Die Kirche, Salvini und die Nächstenliebe

Ein Affront gegen Papst Franziskus oder ließ er sich einfach nur von der Ermunterung unserer Bundeskanzlerin, seine Meinung zu sagen, inspirieren? Der 88-jährige Camillo Ruini, italienischer Kardinal, Erzbischof und Vertrauter Benedikts XVI., ist seit 2008 im Ruhestand, gilt laut FAZ aber noch „als graue Eminenz der katholischen Kirche des Landes“. Eben jener gab gerade dem „Corriere della Sera“ ein „explosives Interview“ – aus heutiger explosionsbereiter Perspektive; früher wäre das als normale Meinungsäußerung durchgegangen. Ruini meint schlichtweg: Es gebe auch eine Kirche, die bei dem Ex-Innenminister Matteo Salvini ist. Er teile nicht das rein negative Bild von ihm. Salvini habe noch Perspektiven vor sich, er müsse aber reifen und daher erscheine der Dialog der Kirche mit ihm als Pflicht. Die Nächstenliebe gelte.

Probleme, die Migrationen heute mit sich bringen, seien aber nicht zu unterschätzen. Im Übrigen verliere der linke politische Katholizismus an Bedeutung. Die fortschreitende Entchristianisierung, auch in Italien, fordere dazu auf, innerhalb der Kirche Gegenkräfte zu mobilisieren. Bis dato sei jedenfalls – aus Mangel an Voraussetzungen – nicht der Zeitpunkt gekommen, um eine katholische Partei zu gründen. Salvini dankte dem Kardinal für die „Worte, die zur Konfrontation, Offenheit, Reflexion und Begegnung einladen“ und ergänzte: „Italien ist entweder Christ oder nicht. Es ist eine Sache, diejenigen willkommen zu heißen, die vor dem Krieg fliehen, eine andere, so zu tun, als gäbe es in Italien Raum, Heimat und Arbeit für alle, was aber nicht da ist und zur Konfrontation führt.“ Die Positionen der Lega-Partei wie etwa Recht auf Leben und Schutz der Familie stünden absolut fest. 

 

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Susanne Baumstarks Blog Luftwurzel.

Foto: Giuseppe Ruggirello CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

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Michi Mertens / 07.11.2019

Er kann es sich leisten, die Dinge so deutlich darzustellen, denn er ist erstens Priester und die genießen besonderen Schutz durch Staat und Kirche und zweitens ist er schon in Rente.

Rolf Lindner / 07.11.2019

Ein Kardinal im Ruhestand kann es sich leisten, seine Meinung öffentlich zu vertreten. Ist wie in Deutschland mit den Professoren im Ruhestand in Sachen Klimaerwärmung. Siehe „European Climate Declaration“

Sepp Kneip / 07.11.2019

“Es gebe auch eine Kirche, die bei dem Ex-Innenminister Matteo Salvini ist. Er teile nicht das rein negative Bild von ihm. Salvini habe noch Perspektiven vor sich, er müsse aber reifen und daher erscheine der Dialog der Kirche mit ihm als Pflicht. Die Nächstenliebe gelte.” Eine Aussage, die es in sich hat.  Wo hier der Name Salvini steht, könnte auch AfD stehen. Aber die deutschen Bischöfe sind so verbohrt und mainstreamhörig, dass sie den falschen Propheten hörig sind und die, die es gut mit ihnen meinen, verdammen. Man muss die AfD nicht mögen, genau so wie Salvini nicht. Aber beide machen realistische Politik, die der Menschheit besser bekommt, als die ideologischen Hirngespinste des Mainstreams.

Reinhold Schmidt / 07.11.2019

Ich finde mehr Nächstenliebe und den diesbezüglichen Aufruf eines katholischen Kardinals sehr gut. Das sollte auch Vorbild für manch deutsche Kardinäle (Marx und Konsorten) sein. Last uns doch einfach mal damit anfangen unseren Nachbarn zu lieben, selbst wenn er anderer Meinung ist oder gar die AfD wählt.

Karla Kuhn / 07.11.2019

Jeder der für Salvini trommelt, tut ein gutes Werk für Italien. Wenn Deutschland schon von so einer Kanzlerin und ihren Getreuen regiert wird, ein Ende ist auch nicht in Sicht, obwohl diese Frau krank und aufgedunsen aussieht und teilweise auch so rede! ( das furchtbare Interview) - jedenfalls sehe ich das so, braucht es rund um Deutschland KLARE Köpfe, die sch nicht einschüchtern lassen, wie z. B. die Polen oder Salvini in Italien oder Orban in Ungarn. Wolfgang Kaufmann, so ist es und das ist sehr gut so !

toni Keller / 07.11.2019

Im Westen ist es so, dass Kinderkriegen als etwas gilt, wovon man, bzw frau besser die Finger lässt, auch und besonders wenn man nicht sooooo supergut finanziell dasteht, weil, das ist die Quintessenz aller Argumentation, Man kann doch wohl nicht die Gesellschaft mit dem kleinen Gör belasten. Soweit so gut. Aber dass die gleichen Leute, dann der Ansicht sind, die Gesellschaft mit allen vermeintlich Armen dieser Welt belasten zu müssen, das versteh ich nicht. Entweder sind wir so ein armes Land, dass wir uns noch nicht mal eigene Kinder leisten können, oder wir sind ein reiches Land, das allen und jedem helfen kann, dann können wir auch unseren eigenen Leuten helfen. Nebenbei ich finde es fast erstaunlich, dass ein hoher Kirchenmann sich für die eigenen Belange einsetzt und nicht für die der anderen Religionen.

Emmanuel Precht / 07.11.2019

Ja nun! Der 88 Jährige! Klingelts? 88 = HH, was nicht für Hansestadt Hamburg steht. Ist doch klar, dass der sowas von vollnazi ist. Dass überhaupt noch einer 88 werden darf! Wohlan…

Ralf Ehrhardt / 07.11.2019

Das schlimme an der Angelegenheit ist, dass ein ganz normales Interview mit einem obendrein längst pensionierten Kardinal über ganz normale Themen mit ganz normalen Aussagen in heutiger aufgebrachter Zeit schon als “Sensation” dargestellt wird.  Vor der grün-rot-schwarzen Zeitenwende 2015 wäre dieses Interview samt Inhalt sang- und klanglos untergegangen; kein Mensch hätte davon Kenntnis genommen oder sich gar am Inhalt echauffiert.  Heute gehen die grün-roten Massen auf die Barrikaden, ...welch ein Armutszeugnis, ...Banalität wird in Hetze umgedeutet.

E Ekat / 07.11.2019

Worte des Trostes und der Ermunterung. 

P. F. Hilker / 07.11.2019

Habe den Artikel zweimal lesen müssen. Ich dachte schon ich hätte etwas falsch verstanden. Hatte ich aber nicht. Na, um so besser.

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