Volker Seitz / 12.09.2020 / 17:00 / 4 / Seite ausdrucken

Die Kollektion des Kaisers Haile Selassie

Dieser Tage wurde mir dieses Youtube Video zugeschickt. Der äthiopische Premier Abiy Ahmed (seit 2018) präsentiert darin die Sammlung des Kaisers Haile Selassie (1892 bis 1975). Haile Selassie war bis zu seiner Ermordung der letzte Kaiser der jahrtausendealten Dynastie Äthiopiens. Erstaunlich, dass die eindrucksvolle Kollektion den roten Terror von Diktator Mengistu Haile Mariam (1977 bis 1991) überdauert hat. Obwohl der Premier Amharisch (was ich nicht verstehe) spricht, habe ich den Eindruck, dass er stolz auf die Sammlung ist.

Statt sie zu versilbern, will er die lange verschwundene Kollektion in einem Museum zeigen und hofft, damit auch den Tourismus zu fördern. Er hat bereits Museen gegründet, die sich mit der Geschichte des Landes und seiner Völker befassen.

Am Ende des Videos zeigt er neue Projekte, die das Land weiter voranbringen sollen. Abiy versucht, den Zerfall des Vielvölkerstaates zu verhindern und gleichzeitig die Rechte einzelner Bevölkerungsgruppen zu stärken. Der Friedensnobelpreis für Abiy Ahmed im Jahr 2019 war ein wichtiges Zeichen. Dennoch bleibt der Friedensprozess in Äthiopien und Eritrea fragil. 

Siehe auch: Russland entdeckt Afrika neu, Achgut.com 8.12.2018 (Mengistu Haile Mariam)

 

Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen für das deutsche Auswärtige Amt tätig, zuletzt als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea mit Sitz in Jaunde. Er gehört zum Initiativ-Kreis des Bonner Aufrufs zur Reform der Entwicklungshilfe und ist Autor des Buches „Afrika wird armregiert“. Die aktualisierte und erweiterte Taschenbuchausgabe erschien im September 2018. Drei Nachauflagen folgten 2019 und 2020. Volker Seitz publiziert regelmäßig zum Thema Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika und hält Vorträge.

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J.G.R. Benthien / 12.09.2020

Sehr eindrucksvoll. Das hat mich natürlich interessiert, und so bin ich über eigene Recherchen auf viele weitere, interessante Informationen gestossen. Ich habe den Eindruck, dass einige Regionen Afrikas schon mal erheblich weiter entwickelt waren als heute. Warum trudelt der Kontinent dem Abgrund entgegen?

Ulla Schneider / 12.09.2020

Meine Güte, Herr Seitz, was für eine Pracht. Die alten schönen Autos sind ein Vermögen wert. Die Sammlungen bis 2000 Jahre zurück.  Das ist noch Geschichte. Es war mal ein komplett christl.  und jüdisches Land. Die Überbleibsel Insignien sind noch zu sehen. -Was für ein schönes und grünes Land. Die Farben alleine. Immer wieder taucht das Türkisblau auf. Wer fort geht, muss gute Gründe haben. War es nicht der Sehnsuchtsort von Bob Marley in bezug auf Haile Selassi und die Königin von Saba nach der Legende? - Die Verwertung alter Reifen als Stoßdämpfer wäre hier auch keine schlechte Idee. Auf Spielplätzen öfters zu finden, damit sich der Popo bei der Wippe keine blauen Flecken holt. Herzlichen Dank dafür, absolut sehenswert, auch wenn man die Sprache nicht versteht.

Thomas Taterka / 12.09.2020

In den Wagons werden eines Tages die Chinesen den europäischen Gästen erläutern, wie man Afrika so richtig auslutscht, ohne den Islam offen zu kränken und gleichzeitig die Amerikaner überall rausschmeisst und ihnen einredet, genau das sei der Fortschritt. Putin bleibt im Reich, der Protest wird rausgeekelt und Einwanderung ist nicht zu befürchten. Sonst gibt’s von allem noch reichlich.

Thomas Taterka / 12.09.2020

Den Fuhrpark bekommt die Paramount als Leihgabe und der Sozialismus wird durch Ali Baba Pictures mit chinesischem Geld reingewaschen. So kommt Geld wieder zu Geld. Für Touristen gibt’s äthiopisch vegan.

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