gefüllte Soufflé der westlichen Wohlstandsgesellschaft sind, das in sich zusammenfällt, sobald die ökonomische Realität die Ofentüre öffnet? Der eigentliche vorpolitische Raum ist doch das Oberstübchen des Bürgers, und der läßt sich gerne einlullen, solange die Gesamtrechnung für ihn ein postives Ergebnis zeitigt, falls das aber nicht mehr der Fall ist, kann er bald auch sehr politisch werden. Der normale durschnittliche Bürger ist immer konservativ, denn diese Bodenständigkeit ist schlicht die Basis seiner Existenz und überhaupt der Existenz von Zivilisation und Kultur. Alles, was linke Begriffsakrobaten sich ausgedacht haben, ist dagegen nutzloses Blendwerk.- „It´s die Economy, stupid!“ … And it´s the biology. Sozialistische Gesellschaften sind schlicht nicht überlebensfähig.
YouTube: Wie konnten Unis & Medien SO links werden? / Literaturcafé
Die sympathische junge Dame erklärt wie es zur linken Machtergreifung innerhalb der westlichen Gesellschaft kam.
Die Meisterschaft liegt darin komplexe Inhalte leicht verständlich zu erklären.
Solche jungen Leute gehören in den Bundestag!
Und keine Brüllaffen & Parolenpapageien.
Die Deutungshoheit zu besitzen, vereinfacht das Regieren ungemein. Allerdings holt die Realität die Deutungshoheit ein. Es brauchte 50 Jahre um die Deutungshoheit zu gewinnen. Es brauchte nur 11 Jahre, von 2015 bis 2026, um sie zu erschüttern und es wird keine weiteren 10 Jahre dauern um sie zu ersetzen. Der Weg zur Deutungshoheit führt über Wohlstand. Grünlinks konnte sie nur gewinnen, weil es auf dem erreichten Wohlstand aufbauen konnte. Wie allen Sozialisten, denen die Verwaltung der Wüste anvertraut wurde, geht auch, nun schwarzgrünlinks oder der Neo SED wie ich dieses Konglomerat gerne nenne, der Sand aus. Damit werden auch große Teile der in 50 Jahren mühsam errungenen Deutungshoheit in sich zusammenfallen. # Schaff alle mit dem Klimawahn in Verbindung stehenden Gesetze ab. Der Welt wird es nicht schlechter gehen, aber sehr vielen Bürgern sehr viel besser. Beschränke die Migration auf reine Asylfälle und weise alle Nichtberechtigten aus bzw. reduziere ihren Anspruch auf Bett, Essen und Kleidung. Wie viele da wohl ihren verlorenen Paß wiederfinden werden? Welche Auswirkungen das auf die Kriminalitätsstatistik hätte? Wieviele Menschen dadurch glücklich gemacht würden? Da Transsexualität lt. WHO nicht mehr als Krankheit gelistet wird: eine große Menge des Trans-Wahns wird in sich zusammenbrechen wenn die Krankenkassen nicht mehr eine „Nichtkrankheit“ finanzieren müßten, ohne daß diese Menschen deshalb dauerhaft psychisch versorgt werden müßten. Erkläre für alle Verwaltungen und Schulen „Hochdeutsch“ zur einzigen, allgemeinverbindlichen Ausdrucksweise. Ab dem Tag wird Niemand Genderdummdeutsch vermissen. # Das wird Alles sehr viel einfacher und schneller gehen als befürchtet.
@Hans Benzell … was meinen Sie, warum die AfD in den ehemals Neuen Ländern so stark ist? Weil diese Regionen, quasi den idealen säkularen Staat bilden. Religion ist reine Privatsache. Christen oder gar Kirchen sind ein totes Pferd, in keiner Weise glaubwürdig, weder gesellschaftlich, noch politisch. Kirchen sind nur noch reine Wirtschaftsunternehmen, die bis zum heutigen Tag von Adolf Hitler gekauft wurden. Braucht niemand. Die nächsten Jahre werden noch viele Mio. Christen ohne Ersatz wegsterben. Die Kirchen könnten vielleicht dann wieder Oberwasser erhalten, wenn sie ohne Reichskonkordat zu Kreuzzügen an der Seite Israels aufrufen würden. Aber dafür sehe ich beim besagten toten Pferd kaum Chancen. Die Christen lassen sich weltweit lieber von den Musels abschlachten, als umgekehrt mit einem höheren Durchschnitts-IQ die Musels zu beseitigen. Wer zuerst schießt, lebt meist länger. Dieser Kulturkampf ist kein Kindergarten, das haben viele unserer Moralisten einfach noch nicht verstanden.
Gramsci entwickelt wie Marx das Bestreben, die Religion zu vollständig zu überwinden, zum Einen durch Rückgriffe auf Ideen der Renaissance und der Reformation und durch Einbindung der Intellektuellen. Seine Strategie verfing, hat aber den entscheidenden Fehler, daß nunmehr überall Beamte (Räte) als Abkömmlinge von Klerikern das Vorfeld der Kultur beackern. Das Theater ist dann links und die Schmöcke schreiben jedesmal begeistert über jedwede Aufführung, während der Geist weiterhin weht, wohin er will. Die Propaganda, die den Gegner abschaltet, neigt zur Verdummung und Ihre Vertreter nimmt das Volk als Lackaffen wahr, zurechtgemacht und aufgesetzt. Klüger wär es, wenn das Schlachtschliff der öffentlich rechtlichen Kultur nicht einen derartigen Neigungswinkel bekäme, die Kultur, Fernsehen und Kirche umfasst. Die Programmgestalter der Kirche haben Ihrem Serienhelden nicht zwangsläufig zum Schöpfer eines Ismus ausgekleidet, sondern es ist sehr schwer zu sagen, ob er links oder rechts, oder gar ein klassischer Idiot war, wie es Nietzsche im Antichrist darstellt. Gramsciis Entwurf überlädt durch die Intention, die gesamte Religion zu überwinden das Konstrukt der Kultur, dessen Begriff längst inflationiert ist. Die Einbindung von Renegaten, wie man es im kalten Krieg mit Solschenitzyn, A. Koestler oder M. Sperber unternahm, waren eine produktive Art der Kritik, echtes Asyl für die Abtrünnigen anmaßender Heilslehren. Mit Menschen, die Ihr Damaskuserlebnis hatten, kann man weitaus solidere Ideologie stiften als mit den Erben der Jakobiner.
Der Linke Triumphmarsch durch die Institutionen:
Die Linken definieren die Begriffe und bestimmen deshalb das Denken der Rechten & Konservativen.
Rechte & Konservative denken Links!
Nur wenige sind noch imstande eigenständig zu denken.
Deutschland ist heute eine „linke Demokratie“. Der „demokratische Meinungsspektrum“ beinhaltet nur noch linke Positionen, von sozialdemokratenrosa bis bolschewikenblutrot.
Die „linke Demokratie“ tendiert zur linken Diktatur.
Man muss heute linksextrem sein, um als „moderate Mitte“ zu gelten.
Linksliberal ist ein Oxymoron. Es gibt liberale Linke, aber es gib keine liberalen linken Systeme.
Alle linken Utopien basieren auf Enteignung & Umverteilung, also auf Gewalt.
Die Demokratie ist eine bürgerliche Einrichtung. Die Linke hetzt seit Marx gegen die Bourgeoisie, also gegen das Bürgertum, also gegen die Demokratie!
Die Marktwirtschaft schafft Mehrwert, der Sozialismus schafft nur immer neue sozialistische Ideologien.
Des Kommunismus neue Kleider glänzen bunt & vielfältig. Es ist immer derselbe blutige Kern in schillernden Regenbogenfarben. (Schade um den schönen Regenbogen.)
Konservative Politik kann man nur erfolgreich betreiben, solange es noch etwas zu „konservieren“, zu bewahren gibt. Deutschlands Zustand ist allerdings mittlerweile in jeder Hinsicht derart desolat, dass Bewahren nicht mehr hinreichend sein kann. Die Art von Politik, die im Beitrag gemeint ist, müsste daher stattdessen nun Änderungen vorantreiben, also paradoxerweise das, was Linke gern (vermeintlich) als (in ihrem Sinne) „progressiv“ benennen. Sprich: die selbsternannte „politische Mitte“ ist in Deutschland inzwischen links und will diese Schlagseite natürlich „konservieren“, während die als „Rechte“ beschimpften Politiker „progressiv“ sein müssten. Verkehrte Welt.