Von Michael Lind.
Von Michael Lind. Wir leben immer noch in in einer Welt, in der die Verfügungsgewalt über materielle Ressourcen eine zentrale Rolle spielt – der Westen erlag dem Irrtum, ohne handfeste Produkte mit Infotainment oder Finanzdienstleistungen auskommen zu können.
Die russische Invasion in der Ukraine hat deutlich gemacht, dass der „Kalte Frieden“, wie es Boris Jelzin in den 1990er Jahren genannt hat, einem zweiten Kalten Krieg gewichen ist. Der erste Kalte Krieg war nicht nur ein Kampf der Nationen und Bündnisse, sondern auch der Systeme – Kapitalismus gegen Kommunismus. Der zweite Kalte Krieg ist bereits jetzt ebenfalls ein Kampf zwischen Systemen, bei dem Länder, die sich auf Produktion (China) und Ressourcen (Russland) in der physischen Welt konzentrieren, gegen eine von den Vereinigten Staaten angeführte Allianz antreten, die in der letzten Generation einen Großteil ihrer eigenen Produktion und ihres Ressourcenabbaus geopfert hat, um sich auf die globale Führung in den Bereichen Finanzen, Dienstleistungen und Unterhaltung zu spezialisieren. Anders ausgedrückt: Beim Wettstreit der Modelle im zweiten Kalten Krieg geht es nicht um das Eigentum an den Produktionsmitteln, sondern es geht um einen Wettstreit zwischen materieller Produktion und immaterieller Dienstleistung.
Die gegnerische Seite im neuen Kalten Krieg ist sehr gut darin, Dinge herzustellen, Mineralien abzubauen und Nahrungsmittel anzubauen. Im Gegensatz dazu belohnt und feiert die US-Wirtschaft, obwohl sie immer noch viele Produkte herstellt und in den Bereichen Energie und Landwirtschaft hochproduktiv ist, diejenigen, die Apps herstellen und Kredite vergeben – nachdem eine ganze Generation amerikanischer Geschäfts- und Finanzeliten durch die Verlagerung von Industriearbeitsplätzen und -anlagen nach China und Taiwan ein Vermögen gemacht hat.
Seit den Clinton-Jahren feierten Politiker und Wirtschaftswissenschaftler beider Parteien den Übergang der Vereinigten Staaten zu einer „postindustriellen Wirtschaft“. In einer Rede mit dem Titel „The Challenges of Success“ (Die Herausforderungen des Erfolgs), die der neoliberale Wirtschaftswissenschaftler Larry Summers, damals stellvertretender Finanzminister, am 28. April 1998 in San Francisco vor Führungskräften und Investoren aus der Technologiebranche hielt, feierte er die angeblich immaterielle Informationswirtschaft:
„Die beiden Kräfte der Informationstechnologie und der modernen wettbewerbsfähigen Finanzwirtschaft führen uns in ein postindustrielles Zeitalter“, sagte er. Silicon Valley und Wall Street, nicht die verarbeitende Industrie oder die Landwirtschaft oder die Öl- und Gasindustrie, symbolisierten die „neue Wirtschaft“. Summers zählte Beispiele für diese neue Wirtschaft auf – „AIG im Versicherungswesen, McDonald's im Fastfood-Bereich, Walmart im Einzelhandel, Microsoft in der Softwarebranche, die Harvard-Universität im Bildungswesen, CNN in der Fernsehnachrichten-Branche“. Sollen doch die rückständigen, altmodischen Ostasiaten und Deutschen weiter Autos, Fernsehgeräte, Telefone und Computer herstellen; Amerika wird der Welt Versicherungen und Infotainment verkaufen.
Großmächte auf der Grundlage von Energieressourcen und Bodenschätzen
In der postindustriellen Wirtschaft sollten große, von der Regierung regulierte und mit Gewerkschaften verhandelnde Unternehmen den Platz freiräumen für mutige Start-ups, die von Tycoons über Nacht gegründet werden, so Summers 1998: „Schauen Sie sich Kalifornien an, wo Millionen investiert werden, noch bevor Umsätze, geschweige denn Gewinne erzielt werden, und wo jeder mit einer guten Idee seine erste Million machen kann, bevor er seine erste Krawatte kauft.“
Ein Vierteljahrhundert später, als sich während der COVID-Pandemie herausstellte, dass die Vereinigten Staaten die Produktion vieler lebenswichtiger Medikamente und medizinischer Hilfsmittel eingestellt hatten und bei vielen von ihnen vom autokratischen, antiamerikanischen China abhängig waren, war derselbe Larry Summers offensichtlich völlig geschockt, als er erfuhr, dass viele Dinge nicht mehr in Amerika hergestellt werden. Am 21. März 2020 tweetete Summers: „Gedanken am Ende einer langen Woche: Warum kann die größte Wirtschaft in der Geschichte der Welt keine Tupfer, Masken und Beatmungsgeräte in ausreichender Menge herstellen?“
Der Ausbruch des zweiten Kalten Krieges ist genau wie die COVID-19-Krise dazu geeignet, endlich die Irrtümer der globalistischen „Free-Market“-Ökonomen wie Summers, Paul Krugman und Glenn Hubbard zu widerlegen, die drei Jahrzehnte lang den Konsens zwischen Demokraten und Republikanern geprägt haben. Wie es sich für eine Supermacht im Bereich der Finanz- und Onlinedienstleistungen gehört, reagierten die Vereinigten Staaten auf die brutale russische Invasion in der Ukraine mit mehr oder weniger demselben Arsenal, das Summers 1998 beschrieb – „AIG im Versicherungswesen, McDonald's im Fastfood-Bereich, Walmart im Einzelhandel, Microsoft in der Softwarebranche, die Harvard University im Bildungswesen, CNN in der Fernsehnachrichten-Branche“.
Die Vereinigten Staaten führten einen Finanzkrieg gegen Putins Russland, amerikanische Kreditkarten-Unternehmen schlossen russische Verbraucher aus, und McDonald's zog sich mit einem Vernichtungsschlag aus der Russischen Föderation zurück.
Wir leben immer noch in einer materiellen Welt
Es mag sein, dass finanzielle und wirtschaftliche Sanktionen ausreichen, um Russland zum Rückzug oder zu Verhandlungen zu zwingen. Aber Deutschland, nach den Vereinigten Staaten die größte Volkswirtschaft der NATO, ist von russischem Öl und Gas abhängig, das die Deutschen weiterhin kaufen und damit teilweise Putins Militär subventionieren. Gleichzeitig ist China, die größte Nation und größte Volkswirtschaft der Welt (gemessen an der Kaufkraftparität), die die Vereinigten Staaten in vielen Bereichen der Produktion, wenn auch noch nicht bei der Software, überholt hat, in der Lage, Russland zu helfen, die westlichen Sanktionen zu ertragen. Dies wird als Teil eines gemeinsamen Kreuzzugs zur Verdrängung der Vereinigten Staaten aus den eigenen regionalen Einflusssphären betrachtet.
Selbst die Nutznießer der Abhängigkeit der Vereinigten Staaten von China – das Silicon Valley, die Universitäten, die Wall Street, „grüne“ Technologien, die chinesische Importe benötigen – selbst diese Nutznießer sehen sich jetzt zu der Erkenntnis gezwungen, dass wir immer noch in einer materiellen Welt leben, in der Länder Großmächte sein können, auch wenn sie nicht die globalen Banken- und Versicherungsmärkte beherrschen, und zwar auf der Grundlage von Energieressourcen und Bodenschätzen, des Anbaus von Feldfrüchten und der Herstellung physischer Dinge. Russland und die Ukraine sind zusammen für mehr als ein Viertel der weltweiten Weizenexporte verantwortlich. Russland und Weißrussland produzieren zusammen fast die Hälfte der weltweiten Ausfuhren von Kali, einem wichtigen Nährstoff, der in Düngemitteln verwendet wird, während Russland mehr als ein Fünftel der Ammoniakausfuhren produziert, die in der weltweiten Landwirtschaft verwendet werden.
China wiederum dominiert die weltweite Produktion vieler wichtiger Bodenschätze, sowohl direkt – es produziert 63 Prozent der Seltenen Erden und 45 Prozent des Molybdäns – als auch indirekt, indem es in Lithiumminen in Australien, Platinminen in Südafrika und Kobaltminen in der Demokratischen Republik Kongo investiert.
Heute sind die USA von Importen abhängig
Vor einigen Jahrzehnten förderten und veredelten die Vereinigten Staaten viele der Bodenschätze, die sie heute importieren, noch selbst. Doch dank billiger Arbeitskräfte im Ausland, überzogener Umweltvorschriften im eigenen Land und der Fantasie der postmateriellen „Informationswirtschaft“ erlaubte die US-Regierung den Unternehmen, viele amerikanische Abbaubetriebe zu schließen, während andere Firmen amerikanische Fabriken schlossen. Der Energieanalyst Mark P. Mills beschreibt das Ergebnis:
„Noch 1990 waren die USA weltweit die Nummer eins bei der Förderung von Bodenschätzen. Heute liegen sie an siebter Stelle. (...)
Von größerer Bedeutung sind die strategischen Abhängigkeiten von bestimmten kritischen Bodenschätzen – wie der United States Geological Survey (USGS) feststellt. Im Jahr 1954 waren die USA bei acht Bodenschätzen zu 100% von Importen abhängig. Heute sind die USA bei 17 Bodenschätzen zu 100% von Importen abhängig und zu über 50% bei 29 viel verwendeten Bodenschätzen. China ist eine wichtige Quelle für die Hälfte dieser 29 Bodenschätze.“
Zusammen mit dem „Free-Market“-Globalismus hat die Umweltbewegung die Volkswirtschaften der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten lahmgelegt und gefährdet. In Ablehnung der asketischen Einstellung der alten malthusianischen Linken, die zu freiwilliger Armut, Wirtschaftsschrumpfung und Bevölkerungsrückgang durch Anti-Natalismus aufrief, haben etablierte Umweltschützer wie Al Gore und seine europäischen Kollegen optimistisch behauptet, dass die bestehende Technologie einen schnellen „grünen Übergang“ von fossilen Brennstoffen und Kernenergie zu Solar-, Wind- und Wasserkraft ermöglicht, ohne dass der westliche Lebensstandard gesenkt oder das, was von der westlichen Industrie übrig geblieben ist, lahmgelegt werden muss.
Allerdings kommen Experten für die globale Produktion von Bodenschätzen, die zu SoS Minerals gehören, zu anderen Einschätzungen. In einem Brief an das britische Committee on Climate Change (Komitee für den Klimawandel) schreiben sie:
„Metallressourcen, die benötigt werden, um ab 2050 alle Autos und Lieferwagen elektrisch zu betreiben und ab 2035 alle Verkäufe [im Vereinigten Königreich] rein batterieelektrisch zu gestalten: Um alle heute im Vereinigten Königreich zugelassenen Fahrzeuge durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen (ohne die Lkw- und Transporterkolonnen), wären – unter der Annahme, dass die ressourcenschonendsten NMC-811-Batterien der nächsten Generation verwendet werden – 207.900 Tonnen Kobalt, 264.600 Tonnen Lithiumcarbonat (LCE), mindestens 7.200 Tonnen Neodym und Dysprosium sowie 2.362.500 Tonnen Kupfer erforderlich. Dies entspricht knapp dem Zweifachen der gesamten jährlichen Weltkobaltproduktion, fast der gesamten Weltproduktion von Neodym, drei Vierteln der Weltlithiumproduktion und 12% der Weltkupferproduktion im Jahr 2018. Selbst wenn man nur ab 2035 die bereits zugesagte jährliche Versorgung mit Elektrofahrzeugen sicherstellt, muss das Vereinigte Königreich jährlich das Äquivalent des gesamten jährlichen Kobaltbedarfs der europäischen Industrie importieren. (...)
Herausforderungen bei der Nutzung „grüner Energie“ für den Antrieb von Elektroautos: Wenn man sich für Windparks entscheidet, um den Strom für die prognostizierten E-Autos zu erzeugen, benötigt man für den Bau der Windparks das Äquivalent eines weiteres Jahreswertes der gesamten weltweiten Kupferversorgung und des Zehnjahreswertes der weltweiten Neodym- und Dysprosiumproduktion.“
Auf der ganzen Welt wird heute nicht genug Kobalt, Neodym oder Lithium abgebaut und veredelt, um Großbritannien das Erreichen seiner Ziele für einen grünen Übergang in der nächsten Generation zu ermöglichen. Und Großbritannien hat nur 67 Millionen Einwohner. Die Vereinigten Staaten haben 330 Millionen. Die Welt hat fast 8 Milliarden. Rechnen Sie mal nach.
Innovation erfordert ein hohes Maß an geistiger Freiheit
„Saubere“ Energie ist nicht sauber. Die Gewinnung der für Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen benötigten Bodenschätze erfordert ebenso wie die Erdgas- und Erdölförderung massive Abbaubetriebe und die Zerstörung der örtlichen Landschaften und Ökosysteme. Weil er auf diese offensichtliche Tatsache hinwies, wurde der Dokumentarfilm Planet of the Humans (Planet der Menschen) des linken Filmemachers Michael Moore von der organisierten grünen Lobby angeprangert, und Moore selbst wurde von der Linken gecancelt.
Während einige Demokratien wie Australien, Kanada und die Vereinigten Staaten über bedeutende Bodenschätze verfügen, sind viele der Länder mit großen Vorkommen und Reserven an Bodenschätzen Autokratien oder fragile postkoloniale Regime: China (Gold, Zinn und Bauxit, das zur Aluminiumherstellung verwendet wird), Indonesien (Nickel, Zinn, Gold) und Russland (Öl, Gas, Nickel). Die Hälfte der weltweiten Kobaltreserven befindet sich in einem Land – der Demokratischen Republik Kongo. Für einige dieser Mineralien könnten vielleicht Ersatzstoffe entdeckt oder synthetisch hergestellt werden. In anderen Fällen jedoch können die natürlichen Vorkommen von Elementen, die für eine fortgeschrittene Industriegesellschaft unerlässlich sind, bestimmten Ländern enorme wirtschaftliche Vorteile verschaffen.
Während des ersten Kalten Krieges und danach gingen viele Menschen im Westen davon aus, dass Kapitalismus mit Demokratie und Liberalismus und Kommunismus mit Autokratie verbunden ist. Aber Volkswirtschaften, die auf Ressourcenkapitalismus oder einem einzigen Rohstoff basieren („Bananenrepubliken“), wurden so oft von Diktaturen oder Oligarchien regiert, dass dieses Phänomen auch als „Fluch der Ressourcen“ bekannt ist.
Um sich in der globalen Produktion hervorzutun, muss ein Land über gut ausgebildete Arbeitskräfte verfügen, während Innovation ein hohes Maß an geistiger (wenn nicht politischer) Freiheit erfordert. Wenn aber eine Regierung oder eine Wirtschaftselite ihr Einkommen einfach dadurch erzielt, dass sie die Produkte ihrer Bergwerke, Farmen oder Ranches an andere Länder verkauft – was Daron Acemoglu und James Robinson als „extraktives“ Regime bezeichnen –, hat sie keinen Anreiz, den Großteil der Bevölkerung auszubilden oder deren Rechte zu respektieren, dafür aber sehr viel Anreiz, die Bergleute oder Landarbeiter zu versklaven. Und wenn der Weg zu persönlicher politischer Macht und Reichtum in einem Land über die Kontrolle der Ölfelder, Minen oder landwirtschaftlichen Anbaugebiete führt, werden ehrgeizige Einzelpersonen versucht sein, auf mühsame Wahlen zu verzichten und sich Macht und Ressourcen direkt durch Attentate und Staatsstreiche anzueignen.
„Co-Abhängigkeit“ der Eliten
Wir Amerikaner sollten dieses Muster in unserer eigenen Geschichte erkennen. Die „Erbsünde“ der Vereinigten Staaten war nicht die Sklaverei oder der Rassismus; es war die Plantagenwirtschaft. Den Plantagenbesitzern im Süden – Oligarchen, die zunächst Tabak und dann Baumwolle für den Export anbauten – war es egal, welcher Rasse ihre unfreien Arbeiter angehörten; sie entschieden sich erst für afrikanische und afroamerikanische Sklaven, nachdem Experimente mit der Ausbeutung indianischer Arbeitskräfte und europäischer Vertragsbediensteter fehlgeschlagen waren. Und wie Barbara Fields und andere Wissenschaftler festgestellt haben, wurde der Rassismus im Süden formuliert und durchgesetzt, um die Ausbeutung der Arbeitskräfte im Plantagensystem zu rationalisieren, und zwar sowohl vor als auch nach der Abschaffung der Sklaverei.
Weit davon entfernt, „rückständig“ oder „vormodern“ zu sein, war die Südstaaten-Oligarchie des 19. Jahrhunderts, genau wie die theokratische Monarchie im Saudi-Arabien des 21. Jahrhunderts, ein Produkt der Moderne. Mit der Industrialisierung Großbritanniens und des Nordens der Vereinigten Staaten wuchs die Nachfrage ihrer Fabriken nach Baumwolle aus dem Süden und bereicherte die Baumwollherren, so wie die globale industrielle Entwicklung die Monarchen und Militärdiktatoren verschiedener zeitgenössischer Petrostaaten bereichert hat. Die Pflanzer des Südens und die saudischen Prinzen taten es genauso wie die russischen Oligarchen, sie recycelten den Reichtum, den sie in den Industrieregionen erwarben, indem sie Industriegüter für sich importierten und im Ausland Urlaub machten sowie Luxusimmobilien erwarben.
Diese Art von „Co-Abhängigkeit“ der Eliten ist in den industriellen Kapitalismus eingebaut. Je fortschrittlicher die Technologie wird, desto reicher werden diejenigen, die, ob mit fairen Mitteln oder mit Gewalt und Betrug, die entsprechenden industriellen Produktionsmittel und die Energieversorgung kontrollieren. Das Genie des kreativen Unternehmers in der diversifizierten industriellen Wirtschaft, der die Lebensqualität der Arbeiterklasse mit innovativen Gütern verbessert, kann indirekt ein entsprechendes Vermögen in armen Ländern mit Vorkommen unverzichtbarer Bodenschätze schaffen, die von erblichen Cliquen oder Militärdiktatoren regiert werden.
Nicht gerüstet für Ressourcenkriege
Eine grüne Transition wird also keineswegs notwendig zu einer liberal-demokratischen Welt führen. Vielmehr könnte sie einfach dafür sorgen, dass die Oligarchen aus ölreichen Ländern in Zukunft ihre Schweizer Bankkonten, protzigen Londoner und New Yorker Viertel und New-England-Premiumschulen mit Kobaltgrafen und Lithiumherren teilen müssen, deren Yachten und Villen vermutlich ebenso beeindruckend sein werden wie die von Jeff Bezos oder Putins Kleptokraten. Generationen von Politikern aus liberalen Demokratien, die noch nicht geboren sind, könnten sich gezwungen sehen, dem Präsidenten auf Lebenszeit zu schmeicheln, der ein großes Bauxitvorkommen kontrolliert, oder der Junta, deren Land auf einem Batzen Samarium sitzt.
Nicht zuletzt könnten Großmächte wie die Vereinigten Staaten, die beschlossen haben, auf ganze Bereiche der verarbeitenden Industrie sowie auf den Abbau und die Veredelung von Rohstoffen zu verzichten, feststellen, dass ihnen die Beherrschung des Weltmarkts in den Bereichen Versicherungen, Investmentbanking und Actionfilme für Jugendliche im bevorstehenden globalen Wettbewerb um Ressourcen nicht unbedingt hilft.
This story originally appeared in English in Tablet magazine, at tabletmag.com, and is reprinted with permission.
Dieser Artikel ist ursprünglich auf Englisch im tabletmag.com erschienen und wurde hier mit freundlicher Genehmigung veröffentlicht.
Michael Lind ist Professor of Practice an der University of Texas in Austin und Fellow bei New America. Sein jüngstes Buch ist The New Class War: Saving Democracy from the Managerial Elite.
Beitragsbild: Tim Maxeiner
@Peter R.: Alles richtig, außer das mit der EU: Ohne die wären wir hier ein ganz kleines Licht, aber hallo. Das hat nichts mit „Freundschaft“ zu tun, das ist klare Ökonomie. Ein Land wie DE, gesegnet mit den meisten Nachbarn weltweit, in einer prekären Mittellage, MUSS mit allen ringsum gut zurecht kommen. Sonst hätten wir wieder die Querelen von vor 1945. Autarkie-Vorstellungen führen nur ins Elend – der Russe zeigt es uns gerade. Andererseits ist eine solche Mittellage, wie wir sie haben, das innovativste Land inmitten der innovativsten Region weltweit, ein Segen, aus dem wir etwas machen sollten. Die Russen und die West-Slawen ebenfalls auf unserer Seite, das macht uns attraktiv – manchmal zu sehr, für die Geburtenüberschüsse aus aller Welt müssen wir uns auch etwas einfallen lassen, nämlich wie draußen halten. Aber dazu brauchen wir auch Russland. Wir Hypofertilen müssen uns der Zumutungen der Hyperfertilen gemeinsam erwehren – DAS ist die Prämisse für künftige Politik ganz allgemein. Bis sich die Hyperfertilen einkriegen, wird es noch ein Weile dauern – und sie dürfen uns nicht in den Sumpf hinein ziehen, in dem sie schon stecken. Wir mit unseren 1,5-Kind-Frauen sind auf dem richtigen Weg, die nicht.
Die Schweiz besitzt/besaß die Kontrolle von über 70% aller globalen Rohstoffe. Das kostenloses PDF Sachbuch „Erklärung von Bern EvB“ „Rohstoff- Das gefährlichste Geschäft der Schweiz“ ist bei publiceye(dot)ch in verschiedenen Sprachen erhältlich. Die Frage warum die Länder die Rohstoffe meist nicht kaufen, wird selten gestellt. Hinterlassen wird zerstörter Boden und die Grundlage für Leben. Ein KfZ mit Verbrennungsmotor besteht aus über 40% Gewichtsprozent aus Aluminium das meist nicht wiederverwendet werden kann, Kupfer zu 100%. Es gibt viele Beispiele eines kontinuierlichen Stoffkreislauf. Der ist politisch und monopolistisch nicht gewollt. Monopole, Lobbyismus und Korruption ist die Pest des 21. Jahrhundert.
Putins Kleptokraten?
Die Politik und Medien wollen uns weismachen, dass der noch in der Höhe zu bestimmende Getreideausfall für die Mehlpreisexplosion im Supermarkt verantwortlich wäre. Die Ukraine verantwortet lediglich 1,5% der deutschen Getreideimporte. Die Politiker und Medien sind zumindest konsistent in ihren Lügen. Es kamen keine „Kinder“ sonder Männer, es kamen keine „Ärzte“ sondern Sozialschmarotzer, es kamen keine „Flüchtlinge“ sondern illegale Wirtschaftsmigranten, der Geburtenüberschuss aus Arabien und Afrika. Es gab und gibt keine „Pandemie von nationaler Tragweite“. Und der Ausfall der Getreideernte in der Ukraine verantwortet keine Mehlpreisexplosion im Supermarkt. Und die EU ist nicht Ihr Freund.
Mein lieber Herr Lind, um himmelswillen, Sie beschreiben ja nüchterne Tatsachen! In den nackten Relationen, befinden sich die Wirtschaft-London und die Wirtschaft-New York mit rund 20% Wertemachen und 80% Diensteleisten, in einer Relation, deren Chancen, wenig Hoffnung machen. Beide Wirtschaften müssen jährlich, an die 4/5 ihres Wertekonsum aus fremder Herstellung beziehen und bezahlen, mit „leichter werdenden Pfund-Noten“ und Dollars, die woanders, als „MickeyMousePapier“ in die Krise geraten. Wobei die aktuelle offizielle Inflation schon um 9% noch heftig „Gas geben wird“, jede Wette, und die Leute sehr sauer und rebellisch macht, weil ihr „blödes Geld“ keine „Kaufkraft“mehr hat. Wenn jetzt die Zentralbank aufhört weiter wie blöd Scheine zu drucken und anfängt den Leitzins zu erhöhen, damit die Banknoten wieder mehr Wert haben sollen, dann werden die Kosten für Kredite heftig steigen, und eine schwer angeschlagene Wirtschaft, wird stark vermehrt Konkurse anmelden. Das ist die Prognose für die Westweltwirtschaft, spannender wird es, wenn man sich anschaut, was in Erwartung, des Scheiterns der Westwährungen „bessere Volks-Banker“ vorbereitet haben, um nicht an fehlender Intelligenz, und Wirtschaftskrise unter die Räder zu geraten. In Russland, China usw. besteht ein strenger Wettbewerb, wer blöd ist, hat Null Chance, wichtige Entscheidungen zu treffen, um die Bevölkerung in Krisen zu stürzen. Die Präsidenten im Westen sollten schnellsten gegen viel klügere ausgetauscht werden.
Mangels echter Rohstoffe wurde Jahrzehnte lang in Deutschland die „Bildung“ als Rohstoff bezeichnet. Nun bei den Hochleistungs-Schulabgängern von heute ist auch das passe. Die Bananenrepublik hat fertig
@Steffen Huebner : Bei Ihrer Rechnung müssten Sie ja die Wirtschaftskraft Deutschlands auch ohne die Zockerstube rechnen. Da ist ja klar, das Deutschland auf das Niveau eines Zwergstaates reduziert wird. Das lehne ich ab. Luxemburg war ja auch nur jahrelang die führende Wirtschaftsmacht der EU, weil der Alkoholkonsum und die Spekulationsgewinne mit gerechnet wurden. Die City of London und die Kaymans wären schwarze Löcher ohne die Zockerei und den Steuerbetrug. Die haben aber noch der Schweiz die höchsten Versicherungssummen. Was versichern die dort, wenn alles nur Luftnummern sind, die in sich zusammenbrechen, wenn die LKW-Fahrer nicht über die Grenze gelassen werden?