Von Dr. med. Manfred Horst.
Die Zulassungs- und Beobachtungsstudien belegen eine durch die SARS-CoV-2-Impfstoffe hervorgerufene Reduktion von positiv getesteten Fällen. Zwar ist der Schutz vor einer Infektion mit diesem Keim nicht praktisch hundertprozentig wie bei anderen Vakzinen, und er lässt offensichtlich auch sehr schnell nach. Aber im Nasen-Rachen-Abstrich von Geimpften werden die Spuren des Virus signifikant seltener gefunden als bei Ungeimpften. Die gentechnisch induzierte Produktion von viralen Proteinen durch menschliche Zellen führt zu einer spezifischen und nachweisbaren Immunantwort. Dies ist eine wissenschaftlich sicher sehr interessante Bestätigung des prinzipiellen Funktionierens von mRNA- und DNA-Vektor-Technologien.
Aus dem Funktionieren der Technologie folgt aber noch keine klinische Relevanz. Da die vom SARS-CoV-2-Virus hervorgerufene Symptomatik größtenteils unspezifisch ist, d.h. von vielen anderen Keimen ebenfalls hervorgerufen werden kann, sind die für die Klinik, für den Patienten, für den Menschen entscheidenden Fragen doch die Folgenden:
- Führt die Impfung gegen SARS-CoV-2 zu insgesamt weniger Schnupfen, Husten, Heiserkeit, Atemnot, Fieber, Schüttelfrost, Glieder- und Kopfschmerzen, Geruchs- und Geschmacksverlust, Übelkeit und Durchfall ?
- Führt die Impfung gegen SARS-CoV-2 zu insgesamt weniger schweren Verläufen von Atemwegsinfekten und insgesamt weniger Lungenentzündungen?
- Führt die Impfung gegen SARS-CoV-2 zu insgesamt weniger Krankenhauseinweisungen ?
- Führt die Impfung gegen SARS-CoV-2 zu insgesamt weniger Todesfällen?
Die pharmazeutische Industrie hätte zweifelsohne all diese Fragen mit gut konzipierten und nicht einmal außergewöhnlich komplexen Studien beantworten können; die Zulassungsbehörden hätten die Fragen natürlich auch so stellen müssen.
In allen Studien, in allen Datenerhebungen wird hingegen grundsätzlich nur die Reduktion von "Covid-19-Fällen" behauptet oder nachgewiesen. Klinisch ist jedoch rein gar nichts gewonnen, wenn zwar die Infektion mit diesem einen spezifischen Erkältungsvirus verhindert wird, aber an dessen Stelle Adeno-, Rhino-, Influenza-, Parainfluenza- oder andere Coronaviren treten und eine ähnliche Symptomatik mit den gleichen Verlaufsformen verursachen – wozu sie alle ja grundsätzlich auch in der Lage sind (siehe hier).
Dass genau dies geschieht, geht eigentlich schon aus den Daten der klinischen Studien deutlich hervor: Zum Beispiel bestand in der BioNTech/Pfizer-Zulassungsstudie die hochbejubelte "95%-ige Wirksamkeit" in einer Reduktion von Erkältungssymptomen mit einem positiven Test von 162 in der Placebo- auf 8 in der Verum-(geimpften)Gruppe. Aber in beiden Gruppen gab es jeweils weit über tausend "Covid-19-Verdachtsfälle", d.h. Erkältungssymptome ohne positiven Test. Allerdings muss man schon in dem FDA-Zulassungsantrag nach diesen Rohdaten suchen; offensichtlich hat keiner der Gutachter (peer reviewer) des New England Journal of Medicine nach ihnen gefragt.
Für die anderen bisher bei uns erhältlichen Impfstoffe (Moderna, AstraZeneca, Johnson&Johnson) gilt Ensprechendes – all diese Symptome und Verläufe ohne positiven Test hätten unter normalen Umständen offengelegt und analysiert werden müssen.
Dass inzwischen fast jedermann glaubt, mit der Impfung vor "schweren Verläufen" geschützt zu werden, ist einzig und allein das Ergebnis von Marketing und Propaganda. Denn eben gerade dies konnte bisher in keiner kontrollierten Studie gezeigt werden, nicht einmal für die testpositiven schweren Fälle (davon gab es immer zu wenige, als dass man statistische Signifikanz hätte nachweisen können), geschweige denn für Lungenentzündungen, Krankenhauseinweisungen oder Todesfälle insgesamt.
Der tatsächliche klinische Nutzen der COVID-19-Impfstoffe ist demnach mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gleich Null – bevor überhaupt die Nebenwirkungen näher untersucht werden, wie hier auf Achgut von Dr. Jochen Ziegler. Weil diese Nebenwirkungen aber zweifelsohne vorkommen, muss wohl angenommen werden, dass eine echte Endpunktstudie (mit den Kriterien Mortalität oder ggf. auch Mortalität plus z.B. Krankenhauseinweisung – insgesamt, nicht nur mit positivem Test!) ein für die Impfung negatives Resultat erbringen würde.
Beitragsbild: Pixabay
Sehr geehrter lutzgerke, könnten Sie bitte Autoren und Titel des Lancet preprints nennen? Ich bin entweder zu dämlich die Studie zu finden (auch nicht mit Suche bei thelancet.com) oder sie wurde bereits zensiert. Herzlichen Dank im voraus.
Ich habe jedenfalls schon meine impfbedingte Krankenhauseinweisung. Mit der Mortalität muss ich noch abwarten.
Lauterbach verbreitet wieder Angst: „Klar ist aber, dass die meisten Ungeimpften von heute bis dahin entweder geimpft, genesen oder leider verstorben sind, denn das Infektionsgeschehen mit schweren Verläufen betrifft vor allem Impfverweigerer“, sagte der SPD-Politiker. Und man glaubt ihm… unfassbar.
Ich glaub, Herr Dr. Horst hat einen wichtigen Punkt weggelassen. Die positive Wirkung in Bezug auf Viruslast, wenn auch klinisch irrelevant, betrifft nur den originellen Wuhan-Virusstamm. Diesen gibt es aber längst nicht mehr.
Dafür hat der Teufel und seine Helfer bei jeder Übeltäterei einen Nutzen!
Warum entspricht der Anteil Geimpfter auf Intensivstationen nicht dem Anteil Geimpfter in der Gesamtbevölkerung?
M.Müllee
Ein klar und kompetent formulierter Artikel. Es bleibt eine völlige Fehlleistung, dass die deutschen Gesundheitsbehörden weder die Covid-Erkrankungen und Covid-Todesfälle (- mit Obduktionen) mit (statistisch) relevanten Methoden analysieren, noch ebenso die Geimpften (- die trotz Impfung Covid bekommen oder starke Impfnebenwirkungen zeigen) und schließlich auch nicht die Todesfälle nach den Impfungen begutachten. Die Datenerfassung & Auswertung müsste die Altersstruktur der Leute, das Geschlecht, die Vorerkrankungen, den Lebensort, die spezifische Bevölkerungsgruppe, den eventuellen Ort der Ansteckung (- inklusive Ausland) berücksichtigen und selbstverständlich auch die verabreichten Impfpräparate. Es gibt Datenbanken, die diese Datenmengen handhaben können, es gibt leistungsfähige Kommunikationsmöglichkeiten zur Datenübertragung und die statistischen Methoden zur Analyse sind seit Jahrzehnten bekannt. Nicht zuletzt gibt es Mathematiker, Informatiker, Mediziner und Naturwissenschaftler, die sich mit Statistik gut auskennen.